Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1894)
- Issue
- 14 (6.4.1894)
- Date
- 1894-04-06
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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die israelitische Jugend ungeeignet sei, nk sich danncf berufen, daß durch Ministerialrescript dir Lesebücher von" Herrn Blumeufeld rum Schulgebrauche die Genehmtgung erhalten habend Infolge dessen ««de ihm die Sei« oehaltung besagter'Kehrbücher gestattet. Dieist nach zwei Richtungen erfreulich, für den Lehrer, dem da« religiöse Empfinden seiner Schüler a» Herzen liegt — und mit Bezug auf unsere vorg.ssetzte Be- Hörde » die bekundet, daß sie in humaner Weise auch unser» billigen Wünschen gerecht werden will. Toethe«, 3. Avril. Sonntag, den 1- April, feierte di« hiesige jüdische Gemeinde da» 25jährige Jubiläum ihreersten Vorstehersde- Herrn Eömmerzienrath Meyer- Schon am frühen Morgen fanden sich Deputationen der Gemeinde und׳ Vereine. sowie der Delegirte des Deutfch-iSraelitischen GemeiudebundeS. Herr Rechtsanwall Benfey-Hannover, ein und wurden dem Jubilar neben den Glückwünschen eine Prachtbibel und eine kunstvoll auSgeftattete Adresse durch die Repräsentanten überreicht. In den festlich geschmückten Räumen des Schützenhauses kämm um 6 Uhr die Ge» meindrmitglieder mit ibrm Damm und di« von auswärts erschienmm Gäste zu einer offiziellen Feier zusammen- Der Jubilar wurde vom zweiten Vorsteher. Herrn Bankier S o n» nenthal, und dem Repräseutanten-Borfitzenden, HermBcüikier Fürstenheim. unter den Klängen der Stadtkapelle in dm Saal geführt Die Feier wurde durch eine entsprechende Arie von Mendelsohn, die der Cantor G o l d b e r g musterhaft vortrug und einem Chorgesang will dm Herm lobm alle Zeit") elugeleitet. Hieraus ergriff der Rabbiner vr. Soliftodewitz da» Wort und hob die Verdienste des Jubilars, sowie die große Wohlthätigkeit des Hauses Meyer hemor, worauf vom das Lied »Herr Deine Güte" gesungm wurde Bei der Tafel wurde auf Kaiser, Herzog und Reich, den Jubilar u. s w. toastirt- Musikalisch« Vorträge und ein Ball bemdeten die schöne Feier- Wreüb«de«. Anläßlich einer Ende Mörz hier ab> gchaltcneo antisemitischen Volksversammlung, in welcher Liedermonn von Smncnberg seine abgestandene Waare gegen 20. Pf. Köpfst uer an den Mann brachte, veröffenklichte ein Blatt folgende zeitgemäße Reminiscenz: .Einladung: Ditjenigen hiesigen Geschäftsleute, welche vor etwa 25 Jahren an den damals hier wobnhnsten Herrn Hauptmann Liedermann von Sonnenberg ihr schwere« Geld verloren habe», wobei von ihm damals zwischen Urgermanen und Semiteu gar kein Unterschied gemacht wurde — und bei weicher Gelegenheit der Verein zum Schutzegegen schSdlicheSKrrditgeben gegründcl wurde — wolle» sich heute Abend im Römersaaie einfinde». Vielleicht wird sich daselbst Gelegenheit finden die alle Angelegenheit zu ordnen. kin damals hart Betroffener.^ Liedermann von Sonnenberg hat zwar in der Versammlung versucht, die Anschuldigung ins Lächerliche zu ziehen, mit der .Begründung" daß er vor fünfundzwanzig Jahren gar nicht in Wiesbaden gewesen sei. DaS hat feine Richtigkeit, aber der Redner hätte als grundehrlicher .Deutscher" nicht verschweigen dürfen, daß er vor dreiundzwanzig Jahren in Wiesbaden war, eineZeitdifferenz. die an kur Thatsache derZahlungSdifferrnz wohl kaum etwas ändern dülfte. K«rlsr»h«, 29. März. Die badischen JSraelitm stehm unter dem Zeichen eines epochemachendm Ereignisses: ihre Religionsgemeinschaft hat eine Synodalverfassung erhalten. Reben das Krrchmregimmt, den Oberrath, tritt nunmehr eine aus 25 Mitgliedern bestehende Synode. Dieselbe setzt sich au» 5 von ihrm Standergenoffen gewähltm Rabbinem und ans 20 in 16 Wahlbezirkm von den einzrlnen Sirchengmossm unmittelbar Atwählten weltlichm Abgeordneten (10 städtische und 10 ländliche) zusammen. Line ähnlich« Etnrichtung war nicht vorhaudm, solange - da- Judenthum besteht. Wie im Jahr 1809 unter Karl Fnedrich. so ist in diesen Tage« unter Großherzog Friedrich di« badische Regierung hinsichtlich der Orgauisation der.kirchliche, Verhältnisse der JSraeliren bahnbrechend vorangegaugen. E» untrrftxgt kaum einem Zweifel, daß dieser Schritt über die WvtMni vnv pnv Den €huc ffir IM-Qafmc fc*emfc ig zmerhoStru, die alte« 1 Förmen! mit »me«, Stifte p» er füllen». bedeutet hier wie. «erall, «um:»,sAmsmMoikt. rinen. sulche»׳ erhoffet, wi, »Vn b» badischrn-rSvaelftischei» 8y :ode, wokch^ im kommende». Hbestst aber Sinter erßnml» Mstu nmentreten. soll. ' A R-chst-hend dringp» wi» die wichftgstM Sitze der auf der SruMage de» vchchr«- »»m 18. Jiueii 18»r׳ die Be» 'י י st-ueowg für «lltzemrinekirchliche- BedüüfAisse betrrssend, yad nach dem Muster, der Bestimm« men. der bewährten «aaagelisch" protestantischen. KtrchnmerI,assuW>üt»r die Jaftilutiou der Neueralshmrdr bearbeiwirn ' .SynodalOrdnung für die israelische RetigionSgemeüchchuft de » Gyßhm^gchamS Bade»", welche unterm 37. Febrnn» d- A s ne AllerHDHstr Genehmigung erhalten hat. zur «eiwre» Kenntniß^.! ' r 8 1. W» Organ der kirchlichen Gtzfnmmchett der Israeliten de«, GroßherzoKSuM» m«d neben dm». Oberratb eine Synode gebildet. — 8 2. Die Synode 'ocstehtz and 5 geistliche« und 20 weltlichen Ab«ordnete», welche saamttlich, au« Wahlen hervorgehen. — § L Bet der Wahl der ggMicho» Abgeordneten find stimmberechtigt säwmttiche OrtsunLröezsrLtrabblner. sgwie die von dem Oberratb' »der mit dessen, Kensbmigung a,!gestellten, im akttve» Dienste stehenden weit«»« Rabbiner des:Lande». Wählbar sind die stimmberechtigte», Rabbiner mit AüSaahme derjenigen, welche der- ReliaionSkonionn^ de« OberrazhS ange» hören. — 8 5. Die weltlichen Abguokvaetea und deren Ersatz-.. männer werden unmittelbar von d en. Stimmberechügten jede«; Wahlbezirks in geheimer Abstimmung gsoählt- Wäylbar stad. alle Snmmberechttgten weltlichen. SetaadeS mit AoSyabme der Mitglieder de« Oberratb». — 8 6» Bei der Wahl der geistliche». -d de. weltlichen Abgeordneten wir auch der Ersatzmänner der. ^ccen gelten Diejenige» als g«wähtt.«lche unter allen übrig«. Lüe meisten Sttmmen erbalten h,b«n./lieber die Gzlligkeit orr. Mblcu entscheidet die Synode: < Im» Hängen richtet sich dass. Verfahren bei der Wahl nach.d«n S»Aschnftea d»r anliegenden Wahlordnung. - § 8. Die Einberufung der Stzuode geichstht olle drei Jahre durch den Oberratb. im EinversttnLmß mit.»« Grobb. Regierung. Derer Zustimmung vorausgesetzt, kdqney nach Ermessen de« Oberratb» aiäh autzeror^Alltche Syyphen. berufen werden- — 8 9. gär jedeordentliche Synode wird.««« neue Wahl d« Abgeordnete« u>9> Ersatzwtnmr »orgeuommea. Für die außerordentliche» Synode» gellen bst. Wahlen zu der letzten ordentlichen Synode. — K 13- Die Gekckästsordmtng der Svnode wird durch den Oberrath ftftgestellt- '^R>t Zustimmung desselben kann die Svnobc Aenderungen befchsießen «oowohl o» erstmalige Feststellung als ivStae Aendecchaen bedürfen d« StaatSgenehmigung. — 8 IS» Die Mitglied«: .d«S Herrath», mit Einschluß der geistliche» Mitglieder der Rellg>oaSkoaftreaz. find berechtigt, jeder Sitzung der Synode anzuwohnen, »ab müssen, auf Verlangen mit ihren «vrttägen gehört werben- Amh die.- Grohberz. StaatSregierun» kann ihre Jwereffen .durch Beoollmächttgte mit gleichem Rechte verttete« l«se». — 8 Die Perathuna und Beschlußfassung der Synode ist der Reget nach öffrsit» lich. Die Sitzungen werden geheim auf/ da» Beachte״ """ missären des Overrath» bei Eröffnun» von Mtihetlungen. für welche sie die Geheimballu»» nöthig erachteten, oder auf de» Anttag von wenigsten» S Mchliedern, wem» nach Entfernung der Zu» Hörer die Synode denftlbe« zum BEnst «hebt —-»16. Dir Syuad« brrätb und beschliebt über die Anwckgenhette» der gejyiium« iSraelittschen ReligjonSgemeinschaft veS Grof^erzoglhuFl». Esi gehört iu-besondere zu ihrem Wirkungskreise: 1die Beachtun» und Erwägung des Zustandes der LandeSkwwaog« ln Bezu« aus Lehre, Liturgie. Verfassung Zuckst und 'teÄiöseS Leben: L bu Mtwirkung bei alle» allgemeine« und ktnvendcn A«ordouyae» im ganzen Bereich der LandeSkynagoge. nameullm»^ auch^t» Ua». der Synode; 3. die Mttwirdmg bei Aenderungen »n den «»m der Rab-inate und in der Zutheilnug der Gonemden zu »«» BezirkSverbänden: 4. die Prüfung und Erledigung der. von. den Vertretungen der Synaaogrnbe-irke an die Synode Eachte» Anttäge: 5. da» Recht der Beschwerde in Betreff der AmtSführung de» Oberratb«. tuSbesondere auch ׳bei seiner Aufficht^Lber die unteren Behörden, die veamtrn und da» Ktrche«a»t;^ü, die Bewilligung der «»«gaben für die allgrmetaen kirMicheu Behürf» niffe imb der z« deren Deckung nötigen Mittel, «»besondere der׳ zu erhebenden allgemeinen 5kftcheasteuer» nach oett Vorlagen de» Oderr '1 3 rat». (SÄußf'olgt) Veßterrei«tz-U«D<um. Wte», 1. April. Zu Beginn diese« Jahre» machte die Begründung eine« Urtheiles, die von Sette de« Gericht», adjuncten PiSkozub in StaaiSlau erflossen, viel von sich nch« .