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Israelitische Wochenschrift · 1894-06-22 · 25 (22.6.1894) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
25 (1894)
Issue
25 (22.6.1894)
Date
1894-06-22
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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foltcn'fcfltn «ab, wie ei den Anschein hat, auch nur durch »ai'vgistmSchtiae Borgehe« bei Leiter» .dein «ntisemitiima» huldigt. Die Wiener freiwillige RettungSgJellschaft, gegründet «1 Jäh« '1881, unmittelbar nach der schrecklich« Ringtheater «Ltüftrvphe, ist nun auch als aatisanrtisch gekennzeichnet Ver Lhef-Arzt uud Leiter, Dr. W. von Bragassy, erst vor tN1 Jahre hierzu berufen, hat den jüdiichen Studenten, die flmim Dienste doch wahrlich uichti zu Schulden haben kommen last«, den Antisemiten in einer für einen gebildeten Menschen gerLe^u frapprreudeu Stt gezeigt, indem er diese immer zmiükgeschte, auf Befragen jederzeit die durch nicht» gerechtfertigte Anwort gab, daß der Statu» ׳ bereit» komplttt sei, wäHmch er die den christlichen Religionen angehörenden DvctMuden ohne jede weüerr Rachstage acceptitte und sogar den lmWlhrigm Sekretair, der den einen Fehler hatte, Jude zu sedl, ohne Beraulassung seine» Posten» verlustig erklär« und dafür einen seiner Lieblinge ernannte. Die jüdischen Student«, über 30 an der Zahl, erklären in einer in den Latzeiblüttrru veröffentlich« Eingabe, daß sie au» dieser Ursache «W der Geselschaft auStteten und heute folgt Dr. Bi^rassh.. mit einer au Deutlichkeit nicht» zu wünschen übrig lasfenbp» Antwott, baß er nur dem Präsidium seinen Stand- Punkt Aatlegen wolle, über da» Lingesendet der Studenten gcht er gänz ruhig zur Tagr»ordnung über! Da» Präsidium der Gesellschaft, bestehend au» den Herren Han» Graf Graf Milczek uud Graf Lamezau. wird wohl nicht nmangeln, laut der heute ia dm Journalen mthaltencn Be- «emMg«,"b» Fall genau zu untersuchm, dmn e» ist sonst bi« so «ohlthätig und «mschmstmMich wirkende Gesellschaft all» ,AuteHLtzuugm verlustig, daher m ihrer Existenz bedroh^' Die,, grüßt« Jabre-beittäge leist« unsere Glauben», geuhssm, dtz Epmdm vergleich« und ebm während de« M«at«i J»»i giebt Baron Rathaniel Rothschild seine Gätten auf/--de» hätzm Watte der Schaulust btt Bevölkerung Preis, um da» hierfür mtfallmde Entree der Rettungsgesellschaft wmurigum. Auch versendtt diese Körperschaft Lose, die namentsich von dew Jiraelitm stet» honoritt wurden; allein bei de>» Umstande werdm jetzt täglich hundettr von Los« retournttt. Wir hoff« unt Bestimmtheit, daß ei den an der י bei so. schäum Uuteruehmm» strhmdm Männern gewird, chtetwr Fried« zu sttftm, am best« aber dadurch, ine. Perwulichkeit ali Leiter an die Spitze gestellt werde, me reiueu lHiterschied macht zwischm Juden und Ander», gläubig«, wie ei «ater dein Regime de» leider zu früh zusückgetteten« ,Dr. Mundy der Fall war. Wie «aal un» mittheilt, hat Hostath Professor Nothnagel LH ׳ bereit erklätt, der einzusetzmd« UntersuchungS-Lommission velzutrtt«, ebenso Baron Leiteuberger uud Baron Suttner. - . Mru, 1L?Juni. Der Ministeqnäfident Fürst Windifchgrätz ldchette gegenüber der Deputation de» kacholischen Lehrerbund««, d«r B««m «äar aus die Erhaltung und Förderung de« konstKouellm Frhsteu» bedacht sein und sich von antisemitischen Bestrrdung« fern, halt«. Helstuusipr», 14. Juni. Der finisch« Landtag hat sich am.letzt« Tag seiner virzlich geschlossenen Session, mit der Frage der Besserung der Lage der im Großfürstmthum mahnend» Judm befaßt. Der Ausschuß, welchem bieje Frage zugevies» war, hat in seinxm Berichte die gegenwättige Lage der Judm iu Fiulaud al» eine solche bezeichn«, die mit dm Auederungm rder Gerechtigkeit uud Humanität im mtschiedmm Widersprach rstehe. Der Ausschuß empfahl dm Ständen de» Luubtögr».!baS Erfordettiche zu thun,' um׳ zu .erwirk«, daß be» m' Jahre 1897 wieder zusammmtretrudein Landtage ein Gesetztzorschlua «tterbrrittt werde, wodurch ei dm in Frnland gebuÜM» Fub» sarvie auch Leujestigeu, welche sich längere i» Grußsürsteuchu« anfgthqttm Hab«, gestattet wem« busekbst übatall uubehiudett zp verweil« uud ihr« Ge- , uichWgchm. De» Femereit bqvchutt« e» der An», uki wüuschcniwerch, buch - dm Lud« . erlaubt werde, religiöse Gemeind« zu bild«. Schließlich sprach der Auischluß dm Wunsch au», daß bi» zur mdgilttgm Erledigung dieser Frage, da» ander« Au»lLnvern zuftehende Recht, i« Finland dem Erwnbe uachzugeh« und um Aufnahme in dm ftnisch« Untertharunverband einzukommen, auch dm Judm ettheilt werde. Die Vorschläge de- Ausschusses sind, nachdem sie von dm Stänbm de» Adel», der Geistlichkeit und der Bürger angenommm ward« — nur der Bauernstand verhielt sich ablehnmd — al» Beschlüsse de» Landtag» anzusehm. Neueste und vermischte Nachrichten. Berlin. Au» dem jüngst erschien« Sroßlogm-Bericht mtnehmm wir. daß dir Zahl der Mitglieder sämmtlicher Logen de» Ordm» B'nai B'riß in Dmtschland 2768 beträgt. Gestorbm sind im vorig« Iah« 26, auSgttrttm 122. Vettt». Dr. Schuutz veröffentlicht in Ahlwardt's Organ eine Erklärung, welche schließt: .Ich werde nach meiner Rückkehr der Welt zeige», wer Leuß ist und wie e» geradezu unfaßbar schein« muß. daß dieser Mensch angesichts de» gegen ihn vor» liegenden erdrückenden Belastung-material» noch auf freiem Fuße sich befindet.- — An gegenseitiger Wetthschätzung haben dies« Retter der .teuffchen- Ehre und Treue ihresgleichen mehr. Tauzig. Der Len Regierungspräsident hat da» im Mai v. I. erlassene Schächterverbot durch Polizei-Berordnung vom 7. d. Mt», aufgehoben. Ml■. Die Stadtverordneten Hab« mit großer Mehrheit ein Zuschuß von 40,06V Mark zum Neubau der Synagoge bewilligt. Leipzig. IS. Juni. Da« Reichsgericht verwarf heule dir Revision« der Antisemit« Plack, Dewald und Schwennhagen, die in Berlin am 17. März wegen Beleidigung de» Finanzministers Miguel und de< Reichskanzler« Grafe»׳. Eoprivi zu 1 Jahr SMonaten, S Monaten, 1 Jahr Gefängnis verurtheilt worden war«. 8. Fefteabera. Schl. Am 4. Juli d. I. begeht der LultuSbeamter Herr M. Löwenthal, RabbinatSverwrser in Gr. Wattenberg, da« Fest seiner Silberhochzeit und sein SSjähnge« Amt«- jubiläum. Dieser Tag wird von dm BrzittS-Gemeind« zum Freudentag gestaltet werden. «awttsch. Der hiesigen Synagogen-Bemeinde wurde zur Annähme der Zuwendungen, welche ihr di« Eheleute Grrson Guh. rauer uud Rosalie, geb. Landsberg, mit einem Hausgrundstück« im Wetthe von 5889 Matt und mit zwei Kapitalien von zutzmrmen 6000 Matt gemacht haben, die landesherrlich« Genehmigung ettheitt. -ranksutt >. «. Die Israelitische Waffrnanstalt versendet ihr« SO. Jahresbericht. Sir hatte im letzt« Jahre SS Kuaben und 19 Mädchen zu Zögling«. An Geschenk« erhielt die Anstatt im Jahre 1893 für die Knaben Mk. 9760, an JahreSdeiträgen Mk. 6467; Einnahmen und Ausgaben glich« sich mtt Mk. S7.04L ab. Kür die Mädchens btheilung amg« Mk. 7044 Geschenke, Mk. 2713 JahreSbeittäge rin. der RtchnungSabschluß wie« auf beiden Seiten Mk. 15,154 auf. -raukknrt « M.. 14. Juni. Eine friedliche Gelrhrtenlausbahn hat gestem ihren Abschluß gestindr». Im 7«, Lebensjahr« statt» Herr Dr. Herrmann Zirnd orfer, der über 40 Jahre am hiesig« »Philanthrvpinal« Lehrer gedeihlich wirkte, aleichsehr geschätzt von feinen Kolleg« und Schülern. Er war hier geboren, m sein Later ebenfalls Lehrer an der genannt« israelitisch« Realanstatt war; er absolvitte da« Frankfurter städtische Gymnasium, besuchte die Universität Marburg und kam »on dott schon in iungen Jahren in seine hiesige Leyttbätigkeit. Für sein Hauptfach, »ie Mathematik, hat er emiae Leitfäden versaßt, dir er feistem Unterricht zu Grunde legte. Bor wenig« Jahren ttat Dr. Zirndorsrr in den wohlverdient« Ruhestand, deff« er sich bi« zu den letzten Tagen in ungeschwächter Rüstigkeit ersteute. Patt«. Rach dem letzt« Berichte der Allianz betrug die Liste der nrr. n Sammlung« für di« russisch« Juden 180000$*., darunter Pan« mit 129 895, Brüssel mit 10000, Frankfutt A. M. mit 5652 Fr. «am. Die größte hebr. Bibel der Wett befindtt sich in der vaticanischen Bibliothek. Sie wiegt SSO Pfund. Drei Männer können sie kaum trag«. Sir hat ihre Geschichte odet virlnnchr chre Legende. Im Jahre ISIS soll da« Syndikat »«etumischer Juden dem Papst« Juliu« II. da» Gewicht der BilÄ in Ewld angebotrn haben. Julia« II lehnt» da« Anerbieten <ch. Bei de» jetzigen Geldpreise würde di« Bibel 1,500,000 Mk. koste».

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