Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift · 1894-12-21 · 51 (21.12.1894) · p. Seite 398

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
25 (1894)
Issue
51 (21.12.1894)
Date
1894-12-21
Page
Seite 398 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
83% known words query
IRI
…/6492344-5935089-5962367--2295-5376519
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Für die auf ein gemefeneS, aktives Mitglied bei W. statutenmäßig entfallenden Quoten erfolgt ohne Weiteres die Zahlung, amtliche Nachweisung über Bedürftigkeit ist auSgeschlossen. Die Kasse ist in gewissem Sinne eine Pensionskasse, die frühere Mitgliedschaft verleiht ein wohlerworbenes Recht der Pension ohne Bezugnahme — oder peinliche Abwäge der Bermögensverhältnisse. W. stellt als Maximum eines Anteils 75 Mk. fest, ist dieser Satz auch nur annährend erreicht, dann ist verhältnißmäßig ansehnliche Pension gesichert, beispielsweise ein alleinstehender Lehrer (statutenmäßig 6 Quoten) gleich 6 mal 75 gleich 458 Mk. Eine Zusammenstellung der Auszahlung im laufenden Jahre bei A. und W. weist nach: A. ein alleinstehender, dienstunfähiger Lehrer gleich 140 Mk. W 276 . . . ״ ״ . A. ein Ehepaar ohne unmündige Kinder 202 ״ . K K * H n 1> 322 , A. , . mit 6 . . , 420 . W. . » 6 . . . 598 , ES sind nur diese 3 Punkte herausgegriffen. Der Betrag, dm ein frühzeitig zu dm R. W. V. betretender Lehrer zu zahlen hat, ist wü>er für ihn, noch für die Kasse von großem Belange, wohl aber kann sein Wirkm im Interesse des Bereins, resp. der Kasse von hoher Bedeutung sein. Wärm die Lehrer, namentlich die jüngeren, so zahlreich, wie zn erwartm, beigetretm, so würde die Höhe der Maximalquote sicherlich annähemd erreicht sein. — Darauf bezüglich glauben wir unsere Darstellung nicht besser schließm zu können, als mst dm Wortm des Rabbiners Dr. Philippsohn s. A., welcher mehrmals unsere Confcrmz mit dem lebhaftesten Ancheile besuchte und am Schlüsse einer derselbm uns in seinem Mahnwort unter Anderem ans Herz legte: ,Hilf Dir selbst, so Hilst Dir der Himmel! das möge die Versammlung beherzigen. Sie möge die Entwicklung eines esprit de corps, der ja nicht auf materielle Interessen gerichtet, anstrebm, unbekümmert dämm, wmn der Mißverstand diesm bei Standesgmossm herrschenden Geist für Einseitigkeit ansieht. Pflege Sie dm esprit de corps! — Stehm Sie Alle für Einen und Einer für Alle!" DaS sind wirklich beherzigmswetthe Wone! Kkkichle und Korresponöinzen. D«»tschla»»S. Magdeburg, 17. Dezember. Unter dem Titel: ,Hinter dm Kulissm der Anttsemitm" ist in diesm Tagen bei Gebrüder Schmidt in Hannover eine Broschüre des früheren Redakteurs des Böckelschm ,Reichsherold," Wilhelm Georg, erschienen, worin dieser seine Erinnerungen aus dem autiskmitischm Hauptquartier zum Bestm girbt. Der Verfasser plaudert rminütig aus, wie er die antisemitischen Größm im Böckelschm und später als Redacteur des ,Nordh. Anz." im deutschsczialm Lager gefundm hdt. Es sind recht erbauliche Enthüllungm, besonders über die Gesinnungm der antisemitischm Führer gegen einander, welche charakteristisch sind angesichts der nmerlichm Verbrüderung der antisrmiüschm Gruppen. Böckel schildert der Verfasser auf Gmnd der Erfahmngm, die er mit ihm gemacht hat, als beherrscht von Ehrgeiz bis zur Bewußtlosigkeit, Neid auf der׳ höchstm Potmz und von Herrschsucht. Er habe'ihm sogar eines Tages verbotm, anüsemitische Agitatorm im,Reichsherold" mst Namm zu nennen. Deshalb habe Böckel auch fmher gegm -Ahlwardt Stellung genommen. Recht scharfe Kritik übt der Verfasser auch an dem von Böckel gegründetm Mstteldeutschm Bauernverein, für dm er ebmfalls agitatorisch gearbeitet hat. Bei dcmselbm habe eS sich in keiner Weise um bas Bohl der. hessischen Bauem gehandelt, sondem der Verein sei nur als Organisatton ftr dstBahlen bettachtet worden. Er macht dabei die bezeichnende EnchMung, daß dm Agitatorm für diesm Verein hohe PmpPmm, für die Gewinnung von Mstgüedcrn ge^hst wurden, so einem Agitator 50 pEt. deS BeitrsttSgeldeS. Auch die Kassmfühmng des Vereins scheint eine ganz eigenartige; gewesen zu sein; dmn aus dieser Kasse wurden, so berichtet oer Verfasser, zuerst immer Böckels Wechsel, dann andere intimere Sachen und nur, wenn auch dann noch etwas übrig blieb, die Beamten des Vereins. Bei den Deutsch-Sozialm gewann der Verfasser dann weitere Einblicke in das Thun und Treiben der Antisemitm unter eiinander, und schildett verschiedene Szenen über die persönlich gehässige Befehdung. Bei einem kurzm Aufenthalt in Berlin hätte er dm Professor Förster über die angebliche Mische Sinnmlust redm; nach der Versammlung suchten dieselben Leute, die hier von moralischer Entrüstung überschäumten, vermfene Kneipen auf. Ueber dmselbm Ahlwardt, der jetzt als Hospitant der nmm antisemitischen Fraktion zugelassm ist, äußette ein BerttaumSmann der Lieber» mannianer in Berlin privatim: ,Der Herr Rektor hat sein Ehrmwott gebrochen, einem Postsekretär hat er eine größere Sumtne abgepumpt, ihm sein Wott gegeben, bis zu einem bestimmten Termin wieder die Summe zurückzuzahlen, aber uichtS mehr von sich hören lassen. Dem Beamtm wurde in Folge dessm, da n seinm Berpflichtungm nicht nachkommm konnte, alles gepfändet." Nicht viel anders äußette sich Liebermann v. Sonnmberg selbst über seine jetzigen'FraktionSkollegen. Im Sommer 1893 schrieb Georg an Liebermanu v. Sonnmberg als an seinen Pattrichef, und erbat Antwott, ob er auf einen Angriff AhlwardtS antwotten solle. Er schrieb mir zurück: Lea chiens qai aboyent ne mordent pa8. (Die Hunde, welche bellen, beißen nicht.) ,Lassm Sie den ftttm MopS bellen!" Der Verfasser schließt seine Ent- Hüllungen mst dem Bekenntnis, er bedauere jeden Tag und jede Minute, die er in der antisemitischm Pattei zugebracht. (Wir bedauem auch jeden Tag und Minute, die wir mit der Bekämpfung einer so schmutzigen Pattei vergeudm müssen, währmd wir unsere Zeit viel nützlicher verwendm könnten.) Berlin. Dem in Jerusalem erscheinenden Blatte ,Habazeltt" wird in der nmesten Nr. .aus Rußland" ge» schrieben: Der rühmlichst bekannte ehrwürdige Rabbi B. Satzmellensohn, welcher im verflossenen Sommer daS heilige Land und die jüdischm Eolonim besuchte, und jetzt von dott zurückgekehtt ist, gibt nun seine Reiseberichte heraus, in dmm er die wahre und wirkliche Lage der Kolonistm sowie die erfolglose Thätigkeit der Zion-Vereine darlegt. Er schildett die Verhältnisse, wie er sie mit eigenen Augen gesehen hat. Diese Schilderungen. habm einm wahren Sturm im Lager der Zionistm mtfesselt, da sie mit Recht befürchlm, daß unsem Brüdem die Augm geöffyet werdm, 'die bis jetzt mit Blindheit g'eschlagm warm. Äe folgten bisher ihrm ge» wissmlosm Anführern ohne zu bedenken, daß sie sich und ihre Familie dadurch ins Verderben stürzen. DaS ganze Unternehmen der Zionisten ist nach dm Mittheilungen deS Rabbi K. zwecklos und alle günstigen Nachnchtm, die über die Solonim verbreitet sind, beruhm auf Unwahrheit und Uebertteibung. Es ist ttaurig .mit anzusehm, .wie die armm Emigranten, in der Hoffnung im heiligen Lande ihr Lebens» glück zu fiudm, um schließlich dm schwindelhastm Agmtm zum Opfer zu fallen. Z. ka Reuststttn, im Dezember. Hier tagte am 21. unb I2. November ,Bereit» der Lehrer uad Kultusbeamteu de« Rgbz. -d«lia." Auwefend wäre» di« Herren: Bach-Bärwald«, Badriaa-Rtgen« wald«, Bauer-ltöslia, Lhrmanu-Tenwelbnrg, Finkelsteiaolzin, Dr. «oldfchmidt>Solberg. Dr. Hahn»Ewlp, Dr. o ss m a n n-Neustettia, Dr. I o s« p h s o h u-Laumburg,» a m « r a s eelgrad, -ap-Fallenburg, Su sch» er-Draarburg,Kochaaowtkq- Neuftmi»,Le« V-Solberg, Martowi--Hammerstein. M eirv»i-- Etolp, Noteaberg-Stolp, Roberg-Schlawe, Sanl-tzchievä» bei», Echlachter-Nublitz uad die Bertretrr der Aemeipd« Tchievelbeu» 1u»d N> ustettin. >» Stell« de» abwesenden Schrift-. fShrerd Meyer-Büw» cooptiert der Beistand de» .Herr» Dr.^ Haff««»»». Der grüßtt

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.