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Israelitische Wochenschrift · 1894-02-02 · 5 (2.2.1894) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
25 (1894)
Issue
5 (2.2.1894)
Date
1894-02-02
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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nigreich Sachsen nieder und erkläre hierdurch gleichzeitig meinen Austritt aus allen deutschsozralen antisemitischen Bereisen» denen ich bisher als Mittglied augehärte- Selbstverständlich werde ich fortfahren» für meine deutschnationalen Ideale (l!) und für die politischen, sozialen, wirtschaftlichen, sittlichen (??) und künstlerischen Anschauungen, Grundsätze und Forderungen, für die ich bisher mit vollster Ueberzeuguug und ohne Rücksicht aut irgend Jemand eingetreten bin, auch in Zukunft in der mir geeignet erscheinenden Weise und mit allen Kräften zu kämpfen. Leivzig, den 27 Januar 1894. Erwin Bauer.' (ÄufBöckel folgt also Bauer; wenn es so fortgeht, so wird gleich das ganze antis. Register von A bis Z (von Ahlwardt bis Zimm ermann) zu Ende sein. Lilsit, 23. Januar. Heute Nachmittag verschied nach langem Leiden unser allverehrter Bezikrsabbiner, Herr Salomon Friedeberg, im Alter von 71 Jahren. Er trat vor 33 Jahren, nachdem er vorher 5 Jahre in Militsch (Schlesien) als Rabbiner fungiert hatte, das hiesige Rabbinat an und wußte sich die Liebe und Achtung Aller, di« ihn näher kanuten, zu erwerben, was sich auch bei seiner am 25. stattgehabten Bestattung, der eine Trauerfeier in der Synaß!t voranging, an der auch viele Christen teil nahmen, tlich zeigte. Während seiner Sttldienzeit in Breslau hatte er gemeinsam mit seinem Studiengen. Dr. Grätz eine wissenschaftliche Abhandlung über die Opfer zur Zeit deS zweiten Tempels veröffentlicht. Sein Andenken sei gesegnet! vfterreich»U«O«r». Wie». Das große, von Profesior Gerolamo Navarra entworfene und ausgesührte Gemälde ״Prophetische Erscheinuug', welches in allen Städten, wo dasselbe zur Ausstellung gelangt war, so großes Auffehen erregt hat, wird nun auch hier im »Grand Hotel' ausgestellt. Nicht allein die glänzende Technik des Bildes, sondern mehr noch der Gegenstand desselben, welcher Israels Glauben und Kraft in Farben verherrlicht, haben allgemeine Bewunderung erregt. Wir geben im Nachfolgenden eine Erklärung der Allegorie: Vom Berge, über deffen Gipfel der erhabene Wahrspruch Israels erglänzt, strömt das Wasser, das Symbol des vom Ewigen entstammenden Glaubens; jener Wasser, welches, wie Heseftel in seiner Prophezeihung sagt, den Nahrungs- und Arzneipflanzen, nämlich dem Geiste und dem § erzen, den Lebenskeim verleiht. Diese, der Geist und das erz, sind durch die Gestalte» zum Ausdrucke gebracht, welche an beiden Ufern des Stromes im Vereine mit jenen die besonderen Charaktereigenschaften des Stammes Israel darstellenden Figuren gruppirt sind: Die Mäßigkeit, die Zähigkeil und die Arbeit. Der Mäßigkeit zur Seite stehen die Vorzüge des Familienlebens, die Wohlthat und die Baterlandsliebe. Um die Arbeit und die Zähigkeit schaaren sich der Handel, die Industrie, die schönen Künste, oie Mediein, die Chirurgie, die Machematik und die Astronomie. Die Tochter Israels, von zwei Engeln mir den zehn Geboten Gottes gefolgt, schreitet einher, indem sie, durch wilde Thiere und Schlangen sich bahnbrecvend, das Gift, das chr im Wege liegt, veruichtet, und dem Fortschritte und dem Frieden, nach welchen sie ihre Sehnsucht richtet, zustreb«. Eng schließen sich an den Fortschritt und an den Frieden die Wahrheit, die Gere,chtigkeil und die Brüderlichkeit. TaS sensationelle Gemälde wird zweifellos allenthalben eine bedeutende Anziehungskraft auf unsere GlaubenSgenoffen ausüben. Mera«. Or.-Cor. In Ergänzung meines jüugstenBerichtes über den hies. Friedhof muß ich ergänzend roch bemerken, daß außer dem Rabbinatscandidaten Dr. Bark Lny noch ein Rabb. Hirsch R o m m aus Sudark bei Kowno vor c. 10 I. hier starb und auf dem jüd. Friedhof bestattet wurde. Hier ruht ferner der bekannte hebr. Literat Peter SmolenSky, der ftühere Herausgeber der hebr. MpuatSschrist .Haschachar.' — Einer der ältesten und renomtrtestea hiesigen Curärzl ist Herr SanitätSrat Dr. HauSmaqn. Außer diesemgic eS hier noch 5 jüdisch« Aerzte und einen Zahnarzt, ab sehen von den Badeärzten, die nur zur Erholung hier » len mid nicht behandeln. Bezüglich des Armenwesen» laub« ich mir die Bemerkung, daß der Obmann der König warter^Stiftuug doch wohl die moralische Verpflichtung hät auch für jene unbemittelten Kurgäste nach Maßgabe der vo handenen Mittel zu sorgen, welch« im Asyl aus Raummangel k Unterkommen finden — dann wäre dem antisemitisch angehaucht« clericalen ״Burggräfler' keine Gelegenheit geboten, Hetzen" gehässige Artikel zu bringen, wie eS dieser Tage gegen firende Kurgäste geschah, denn Roth kennt kein Gebot da das Betteln untersagt ist, sucht der Arme indirecte HUP quellen auf. / Man scheint jetzt hier mit Bauplänen für Erwecke des Stiftungshauses, bezw. eine» Synagogenneubaue» gehen was für jetzt kein so dringendes Bedürfnis, ist, als i momentanen Rot der Dürftigen zu steuern. Die Lebende haben mehr Recht als die toten Bausteine für impomrend« ‘ pel. ״Wenn Israel seinen Schöpfer verläßt (und desien ׳ schöpfe), dann baut eS Tempel!" — heißt eS.schon in Bibel! Ar««kreich. Hbnri» Die neueste Levne des etudes jaives hält au» dem Rachlaffe Isidor Loeb's eine sehr in Abhandlung ״Betrachtungen über die Juden" und den Grund de» Judenhasses in allen Ländern an der literarischer Nachweise; auch weist der Artikel in sehr übei zeugender Weise nach, daß man nicht von einer rein se« scheu Rare bei den Israeliten sprechen könne, da dieselbe mit allen Raffen gekreuzt und theilweise ebensogut von d< Chozaren, den Finnen und Germanen abstammen wie den Semiten. — Der »Figaro' enchält einen großen Arttkel ,Diefta fische Nationalität und die Juden' von Bernard La Nach demselben setzt sich die jüdisch-ftanzösische Bevölk au» folgenden Elementen zusammen: 1. Die Maffe der Juden in Frankreich stammt au» Eroberung Lothringens 1553 und de- Elsasses IE Die Pariser Juden kamen thril» vor 1789 «Heils 1870 aus Elsaß-Lothringeu, wie die. Liste der Frankreich Oplirten auSweist. 2. Ein Element der Erwanderung stammt au» sparu-p giesischen Einwanderungen und ließ sich in Südosten ]־ reich» nieder. Einige von diesen stammten von 1394 au- Frankreich auSgewiesene Israeliten, I diese führten den Namen ,France»' und ließen sich Guyennr, der heuttgen Gironde nieder. S. Eine kleine Zahl wandert« au» dem Comttate Venaif ein, da» 1791 mit Fraickreich vereinigt wurde. 4. Eine große Anzahl Israeliten gehören fremden nalitäten au, von denen viele rhre Nationalität halten, andere dagegen durch Naturalisation auf> Zn dem nordamerikanischen Freiheitskriege, bei web Frankreich aus Seiten der Union stand, unterstützte diejübiß Gemeinde in Bordeaux durch eine SubScription zunft: 60,000 Mt. und dann mit 150,000 Franken die AuSrii ~ eines durch Stadt Bordeaux zu stellenden Kriegssd Auch aftiv nahmen die Jsraaliten an diesem Freihetttb theck, wie folgende Srabschrist beweist: ,Hier ruht Abr Safportas, Mitglied des Konsistorium», im Alter von- Jahren, uater den General Lafayette kämpfte er fütz ״amerikanische Uuabhtngigkeck mid erhielt den Orden ״Einciunatus" gestorben den 14. November 1825.״ Pnrt». Raynal, der Minister de» Innern, der.ss seiner jüdischen Konfession beim Beginn seiner jetzigen.^' riellen Thättgkeit angegriffen wurde, hat bei der der ISgiov d' honnear sämmtlich vorgeschlagene«

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