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Israelitische Wochenschrift · 1894-07-06 · 27 (6.7.1894) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
25 (1894)
Issue
27 (6.7.1894)
Date
1894-07-06
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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lehrem oder Ueberwttsung der schulpflichtigen Kinder an dm nächsten Religionslehrer, Mitwirken können. Hieran schließt sich 2. Tie Einrichtung von ״Fortbildung«- kursen in der jüdisch - hebräischm Litteratur", als wichtiges Mittel zur Fördemng gründlicher religiöser Durchbildung. 3. Ausklärung über die Rechte, bieder Gemeinde, dem Lehrer, den Schulkindern auf Grund der gesetzlichm Beftimmungen bezüglich des Religionsunterrichts, des GotteSdimstes, des Besuchs der öffentlichen Schulm 2c. zustehen. 4. Einrichtung einer ״Stellm-Nachmris- und Vermittelungs-Stätte". 5. Tie Gründung einer ״Versicherungskasse gegen Stellenlosigkrit" und 6. Tie Schaffung eines ״Jüdischen Lehrerheims" für die Altm und Schwachen dieses Standes, um ihnen einen heiterm Lebmsabend im trauten Stceije gleichalteriger Kollegm zu bereitm. Zur allmählichm Erfüllung aller dieser erstrebmswerthen Aufgabm sollm ״periodische Bezicksconfnmzen" stattfindm. Ter erste constituirmde Verbandstag wird demnächst einberufen werdm. Zu Mitgliedern dieses Verbandes sollm alle diejenigm zugelassen werden, welche durch eine autoritative Persönlichkett oder Bebörde Deutschlands das Recht zur Ettheilung des jüdischm Religionsunterrichts erlangt habm. Beitrittserklärunam sind an dm Herm Tr. LouiS Nmstadt in Breslau zu senden. Wie man uns mittheilt, habm bereits über IM Mitglieder ihren Beittitt angemeldet, darunter 22 Rabbiner. Sobald uns die Satzungen des Verbandes zugehm, werdm wir Mheres über denselben bringen; eS sind ja sehr schöne Ziele, die er ansttrbt, ja wir möchtm bei der Reichhaltigkeit derselbm dm Herrm Kollegen das 121 מרובה flCDn zurufm — doch wir wollm nicht durch kühle Bedmken das Zustands kommm der Vereins verzögem, dmn wir wissm auch לא המלאכה לגמי“; es kommt alles darauf an, wie die prak» tische Ausführung in Angriff gmommm wird. Das Gute wird gelingm! Berit«, 1 Juli. (Die beste Schlachtmethode.) Die ״Deutsche Gesellschaft für öffentliche Gesundheitspflege" hielt am Freitag Abend im Hörsaale deS Hygimischm Instituts, ihre letzte Sitzung vor dm Sommnsnim ab. Zu dieser Sitzung hatte der bekannte Physiologe, Hoftath Tembo a«S Petersburg einm Vortrag über dm physiologischm Wetth des nach verschiedmm Mtthodm geschlachtttm Fleischezugesagt. Hofrach Dembo, der sich zur Zeit in Paris befindet, hatte jedoch dem Vorsitzenden der Gesellschaft, Geheimm Ober-Regierungsrath Spinola die Mittheilung zugehm lasfm, daß es chm leider nicht möglich sei, zur Zeit nach Berlin zu kommm?) An seiner Stelle hielt Tr. Krüger vom hiesigen physiologischm Jnstttut, welcher mft dm Forschungen Hoftath Dembo's genau vettraut ist, einm Bottrag über die hygienische Bedeutung der verschiedmm Schlachtmethoden. Der Vottragmde verwies zunächst auf dm Vortrag, den Hoftath Dembo 1889 auf dem hygimischm Congreß über die verschiedene Schlachtmtthodm gehaltm, in Folge dessen vom Congreß ttne Commission eingesetzt wurde, welche die jüdische Schächtmtthode einer eingehmdm Prüfung zu unterziehm hatte. Nach vinmonatlicher Thättgkttt erstatttte diese Commission ihren Bericht dahin, daß sie keine Ursache gefundm, die jüdische Schachtmtthode für schlecht zu halten. Hoftath Dembo hielt die Aufgäbe, die beste Schlachtmtthode zu erforschen, aber für so wichttg, daß er ganz Europa durchrttste, die verschiedmm Schlachtmtthodm studitte, Gutachtm von prakttschm und wissmschaftlicheu Sachverständigm entgegmnahm und selbst ר Lr ist (nach einer uns von ihm ans Parizugegangenen brieflicheu Mitthrilung) z. Z. mit der Uebersetzung seiner Schrift in'S Französische und Englisch« beschäftigt, um sie dem am Ü. August in Bern staufindenden Congreß aller Thierschutzvereine, auf dem auch über die jüdische Lchlachtmethod« verhandelt «erden wird, vorzulegeiu (Red.) Schlachtversuch« mit nachfolgender Obduktion an Kauinchm, nach dm verschiedenen Schlachttftethodm, vornahm.. Die Bersuche und Resultate Dewbo'S habm auch zu Versuchen und Untersuchungen auf dem hiesigen städtischm Schlachthof und im hygienischen Institut geführt, und untrmahm es der Vortragende, die gewonnmen Resultate wissenschaftlich zu begründm. Seinm Ausführungen enMehmen wir. daß diejenige Schlachttnethode die beste ist, btt welcher die,TodeSstarre am ehestm ttntntt und am längstm andauert/ Je blutreicher geschlachttteS Fittich ist, um so ehn ist rS dem Berdttben ausgcsetzt, je blutarm», um so läng« hält eS. Versuche an Kaninchen habm »Leben, daß btt d» TödtungSatt Mittelst StechmS die ausströmende Blutmmge von alttcharttgen Kauinchm 80Gr., btt vorherig«Betäubung durch Kopsschlag nur MGr., beim Schächten dagegen 90 Gr. beträgt. Die Todessta»e brat beim Schächten bereits nach 1,10 Minuten, beim vorhettgen Betäubung durch Kopffchlag erst nach 2,35 Minuten ein. Tn Vorttagende behandelte hierauf die Frage, welche Schlachtmtthode für das Thier die qualvollste stt. Unstreittg stt -die grausamste Mtthode die durch den Nackenstich (Genickstich). ES stt erwiesen, daß dadurch nicht das verlängerte Gehim verletzt werde, sondem nur das Rückenmark. Dies habe eine sofortige Lähmung dn unteren Exttemüätm zur Folge, daS Thier stürzt sofott hin, bleibt aber bei Bewußtsein. Diese grausame Schlachtmtthode stt bi» auf einzelne in Rußland noch vorkommmde Fälle auch bnttt» vnlassen. Bttm Schächten (Turchschnttdm dn großen Halsader) trtte die Bewußtlosigkttt sofort, nach drtt bifünf Sekunden, ein, während bttm vorhettgen Betäuben durch den Kopfschlag mindesten 15 Sekunden bis zum Einttttt der Bewußtlosigkttt vergehen. Wie konstatitt, sttm oft sieben bis acht Schläge S■" " - -. " schützl» und Gegn» des SchächtmS, daß die zwtt Bettibral- Attnim btt dem Halsschnitt unvnletzt blieben und somit noch «ne Blutzufuhr nach dem Gehim ftattsände. das Bewußtsein also bliebe, wie auch die Zuckungm d» Thine »geben, sttm vollständig haltlos. Btt dem Durchschneiden der großm HalSadn. werde daS gesammtc Gewebe glttchmäßig in Ängttff gmommm, die Attnim könnm mithin dem Gehim kttn Blut zuführm. Die nach dem HalSschnltt eintretenden Zuckungm dcS Thines findm ebm nur nach plötzlich ttntretend» vollständig« Bewußtlosigkttt statt. Bon diesm Muskelbewegungm, welche die Blutmtlenungeu äußerst begünsttzen, fühle daS Thin gar nichts.' Dieser Zustand tteffe auch auf die Fälle zu, wenn Hühnn, Enten, Gänse nach vollständig abgeschnittenem Kopfe sich noch fottbewegm. T» Vottragmde verwies auf ttne große Anzahl Gutachten aus wirthschaftlichen Kreisen und von Großschlächtnmttstem; letzt»« haben in dn Praxis schon sttt viclm Jahrm die Erfahrungen gemacht, welche jetzt wissentschastlich begründ» sind, daß daS Schächten die leichteste TodeSatt für die Thine stt. Allndings online dadurch daS Thier an Schlachtgewicht, allttn dies» Augenblickliche Schaden wnde doch aufgewogm durch die Güte und längne Haltbarkeit des Fleisches. Dr. Krügn schloß sttnm Bottrag mit dn Erklärung, daß ttn Urthttl üb« die beste Schlachtmcchode nicht dm Schlächtermttstem, auch nicht den Thierschütz lern, sondem nur allein dm Physiologen zustehe.. Vom hygienischsen. Standpunkte aus könne man nur wünschen, daß die jüdische' Schächmethode mdlich die Anerkennung finde, welche sie verdient. Die Staatsbehördm hätten alle Bnanlassung, nicht Verbote gegm diese Schlachtmtthode zu nlassen, sondem die allgemeine Einführung derselben zu bewirken. Auf ttne Anftage des Gehttmraths- Spinola bemerke Dr. Krügn, daß gaS geschächttte Flttsch auch ttne größne Schtnackhaftigkttt und lttchtnc Vndaulichkeit besitze. Mit Zustimmung dn Versammlung »Hätte Gehttmrath Spinola (da die Gesellschaft keine Rrsoluttonm faßt). daS

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