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Israelitische Wochenschrift · 1894-05-04 · 18 (4.5.1894) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
25 (1894)
Issue
18 (4.5.1894)
Date
1894-05-04
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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— 134 — «uftecht stehen. Nach Beschreibung des sehr sinnreichen Berfahreos durch cineo der Ersiud« wüßten wir anßer bei 7U2«2. wo die epileptoiden Zuckungen der Beine des Thierrs nach dem Schnitte schwer zu controlliren sind, rituelle Bedenken kaum zu erheben. Sind die Thierschützer mit chrea Argumenten gründlich ad absurdum geführt — und hierin ruht der Schwer- und Kernpunkt der ganzen Anti-Schächr-Bewegung — so gelangt der Berf. zu dem ferneren Ergebnisse: ״Vom Standpunkte der Hygiene grebt es keine rationellere Schlacht Methode als dir jüdische; denn 1) in Folge der reichlichen und zumal der wesentlich schneller sich vollziehenden AnSblutung, sowie in Folge der gegen Ende der Verblutung austrelendrn epileptoiden Zuckungen wird im Organismus der geschachteten Thicrr Milchsäure entwickelr, welche durch ihre weitere chemische Verbludung mit Phosphorsaurem Kalium dieses in milchsaures und saures pyoSphorsaureS Kalium verwandelt. SaureS phosphorsaures Kalium aber verhindert die Ent- Wickelung der Mikroorganismen, verzögert also die Bildung Ser Faulnitzprodulte (Ptomälne, giftige Substanzen) und verlecht dem Fteische erhöhte Schmackhaftigleit, 3) iu Folge der epilcptoidcn Zuckungen wird das im Fleische zurückgebliebene Blut weniger alkalisch und bildet auch deshalb einen weniger günstigen Boden für die Entwickelung der Bacterien, 3) in Fotge der epileptoiden Zuckungen i!r das Fleisch mürber und hat ein besseres Aussehen. Vom Standpunkte derZweck Mäßigkeit giebt « S keine empfehlenswerthereEchlachtmcthode, als die jüdische; denn 1) durch das schnellere Eintreten der Starre wird das Fleis st früher genußfähig, 2) durch das spätere Eintreten der Aäulniß dtridt das Fleisch auch im Sommer 2 — 3 Tage länger genußfähig, 3) durch den weseutlich geringeren Gehalt an Blut und Wasser im Fleische geschachteter Thicre wird der Läufer weniger benachthriligt." D:e exacte Begründung dieser Thesen ist populär abgefaßt und jeder gebildete Laie, welcher der Sache Interesse enlgegenbnagt, wird sich der!efseluden Argumenration des Brri's. leicht und gern überlasten. Demvo hat jüngst den Inhalt dieser seine.׳ Schrift vor dem Areopag der internationalen Gelehrten und Sachverständigen, vor dem internationalen Aerztecongreß in Rom, in der Section für öffentliche Gesundheilspflege voll und ganz vertreten. Die lebhaften Beifalls« bezeuzungen der zahlreich besuchten Bersammluug bekundeten 0le vollkommene Urberelnstimaluug der Hörer und com- . petenten Beurthciler mit den Ansichten und Ueberzeugungen de» Redners. Alle, welche in jüdischen Kreisen zu der sehr ictuell gewordenen Frage unseres rituellen Schlacht- Verfahrens Stellung zu nehmen haben, Gemeindevorfiehrr, Rabbiner. Schächier, Aerzte sollten Dembo's herrliches Buch wieder und wieder lesen, mit srincm Inhalt sich genau vertraut machen und dessen einwoudsreie, wiffcnschaftlich erprobte Ueberzeugungen sich aneignen und ersorderlichen Falles auch wirksam und mannhaft zum Ausdrucke bringen. Bericht über die sechste K<«fereüz der jiid. stieli,i»üslehrer de» sstpreutzische» Gemeinde« verbände». ft» 2. «yru 18W ,U Ki1t|M<T| i. Pr. Präfe»,liste. A. D elegirte: Stabttat I. E ichel da um-Insterburg. Die Bsrsteher: Lommerz. R. Lohn, Louis Llka», «ad Nadtrat E. Äagnus»KSn,gsderg. Boisteher 2. Wittenberg-Osterode, Vorsteher S. Schwarz-Guttstatt, Lorsteher Wulf-Insterburg. S. Mitglieder: Siabb. Dr. Bamberger, Laut. Lehrer Belhin, Laut. u. Lehrer Birnbaum, Lehrer Bojarskt-KöirigS' serg. Laro-ftllenstki«. Lohn-Königsberg. Tzhezut-Wormdm. Da v i b s, h N - Rafteavurg. Lp fteiu-Königsberg. Kinkenfteiu. »frrftwa. Gutlsndt-Ätzen. Gerschlowitz-MehlsL Ge« fon- Mtrunskm. Goszczewski-Lyk. Galdberg-Vischolsteia. Gott» l i r b » Lydkuhnen. Grün blatt»Bischofsburg. Kramm-Königsb«». Kanter-OrtelSbura. Levin.Tilsit. Milak»w«k1,u.Peri tz, Waisenh^-Iuspektor, Königsbna. P e s s» n - StallupSne«. Rosentb al- Rüffel. Rabb. Dr. Rülf-Memel. Sack-Goldap. Pred. u. Lehrer Sch« rbel-Gumdiaaea. Schön- Brauntbecg. St u t l »t k h» Lanbsderg. Pred. u. Lehrer Sturmann»Osterode. Taub- Sensbura Rabb. Weinberg-Insterburg. Lehrer Dr. Wolfsb « r g»Königsberg. C. Gifte, ifm. V. Feioftei», Jtfm. R. Fürst, »fm. vl. Grvdensly. Schächter Hllletsohn. Rentier I. Kirschner, Sekretär M. Stein, Kfm. Leviosohn, *pn. W. Löwen,lein, Kfm. M. Minskowskv, Sstn. M. Paraament, sämmtlich aus Königsberg. Rabb. Dr. Pick - Marienbürg. Profeffor Dr. Saalschütz, Schichter Sch.-sielowitz, Kaust». Scherwilldt, Renlier I. Schwarz, Kaufm. Bogeleioip, sämaitl. aus Königsberg. Nachdem Herr Rabb. Dr. B a m b e r a e r um 10 U&r Vorm, die zahlreich Erschienenen begrüßt hatte, sprach Herr Pred. Scherbe! das Einleitungsgebet, worauf H.ir Stadtr- Mag» n u S die Versammlung namens des hiesigen Shnagogengemeinde mit warmen Worten begrüßte und die Bedeutung der Lehrer für die religiöse Bildung bei Heranwachsenden Geschlechtes bervorhob. Die nun folgende Wahl der Büreau'S ergab: Rabb. Dr. Bamb e r g e r, Borfitzender, Rabb. Dr. Rülf stellvertr. Bors.. Pred. Scherbe!. Rabb. Weinberg und Dr Wolffberg Beifitzende, A. Levin und Peritz Schriftführer. , Die Reihe der eigentlichen Berhandlungsgegenstände «öffnete der Vorsitzende mit einem Referat über die letzte Lebrer-Eonferenz am 15- März 1892. worin er auch der in der Zwischenzeit * “ Brausberg» 4 :? verstorbenen Mitglied«, b« Herren Ahrenfeld-Lätzen, __ Wehlau. FriedebergMlsit und Tonn-Allenftein gedachte. Die Venammlung ehrte ihr Andenken durch Erheben von den Plätzen. Den 2- VerhandlunaSgeaenstand bildete d« revidierte Nor« malschulplan, üb« den Herr Pred. Stur mann referierte. Ref. gab einleitend eine kurze Geschichte des Planes. Die B«hand» iungen darüber erstreckten stch vorzugsweise auf eine genauere Redaktton deS Textes in einzelnen Punkten. Nur beim Abschnitt Schulbücher' kam eS zu einer prinzipiellen Entscheidung üb« die Frage, ob es von Nutzen sei, dem Lehr« für seine vorbereitenden Studien im Normalschulplan bestimmte Lehrbücher zu empfehlen. Die Majorität entschied sich im bejahenden Sinnnc. Ein Antrag, auch für das Siddurübersetzen einen nach methodische» Grundfätzen bearbeiteten Stoffperleilungsplan aufzustellen und dem Normalschnlvlan als Anlage anzufügcn, wurde au» Rücksicht auf di« dabei nicht zu umgehenden dogmatischen Skeitfragen abgelehnt. Nach Schluß der Einzelberatung wurde d« ganze Plan einstimmig angenommen und die sofortige Drucklegung desselben beschlossen. _ ״ ׳ 3- Der nun folgende Bericht des Herrn Rabb. Dr. B am - b e r g e r üb« die Schulinspektionen des vergangenen Jahre« bot ein erfreuliches Bild d« fortschreitenden Entwicklung und Verbefferuna der Schulocrhältmffe unserer Provinz. 4. Herr Sekretär Klein suchte dararf durch Darlegung der äußerst günstigen Bedingungen und d« verhältnitzmäßig hohen Leistungen der Hilfskaffe der iüd. Beamten Ostpreußens. West- Preußens und Pommern», Mitglieder, welche sich noch, rein« andem Unterstützungskaffe angeschlossen haben, zu!» Beitrttt b« der Hilfskaffe anzuregen. Refwünscht mit Rücksicht auf die große Not, welche oft unvermuthet üb« jüd. Lehrnfamiften desonders kleiner Ortschaften durch den Tod deS Ernährers hereinbricht, daß die Ge m ein den bei der Anstellung darauf dringen sollen, daß ihr Beamter einer Lebensversicherungs-Gesellschaft oder der Hilfskaffe beitrete und daß ihm dafür ein Zuschuß aus d« Gememdekaffe werde. _ m . . ״. . . 5. Mit dem Ref. des Herrn Rabb- Dr. Bamberg« üb« das Bibellesen in d« RellaionSschule entsprach der Lerna dem Wunsche weiter «reife, durch Beratung eines für alle dicSlährigen Lehrerronf«enzen gemeinsamen Themas, den Gedanken der Einheitlichkeit der Bestrebungen all« flidischen Lehr« Deutschlands rm hewüschen Kreise zu pflegen und zu v«breiten. Ref. führte au»: Das Lesen der deutschen Bibel ,st in md- -schulen der Gegenwart nur ein Notbehelf gegenüber dem früheren, beneiden»- werteu Zustande, mtt den Kindern die ganze Bibel »m Urtexte lesen zu können. Die für die ReligwnSschnle nur knapp demes. fene Zeit läßt das nicht mehr zu und doch bleibt die Kenntnis o« ganzen Bibel auch für unsere Jugend dne uothwendige For» derung, d« man durch daS Lesen d« deutschen Bibel zu geimgen. suchen muß. Das Bibellefen ist nn Gegenstand b« Oberstufe, evt also die Berttautheit des Kinde» mit den bekanntesten Ge« chichten voraus und schließr sich ihnen ergänzend an. Las Maß und di« Auswahl de« zu Lesendenhängt von dem Bedürfnis und dem staadpuntte der ttnzrluen Schulen ab. Beim Lesen darf die Einführung in da» Verständnis de« Inhalts nicht fehlen: doch hat dies nur kur» und uMn de», soud«« Berücksichtigung de» der Geschichte oder dem Lesestücke zu Grunde liegenden HaiwtgedankenS zu geschehen. Was gelesen wird, muß auch von den Kmheru frei tmed«gegeb«n werden. .(Schluß j-lgt.) ’■I 'A ■ii

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