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Israelitische Wochenschrift · 1894-02-02 · 5 (2.2.1894) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
25 (1894)
Issue
5 (2.2.1894)
Date
1894-02-02
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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die Apostel geschenkt Hab«, volle Anerkennung »ollen werde." Anhaltender Beifall folgte diesen Ausführungen. Herr Rabbiner Dr. Rahm er sprach der Rednerin, l,ie die Versammelten durch ihren Bortrag begeistert und ihnen eine weihevolle Stunde bereitet habe, seinen Dank aus. Er verglich sie mit der von Flammen der Begeisterung erfüllten Prophetin und Richlerin Deborah, die Israel aufaerüttelt und an die Pflicht der Selbstverteidigung gemahnt hat in einer Zeit, da Verwilderung geherrscht ringsumher. Solche Worte der Anerkennung aus dem Munde einer Nichtjüdin entschädigten reichlich für die meist aus Unkennmis hervorge» gangenen Schmähungen, mit denen das Judentum überschüttet würde. Hätten die Weisen des Talmuds diesem Vortrage beigewohnt, sie hätten sich von ihr« Plätzen erhoben und der geistvollen Interpretin ihre Huldigung dargebracht, ja wer weiß, ob sie uns nicht von dem Segensspruch ,der Du uns nicht als Frau geschaffen," (im Hinblick darauf, dag die Frau von der Erfüllung mancher an eine bestimmte Zeit gebundenen Gebote bestell seien) angesichts einer solchen Frau, die sich Belehrung über Bibel und Talmud zum Beruf erwählt, dispensirt hätten. Unter rauschendem Beifall stieg die Rednerin vom Podium und versprach dem Wunsche widerzukommen Folge zu geben. Mittheilenswert dürfte <•8 sein, daß der Herr Polizei- Präsident einen Polizeicoinmiffarius gesandt hatte, um de» Vortrag für ihn zu skizziren. Zur Ergänzung hatte er sich ani folgenden Tage das Manuskript von Frau Dr. R Remy auf einige Stunden ausgebeten, weil der Gegenstand ungemein inleressirt habe. Magdeburg, 28. Januar. Das neueste Hest der Msttbeilungen vom D- I- G-B. entält u. A.folgende »Aufforderu n g an die verehrlicheu Gemeindevorstäude": Bei der Ucbersiedetung eines Steuerpflichtigen aus dem Bezirk einer Synagogengemeinde in den einer andern herrscht keine Ueberrinstimmung über den Zeitpunkt . an welchem die Steuupflicht in der einen Gemeinde erlischt und in der andern beginnt. Hierdurch kann e» Vorkommen, daß der Betreffende für einen gewissen Zeitraum doppelt besteuert wird. Diese Sachlage war auf dem im vorigen Jahre abgehaltenen Semeindetage von der Bundesgemeinde Magdeburg hervorgehoben worden, und die Berfammlung hatte einstimmig den umerzeichneten Ausschuß beauftragt, auf Amderuvg dieses wenig wünschenSwerthen Zustande« hinzuwirken. In Lerfolg diese» Beschlüsse« ersuchen wst alle verehrlicheu Vorstände der Bundesgemeinden unS baldigst mitzutheilen: ») welcher Modus in Bezug auf den Zeitpuntt, an dem die Steuipflicht de« Neuanziehenden beginnt und d׳e des Abziehenden aufhört, bei ihnen geübt wird? d) ob dieser ModuS auf gesetzlichen oder statutarischen Bestimmungen beruht, oder nur im Wege der Gewohnheit festgesetzt Word« ist? c) welche Gründe für Beibehaltung oder für Aenderung diese« Modus svrechen? Ferner enthält oasHeft eine .Bitte" lr eine ״Warnung." Die .. Bitte" lautet: Seit mehreren Jahren beschäftigen wirunS unt der «u»wabl von Belehrung«- und UnterhaltuugSlektüre für uusueSchulmgeud Zemeinden und Schulen bitten un« vielfach um Ratb für die Einrichtung und Ausstattung von betreffenden Bibliothek«. Leider hat un« die Erfahrung gelehrt, daß zwar für Erwachsene and Gebildete hinreichende« Matena! zur Belehrung über!üdische Geschichte. Literawr u. s. w- Vorhand« ist. daß es ab« an Schriften, welche die Sinder in fesselnder Weise zu unterhcttteu n. in belehr« geeignet »fa«, fehlt. Anfragen bet angeschmen bafloaen Alben die« bestätigt, und e« ist von viel« Derselben Mtth ertheill worden, bei der?luSwahl sich nicht zu beengen. söLdern die allgemeine deuttche Jugendliterauw,für dies« Zweck ■n benützen- Wesen Weg hatte uns« Bibliothekmvorstaud schon länger« Zett beschritten, und unsere Büchersammlutm ist an E den Werk« nicht gerade arm: leider aber sind viele sehr ge- ׳ und gute Schnftm deswegen für unser« Zweck uubrauchbar, weil fie von einem abweichenden religiös« Standpunkt« au» grschriebm find Nachdem un« nun schon einigeaeschätzteFrauen und Männer nach sorgfältiger Durchlesung^von Büchern einzelne Schriften von Franz Hoffman. Ferdincind Schmidt. Dttilie Wildermuth u. s. w. als brauchbar empfohlen Hab«: bitten wtt Jugendsteunde un« geeignete Bücher unter genauer Bezeichnung der VerlaaSstelle haben. WünschenSwerth ist e« noch, daß angegeben werde» für welche » « lter. (für 8-11, 11-1« Jahre, ferner ab für die Höhere T öch t e r s ch u le) die oie Gu mnasi alzeit oder Schrift empfohlen wird. Die .W a r n u n g" lautet: In der letzt« Zeit wurden die d«tich« GlaubenSgentn noch erböbterem Maß. al« in früheren Jahren durch Bettelbriefe, welche au« verschiedenen Orten Deutschland« wie auch de« Ausland«, namentlich aus den galizifchen Gemeinden z.B. S k a la und B or S z cz o w hrrrühr« belästigt. Wir warnen hiermtt. solchen Gewohnheitsbetteleien irgend welche Berücksichtigung zu schenken- Zur Auskunft über Bittsteller erklärt sich da« Büreau de» D. I- S. Bnach wie vor gern brreit. Magdeburg. 2d. Januar Die in diesem Bl, (in vor. Nr. unter Magdeburg II) angekündigte wissenschaftliche Darlegung der best« Schlachtmethode durch Herrn Hofrat Dr. Dembo, der auf seine Reifen und während seines mehrwöchentlichen hiesigen Aufenthalts eingehende Untersuchung« und Experimente darüber angestellt, und bereit» ein hebr. Werk über das jüdisch-rituelle Schlachten ui Rußland veröffentlicht hat, hat vorige Woche stattgefunden. Der uns hierüb« au» Berlin zugegangene Bericht lautet folgend«- inaßen: ,Am Freitag Abend hielt H«r Professor Dembo au« St. Petersburg in d«physiologischen Gesellschaft üb« ,die verschiedenen Schlachtmethoden" ein« Bor» trag, d« die Resultate jahrelanger Studien.auf diesem Gebiete in Rußland, Deutschland und d« Schweiz zusammenfaffend darstellte. DaS Thema hatte insof«n ein aftuelle» Jntneffe, al» dabei in eingehender, sachgemäßer Weise auch das jüdische Schächten der Thiere besprochen wurde, da« im Augenblick zahlreichen Angriffen setten» der Anttsemirm und auch einig« Thierschutzvereine ausgesetzt ist. Die aualvollsten und inhumansten TödtungSarten, so führte der Vonrägmdc au», sind die mittelst Nackenstich u. d« Ma» k e. Beim Nack«sttch bleibt das Thi« bei vollem Bewußtsein, wie eine zur Prüfung der Schlachtmethod« in Pet«Sburg eingesetzte Kommission, d« er auch angehört hatte, durch wiederholte Ber» suche bewiesen hat. Hunde und Ochsen ftaßm nach dem Nacken» stich noch ihnen darg«eichteS Futt«: ja ein Hund war noch bei so klarem Bewußtsein, daß « das Futt« von einem Wärt«, d« ihn stets schlecht behandell hatte, abwie«, dagegm von eine« and«« Wärter, der ihn gut behandett batte, annahm. Bei Anwendung d« Maske warm durchschnittlich 4—6 Schläge erforderlich, ehe d« Bolz« in» Gehirn eindrang. und auch dann schwand da« Bewußtsein noch nicht, da da« Rückenmark, wie die von Professor Dembo gemachte Sektto» erwies» absolut nicht »«letzt war. Um eine Betäubung hervorzurufm» waren bei 4M beobachtet« Fällen durchschnittlich 8—v Schläge «ford«lich- ES ist nun eine durch die Wiffmschaft bewiesme Thalsache, daß B«hind«ung d« Blutzufuhr zum Geht« unbedingt mommtaue Bewußtlosigkeit zur Folge hat. Dies wttd «reicht bei« Durchschneiden d« beiden HalSarterim, wobei — nach höchstens 4 bis 5 Sekunden — volle Lewußtlofigkett eintritt- Demgemäß wäre die Schlachtmethode, wenn man den Ausdruck auwend« darf, die i d e a l st e, welche die Blutzufuhr zum Geht« unmittelbar abschneidet- Einem solch« Ideal kommt am nächst« d« iettens d« jüdisch« Schächt« geübte Hal»fchnttt. Eine Frage von höchst« Wichtigkeit ist aud«ersrtts die be» tteffS d« Haltbarkett de» Fleisches. Thatsache ist, daß, je we»U ger Blut im Fleische bleibt, letzt««» um so haltbar« ist. Prof. Dembo schlachtete >3 Saninch« von demselbeu Wurf und fast gleich« Größe nach 3 verschied«« Methoden. Da» erste wurde geschächtet, das zweite nach d« Berlin« .Methode, durch Be»

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