Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1894)
- Issue
- 51 (21.12.1894)
- Date
- 1894-12-21
- Page
- Seite 397 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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rofcfn ehrlosen Treiben wiedersetzt, wird mit der blanken Waffe bedroht, und mit Gewalt bezwungen. Dieser empörend« Vorgang wird dem Oberstabsarzt in der deutschen Linie gemeldet. Rur von einer Ordonanz begleitet, begiebt er fich sofort zur Stelle und verlangt unter Berufung aus die genfer Convention die Freilaffung der Verwundeten. Al- Antwort erhoben zehn, zwölf Mann ihr Gewehr schußfertig gegen de» kühnen Sprecher. Die deutschen Krieger und Lazarelhgehüljen zittern u»> sein Leben. Cr aber blickt verachtend aus die drohende Gefahr und ruft den gewiffenlosen Schützen im fließenden Französisch kaUblütig entgegen: »Ihr wollt Soldaten sein? Ehrlose«, erbärmliche« Grfind«!, feige Canaillen seid Ihr. Weiter Nicht»! Schießt doch, wenn Ihr den Muth dazu habt." Kein Schuß fällt. Langsam senken fich die Gewehre. Der überwältigende, sittlich« Ernst, die kalte Unerschrockenheit hat die fanotifirten Marodeure entwaffnet. Bi« zum commandirenden General Chancy dring» Dr. Rosenthal vor und seiner unbeirrbaren Energie gelingt e«, wenigsten« die Verwundeten vor der Gefangenschaft zu bewahren, die nicht mehr marschiren können. Mit Gewißheit läßt fich sagen, daß diese, ohne Rosenthal« rnhmwürdige« Verhalten, ihr deutscher Baterlaud nie wieder gesehen hätten. Chancy verweigert dem deutschen Arzt den Rückweg durch die französische Stellung, er läßt ihn, von Pöbelhausen und der fanatifirten Bevölkerung arg belästigt, nach England e«cortiren. In der schwersten Zeit de« Regiment« ward unseren blutenden Kameraden die schützende Hand entriffen. Zum zweiten Male erleidet da« 2. Bataillon eine׳, schweren, schier unersetzlichen Verlust. So lebt im Herzen aller Augenzeugen da» flüchtig skizzirte Bild der beiden Männer, deren heldenmüthige« Wirken in Hellem Glanze strahlt, so oft der Ehrentag von Loignh wirderkrhrt." -kitriß |1t Sksrhichtk Its VnMmskis isktklWa Lehm i! LtiWiü. Bon A. Treu-Münsteri. W. IV. Ein historischer Zusammenhang der Achawa mit dem B. i. L. f. Rhein!, u. Wests, ist wohl in persönlichen Be- «ehungen näkhzuweism, deren Einfügung sich daher auch entschuldigen dürfte. — Die Versammlungen in Hanau und Lrcfeld hatten die Herausgabe eines pädagogischm Blattes vom Programm abgesetzt. Da ich aber von dem Bedürfnisse eines solchen überzeugt war, so unternahm ich auf eigene Faust, was dem Vereine in seiner ersten Entwickelung unthunlich erscheinen mußte. — Gleich nach der Ausgabe der Probenummer des ״Israelitischer HauS« und Schulfreund" rieth mir der als Gelehrter, Schulmann und rhreufester Charakter hochachtbare Herr Blumenfeld.Essen den Herm Dr. E. Hecht als Mittedakteur zu gewinnen. Die erste Nummer erschien am 8. Juli 1858 unter unserm Namen. — ,Ich fand einen guten Kameraden, einen tteunen und besseren giebt eS nicht." — Herr Klingenstein s. A. wünschte (1861) als Mittedakteur ernzuttettn, wir willfahtten seinem Wuusche, und so erschien das Blatt vom 1. Mai 1881 an nach dem Vorschläge St.’i untn dem Titel: ,DerJSraelitische Lehrer." Nach dem Tode meines unvergeßlichen Freundes, des hnrlichen Dr. Hecht, ttat an dessen Sttlle Hen Ignatz Lehmann als Mittedakteur ein. Selbstverständlich corresvondirte Herr St. mit mir. In einem dn Briefe (1862) wünschte n meine Meinungsäußerung übtt die Gründung eines Deutsch-ISr. Lehrerverein» und dessen Verbindung mit dem Blatte. Ich verwies auf die Bnhand» luugrn in Hanau und Lrcfeld. Hen St. stand mit dem Herm " ^biun Dr. L. Stein «nd Dr. Rothschild s. L. iu persönlich» Beziehung und damit im Zusammenhang«, hat eS seine Richtigkeit, was in Nr. 48 dieses Blattes S. 381 .Tn Gedanke" rc. — von andnn Seite gesagt ist. SS ging hinaus die ,Achawa" 1864 hnvor, und nun hat eS ebenfalls seine RichtiAeit mit dem, was auS dn .Israel. Wochenschrift" (Nr. 45, Jahrgang 1884) angefühtt ist. — In einem Schreiben an mich (14. März 1864) spricht sich dn Gründn dn ,Achawa", (dieses Unterstützungsinstitut entworfen und verwirklicht zu hoben, kann dem sei. Klinge», stein nicht streitig gemacht wnden) übn die Auslösung unseres VneinS zu Gunstm dn Achawa aus, und vertritt spät» diesen Gedanken in dn Presse. Dem ttat dn Hnr Dr. Kronenberg, damals Arzt in Lcichlingm, in einn scharf gehciltmen Broschüre abweisend mtgegm. Auf eine herbe Entgegnung in dn Ztg. d. Jdt. erfolgte, dn abn dn Redakteur derselben eine Bemerkung zum Schutze des Dr. Kbg. anfügte. Darauf, hin schickten Dr. Kbg. und ich — ohne daß dn Eine von dem Vorhaben des Andnn untnrichtN war, eine Klarstellung des GegmstandeS zum Abdmcke dn Ztg. d. I. ein, wobei wir, von vnschiedenm Gesichtspunkten auSgehmd — zu den» selben Resultaten gelangten. Wir warm erstaunt, unS zusammenzufindm, -- nicht in dn Zeitung selbst, sondnn in einn Gratis-Exttabeilage. Wir nahmen dies gnne und dank, bar als Beweis hin, daß dn klar scheuende, und scharf utteilende Rabbinn Dr. Philippson unsne Darstellung billigte, dem Vneine Bedeutung zuschrieb und chm Wohlwollen mt» gegenbrachte. — In letzter Zeit hat sich die Ansicht — und namentlich auf dn letzten Consecenz in Köln — kundgegeben, als lägm in dm Statutm dcsVnrineS ,JSr. Lehrn für Rheinland und Westfalm" Hättm, namentlich die Nachzahlungm be» treffend. — Die Statutm unsnes Bneines haben die Be» stätigung dn zuständigen Ministerim «halten,- jede Statutm» ändnung muß denselben und dm Obnpräfidenten beidn Provinzen zur Gmehmigung untnbreitet wnden. — Bekanntlich habm Statutmänderungm ihre Schwierigkeit, nichts ist vollkommen untn dn Sonne, und Allm recht machm, ist ein Ding dn Unmöglichkeit. — Bekanntlich ist eS sehr unpädagogisch, bei unschuldigm Kindern Vngleich und Kritik in g u t und b ö S übn Menschen hnaussordnn, als: wen hast Du liebn? wn ist bessn, Batn odn Mutter? Gleiches dürfte auch bei dm WohlthätigkeitSvneinm;utteffm. Wir sollm uns mit dem ernstlichm Sttebm zum Gutm eines Jedm steum, nach Sräftm mitwirkm und schädigmde Ausflüchte und Mäkeleien vermeiden. — BloS aus dem Umstande, daß nicht nur in gmanntn Eonfnmz, sondnn auch in dn Presse dn betreffende Gegm» stand angerühtt wurde, scheint eS von allgemeinem Jntnesse, einige Punkte untn A: (Achawa) untn W: (Westf.-Rheinl.) nebmeinandn zu stellm. Beide Vneine, A. wie IV., bedingm zum Einttittr für daS aktive Mitglied den Nachweis üb« daS bestandene Lehrerexamm und Anstellung. A. setzt die AlterSgrmze d« Aufzunchmmdm auk da» 40., IV. auf das 45. Lebensjahr. A. bedingt als Eintrittsgeld bis zum 2b. Lebensjahre 1b Mk., vom 2b.—30. Lebensjahr 30 Mk., vom 30. bi* 35. Lebensjahr 45 Mk., vom 36.—40. Lebensjahr 60 Mk. — Bei W. bleibt daS Eintrittsgeld vom 20.—46. Lebensjahr 15 Mk. — Dagegen sind Nachzahlungen für die rückständigen Jahre, (seit dn Amtirung) vorgesehm. — Dn jähr» liche Beittag bei bridm ist 6 Mk., nur bei VV., wmn n nach dem 30. Lebensjahre erfolgt, S Mk., nach dem 40.: 12 Ml — Die Erhöhungen de» Eintrittsgeldes bei A. wird in den meistm Fällen die Nachzahlungm bei W. mindesten» erreichen, zudem wird ein Eintritt übn 40 Jahn, wie bei VV., zu dm Seltmheitm gehören. Bei allm LebmSvnstchnungm kommt die Altersstufe m Anrechnung, und eS ist ein Akt d« Gerechtigkeit gram die früheintretendon Mitglied«, wie auch eine Nothwendigkeit für die Kasse, daß in etwa» «»Ausgleich vorgesehm ist: —