Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1894)
- Issue
- 5 (2.2.1894)
- Date
- 1894-02-02
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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lag nab HalSfchnitt getöbtet, da« brittc durch Betäubung vrastftich. Leim erstea Hoffen bei einer Blutmenge im von 111 Gramm 80 Gramm, beim zweiten bei 108 Gramm Gramm, beim brittea bei 108 Gramm nur 30 Gramm Blut atz. Aus biesea übrrraschenoen Versuchen geht hervor, baff de»- alb das Schächten die veste Methode sei Das haben auch et- Berliner Großschlichter erkannt, denn diese tbbten ihr Bich auf diese Weise, um dadurch eia besseres, haltbareres Fleisch zu erzielen. Die Gesellschaft schloß sich den intereffanten AuSführnagen der Bros. Tembo vollständig an, nur von einer Seite ׳wurden Zweifel gehegr, ob das zum Schächten nothwendige Nie- Zerlegen der Thicre für diese nicht qualvoller und seelisch schmerz- Ucher sei al» da» Betäuben durch Sopsichlag. Dagegen erwiderte ־ ros- Dembo. dab von seelischen Schmerzen beim Vieh gar keine sein kSnne nach all den Erfahrungen, die er gesammelt ,hätte. Ein Rind läßt sich meist vom kleinsten Jungen ohne Wirftreben ins Schlachthaus führen, wo ihm der Blntdunft ent- »steigt, wo eS die Leichen seiner getödteten Artgenoffen er- 'bückt, und wartet obne jedes Zeichen der Angst oder Furcht auf;den Tode»streich. WaS da» Nicoerlegen anbelangt, so hat man jetzt ganz ein- ׳fach« Methoden, bei denen absolut keine Qual stattfindet, und ja auch bei kranken Thieren zwecks Heilung ongewcndet werl. Durch einen Sopfschlag tritt aber nie Bewußtlossigkeit ein. Daß das Thier fällt, ist kein Beweis dafür, denn es ist vorgekommen, daß Ochsen, bie man schon für bewußtlos hielt, wieder Mfsprangen und dagrößte Unheil anrichteten. Such kanke 'Menschen haften die Aerzlc bisweilen für bewußtlos und besvre- ~$ca ihren unvermeindlichen Tod — und nachher erzählt der Rraake, daß er alles gehört hätte, nur nicht im Stande gewesen »Lre, Lebenszeichen von sich zu geben- Betäubte Schweine sind wieder au« dem Siedekrssel gesprungen. Selbst beim Kaninchen HMÜgten zwei Schläge nicht — beim ersten Schlag blieb eS noch bei vollem Bewußtsein — was kann man da beim Rind «Marren? Betrachtet man die Sache vom physiologischen und sanitären Eaftchtdpunkte, so ist dar Niederwerfen und Durchschneiden der Halsadern (die jüdisch« Echächtmethode) zur Zeit als die b e ft e LödtnngSart zu bezeichnen." Soviel steht hiernach fest, daß das jüdisch-rituelle Schlachten die am wcnigstea Qualen dem Thiere bereitende LSdtuagSart ist; alle etwaigen Einwendungen betreffen nur Lew vorhergehende Niederlegen dcsThiereS, dochistdiesem Hebe!stand durch zwei der neuesten Erfindungen, die wir im Folgenden besprechen, bereits abgeholfen. Beeilt« 28. Jan. (Or.-Cor.) Die thierschutzveretnliche Brmg gegen da« rituelle Schlachten bat da« Gute, daß neue Hoden erfunden werden, um alle Einwendungen dagegen zu Etz find zur Zeit wohl an zwanzig oerschiedrae Apparate und Maschinen ua Gange, um die Schlachtthiere möglichst fchoaend hinzalegen. Sie brachten jüngst ia Ihrem gesch. Bl. eine Notiz über hie Erfindung de« Herrn Puloermann ia Waldenburg betreffend da» Aersahrcn, eia Rind zu schächten, ohne daß dteseS vorher hiaaelegt zu werden braucht. (Siebe unter ,Waldenburg.") Raa hat Herr Lion W olff, der früher selbst prakt.Schachet einen Apparat erfunden, der im Aeniral-Viehof probeangewandt wurde. ES ist einsogenannter Polster-Apparat- Polster find derart konstruiert, daß selbst der schwerste beim Werfta darauf fallen amß und dadurch nicht die He Beläftigana empfindet. Der ganze Apparat besteht au« rln und soll nur 90 Mark kosten, hiefige konservative Zeitang äußert fich darüber wie nr waren am Dienstag Zeuge, wie hier eine pateattrte aoaag prooirt wurde, die, wenn sie erst allgemein bekannt eiaMthrt sein wird, wohl im Stande ist, den Hanum gelen Menscheu und besonder» dea Thierfreand mft Ge» erfüllen. Seitdem dir ,Thierschatzvereine" überall und jede Quälerei und Äclästtgung za beseitigen and nachdem die Veterinär-Polizei die Untersuchung der __ ev Thiere allgentein etnaeführt, haben dies« Orgoae . Aufmerksamkeit auch dem ,Schächtern", d. der Art, wie : Juden nach der biblischen und talmudtschen Vorschrift die 1*י׳־ rituell" schlachten lassen, zugewendet- S» ist nicht unsere Aufgabe, ein Urtheil über den Schächtaft für oder gegen zu geben, obwohl die bedeutendsten Veterinär-Autoritäten uno auch die praktischen Schlächtermeister diese TödtunaSart al« die relativ beste halten — aber die Vorbereitungen für diesen' Sft, da» Binden und Niederwerren der oft schweren Ochsen ließen viel zu wünschen übrig. Den Thierev werden die Vorderbeine gebanden, ein Stick oder Sette durchgezoae», diese an ein Hinterdein befestigt und dann mittelst einer Winde dieBeinc zusammengezogenworaus dos Thier auf die rechte Seite niederstürzt. Da» Ntcderfallen aus den gepflasterten Boden de» Schlachthauses gab am meisten Veranlassung zu dem Geschrei über Thierquälcrei und soll nun vermieden werden nachdem es gelungen, einen Apparat zu konstruiren, der diese« Niederwerfen außerordentlich erleichtert und die daraus entstehenden Schmerzen oem Thiere erspart. Herr Prediger Lion Wolfs, legt dem zu schlachteuden Thiere einen besonders konstruirten Sattel (Polsterwerk) an! auf diese» Polster muß da» Thier hinfallen, und selbst der schwerste Ochse fällt, anstatt auf harten Boden, nunmehr auf weiches Polster. Da dieser Apparat auch dem wildesten Thiere leicht anzulegen und billig ist. so scheint er sehr zweckdienlich." BSaldendvrg i Schles., 30. Januar. Die von nnserem EultuSbeamten Herrn M. Pulvermann im Verein mit dem Techniker D. Basch gemachte und patentirte Erfindung, durch welche das Thier vor dem Schlachten, gar nicht niedergelegt zu werden braucht, ist von solcher Bedeutung für die ganze jüd.-rituelle Schlachtmechode, daß eine kurze Beschreibung derselben wohl am Platze sein dürfte. Die Fläche auf welchen das Rind zum Schächten bereit dasteht, ist aus völlig ebenem Boden in gleicher Höhe wie der übrigen Schlachthvfboden. Die Fußfessrlung aber wird nicht durch Seile bewerkstelligt; es wird auch nicht jeder Huf einzeln für sich gefesselt, sondern alle vier Hufe werden gleichzeitig durch eine einzige Handbewcgung umkla imert. Ohne Beizug, zu gleicher Zeit mit der Fesselung der Hufe, wird ein Strick angezogen, wodurch mittelst einer a> >enselben befestigten um oie Schnauze des Rindes ge. ,rcn Binde der Kopf des Schlachttieres soweit auf den Rücken zurückgezogen wird, daß ein den Anordnungen de« jüdischm Ritus entsprechender absolut sicherer Schächtschnitt mög» lich ist. Durch eine einfache Federkonstruftion werden die vier Scharnierteile, welche die Hufe umklammert haben, wieder noch oben gestoßen, wo sie sich in Folge ihrer eigenen Schwere umlegen. Da gleichzeitig durch Loslaffen de» Strickes der Kopf wieder frei wird, kann das Rind ungehindert fallen. Die Montage dieses Apparates unterliegt keinen Schwierigkeiten. Der Apparat funktioniert, wie an dem zur Probe angefertigten Modell nachgewiesen wurde, in jeder Hinsicht vorzüglich und hat bei den Herren Kgl Kreisphysiku» Sani» tätSrat vr. Hoffman«, Kgl. KreiSlierarzt Wittenbrück, Schlachthofvmvalter K ü st i g n. A. die größte Anerkennung gefunden. Etwaige Bedenken auch der rnragieriesten Tierschutzverrinler, die etwa eia Einschneiden der eisernen Wirbel in die Fcssclgelenke bemängeln könnten, wird dadurch von vornherein die Spitze abgebrochen, daß die Umklammerung nicht durch Eisentheile vollzogen wird, sondeni durch dicke Gummiplatten. (Wir glauben, daß diese Erfindung eine groß« Zukunft hat, da sie dem lebenden Tiere gar keine Schmerzen bereitet, will man sie dem nach vollzogenem Schlachtschnitt hinfallenden auch ersparen, so köimte man den Wolsfschen Polsterapparat bannt in Verbindung bringen.) Leipzig DaS hiefige Aatisemireablatt. die ,Norddeutsche Ztg:", ver öffeatlicht folgend« Erklärung: ,Da ich nach in der Beartellung uad Behandlung der breaneafteu politischea JageSstagen nicht mehr in vollem Einoerständniffe mft der Leituag d«r deutschsozialen antisemitischen Partei befinde und auch sonst hinreichend« Gründe dazu habe, erkläre ich hiermit, daß ich au» der deutschsozialea Partei auStrete. Ich lege da« mft von den leipziger Parteigenossen übertragene Amt eine» Vertreter« de» ReichStagSwa-lkretse» Leipzig-Stadt im Gesamtvürstaade de« deutschsozialea LaudeSvcrdandeS für da» Sö-