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Israelitische Wochenschrift · 1894-05-04 · 18 (4.5.1894) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
25 (1894)
Issue
18 (4.5.1894)
Date
1894-05-04
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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־Me Könige lenke» und die Völker knechten. ״Sieb ua» heute unser tägliche« «rod," denn die Rot ist groß, sie pocht, an die Thüren 1>er arbeitenden Äolke» in Stadt und Land. ״Bergied un» unsere Schulden, wie auch wir vergeben unsgreu Schuldiger«', erleucht« unsere Gesetzgeber, auf daß sie die Schuldknechtschaft vgn den Bauern Und Handwerkern nehmen! .Führe uns nicht in 8er- ־ suchung", daß wir den Jugendgenosien und falschen Propheten der Demokratie und Sozialdemokratie glauben. »Sondern erlöse unk von dem Uebel", besonders von dem gegenwärtigen Uebel,'"unter dem wir' leiden, hilf uns da» schmähliche Joch abschütteln, unter dem wir Sklaven Oesterreich» tzufzen, Amen! - »Da» ist dd» Vaterunser' in der Judennot; s o sollen die Christen täglich beten- Und wenn auch nicht ־wie einst in der Türkennot heutzutage die Sudenglocke täglich geläutet wird, so binden ün» Niemand da» Vaterunser täglich etwa beim Angelusläuten in dieser Absicht zu beten-' (Srvcker« Blatt, da» ,Volk', hat e» über sich fjr« bracht, diese Gemeinheiten auch nach dem deutschen Reiche z» importiren k Ja Oesterreich ist da» blaSphemische Trat tätchen confiscirt worden, auch, fanden öffentliche Kund gedungen in mehreren Bezirk»au«schüsien in Währing statt, -welche die strafweise. Versetzung Deckert» vom.fürsterz bischöflichen Konsistorium verlangten.) Ja Meran. wo sie alljährlich zu weilen pflegte, ist die Echriftstelleriu Frau Fanny Neu da. die Mutter de» Redakteur» - der ״N. fr. Pr." Herrn Moriz Neudu. Schwägerin de« Rabb. Dr. Schmiedel, im Alter von 75 Jahren gestorben. Mif ihr schied eine vortveffliche 'Frau au« dem Lebe»»,- welche, obgleich nur auf einem begrenzten Gebiete literarisch thätig, stch.die-Achtung weiter gebildeter . Kreise erworben hatte." Frau Neuda war die.Berfafserin eine» Buche»:.-״Stunden der Andacht für Frauen und Mädchen"; wiewohl־ diese» Buch nur für «araeliüsche Streife geschrieben war, . erlebte, die Berfasserin dennoch die Freude, daß ihr rühmliche Würdigung auch von zahlreichen katholischen und protesraatischen Geistliche» zu Theil wurde. Ebenso beliebt sind auch die^ Erzählungen für die Jugend", welche Frau Neuda geschrieben. Viele ihrer Werke erlebten zahlreiche Auflagen und wurden in" fremde Sprachen übersetzt. .N«»Laie«. B»rk«rest. 18. April. Die namentlich von deu Be- Hörden de». Distrikte» Bacau beliebte Durchführung de» unter nationalliberalem Regime erlassenen Gesetze», welche» den nicht-mit Ackerbau sich befassenden Fremden den Aufenthall in deu Landgemeinden verbietet, hat zu überaus traurigen Folgen geführt. Da, wie bereit« in frühere» Berichten erwähnt, auch die im Lande geboren:« einheimi» scheu ünd zum Militärdienst herangezogenen, aber nicht naturalisirten Juden al» Fremde behandelt werden, so ist e» in vielen Dorfgemeinden de» Distrikte» Bacau za förmlichea Judenhetzen gekommen. Die nach Tausenden zählende israelitische Dorfbevölkerung de» genannte» Distrikte», welcher mit der Vertreibung au« ihrer bisherigen Heimstätte auch die bisherige Erwerb-thStigkeit entzogen ist, hat daher eine Deputation «ach Bukarest entsendet, um maßgebenden Ort« gegen die behördliche Austreibung«- barbarei vorstellig zu werde«. Der Prediger der hiesige» israelitischen KultuSgemeiude, Dr. Beck, hat non in eiuer Audienz beim Könige diesen über die traurige Lage der israelitischen Bevölkerung de» Distrikte» Bacau unterrichtet «ad auf Weisung de» König» wird in diese» Tage» ein Memorandum an den Miuisterrach abgehen, in welchem unter ausführlicher Darstellung der Sachlage um eine Milderung bezüglich Saweaduua der drakonische« Fremdengesetzt auf die einheimischen Juden gebeten wird. Die Handelskammer für die Distrikte Fokschani und Bacau hat au deu Minister de» Innern eine« Bericht abaeschickt, in erklärt wird, daß die Ausweis»»» der Jaden na» den Dölfern nicht nur den Handelsverkehr, sonder» auch da» gewerbliche Leben uuh den. Ackerbau ia empfindlichster Weise zu schädigen geeignet ist. Da die al« Fremde brhandelten rumänischen Jaden für die Handelskammer» i» Lande weder ei« aktive», noch ein passive» Wahlrecht be» sitzen, so kann man die erwähnte Kundgebung der Fokschöner Handelskammer nicht al» eine von Israeliten auSgehende Kundgebung b»ba«deln. Schließlich sei al« Tnrjosum erwähnt, daß die lebhafte Theilnähme der israelitischen Bevölkerung au den zu Ehren de» Kronprinzeapaare» veranstalteten Begrüßung»- feierlichkeitrn eia liberale» Oppositionsblatt veranlaßt hat, den Kronprinzen Ferdiaand al« zukünftigen ״König der Juden" zu bezeichnen. (Aehnlichc» mußte ja auch der hochselige Kaiser Friedrich sich von den deutschen Antisemiten gefallen lassen.) Neueste «ud vermischte Nachrichte«. Bertt«. 1. Mai. Ahlwardt wurde in der heutigen in auf Alttrag de» Reichskanzler» und Justizminister» von der Sttafkammer de» hiesigen Landgericht» wieder zu drei Monateu Gefängptß verurtheilt- (Zu wieviel Jahren wäre er wohl schon verurtheilt, wenn seine wiederholten Beleidigungen der Juden und de» Iudenthum» einen Kläger gefunden hätten? er hätte vei noch so langer Lebensdauer sicherlich im Gefängntß enden müssen) Larmsta»», 28. Avril- Gegen da» Urtheil der Sttafkammer, durch da» die Vorstandsmitglieder de» antisemitischen Reformverein» von der Anklage der Beleidigung der hiesigen jüdischen Gemeinde freigesprochen wurden, hat bte Staatsanwaltschaft da» Rechtsmittel der Revision eingelegt. G«mo»«r. Zum Direktor der dies. Lehrerbildungsanstalt wurde an Stelle Kroner» der Rabbiner Dr. L. Knoller au» BreSlau gewählt. «»in». Die städttsche Finanz - Commission sprach sich mit Stimmenmehrheit dafür au», daß vom finanziellen Standpunkte nichts gegen die Ueberlassung eine» Platze» für da» Heine-Denkmal einzuwende» sei. In Wie« hielt Pfarrer Decken am jüngsten Sonmag seine Hetzpredigt über den jüd. Ritualmord, und er donnerte vo» der Kanzel herab den Lügensatz: »Der Talmud gebietet de« Juden soviel Christen als möglich'zu tübten'. Gin Polizeicommiffar in Umform wohnte der Predigt bei. (In Bulgarien wäre ein solcher Hetzprediger sofort verhaftet worden. »Wir Wilden find doch bessere Menschen!') Lemver», 2t. April. Die hiesige israelitische CultnSaemelude veranstaltet dreimal jährlich am Suttott, Pesiach und Wochen» feste einen feierlichen MilitargotteSdienst. Em solcher Gotte»- dienst fand auch am 2. Tage Pesiach nach dem allgemein«» Gottesdienste statt In unserer großen Garnison ist die Anzahl der jüdischen Soldaten sehr beträchtlich, in Folge dessen da» Gotteshaus bi» auf's letzte Plätzchen von Militär aeNÜlt war und boten die verschiedenen bunten Uniformen ein herrliche» Bild. Zur Aufrechterhaltung der Ordnung war ein k. k. Hauptmann delegirt. Herr Rabbiner Dr. Caro hielt eine von pattiotischem Geiste durchglühte Predigt. Nonr- König Humbert empfing einen Sendboten au» Jerusalem, der Italien bereist um Gelder zu sammeln behuf« Unterftützung der au» Marocco eingewanderten Juden, die in, Palästina eine Tolonie gründen- Der König spendete zu diesem Zwecke öOOO Lire. New-Aoetz. Einer unserer einssubreichsten Glaubensgenosse», der Bankier Jesse Se ligmann. der sich sehr der eiuwauderndm russischen Juden annahm und große Geldopfer für sie brachte, ist in Californien. wohin er fich zur Herstellung seiner Gestmo-!eit begeben hatte, in Folge einer nothwendigen Operation getorben. Er stammte au« Baiersdorf (in Bayern), war ta den vierziger Jahren mit seinen Brüdern Joseph, William und James nach Amerika gekommen, machte 1800 sein Glück in Californien und gründete sein Weltdaukhau» in Amerika. London, Part» Saligmjuin trbres st Comp.), Amsterdam und Berlin. — Sem!«denken wird gesegnet bleiben! j '■;*Ir- .

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