Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1894)
- Issue
- 7 (16.2.1894)
- Date
- 1894-02-16
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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< h V p■ b r <» nicht, um b.1rauf hinzuweisen, welche Uneinigkeit im anttsemi Aschen Lager herrscht, um zu registriren, daß von antisemitischen Blättern, bald der eine oder der andere Redakteur den Laufpaß erhält, wie eS da- ״Geschäft" mit sich bringt, sondern nur, weil au» dieser Privatklage BeachtenSwerthe» für Christen und Juden gu lernen ift: .Der Name Semit oder Jude ist ein Ehren amen. Sem ist und bleibt, wie sein Name besagt, der Namhafte unter den Brüdern, weil Jehova sich nach Sem benennt. Mit Sem zusammen zu wohnen ist deshalb JaphetSEHre und Heil " So schreibt der rühmlickst bekannte christliche Theologe Franz D e l t tz s ch in seinem Commentar zur Genesis S- 277. Dr. C- F. Hemann Pfarrer zu Basel sagt S- 48 in seiner Schrift .,die religiöse Weltstcllung des Jüdischen Volke»": ״Was Jesus für die Menschheit geleistet bat, bat er als Jude vollbracht. Denn als ächter Jude aus ächt jüdischer Familie erhielt er auch eine jüdische Erziehung und wurde von zarteste! Kindheit an im Glauben und Dienst Jehova'S unterrichtet .'־ Doch lassen wir das N. T. sprechen. ״Au» dieses Samen hat Gott, wie er verheißen hat, gezeugt Jrsum dem Volke Israel zum Heiland " (Apostelgcsch. 13,23) Auch Paulus sagt Römer 11, 1. ״So sage ich nun! Hat denn Gott sein Volk verstoßen? Dar sei ferne! Denn ich bin auch ein Jsraeliter, von dem Samen Abrahams, aus dem Geschlecht Benjamin". Wer Christ sein will, darf nicht das Iudenkhum und die Juden schmähen, denn ״er beschmutzt sein eigenes Nest " Raffen- oder ReligionS-AntiscmitiSmuS ist mit Christenthum unvereinbar. (Bergl. Matthäi S, 17-9. Lücä 16. 17. Römer 3. 31 Jacobi 2, 10.) Auch für uns Juden bietet dieser Prozeß eine heilsame Lehre. Die Juden, welche dem Glauben ihrer Väter den Rücken kehren, die aus selbstischen Zwecken die sinaitische Fahne verlasseu. sehen wohin der Wechsel führt. Die späteren Nachkommen zerren ihr« Ahnen aus den Gräbern, indem sie gegen ihre Religion und eigene Abstammung im Frevel oft auftreten. Jeder Israelit hat mit Treue bei seiner Fahne auSzuharrcn wenn auch da» Judentum ein Martyrium ist- Dies eriordert schon die Pietät, das 4. Gebot ״Lhre deinen Vater und deine Mutter." Abraham war bereit, seinen Sohn für Gott zu opfern, und Biele opfern nun Gottes Lehre, ja den einigen Gott selbst, für sich und ihre Kinder- Die Zeitgeschichte lehrt, daß die Unwiffenheit in der Gotteslehr« den JndifferentiSmuS erzeugt, welcher zur Gottlosigkeit oder »um Abfall von dem väterlichen Glauben fühtt. ,Ich bin ein Ebräer und verehre den Ewigen, den Gott deS Himmel», der da» Meer und das Trockene gemacht hat." Die» sei unser Losungswort! C» strebe rin jeder Israelit zu schöpfen aus den Quellen de» Heil», damit er den Gott unsrer Väter ehrfürchtet und liebt Need a. Rhein, 13 Februar. (Orr.-Eor.) Dem soeben veröffentlichten Bericht de» Hilfsvereins ,ESraS K'fuftm," dessen Zweck r» ist, heruntergekommenen Geschäftsleuten durch ginSfreie Darlehen die Mittel zur Selbsthilfe zu gewähren» «ttnehmen wir folgend« Daten über den Geschäftsbetrieb de» Jahre« 1893. Dre Zahl der Mitglieder, welche einen jährsichen Beitrag von 5 Mk. leisten, beträgt 23 >. Durch zin»- freie Darlehen zum Betrage von 1300 Mk. wurden im abgelaufenen Jahre 3 Personen unterstützt, und während des vierjährigen Bestehens im Ganzen Irr Personen mit 4050 Mk״ wovon bereit- 1200 Mk. zurückbezahlt wurden. Da» Le«in<vermögen beträgt 5320 Mk. gegen 4070 Mt. am Schluffe de» vorigen Jahre». Der Lettin hat seinen Sitz in Bocholt. Die Förderung seine» edlen Zwecke» durch Beiträge (an den Borfitzenden Herrn Lehrer I. Spier oder dem Rendanten Herrn A. Wehl) wätt oie schöasteBethättgung d«S GotteSworteS: ״Wenn Dein Bruder schwach wird und seive Hand finken läßt, so sollst Du ihn stützen." . Vemthe« o. S, S Februar. Gestern degiua der biefige «re» für Förderung der Handwerke unter den Juden, drffen KRrksamkrit sich besonder» durch Gewährung von Lehrgeldern :'4« arme jüdische Knaben bethätigte, sein ÖHährige« Jubiläum. Da» Arrangement de» Feste» lag in der Hand de» Herrn Max Pniower, der mit großem Flein und Geschick für eine würdige Feier Sorge getragen Den Prolog sprach Fraulein Silberfeld. Der BereinSvorsiVcnde Steinmetzmeister Rosenthal brachte an der Festtafel den Toast auf den Kaiser aus, worauf Rabbiner Dr. Kopfstein den Verein und sein Wirken feierte. Oberbürgermeister Dr. Brüning, der mit Stadtrath Schweizer zu dem Feste erschienen war. widmete sein GlaS der Stadt Beuchen und ihrer betriebsamen Bürgerschaft. In Szene ging alsdann Angcli'S .Fest der Handwerker." mit rauschendem Beifall ausgenommen. Es sprachen noch AmtsgerichtSrath L e v y aus das fernere Blühen der Vereins, Kaufmann Stadtv. G u t tmann auf unser Stadtoberhanvt: verschiedene auswärtige Redner übcrbrachten Grüße ibrer Vereine und Glückwünsche zu dem Jubelfeste. Einige Liedergaben des Kantorts Finkelstein und verschiedene Tafellieder sorgten für Abwechslung vis zum Tanze, der Jung und Alt bi» in den frühen Morgen fröhlich bei einander hielt O«terreich»Ungarn. Wien. 12. Februar. In der 20 Plenarsitzung des niederösterreichischen Landtages beantwortete der Statthalter Graf Kielmansegg die Interpellation des Abg. Schneider. ob er dahin wirken wolle, daß an den gewerblichen Vorbereitung-schalen im Jnrettsse des Unterrichtes und der Aufrechthaltung der DSciplin keine jüdischen Lehrer mehr angesteffr werde», dahin, daß an den acht gewerblichen Borbereitungscursen (int 17. und 18. Bezirk), auf welche die Interpellation sich bezieht, bei 1400 Schülern mit ungefähr 40 Israeliten dermalen 34 Lehrkräfte in Verwendung stehen. erledigter Lehrstellen ist der, daß bei Erledigung einer Üehrstelle die Supplenten des Bezirke» nach der Reihenfolge der Zeit ihrer Bestellung vorrücken, wenn nicht besondere Berhältnisse, z. B. weniger gute Verwendung, im Wege stehen. Zur Bestallung der Supplenten ist die vom k. k. Bezirks- Schulinsprctor abzugebende Beurtheilung der speciellen Qualification des Be>verbers erforderlich. Da sich dieser seit Jahren eingehaltene Vorgang bestens bewährt hat, die Ber- Wendung israelitischer Lehrer an den betreffender. Vorbereitungscursen bisher weder hinsichtlich der Unterrichtser- «Heilung, noch hinsichtlich der Handhabung der Disciplin Anlaß zur Unzuftiedenheil gegeben hat, und nachdem laut Art. 3 des Staat-Grundgesetze» die öffentlichen Aemter für alle Staatsbürger aleich zugänglich sind, ist der Statthalter nicht in der Lage, israelitische Lehrer von der Anstellung an den gewerblichen Borbereitungscursen principiell ausschließen zu lassen." ES wird zur Tagesordnung übergegangen. H44G, im Februar. Joseph Israels 70 Jahre alt geworden, und hätte nicht der plötzlich« Tod die Gatttn de» Künstlers wenige Tage vor seinem Jubelfest von seiner Seite geriffen» so wäre ein Fest veranstaltet worden, wie man e» in den Niederlanden zu Ehren eines KünstlerS wohl noch nie gesehen haben würde. Aber denuoch bliebe« begeisterte Beweise der Anerkenung uud Bewunderung nicht aus. Selbst die Regierung und der Hos, die bi» dahin sich grundsätzsich gegen jeden Schein der lauten Anerkennung künstlerischer und wiffenschaftlicher Verdienste beinahe hermetisch abschloffen, konnten nicht umhin dem Künstler eine Auszeichnung zu Lheil werden zu lassen. Der Haag'sche Kunstvcrein batte durch eia Rundschreiben die in- und ausländischen Lollegen des Künstler» eingeladea, dem groben Meister zu seinem Jubeltag ihre Huldigung darzu» bringen. Innerhalb weniger Tage haben denn auch etwa 350 Künstler au» allen Ländern Europa» dem Jubllar ihre Glückwünsche übersandt, darunter befanden fich Menzel, der zugleich eine kleine Zeichnung schickte, Herkomer, Alma Tadema, Munkacsy, Gabriel Max. Ltebermann. Deftegger. Uhde, Seganttni u. a-; selbst Schriftsteller, Bildhauer uud Mnfiker, wir Zola, de Seyter. Verdi. Rubinstein, Mar Bruch, hatten der Einladung de» Haagschen Kunstverein» bereitwillig und mit Begeisterung entsprachen. Die Kunsthandlungen im Haag und in Amsterdam hatten am genannten Tage nur JsraelSsch« Schöpfungen, sei e