Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1894)
- Issue
- 25 (22.6.1894)
- Date
- 1894-06-22
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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Hab« er nicht bestimmt.*) — Mit diesem negativen tzstaebnis de- Tübinger Gutachten» und der gestern Abend erfolgten Hewlasinng de« Bernhei« steht man hier wieder vor der leidige» Thastmhr, daß auch zu dem letzten scheußlichen Mord ein THüter noch nicht entdeckt ist. Diez <l d.L. (Schluß.) Nach »em gemeinsamem Minngsmohl« fanden sich die llouserrnzmitglieder (um 2 Uhr) m der städtischen klnabenekunmumschul« rin, um einer Prodelecl^N in »er bibl. Geschichte nach Herbartscher Vieth»de, welch« Herr Dr. Land««: »n Stelle de« abwesenden Neserenten Frank-Idstein, welcher sei» Nichterscheinen entschuldigte, freiwillig in d«mken»«erter Weis« übernommen hatte, beiznwohnen. Al« di« etwa einsttndige Lehrprobe ihr Ende erreicht, wurde» di« beiden in Diez vorhandenen jüdische« Waisenhäuser in Augenschein genommen, woraus sich all« Anwesenden wieder in den Sitzungssaal de« Stollschen Gasthauses zurückbegaben und alsbald zur Neuwahl eine« Borstand«- Mitglied-« schritten. Aus Vorschlag de« Herrn W. Frank-Westerburg, wurde der bisherig« SchriMhrer, Herr Fröhlich-Wrilbirrg. zwn stellstellvertretenden Vorstand« und der Unterzeichnete als Schriftführer gewählt. Hieraus wurde bei Revision der Statuten der jährliche Bei- «rag von S Mark auf 2 Mark herabgesetzt. Eine lebhaft« Debatte über den zu wählenden Delegierten für, die i« Laus« de« Sommer« ftattfindend« Delegierten Versammlung de« allgemeinen deutschen israelischen Lehrerbunde«. Nachdem Herr W. F r a n k- Westerburg die Wahl abgelehnt, wurde unser erster Vorsitzende, Herr S. Lomnitz-Diez, per Acclamatiou gewählt. Di« Besprechung wichtiger Bereinsangelegenheiten zog sich so sehr in die Länge, daß eine Debatte über die Lehrprob« de« Herrn Dr. Landau aas die nächste Conserenz, welch« wiederum am ersten Pfingsttag« kommenden Jahres in Weilburg ftattfinden wird, verschoben werden mußte. Auf di« Tagesordnung der nächsten Tvnferenz setzte man: 1. Bortrag über Loncentratton de« Unterricht« in der Religionsschule und 2. Prvbelection im Concentrationsunterricht; Referent: Frühlich-Weilburg. 3. Debatte über die in Diez gehaltene Lehrprobe des Herrn Dr. Landau. 4. Bortrag: Welche Gebetstücke find zuerst, welche später mit Bezugnahme auf den Religionsunterricht in den verschiedenen Abtheilungcii durchzunehmrn; Referent: Stamm- Selters. Am Schluffe gedachte Herr Frank-Westerburg in wenigen, aber hemlichen Worten des ,üngst verschiedenen Lehrerveteranen und edelherzigen Vorsitzenden der «Schawa* und mehrerer wohlthätigrr Stiftungen uno Vereine, des Herrn Adolf Teblse. Man ehrte da« Andenken deffelben durch Erheben von den Sitzen. Der LSwenanchril unserer so lehrreichen Conserenz gebührt unstreitig Herrn Dr. Landau, der aus seinem reichen Geistesborne alle wiffensdurstigen Anwesenden zu tränken verstand. — So schön und belehrend diese Sitzung auch war, zu bedauern bleibt dennoch, daß die Betheiligung an derselben nur als eine spärliche zu bezeichnen ist. Wünschenswerth und erfreulich zu- «Inch wäre es, wenn auf der nächsten Bersammlung die Präsenz- «sie der i«raelitffchen Lehrer Nassau'« ihre volle Zahl 37 enthielte. — Fröhliches Wiedersehen in Weilburg! Hadamar. Adolf Oppenheimer, . Schriftführer. Allenstei» (O.-Pr.)> 16. Juni. (Or.-Corr.) In unserer Zeit, in der dem jüdischen Religionsunterricht von vielen Seiten nur Ege Beachtung geschenkt wird, ist es woht von besonderem rtffe zu erfahren, wenn demseldrn auch Seitens der Behörden kennung gezollt wird. Am 2S v. M. erschien in früher Morgenstunde zwischen 7—8 Uhr zur Jnspiziruna unserer Höheren Töchterschule der Regierung«- und Schnlrath Herr Slösel, begleitet von dem Arnsschulinspektor Herrn Spvhn und dem Localschuln,spcktor Herrn Pfarrer Haffenstrin. und fie wohnten auch dem in dieser Stunde durch unfern Religionslehrrr Herrn Cantor Caro ercheilten Religionsunterricht bei. Alle 3 Herm folgten mit Jnterrrffe dem Unterricht und waren von den Antworten dsr Schülerinnen zum Theil überrascht. Mit anerkennenden Bort« n verließen sie das Schulzimmer, in »elchem der jüdisch« Religionsunterricht obligatorisch ertheilt wird. *) Bei mikroskopische- Untersuchung find di« Blutkörperchen bei den Ssngetieren «eist rund, bei« Menschen kreisrund und etwa« biconcav, Ibei de» andern Säugetieren, besonder« den Wiederkäuern, sind sie meist lein«, »ei den Vögeln länglich-oval, in der Milte etwa« »Hab«»; die der Fisch, und Amphibie» ebenfalls länglich oder elliptisch, flach oder erwas kvuvex, die Par letztere» aber sehr groß. Hier fand am 137 und 14. Mai die 13; Jahresversammlung des,südwestdeutschen Verbandes isrl. Lehrer «nd Enlturbmmtm* unter dem Borfitze des Lehrers Eppstein^ HoppftAdAn statt. Dem uns zugegangene« Berichte entnehme» wir das Wesentlichste. «s wurde einstimmiq beschlossen, daß zurEonstituirung de« allgem. isrl. Schleck»»« ,nfBeMWchtzx 2 Delegirte zu entsenden seien und zwar: Eppstein-Hompstädtm und Ransenberg-Rmwied; zu Stellvertreter stmrde» Sender-Tholey und Nnlh»Ack>>F, ckastwnmt. -Die girten wurden beauftragt, dem SlululenuMckUst dck ( Lehrer-BereiuS zuvor ihre Zustimmnug zu ertheilm״ eine Aendernng rmigrr Pn»,»asch» chn M, besondere sei K 4 zu streichen; S 7 svve HM stand des Lehrerbundes setzt sich zußnnmm aus dgn B der Zweigvereine; nnd zu K 14 sei ei« Passus einzt^chaltm, der über Auflösung des Bundes handelt und daß das Etwaige Vermögen in diesem Falle dem D. I. G. B.-zufall«^ Herr Nußbaum-Wittüch sprach über die Rothuzmditzkeil eine» gesonderten Unterricht» in der syst. Religionslehre «nd über, die Aufgabe und das Ziel deffelben. In der einklamgen Elementarschule seien nur 2 Abtheilungrn zu bilden, A» Unterstnfr. 1.-4. Schuljahr, B. Oberstufe. 6.-8. Schuüahr. Die Rfliaiöns. lehre der Unterstnfr beruhe auf bibl. Geschichte, di« überhaupt da» Fundament der gesammtrn Religionslehre sei. Nmchbem ein« bibl. Geschichte vorbereitet und vorerzählt worden, find» dick rigentliche praktische Behandlung derselben statt. Dir Rutzspwtndun», der Hinweis auf göttl. und menschliches Wohlgefallen'oder Mißsallm ist auf dieser Stufe die Religiontlehre. Die-Rinder vwrden die guten Personen liebgewinnm, die'bösen verabscheuen, «K den, Irrenden Geduld und mst dm Leidmden Mitleid ״haben,. An einer bibl. Geschichte wird praktisch grzeiat. welche Lchren «. an« derselben heraus zu suchm, welche Blbmsprüchr anzuwmdm frim und wie diese überhaupt zu behandeln find. Die «gentliche wst». matische Religionslehre trete erst im b. Schuljahre äuf, der ganz« Stoff sei auf 2 Schuljahre zu vertheilen, sodaß derselbe iw 7. und 8- Schuljahre nochmal» — aber fieser und awtführlicher — zur Besprechung kommt. n!. t . Hieran schloß sich eine specirlle Pmsmvercheilung, wybei gezeigt ward, daß au« dm 10 Gebotm die meisten Glaub«»- und Pflichtmlehren abzuleiten find. Dir Fest-rund Fasttsgr werdm kurz vor den betreffmdrn Zeiten durchgmoozmm, die rrlitz. Gebräuche da. wo kch im bibl. Geschichtsunterricht oder fern Gebetübersetzen Gelegenheit findet. Bezügl. der Lehrbücher «Lch bemerkt, daß da» in den meisten Schulm eingesüßrte Rrlmions- - buch von Herxheim er für die einfachen Schuloerhältniffr hier einkaff. Llemmtarschule oft zu breit sei, das von Rtrtor Mandfi's herausgegebmr Religionsbuch würde sich ganz gut eignm, weck» es nicht m Form von Frag« und Antwort dargestelst wäre, es empfiehlt sich vielleicht, die vom D. I. G. «. Heransgeg6>mm ,Grundsätzt der jüdffchm Sittenlehre" zu gebrauch«», di, »Belag.. stellen" zu denselben find jckmfalls sehr gut verwendbar. ׳ .j Auf Antrag des Refermtm wind eine Commission er- . nant — bestehmd aus dm Herr« Lißne4-Ht< Ivhame, Nußbaum-Merzig und drei Refermtm —, die im nächst«»' . Jahre der Versammlung einm Normal-Lehmlait für systemak., Religionslehre vorzulegm hat, wobei auch' ästf Reltgivnsschulen und auf die ReügionSlehre au höher« Schulm Rücksicht zu nchmm ist. — ES folgt hierauf eine Mnr Pause, inder ein gemeinsamer Mahl einaenommm tyttfc bei dem es nicht an trefflich« Redm und Toast« fehlt. ל ■' Schluß folgt.) , Gsftnrrsleh-Uwg«»«. ' . J. Wie«, 14. Juni. (0זז$0*.ז.) In geradezu erschreck«, der Weise nimmt iu unserer Metropole der Antisemchsmns überhand. Nachdem durch Jntervmtion des Handelsministers Graf« Wurmbrand der Gaatenmarkt doch wickder abgchaltm wird, — mit wckchem Erfolge ist sehr fraglich, denn Mische, Großhändler werdm wobl so viel Ehre besitz«, nicht z» er-' schein« — hat die moderne Rrrmkheit mm anch bei eine« Institute Eingang gesund«, welches vermöge sein» Statnts sowie der Aufgabe, die z» «füll«-hier allmLalb» frendigst begrüßt wird, sich von dich» Pest wohl we« abseits hsWe,