Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift · 1894-04-20 · 16/17 (20.4.1894) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
25 (1894)
Issue
16/17 (20.4.1894)
Date
1894-04-20
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/6492344-5935089-5962327--2003-5376259
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

auf b״n Antisemitismus gleichgesinnten Seele bescheinigt wird, daß eS ebenfalls unter dem Einfluß diese- ״jüdisch« liberalen Geistessteht und sich die schlechtesten Seiten desselben angeeignet hat. Die ״Germania-, da- Berliner Organ der Centrumspartei, polemjsirt nämlich in einer Besprechung der politischen Parteien Deutschlands ge^rn ״di« in leeres vramarbafiren verrannte, ganz in ״jüdisch-liberale'^ Verlegenheit (oder ..Verlogenheit"?) de« Lentrnm gegenüber ver׳ sunkeue Krruzzeilung". In Tchlocha«, Regierungsbezirk Marienwerder, wurde im August vorigen Jahres einer Verfügung des Regierungspräsidenten gemäß, wonach jedes Schlachttier vor der Blutentleerung zu betäuben sei, das Schächten nach ritueller Vorschrift von der Polizei verboten. Als aber die Schächter der dortigen jüdischen Gemeinde auch ferner nach den Satzungen ihrer Religion schlachteten, wurdm sie wegen Uebertretung angeklagt. Ja der Berhaudlung vor dem Schöffengerichte in Schlochau führte der Brrtheidiger aus, daß die genannte Polizeiverordnung nicht rechtsgiltig sei. Diescn Ausführungen trat auch der Gerichtshof bei, und da durch das Gutachten des Herrn Rabbiner Dr. Grabowski aus Könitz für erwiesen erachtet wurde, daß das Schächten eine religiöse Borschrift und CultuShandlunf sei, wurden die Angeklagten fr ei gesprochen. Gegen giesrS Urteil hatte der Amtsanwalt Berufung eingelegt. Aber auch dir Strafkammer in Könitz, die sich am IS. d.M. mit dieser Angelegenhrft beschäftigte, folgte im Allgemeinen den Urteilsgründen 5er ersten Instanz und erkannte auf Freisprechung. Eie nahm an, daß nach H 61 deS Polizeigesetzes vom 11. März 1850 für den Regierungspräsidenten zu Marienwerdrr kern Anlaß vorlag zum Erlaß seiner Verordnung. (DaS HavptertlastungSmoment bleibt die religiöse und nicht die hygienische Seite der jüdischen Schlachtweise; bei aller Anerkennung der Dembo'schen Bemühungen und der Resultate seiner wissenschaftlichen Erforschungen auf diesem Gebiete, wird — so schreibt man uns aus Berlin — in Len ministeriellen Kreisen das Hauptgewicht darauf gelegt, daß es sich um eine religiöse Vorschrift handelt, um einen Eingriff in die Glaubens- und Gewiisensfteiheil. DaS Betonen dieses Punktes wird ausschlaggebend sein.) Ttuttgart. Bei seiner Ankunft wurde Herr Kirchenrat Dr. Kroncr im Hotel Marqnardt, wo er vorerst Wohuung nahm, von Herrn Rabbiner Dr. Stößel namens deS Kircheuvori.cheramtrS wir der Gemeinde begrüßt. Dr. Kroner beantwortete Lea W.llkommcnsgruß mit herzlichen Worten und vcr'prach, seine ganze Kraft e nzusetzeu für daS Blühen und Wachsen der Gemeinde. Die E'msührung des neuen Kirchenrats in die Synagoge findet SamStag, den 14. d. Mts. statt. Eine weltliche Begrüßungsfeier soll gelegentlich der am selben Tage im Hotel Deggioger stattfindeudrnden Generalversammlung de» Israelitischen Kranken- und Unterstützungsvereins, welcher sich ein gemeinschaftliche- Abeudesira anjchlirßl, staltsinden. — Die definitive Anstellung einezweiten Rabbiners, wonach in Stuttgart jetzt zwei Radbinate brsnhen, hat ein neue- Statut für die iSrarlinsche Gemeinde nötig gemacht, welche» bereits die Genehmigung der i-r. Oberkirchenbehörde erhalten hat, in die der' neue Rabbiner alS geistlicher Beirat ebenfalls eintritt. DaS neue Statut enchält u. a. die Bestimmung. d.ß die Bezirkr LudwigSburg, Canustadt und Eßlingen dem Bezirk»- radbiner Dr. Stößel zufallen. Unter Wiesbaden brachten wir in Nr. 14 eine au« der ״ Volks zeitungübernommene Mittheiluug über da» Austrete« de» Herrn Liebermann v. Sonaenberg in einer dort End« März abgehaftene« antis. Volksversammlung. Hierauf erhielten wir von dem gen. Herrn vor einigen Tagen folende Zuschrift ״Unter Bezugnahme auf § 11 de» PreZgesetzcS ersucheich um Aufnahme folgender Berichtigung: Eine von bei׳ Zeitungskorrespoudeuz be» ״Verein« zur Ab»«hr -'! de» Antisemitismusverbreitete Verunglimpfung meiuer Perso», wo» nach ich vor 2» bezw. 23 Jahren als Hauptmaun in Wies baden , wohnhaft gewese« sei und dortig« Geschäfts!«»« damal« durch mich njS schwerer Geld verloren hätte», hat auch in Ihrer Zeimug Nr. 14 Ausnahme gefunden. Die ganze Nachricht beruht auf böswilliger ד Lrfindang. Ich bin weder vor SS noch vor LS Jahren »och überhaupt in Wiesbaden wohnhaft gewesen, sondern Hab« «ich in der genannten Stadt bisher nur einmal vor längerer Zeit 84 und jetzt kürzlich 48 'ל Stunden aufgehalten. ׳ - Ich konate vor 25 bezw. 23 Jahren gar nicht Hauptmann fei», 4 well ich damal» erst 2V bezw. 82 Jahre zahlte. kt haben auch weder in Wiesbaden noch sonst an einem Orte ־J Geschäftsleute ihr ״schweres" oder überhaupt Geld durch «ich verlöre». h Berlin, den 13. April 1894. i Liebermann v. Sonnenberg, Premier-Lieutenant a. D. .1 Mitglied des Reichstages." 'j Oesterreich-Ungar«. Ü Wie«, 15. April. Der Rabbiner und Prediger am | Fünshauser Tempel Herr Dr. Schmiedl, wurde» nachdem er s eben 25 Jahre in dieser Stellung gewirkt hatte, in der- י selben Eigenschaft an den Leopold städter Tempel — da .1 Herr Oberrabdiurr Dr. Güdemann nunmehr da» Rabbiner- * amt in der inneren Stadt übernimm! — berufen. Aus diesem Anlasse fand gestern iu der Synagoge zu AünshauS; eine Jubiläum»- und AbschiedSfeier statt, bei der die Ver- * ehrung und Beliebtheit, deren sich der Jubilar erfreut, zum ) Ausdruck kam. Der Temp.l bot sich au» diesem Aulasse in reichem Blumenschmücke dar. Die Kanxel umgab ein mächtiger Lorbeerkranz. Außer den Bertretkcn der Fünfj Hauser Filiale bemerkte mau unter den Anwesenden mehrere ׳| Boifteher der Wiener CultuSgemeinde und die Vertreter .צ sämmtticher vorortlichen Wohlthätigkeitsvereine. Rach rinem . j Festpsalm hielt Herr Dr. Schmied! die Abschied-Predigt. Er sprach über den Beruf des Predigers, der die Fragen der Zeit vom Standpunkte der Gerechtigkeit und jener wahre«. Menschenliebe, welche über die Schranken de: Confessio» und Stände dringt, betrachten soll — selbst auf die Gefahr hin, seine Popularität zu verliere». Nach dem Gottesdienst erschienen zahlreiche Deputationen in der Wohnung Dr»; Echmiedl'S. Das BorstandSmitgiied Hoflieferant Pollak s überreichte dem Jubilar Namens der Wohlthätigkeitsvereine einen herrlichen silbernen Pokal; OrtsschulraihSmitgli-b Leopold Stern sprach XamenS der Gemeinde - Funkttouäre und Lehrer herzliche Wone des Abschieds. — Herr Dr. :! Schmiedl fühlt sich trotz seiner 74 Jahre noch kräftig genug >,j zur Uebrrnahme de« neuen großen Wirkungskreises iu 1>er Leopolbstadt. Seine Predigtweist ift aus der von chm herausgegebenen Sammlung ״Sansinoimbestens bekannt. ' dl An» Ungar». 15. April. (Or-Torr.) In meiner ־;) jüngsten Corrrspondeuz hatte ich bereiterwähnt, daß die; Regierung und da« Parlament jene Maßnahmen für die ' jj pietät-volle Bestattung Ludwig Koffuth's getroffen hatten, i welche dem große» Todtea rin« unvergängliche Erinnerung. J dem Staate und drr Krone aber Treue und Hingabe sicher«, lg Auch alle Synagogen de» Lande« hatte» sich der Ge» H dächtnißfeier für den sei. Ludwig Koffuth geöffnet, unb ä wurde es allenthalben in den Ansprache» hervorgchoben, baß der Grundstein der Freiheit von Koffuth gelegt ward, a daß der verblichene aber den Tempel der national« . Wiedergebmr nicht betreten hatte, auf welchem die Krone- ׳'. des allgeliebte«, gekrönten Königs erstrahlt. — Auch in; den Lehranstalten und gesellschaftliche» Vereinigungen und! Körperschaften wurden in Wort «ad Lied Gedächtaißseier-; lichkinten für den Verblichene« abgrhaltrn, der durch die That des Worten«d> de« -Wort-' der 2ha» denkwürdig - für unser Land für alle Zeiten geblieben ist. Einem Bor- -.2 trage de« Herrn Dr. Ne y(ia vaja). entnehme ich die en Thatsache, daß Kosinch drr Gleichstellung der -Indische»

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.