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Israelitische Wochenschrift · 1894-04-13 · 15 (13.4.1894) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
25 (1894)
Issue
15 (13.4.1894)
Date
1894-04-13
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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r£ttna. Sir Hab« ja auf fc« sel- Dr- HeD tÄUSjÄ ir alle Zweige der vorliegende» Gebietes als fleißiger m»d gediegener Fachmann Unterrichtsmaterial geliefert hat— aber, warum auf das eben angeführte HülfSmittel des Unterrichte? im Hebräischeu hingedeutet wird, ist wahrlich nicht der Umstand, daß der Verfasser auch Herausgeber dieses Blattes ist und in diesem die .pädagogisch« Briefezum Ausdrucke durch den Abdruck gelangen, denn — Complimcnte und Schmeicheleien dürfen sich ebenso wenig dem Richterstuhle ehrlicher Kritik, als dem Winkel ernsten NachfinncnS des Pädagogen nahen — und das Urteil der Fachkundigen, sowie die rasche Folge der zablreichen großen Auflagen haben längst über die Nützlichkeit des Buches entschieden. Die beiden Theile von Rahmer's ״TefiU* Vexara“ kommen einem Zeitbedürfnis entgegen, welches ein peinliches Haushalten mit dem Zeitmaß für die Religionsfächer in unseren Schulen gebieterisch fordert- Sie haben das ausgeschieden. — was manchem einen willkommenen Vorwand zur gänzlichen Beseitigung unseres hebräischen Gebetbuches abgeben könnte. Dir Pflichtgcbetstücke, wesentliche Bekennlnis- und ReligionSlehrsätze sind geordnet. Der erste Kursus schreitet — nach einem wichtigen Gesetze der Pädagogik — vom Leichten zum Schweren fort. In diesem Büchlein sind aus dem Slääur die wesentlichen Sätze und Absätze zur Leseübung und zum Uebcrseyen herausgehoben, und kleine, leichte Stücke aus dem I. B. Mose paffend eingefügt. (Auch auS dem 2- B- Mdie Zehngedote.) Der zweite Kursus macht mit der Gebetordnung für das ganze Jahr bekannt. L'.ae zu grobe Anforderungen an den Sckülcr zu stellen, kann dieser den Stoff beider Büchlein mit dem 10.—11. Jahre — wie es der Herr Verfaffer in der Borrede sagt — gründlich verarbeiten. Hat die Schuljugend sich den Lehr- und Lernstoff gehörig angeeignet, so argceignet, daß der Inhalt von Geist und Herz davon erfaßt sind, dann hat sie eine gute Vorschule des Hebräischen genossen: dann sind Lust und Liebe erwacht und genährt: auf der festen Grundlage läßt sich mit Leichtigkeit weiter bauen, zumal wenn der Knabe nebenher Stücke aus dem Pentateuch, in der Weise, wie sie dem ersten Kursus ringcfügt sind (in ftufenmäßigcr Erweiterung) verarbeitet find. Die Vereine für jüdische Literatur und Geschichte sind zeit gemäß. Zur hebr- Litteratur gehören erst recht die biblischen und dann die später in hebräischer Sprache verfaßten Bücher. Sollte es nicht ein dankbares und fruchtreiches Gebiet für viele dieser Vereine sein, unsere reifere Jugend für das Berständniß des hebräischen Schristentumes wieder zu gewinnen? — Diese Frage dürste der eingehenden Prüfung w rt sein. — Berichte «nv Correspondenzen. Deutschland Magdeburg, 8. April. Daß durch das wüste Treiben der Antise mite׳-, alle staatlche Autorität untergroben werde, leuchtet — freilich etwas spät — selbst dem frommen Stöckerblatle .Re chsb >11" nachgerade e-n. Es schieibt anläßlich der Maßlosigkeit-n der Huldigungen, die kon'-rvaliv-antiseinilische Blätter dem Nährvater des Antisemitismus zu seinem "9. Geburtstage dargebrach:: ,Dies«» Treiben ist ganz gewiß nicht deutsch, aber nichtldestoweniger taffen sich viele Deutsch« durch diese» dämonische Blendwerk täuschen, ohne zu bedenken, wohin e» führt, wenn in solcher Weis« Haß, Berachtung, Mißtrauen und Uvzufriedenhest gegen di« Regierung und HSchste Obrigkeit in» Volk getrogen und so alle« Autorität»» gefllhl mit Stumpf und Stiel au»gerottet wird. Wenn man die giftigen Ausfälle dieser Art Presie liest, sc steht man unter dem Ein» druck: wir werden nicht bloß von unfähigen bornirten Mensche», laudern von Verrätern an Deutschland» Ehre und Wohlstand regiert. Ewrseqnengr» dieser AlMeistervirn zieh «.* E» ist frstber de» Agenten de« GkschäflSanstsemitiSmu», - ־־' der die Autorität der Regierung durch die verlogene Behaupiung von der Existenz einer .geheim u jüdischen Nebenregierungnach Kräften unirrwühlt, von sozialdemokratischer Seite wxverholt bestätigt worden, daß sie der demagogischen. Agitation gute Borspanndie.isie leisten. Der Alt-RctchSkanz'ec hat seine lärmendsten Anhänger thaisächlich fast nur noch in agrarischen und antisemitischen Kreisen, die nunmehr auch von konservativ-ant-semitischer Seite als die wirksamsten .Umstürzlergekennzeichnet werden. An Schüren des Raffenhasie» hat es übrigens früher der fromme .R ich»- boteauch nicht fehlen lassen, jetzt, da die .Giftsaat so herrlich aufgegangen, erschrickt er selbst vor den Folgen! Magdeburg. Der Berliner Lorstand' hat dem jüd. Komitä zur Abwehr antisemitischer Angriffe 10,000 Mark aus der Geuieindekaffe zur Beschaffung; Drucklegung Md * Verbreitung einer großen Anzahl von Gutachten über da» jüd. Schlachtverfahren bewilligt. Dieselben — 253 an Zahl, darunter 189 von Fachmännern auf dem Gebiete der Thierarzueikunde — sind in stattliche!» Bande von 122 Folioseilen (im Verlage von L. Apolant in Berlin) erschienen. Von diesen Gutachten erklärt eine sehr erhebliche Anzahl, daß das Schächten nicht nur nicht als Thierquälerei, sondern im Gegentheil in vielen Beziehungen als.die allerhum au sie Art der Thiertödtung anzusehen fei. Säm mtlich aber stimmen sie darin überein, daß sich gegen das Schächten durchaus nichts sagen läßt, wqS vom Standpunkte der Humanitär au» gegen viese Art der Thiertödtüng spräche. Dieses Material wird hoffentlich cenügen, um die Angriffe der Thierschützler ein für allen,al zurückzuweisen. Berlin, 9. April Sestern Vormittag hielt die,.Gesellscha't zur Berbreiiung des Handwerks und de» Ackerbaues unter den Juden im preußischen Staate" im Saale des Brüder-BercinS ihre Generalveriammlung ab. Die schon über 80 Jahre (seit 1813) besteh!nde Gesellschaft unterhält ein Lehrlingoheim tu Pankow, da»' von Herr» WiliuSk! geleitet wird und gegemoäriig 10 Zöglinge aufgr-' nommen hat. Außerdem widmet sich die Gesellschaft zur Zeit der Beaufsichtigung von 96 Lehrlingen, welche von * fünf Inspektoren dauernd »um Besuch der Fach- und Fortbildungsschule. sowie der Acligionsschule angehalten werden. Unter den 106 Lehrlingen — gegen 93 int Vorjahre —. sind vertreten: 1 Barbier, 4 Buchbinder, 2 Buchdrucker, 2 Konditoren, 1 Elektrotechniker, 2 Drechsler, 1 Glaser, 1 Goldarbeiter, 2 Goldschmiede, 3 Graveure, 2 Gürtler, 8 Holzbildhauer, 5 Kürschner, 2 Led: rarbeiter, 3 Litographen, 7 Maler, 4 Maschinenbauer, 1 Maurer, 8 Mechaniker, 2 Posamentire, 1. Sattler, 9 Schlaffer. - 10 Schneider, 7 Schriftsetzer, 1 Steinmetz, 10 Tapezierer, - 5 Tischler," 1 Uhrmacher, 3 Vergolder, 3 Zahntechniker. Zur Recherche überwiesen und noch nicht erledigt sind 21 Gesuche. Maurer- Meister Fränke l konstatirte, daß gegenwärtig ein besonderer Zudrang jüdischer Lehrlinge zu»! Handwerk vorhanden sei. - Uedcr das LrhrlingSheim entspann sich eine längere Debatte, welche eine Vergrößerung und Umgestaltung desselben be- * traf. Die Beschlußfassung darüber blieb statutengemäß der nächsten Generalversammlung Vorbehalten. Der Kassenbestand für 1893 schließt in Einnahme und Ausgabe mst 18.501 Mark ab. Der Effekienbestand betrug am 31. Dezember v. I. 63.220 Mk.; die Lachmann-Stiftung besitzt 9486, die Fränkel-Bodenstein-Stistung 10,772 Md eine weitere. Nachlaßmaffe 9000 Mk. Die Gesellschaft umfaßt 549 Mitglieder, darunter 55 immerwährende. Berlin. Die Erben des Kommerzicnraths Jacob Js» rael haben aus besten Rachlaffe gegen 500,000 Mark zur Der- Wendung an milde Stiftungen bestimmt. Wir heben aus der Reihe der Zuwendungen hervor: 100,000 Marken bie

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