Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift · 1894-04-20 · 16/17 (20.4.1894) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
25 (1894)
Issue
16/17 (20.4.1894)
Date
1894-04-20
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/6492344-5935089-5962327--2004-5376260
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

127 Religion mit afi« anderen Confessionen unb die Besoldung , aller gesetzlichen Suite vom Staate bereit» im Jahre 1848 angeitrebt' hatte. X An- Ungar«, 16. April. (Or.-Corr.) Die ob- . ligatorische'Sev ileh e wurde im Hause der Abgrordneten mit einer Drei-Biertel-Majorität angenommen. Der . Sieg de» liberalen Prinzip» der auf die volle Gleichsrrllung der'Religion und Glaubensgemeinschaft de» Judenchum» abzirlenden kirchenpolilischen Gesetzgebung erfüllt ' da» ganze Land mir Freuve. Hoffentlich wird auch daS Magnatenhaus dieser liberalen Errungenschaft seine Zu- - stimmung geben, welche ja von vornherein von der Krone ^utgehrißr» ward — Arankreich. Pari-. Der radikale Gemeinderath hatte die Woh- , nungSrntschädigungen für den israelitischen und proteüanti- - scheu Sultus, d,e er gesetzlich zu zahlen verpflichtet ist, auf dem Verwaltungswege verweigert. Die in ihren Rechten sich i geschädigt geglaubten Eonsistorien forderten den Gemeinderaih « vor׳ die zuständige Behörde des Staatsrathe», welcher die Stadt Paris auf Grund der Gesetzgebung zur Zahlung der ׳7׳ Wohnungsentschädigung an die Cultusdiener beider Culte ' und zwar mit rückwirkender Kraft von 1877 an verurtheilte. Türkei. & Jerusalem, 9. April. Die Eisenbahn-Gesellsch. Jaffa Jerusalem hat ihre Zahlungen einstellen müssen. Am 21. August 1892 kam die erste Lokomotive mit einigen Wagen in Jerusalem an; sie erregte da» Staunen des Volkes, welches in Schaaren zum Jaffathore hinaus in der Richtung nach Bethlehem zog, um daS Münder zn sehen. Muhammedaner Und Juden erklärten das schnaubende, Wasser spritzende, pfeifende- und Qualm ausströinende Ungethüm für ein Werk deS Satan». Die Bahn kam jedoch erst am 26. September 1893 wirklich in Betrieb; jeden Tag ging ein Zug von Jaffa nach Jerusalem und einer in umgekehrter Richtung. Es gab i« den Zügen zwei Klassen von Wagen; die Wagen zweiter Klasse sind nur für gewöhnliche Eingeborene; doch sind die Wagen erster Klasse auch höchst primitiv; sie bieten keine Bequemlichkeiten, und in ihnen können so viel Personen . Platz Nehmen, wie es beliebt. So kann es kommen, daß der Aufenthalt darin recht ungemüthlich wird. Kommen vornehme Personen, so werden sie aufgefordert, einen Extrazug zit nehmen; al» im Oktober vorigen Jahres der Präsident des OberkirchenratheS Geh. Rath D. Dr. Barkhausen zur Grundsteinlegung der deutsch - evangelischen Kirche nach Jerusalem fuhr, — so meldete die,Kreuzzeituug" — stellte man an ihn auch das Ansinnen, einen solchen zu nehmen. Für den Exlrazug wurde eine so hohe Summe verlangt, daß Dr. Borkhausen davon absah und am nächsten Tage mit dem ״TageSzuge fuhr. Die Eisenbahnfahrt (mit ihren vielen Windungen) dauert von Jerusalem nach Jaffa mindesten» 3 Stunden, umgekehrt bergauf von Jaffa nach Jerusalem .Mischen 4 und 5 Stunden, während auf der-geraderen Straße eia gutbeschirrter Ftachtwagen und ein Reiter etwa 6 Stunden von Jerusalem zur Küste Zeit braucht. Von ' vornherein hat man es vorausgesagt, daß die Bahn nicht rentiren würde, da Jaffa kein Hafen ist und eine oft nicht .-«Längliche Rhede hat; im Winter können Segelschiffe dort 4« nicht ankern. In Jaffa Itfnt der Bahnhof eine halbe .Stund« von der Zollstatton entfernt und in Jerusalem ist "vom Jaffathore noch ei« höchst beschwerlicher Weg, bergauf und bergab zum Bahnhof zu machen. Der Jerusalemer Bahnhof ist gegenüber der deutschen Kolonie.. Wenn französische FachblLtter jetzt behaupten, türkische Juden wären an dem Unternehmen um meisten betheiligt, , f» widerspricht da» der Konzession de» Sultan». Ein fron» ׳-t-sische» Konsortium hat dir Konzession^ erhalten und eine ^MUyößsche.Gesellschaft hat auch den Bau der ׳Bahn von Beirut nach Damaskus (125 km) übernommen und eine belgische Gesellschaft den Bau der Dampfftraßenbahn von Damaskus nach dem Hauran. Die Entfernung zwischen Jaffa uud Jerusalem beträgt etwa 66 km, die Bahn ist ungefähr 96 km lang. Inserate. Einladung zur Conferenz des Vereins israelitischer Lehrer Westfalen» «»> der Rheinprevinz (zugleich Gen«ralversam«luns der Mitglieder der UnterstützunaSkaffr) zu SSt« a. Rb , Hotel -Rheinaold". Breitestrabe 117--121, am IS- 4 יוו. Mit d. I. (Erste Sitzung am IS. Mai 2'/, Ubr Nachmittags.) Tagesordnung: 1 Bericht über den Stand der UnterstützunaSkaffr. 2. Ersatzwahl für die ausscheidenden Vorstandsmitglieder: Bl umenfeld-Effen uud Steinweg-Rbeda und deren 3. Gemeinde. Referent Lehrer B r i s ch-Mühlheim ä- Rh. 4. DaS Gebetbuch als Religionsbuch. Referent Lehrer Löd- Cöln a. Rb. 5. Bericht der auf der letzten Eonferenz gewählten Commisstom S p i e r-Bocholt, B a u m-Rheine. Dublon-Dülmcn über ihre Thättgkeit di« OeffentlichkeitSerklärung der jüdischen Schule betreffend. 6. Gründung eine« deutsch-israelitischen LehrrrbundeS. Das von dem Borstande der Synagogen. Gemeinde Cöln eingesetzte Komitee, an dessen Svitze Herr Rabbiner Dr- Frank steht, wünscht die Zahl der Teilnehmer wenigstens 3 Wochen vor dem festgesetzten Tag« zu erfahren. Ich ersuch» daher die Herren College«, mir ihre beabsichtigte Teilnahme recht zeitig anzuzeigen. Auch Nichtmitglieder, übcrhauvt alle Freunde unseres Vereins und feiner Bestrebungen stnd willkommen. »ff,«, den 10. Avril 1894. Der Vorstand: Blumenfeld, Vorsitzender. Konferenz des Vereins isralitischer Lehrer Mittel« Deutschlands. »« 13. Mit >. 12'/, Uhr Nachmittags, zu Eisenach im Saale des Gewerbe-HauseS. Taae-orvnnng: 1. Geschäfts׳ und Kassenbericht. 3. Ein Religionslehrbuch für die höheren Klaffen deS Gymnasiums. RelerentLandrabbiner Dr.Dcssaucr» Meiningen. 3. DaS Bibellesem Referent Lehrer K a tz-Aschenhausea. 4- Ein deutsch-iSraelitischer Lehrerbund und seine Satzungen. Referent Lehrer H e i l d r u n n-Gehau». K. Anträge. Anmeldungen wolle man gefälligst rechtzeitig an Herrn Lehrer HridungSfeld in Eisenach richten. Der Vorstand. Dr. Salzer, Vorsitzender. ui ™ ״ 1 «a 11 1 ״! Ms! , te 1**1 i

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.