Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1894)
- Issue
- 6 (9.2.1894)
- Date
- 1894-02-09
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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fltttcnfecT Lieb«;nt Wiffenlchaft erfüllt, sei«« Namen zu einem gefrierten und klangvolle« zu erhebe« und sich einen ebenbürtigen Wutz «eben de» hervorragendsten Fachgelehrten zu erringen l RU immense« Fleiß« und reichgesegnetem Erfolge bebaute er da» Feld, auf dem der drkanntr Gelehrte Wolf Heidenhei» «noervelkltche Lorbeeren sich erworben und hatte da» Glück, da» Auge von angesehenen Männern der Wissenschaft auf sich zu lenken. Erklärt doch Prof. Franz Delitzsch, besten Aufmerksam« krtt auf Bär durch da» von letzterem im Jahre 1852 veräffentlichte Thortth Ba>eth rive doctrina plena psrtectaqae accentaum Halmoram, Prorerbiorom et Jobi gelenkt worden war, denselben «brn dem damals noch lebenden Professor Dr. S. F r e n » d o r ff als den grüßten Senner der M a s so r a unter den Ietztlebenden. er verfüge Über die Forschungsergebnisse von mehr als drei Jahrzehnt«, und e» gebe keinen Gelehrt«, Frensdorfs nicht auSgenommen, der ihn, d« Handschristkenn« und Mafforetiker nicht über stch stelle. Da» Hauptwerk seine» Leb«,» begann Bär, zaerst «nter Franz Delitzsch'» Mitwirkung, im Jahre 1881 mit kritischen «urgaben de» biblischen Teile« und mehr al» ein Renschenalter verwandte er auf die Herstellung eine« kritisch gesichteten Bideltrxte», der, wenn vollendet, zu den correctesten gehvr« wird, die wir besttzm und deren Diskussionen der ▼aria leoüo schätzbare Beiträge für Grammatik und Exegese liefern. Jnzwisch« verband er sich mit Delitzsch u- Tischendorff zu einer zweisprackstgen Ausgabe de» Psatter«, veröffentlichte in Merx'S Archiv ' (Band I) eine umfangreiche Arbeit über die Gesetz« de» .Mel heg oder Soja", bearbeitete eine aramäische Grammatik mit dem kritisch berichtigten Texte der biblisch chaldäisch« Stücke, eine Arbeit, die «och der Berüffentlichung harrt und edirte eine Anzahl Schrift«, die dem Gebiete de» Ritus und der Liturgie angehören. Auf letzterem Gebiete erwarb er sich insbesondere große», ia unsterbliche» Verdienst durch die Herausgabe des groß« Gebetbuches Abodath Israel, best« geichichtlicher und sprachlich« Commentor eine wahre Fundgrube fördernder Auf- Müsse und Mttheilungm und von de» Sennern mit einem Sturme von Begeisterung begrüßt worden ist. Kär» 8erdi«ste blieben übrigens nicht unbolohnt: die philo sophische Facultät Leipzig ehrte ihn schon vor Jahren durch di« Verleihung dr» D octor titel» Kanons causa, die Stadt Biebrich, der« Sohn er ist. erteilte ihm da» Ehrenbürgerrecht. S. Ma der Satsrr Wilhelm 1. bewilligte ihm eine JahreSpenfion aus seiner Schatulle, die er auch noch heute fortbezieht. Aber auch der vorltegenbe Anlaß sollte nicht verübergeh«, ohne dem verdi«t« Manne reiche Ehren zu bringen. Dr. S i l b e r st e i n. Bezirksrabbiner in Wiesbaden. zu deffen Sprengel dir Gemeinde l Biebrich zählt. l«tte die Aufmerksamkeit der Süniglich« Regiernng auf unseren Bär und erwirkte für denselben eine hohe Anszeichnuaz: die Verleihung de» küniglichen SronenordenS vierte r f; Elaffe—Reiche Ehrengaben, die dem Jubilar zu seinem Ehren, z».׳ rage überreicht würden, ,«gten von der großen Verehrung, di« »*י derselbe in all« maßgebenden, insbesondere gelehrten jüdischen l Kreis« genießt. Nahezu allenthalben nahm man die von Dr- ^Nlberstein gegebene Anregung sympathisch, ja ,um TheU mit ^,-«chrbaster Begeisterung «tgegen- Die Nachbargemeinde Wir»-!chad« ließ ihm durch eine Deputatton de» Vorstände» eine Ehr«, .«ade in einem mit paffender Widmung geschmückte» Etui über- '»eich«: in ähnlicher Weise ehrte ihn auch die in Wiesbaden be- ^Dchend« Raffau-Loge- Au» London iDr. H. Adler). Eopen. .H>gm (Dr. Simonsen), Wien (Dr- Sübemann), Pari» v<Rtt. i«c. ,utrio) Berlin (D. I. G S.)> Breslau iDr. Suttmanu), Münch« (Dr. Perle«) i. A. ging« de« verdimtm L^Nanne durch Vermittelung de« Dr. Silberstein ansehnliche Ehren- « pl. Am Feste selbst nahmen außer dem Vorstand« und angesehen« Mttgliedern der Gemeinde Biebrich, auch zahl- K Ehrengäste Thetl. unter denen wir eine Deplttatton der »eiude Frankfurt Mobb. Dr. PlautundDr. Bärwald » der Gemeinde Main, <Radb. Dr. S a l f e l d) Hervorbeben . Nachdem -r. Dr. Silberstein die Sestrede gehalt«, dir wir an ■vs!■::״׳ andererStelled.«l.mitzuteilm in der Lag« «tt eul da» Wort UM Folgende» auszuführen. Die Streitfrage tm £&£?5£5.-» da« ®“” ״“£ ab« die Bethätigung ‘ dr» Erforschten, habe ber Jubilar am t^ffendsten mtschied«. da ti chm gelungen feW״ beiden e^ol»- m kein Er habe durch seine grundlegend« mafforrttsch« ALL •tM MMW '״״״״״ »rttU erforscht und da« al» wahr Erkannte währ«d eine» halb« Jahrhunderr» der chm ««vertrauten Schuljugend ftng^ vstanzk In gleicher Weise habe der Jubilar auf liturgischem Gebiete Bedeutungsvolle» geleistet und gleich einem Paitan de» Mittelalter« die von ihm gesichteteten und geordnet« Gebete andachterweckrnd seiner Gemeinde vorgettageu. So habe Dr. Bär ein halbe»Jahrhundert im Forschen und Lehren verbracht. Möge, so schloß der Redner seine Ansprache, dem Jubilar heute am 15- Schewat. dem Lage der Wiedergeburt de« Frühling», auch ein neuer Ledenifrühling beginnen, auf daß er mit ungeschwächt« Kraft noch viele Jahre in rüstig« «rast seinem hei. lig« Doppelberufe im Dienste da Wffenschast uud sein« Gemeinde »um Segen beid« obliege. - In herzgewinnenden Worten begrüßte Har Dftettor Drv S .׳» a l d d« würdigen Jubilar al» Collegen. rühmte ihn al» mustergiltige» Vorbild da Lehr« und vrie» die Gemeinde glücklich, die sich eine» Lehrer» rühmen dürfe, deffen Ruf weit über die Mark« da Stadt und de» Lande» hinauireiche, ja dn da Gemeinde Ehre und Ansehen in weiten Kreis« verschafft habe- H«r Dr. S o. l f e! d au» M a i n » feierte in gemüthoollm Wort« Herrn Dr- Bär al» dm Mann, da im Geiste seina Forschung die Arbeit« de» unvageßttchen Wolf Heidmheim sortsrtzte- Er «eben»« ihm den Ehrmtruak in einem prächttg« Pokale, den a al» Ehrengeschenk dankbar« Baehra au» da israelitischen Gemeinde Main, ihm überreichte-! Nachdem nun noch Har A l l m e v e r in Biebrich in gelehrt« Ausführung stch üb« die Bedeutung de» Jubiläumstage» verbreitete, Herr ReifenbergI Vorsteher da iSraelittscher LultuSgemeinde Biebrich, in ttefemvfund«« Wort« dem Jubilar den warm« Dank der Gemeind« für sein tteue» Wirk« und die Wünsche derselben für sein fanae» Wohlergehen dargebracht. üb«gab Har Sohn, da AmtSvorgänger de« Jubilar»,ein Lehr«. Veteran, in zum Theil humoristisch gefärbten Wort« da» paffend gewählte Ehrengeschmk da Semeindegenoff«. Ein evangelischer Theologe beschloß d« Reigm der Red« mit herzlich« Wort«, in den« ec. ein Jünger Franz Delitzsch'« d« Freund derselben zu seinem Freud«- and Ehrentag« b«- glückwünschte. Sin gemüthlichrS Beisammmsein vereinigte die Festtheilnehma, bi» da» Dampftoß die ftemd« Gäste mtführte- Da ward noch manch gute» Wort gesprochen und kamen auch die Glückwünsche zur Verlesung, mit dmen der Jubilar in den va« schied« st« Form« erftmt worden war- Wir nennen von Au»- wärtigem nur Pros- Kautsch und Sristeller- ES war eine schöne ahebmde Fei«, dir noch lange in der Erinnerung da Theilnehmer leb« wird- Vrtese ciaei heiter» MeiuftSdter«. IV. Erft wenige Wochen weil' ich wird« in Svree-Athm» wogendem Weben und Leb« und Stteb«, und schon weitet sich von neuem mein Haz — »ach Hadem Schmaz. Sie sehen, verehrt« H«r Redakteur, ich bin wonneafüllt. wenn ich nach weiland Richard Wagna» wohllautender Weise stattlich ,stab» reime", ob« in höhn« Töcbtnort Herz mit Schmer» dichterisch vermähle. Wie ,himmlisch, entzückend, beglückend" ist dies« für unsere höh«« Tvchtaschülerinnm. zumal w«n « von der Kanzel erklingt. — Sie soll« ab« auch dm Grund meine» jüngst« Schm«»«» uud mein« gegenwärtigen Frmde «fahr«. Sitz' ich da eine» schön« Ab«d» in einem Restaurant Rostock'», nahe dem stebmthürmig« Rathhau». rastend nach de» *) Sieh« da» beiliegende Lüd. FamÜirnblatV □