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Israelitische Wochenschrift · 1894-02-16 · 7 (16.2.1894) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
25 (1894)
Issue
7 (16.2.1894)
Date
1894-02-16
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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im Original, sei er in Stahlstich oder Radirnng in ihren SKausenftern ausgestellt und die Firma Franz Buffa unsck8obn in Amsterdam, deren früherer Inhaber Albert Caramelli aleiner der ersten die hohe künstlerische Begabung von JSraelSlerkannt und durch künstlerische Vervielfältigung seiner Gemälde knicht wenig zu seinem Ruhme beigetragen hatte, veranstaltete in!i>r«m Kunstsaal eine kleine aber äußerst stnnreiche AusstellungJseiner bedeutendsten Schövfungen; die Originale befinden fich meistens im Auslande und in festen Händen, aber aus dcu trefflichen Stahlstichen der beiden Sluyrer, Vater und Sohn, siowiel den Radirungen des Professors Dake leuchtet doch hin und wieder die ganze Farbenpracht, welche der Pinsel d«S Künstlers auf die Leinwand gezaubert hat- Joseph Israels ist in Groningen ge baren, studirte an der Akademie der bildenden Künste in Amsterdam, wo er hauptsächlich den Unterricht von Kruseman genoß, und arbeitete dann während der Jahre 1816 und 1817 bei Picot in Paris. In Amsterdam, wo er sich niedergelassen hatte, ttat er zuerst als Historienmaler auf, sein erstes größeres Gemälde stellte .Aaron mit seinem Söhnen Eleasar und Jthamar im Allerheiligsten" vor. Auch auf dem Gebiete der vaterländischeu Geschichte hat er sich versucht, und das Bild, welches daS Sterbezimmer des großen Schweigerdarstellt, an dessen Bett der junge Moritz und Oldcnbarnevelt stehen, machte seinerzeit nicht geringes Aufleben. Aber sein höchstes und eigentliches Talent offenbarte fich bei öfterm Aufenthalt in Zandvoord: das Leben und Treiben der Fischerbevölkerung bildete von nun an den Vorwurf fast aller seiner Schöpfungen, die durch innige, harmanische Verschmelzung des Gegenstandes mit dem Eolorit eine packende Naturwahrheit predigen- So entstand eine Reihe Herr« sicher idyllischer Schöpfungen, wie »Erste Liebe". »Die kleine Stickerin", das Blümchen" u s. w. Das innere häusliche Leben der Fischer, von der Wiege bis zum Grabe, ist mit einer rührenden Innigkeit dargestellt, aiS ob der Künstler dies alles selbst erlebt hätte. Wie naiv rühiend ist »Mutters Hilfe", wo ein kleines Mädchen der kranken Mutter den Schemel herbeibringt, und wie fühlt man das Elend des »häuslichen Leids״ mit, wenn eine bleiche Fischersfrau den kummervollen Blick aus ihren von halb bettunkenen Kameraden umgebenen kartenspielendeu Mann richtet. Ergreifend sind seine Schilderungen der Nachtfeite des Lebens, wenn eine Mutter, ein Kind auf dem Arm, am Kirchhofe vorbeigehr, wo der Gatte schluuimert, oder wenn ein sturm- und wettergebräunrer Fischer mit vom Schmerz abgestumpften Zügen und schlaff über die Kuiecn hcrabhängenden Händen vor dem Bette sitzt, auf welchem die Leiche seiner Frau ausgestreckt liegt, oder wenn der Later mit den verwaisten Kindein über den Sttand eilt und die einsame Hütte auffucht. Durch diese Werke har Israels weit über Holland hinaus kunstgeschichtliche Bedeutung gewonnen als einer der hervorragendsten Führer der modernen Kunst. Namentlich auch auf deutsche Künstler hat er durch die von ihm ausgestellten Werke Einfluß geübt- Mit Anrang der sechziger Jahre, nachdem er in London die beiden Stücke »Ter Schiffbrüchige" und »Die Wiege" auSgestellt batte (1862), begann Israels auch im Auslande die verdiente Anerkennung zn finden, englische Galerieen beherbergen zahlreiche Buder von ihm und seit Jahren hat man sich daran gewöhnt, eine Ausstellung, in deren niederländischer Abtheilung der Name Israels fehlt, als unvollkommen und minderwerthig zu betrachten- Im Jahr: 1875 fiedelte er von Amsterdam in die Residenz über, und vier bot das benachbarte Scheveningen eine unerschöpfliche Fundgrube für sein scharfes Auge und seinen künstlerischen Sinn., Seine größten und bedeutendsten Schöpfungen find denn auch in dieser Umgebung enistanden. DerMeister ist im glücklichen Besitz einer unverwüstlichen Srbeitskratt; ein Blatt wünschte ihm zu seinem 7V. Geburtstag das Los Menzels, der ttotz seiner 85 Jahremit der Schaffensfreudigkeit eine- Jünglings beseelt ist. Und in diesen Wunsch werden alle Verehrer Israels aus vollem Herzen einstimmen. Gchweiz. .* ZArich, 2. Februar. Der Malhemathiker M. A. Stern, der Baker des bekannten Historiker Alfred ' Ster«, ist hier am 30. Januar hochbetagt gestorben. M. ־•] A. Stern, 1808 in Frankfurt geboren» war seit dem Jahre ״ 1830 Privatdocent der Mathematik in Götsingen. wurde׳. ׳ 1848 außerordentlicher und 1857 ordentlicher Professor» ׳% Länger als 50 Jahre nnrkte er an der Universität, an welcher ״ er seine akademische Lrhrthätigkeit begonnen hatte, in engster . J ungetrübter Harmonie mit allen seinen Kollegen trotz mancher politischen und religiösen Differenz, hochgeachtet von eine» ^jj großen, sich immer erweiternden Echülerkreise, aus dem tüch-: ך] tige Männer. Professoren der verschiedensten Universitäten, selbst Kollegen an seiner eigenen, hervorgegangen waren. ■ Er stellte sich selten an die Oeffentlichkeit, schrieb wenig selbst in seiner Fachwissenschaft, aber wie angesehen seine Leistungen *. waren, beweist der Umstand, daß Kronecker» der Herausgeber .* der hervorragendsten mathematischen Zeitschrift, nach Vollendüng der 50. Jahrgangs der letzteren, Stern zu einem neuen Beiträge auiforderte in dankbarer Erinnerung daran, daß s schon der erste Band dieser Zeitschrift mit einem seiner Beiträge geschmückt war. Am meisten wirkte er durch sein le- 4 bendigeS Wort in Vorlesungen und Uebungen. Aber Ster» f war eine Persönlichkeit, die sich bei aller Begeisterung für .4 die Fachwissenschaft doch mit ihr allein nicht begnügte. Er -ב war ein gründlich, ja allerseisig gebildeter Mann. Von seiner J Jugend an hatte er i» Folge seiner eigenen Erziehung und -Ä in Folge seines Umgangs mit künftigen jüdischen Theologen '■^j die Vorliebe für orientalische Studien behalten und durch vertrauten Verkehr mit hervorragenden Fachmännern vertieft. Er blieb zeitlebens ein tüchtiger Orientalidst, der gelegentlich j über Hebräisches und Assyrisches kleine Aufsätze und kritische 'öemerkurgen veröffentlichte, die von tiefeindringender Kennt» " niß zeugen.*) Bei Gelegenheit der Reformbewegung im Anfang der 40« Jahre, bei Bildung der sogenannten Franks. ,Reform-Freude", hatte er fich auch praktisch beiheiligt undfür diese neue Organisation Programme, Aufsätze» polemische j Artikel rc. veröffentlicht. -Z Echtvedev St-ckhol«. 8. Febr. (Orr.-Cor.) An28 ׳. Januar? ■J. sprach Hierselbst Herr Prof. Rylander (Christ) im V«eine - Z ״für junge christliche Leute" üb« da» Thema: ״Die altsynagogalen Melodien d« Juden." In dem Borttage, welch« ' '■£ in hiesigen christlichen Kreisen Aufsehen «regt und nicht A wenig zur Würdigung der Synagogengesänge beigetragen hat, «f suchte der Redn« den Beweis zu bringen, daß daalte J| christliche Kirchenlied zum größten Teile in jüdischen Mel»-.^z dien seinen Ursprung habe. Profeffor Nyland« hatte -sich IgS in daS Studium der altjüdfschen traditionellen Melodien s» M v«sieft, daß « in bewundernswürdig« Weist seine Hypo-Ml thesen durch Beispiele aus dem ״Baal Tefillah" von Ob«»« kantor Ba« selbst gesanglich zun, Vorttdge bringen konnte. ׳,SS Er exekutierte eine Anzahl hebr. Gesinge ttotz d« schwierige« 'W Phrasen rc. mit v«blüffend« Sich«heit und sprach sich HD schließlich üb« den ,praktischen Vorbei«" und seinen 8«■•« fass« sehr anerkennenswert aus. »Dieses Buch lasst wohl, so 9 meinte d« Redn«, an Genauigkeit und Reichhaltigkeit nicht»'',« u wünscken übrig, u. fteue« sich, daß die» mit so vielen Bei--;Hfl all ausgenommen« Werk g«ade auf schwedischem Boden entstanden sei." :9 — Herr Oberkantor Baer in Gothenburg ist leid« 9 schon seit länger« Zeit schwer erttanft; neben seinem förp«*;3׳| lichen Leiden ist e» dem sonst «immer rastenden! Manne be-HD sonders schm«zlich, daß seine bereits begonnene neue Arbeit,HW *) Wir ,»olle« bei dieser Selearnheil noch auf eine schon« Ar« -*fcj bete Stern'« in Seiger'« Zettschrtst S.Iahrg. S. 258. »D>- bildrr in Hi ob, <8, Sl n. SP- Hinweisen, in welche er die Daten Srr--jW selben in geistvoller Weise für.Wirt»«, Oiton, Hyaden u. Pleiad»»?" «W ertläit. ■fli

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