Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1894
- Issue
- 2 (1894)
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/6492351-8722849-5962371--2325-5376538- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
7 Dublonen; 4000 Mark in Silber, 125 Lüftchen Sold» und Silberstoffe und an einen anderen Orte noch 80000 Dublonen wurden gefunden. Achtzig Sklaven fand man noch in seinem Hause sowie ungemüuzte» Sold und Silber in Überraschender Menge." „So, ist e» wahr? Don Samuel hätte mich betrogen!" „Sin Strahl de» Wahnsinn» brach au» de» König Augen. „Sofort soll er verhaftet wrrdenl" schrie Don Pedro, „Und morgen schon soll er sterben. Borwärt» eile, daß er nicht entrinne!" (Fortsetzuvg folgt.) Nemi«isze«zeir aus meinem Lehrerleben. von 9t. Mannheimer, emrrit. Rabbinalsverweser und Religontlehrer. Wenn ich mir erlaubt, au» meiner langjährigen Erziehung». und UnterrichtStbätigkeit einige Bilder, wie sie in meinem Sedächtnifle wahrheitsgetreu ausbewahrt blieben und meine Erinnerung sie wiederzugeben verviag, zu entwerfen und zu veröffentlichen; so lege man mir e» nicht al» Eitelkeit und Ruhmsucht au», von der ich von jeher ein abgesagter Feind war. E» ist die» vielmehr zunächst da» ftohe Gefühl, welche» so viele im Sreiseualter stehende Männer beseelt, wenn sie sich in Gedanken wieder in jene frühere Zeit ihre» Leben» zurückversetzen, wo fit mit voller -rast io ihrem Berufe thätig waren, und da» um so erfrischender und belebender ist. je mehr fie fich bewußt find, ihre BerusSpflichten stet» gewissenhaft erfüllt zu haben, wa» mich zur Leröffentlichung dieser Bilder antreibt. Doch tritt noch ein andere», ich möchte sagen, höhere» Motiv hinzu. Ich möchte dadurch nicht bloß nach Innen, meiner Subjektivität willen, wirken, sondern auch nach Außen objettiv. — Bekanntlich ist schon seit langer Zeit innerhalb der modernen Gemeinden ein Widerstreit der Meinungrn über die Gegenständ«, die zum Religionsunterricht gehören, sowie über den Umfang, da» Ziel und die Methode «ine» jeden derselben, entbrannt und bi« jetzt noch nicht zur Entscheidung, gelangt. Da dachte ich, ein gegebene» concrete» Beispiel au» einer langjährigen Praxi«, woran fich jedoch auch theoretische Bemerkungen knüpfen, dürste einen entscheidenderen Einfluß üben, al» eine bloße Theorie. Und wenn e» wahr sein sollte, wa» Herr Dr. Laro, früher Rabbiner i., Erfurt gegenwärtig in Lemberg, iuRahmer'S Litteraturblatt bei Gelegenl eit der Beurtheilung meiner Abhandlung über den Religionsunterricht ttn meinem Buche: .Da» Gebetbuch und der Religionrun.erricht re.") von mir gesagt hatte: ich zeig« mich dabei al» der berühmte Meister in seinem Fache — so dürsten die dargestellten Bilder au» meinem BeküfSlebea bei manchem «einer Benifsgeaoffen, Lehrer und Rabbiner, eine willkommene Aufnahme und vielleicht auch Nachahmung -finden. Ob jene mustergiltiz find, bleibt selbstverständlich dem Ermessen dieser überlassen. — Aber auch direkt deu Gemeinden und ihren Borstäuden könnte meine Darstellung von nicht unerheblichem Nutzen sein. Denn daß unter ihnen die Unwissenheit im Schulfache sehr groß ist und daß nur selten Männer unter ihnen gefunden werden, die mit den Disziplinen de« Religionsunterricht», den fie zu bewachen und zu regeln haben, genau vertraut find, ist eine allgemeine bekannte traurige ErfahrungSthatsache. Schon ihr eifriger Geschäftsbetrieb gestattet ihnen nicht dt« Muße, fich mit den einschlägigen Fragen dauernd beschäftigen und die diesbezüglichen pädagogischen Schriften studiren zu können. Daher kommt es, daß fie manchmal auch bei dem beft«E Willen im Finstern tappen und manche verkehrte MaßriuL die ihnen sehr gut dünkt, befolgen. Und wie oft wird dU7r Unwissenheit von Schwindlern und Lharlataueu benutzt, am die Gtmeiodeu autzubeuten l Aller wahren Pädagogik baar, «eben fie fich de» Anschein al» seien sie geschickte Lehrer, Pädagogen» bieten aber der Jugend Steine anstatt de» Brode«, falsche anstatt echter Waare. Ich hoffe aber, daß auch Vorsteher und Gemeindrgliedet manche» der Jugend Ersprießlich« und Heilsame au» meiner Darstellung schöpfen werden, selbst wenn e» nur einig« pädagogisch richttge gute Winke wären, die fie zum weitern Nachdenken über di« Sach« anregten und ihre Beuttheilung de» Religionsunterricht« normirteu. Am 26. Dezember 1838 wurde mir die Stelle eine» ReligionSlehrerS der hiesigen Gemeinde übertragen, nachdem ich vorher 3 Jahre lang der i»rael. Elementarschule (Bolk«- schule) zu Pfungstadt vorgrstanden hatte. - An der ausgeschriebenen Konkurrenz für die hiesige Stelle hatten fich 8 Kandidaten betheiligt, allein die übergroße Mehrheit der hiesigen Gemeindeglieder, sowie der Borstand, der Rabbiner und die KreiSbehörde hatten fich für meine Ernennung ausgesprochen, daher wurde fie mir zugetheilt. — Alsbald wurde mir eine umfangreiche Instruktion, die auch einen Lehrplan enthielt, zur Nachachtung behändigt, die einen integrirendeu Teil meine» mit der Gemeinde abgeschlossenen und von der Sr. KreiSbehörde genehmigten Lertrag» bildete. Sie lehnte fich an da» allgemeine Schulgesetz von 1832 an und war ein wahre» Meisterstück zu nennen, so daß ich von einigen auswärtigen Gemeinden ersucht wurde, ihnen Abschriften davon zu fettigen und zu fibersenden, die fie beiErerrung ihrer Schulen als Muster gebrauchen könnten, war ich auch bereitwilligst that. — Aller Andere übergehend, sollen hier nur die Unterrichtsgegenstände namhaft gemacht werden, deren Pflege fie fordette: Hebräisch Lesen; Uebersetzung undErklärung d«S Pentateuchs mit Ueberschlagung solcher Stellen, die nicht für Kinder paffen, der Gebete, der Hagada de» Pesachfeste», ausgewählte Psalmen, da» Buch Esther, die Klagelieder JeremiaS; jüdisch-deutsch lesen und schreiben; hebräisch« Grammatik; biblische Geschichte in P-i-bindung mit passenden Bibel- und Liederversen; systematisch« Religionslehre. Letztere, mit welcher bei Kindern, die da» 11. Lebensjahr überschritten hatten, begonnen werden sollte, wurde zwar in der Instruktion dem Rabbiner zugetheilt; allein da dieser ohnehin rin vollständige» Jahr hindurch, von einem Wocheufest bi» zum andern, wöchentlich 3 mal einen gründlichen Konfirmandenunterricht zu ettheilen pflegte, und da er mich au« meinen Zeugnissen sowohl als auch bei Gelegenheit einer in Pfungstadt abgehaltenen öffentlichen Prüfung als einen gewandten Katechtten hatte kennen lernen; so überließ er im Einverständniß mit dem Borstavde und der Schulbehörde mir dieser. UnterttchtSgegenstand, die systemattsche Religionslehre. — Der damalige Rabbiner. Herr Dr. Auerbach, gehörte nicht zu der Klaffe mancher in der Neuzeit auftretenden modernen Rabbiner, sie Alle« in Allem scheinen wollen, und wenn sie z. B. fühlen, daß fie, aller Pädagogik baar, nicht einmal praktische Lehrbefähigung besitzen, lieber einen Ignoranten an ihrer Seite sehen mögen, al» einen Mann mit Kenntnissen und pädagogischer Ausbildung. Retten fie doch dadurch den guten Schein und was fich an diesen knüpft! Herr Dr. A. — die« sei zu seiner Ehre gesagt — glich einem Grossisten, der viele verschiedene Maaren im reichhaltigsten Maße in seinem großen Magazine aufgeschichtet hat, und daher nttdlo» sieht, wie eia Anderer in irgend einer Spezialitat sich auszeichnet. Ich berührte hier, wenn ich e» so nennen darf, meine katechetisch« Earriere und werde sie im Folgenden eiwa» eingehender besprechen, um dadurch vielleicht, wie schon im Eingänge erwähnt, manchem meiner BerufSgenoffen ein Borbild zur Nacheiferung darzubieteu. — Schon in dem Zeugnisse» welche« mir über meine im Jahre 1832 unter Aufsicht des Gr. Kirchen« und Schulrat» bestandene Prüfung als Religiouslehrer ausgestellt wurde, kommt die vemettung vor, „mein mit den Kindern meiner Konfesfion in dessen Beisein, auSgefühtte»