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Israelitische Wochenschrift · 1894-01-26 · 4 (26.1.1894) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
25 (1894)
Issue
4 (26.1.1894)
Date
1894-01-26
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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denullziertm den Redakteur und sriu Matt gleichsam de» Lande soecrats. Eine solche An «ge, von den religiösen Oberhäuptern Palästinas an die türkische Oberbehörde gerichtet, mußte selbstverständlich die Verurteilung de» Redakteurs Ben Jehuda und des Schreibers de» Artikel», seine« Schwieger» vater», sowie die Unterdrückung des Blatte» zur Folge haben. Damit begnügten sich die Oberrabbiner noch nicht, sie fügten zur staatlichen Verurteilung noch die religiöse; sie sprachen den Bann über den Landesverräter aus, was durch Anschlag den Bewohnern der heil. Stadt zur Kenntnis gebracht wurde. Wir billigen durchaus nicht das Vorgehen der hiesigen Oberrabbiner, ja wir verurteilen es aufs schärffte, aber Sie sehen, zu welchen Verwickelungen die ganze national-jüdisch« Bewegung, die sich hinter dem harmlosen Ramm Lolontsation Palästinas verbirgt, hier führt, und auch ander wegen führen kan». Vor. diesem Gesichtspunkte aus begreift man auch, warum die zionistischen Federhelden von den Eolonien aus Alarm» berichte in den Zeitungen, die in Rußland erscheinen, veröffentlichen, und mit einer Frechheit sondergleichen gegen die Oberrabbiner losgehen, dagegen den verurteilten Redafteur Ben Jetiuda als Märtyrer ihrer heiligen Sache hinstellen. Man begreift ferner, warum Baron Edmund von Rothschild, der Hauptförderer der Eolonien, und die ihm ergebene nationaljüdische Presse in Wien und Berlin in dasselbe Horn stoßen, und die sonst in jenen Blättern gefeierten Oberrabbiner geradezu des Justizmordes anklagenl Auch uns dauert das traurige Geschick des im Gefängnis schmachtenden Herrn Ben Jehuda und seines Schwiegervaters als Menschen und wir wünschen, daß ihre Berufung beim Obertribunal in Beyrut und eveut. beim Eassation»hofe in Eostantinopel von Erfolg gekrönt sein und die brotlosen Familien reichliche Unterstützung finden mögen — aber wir fügen die ernste Warnung an alle Jüdisch-Rationalen hin^u: doch nicht mit einem Feuer zu spielen, das von Palästina au» die Jaden aller Länder ergreifen und ihre bürgerliche Existenz gefährden könnte. Die LolonijanonSidee ist mit der jüd. Rattonalidee so eng verschwistert, daß es kein Wunder nimmt, wenn jene als Vorfrucht dieser bettachtet wird. Discite moniti! Ma-debara. Die von mehreren Seiten angeregte Frage — die auch oft an uuS gerichtet wurde — ob denn der bekannten Forderung der Tierschutzvereioe (Betäubung de» Tieres vor dem Schlachten) nicht auf andere Weise als durch die Schlachtmaske, durch welche das Gehirn vor dem Schlachten durchlöchert wird, genügt werden könnte, etwa durch Chloroformierung oder ein ähnliches Betäubungsmittel, wobei kein wesentlich^ Organ de» zu schlachtenden Tieres vorher verletzt würde— diese Frage ist kürzlich auch von der Schweiz aus an dm Rabbiner in Kowno gerichtet wordm, der sie au» halachischm Gründm verneinm zu müffm glaubte. Luch der in Berlin seit inehreren Wochm weilend« Herr Dr. Dembo aus Petersburg, der eingehende Untersuchungen über die beste Schlachtmethod« anstellt, spricht fich vom sanüärea Standpunfte dagegen au». Doch ist die Angeleamheit noch nicht als erledigt zu bettachten. — Herr Dr. Dembo wird die Ergebniffe seiner auf dm genauestm Blutuntersuchunam beruhenden Forschungm, die zu Gunstm der jüdische« Schacht» weis, führm, erst vor «ner großm Versammlung von Aerzten darlegen, «Heer dieselbm durch Druck der Oeffenttichkeit über- Hiebt. StaaSctar«. 21. Januar. ,Es gleicht da» H ö r e n nicht dem Sehen" lautet ein talmudffcher Ausspruch, und wir haben vorige Woche die Wahrheft desselbm bestätigt gefunden. Wie viel hattm wtt schonvon Frau Dr. Rahida Remy gehört, aber vorigm Dormerstag hattm wtt dft Freude, die begeisterte Verteidigerin der jüdischen Literatur, der althebräischm und der talmudischen. hier zu sehen, und wtt müffm gesichert, sie ist eine phärcmmale Erscheinung, die alle« über sie Bericht«« weit zurückäßt. Man muß sie gesehm Hab«« bei ihrer Arbeit, in ihrer hinrrißmden Begeisterung; gleich «nerl Prophetin steht sie da, und ihrem Mund« entströmen Perlen) gleich bald verständnißinnige Milde Worte der Belehmng, bald ׳ gewaltig ergreifende Worte ver Mahnung, bald herzerhebmde. Worte der Verteidigung, der Abwehr, und der Versöhnung., Der Eindruck ist ein unverwischlicher. man steht wtt gebannt - unter dem Zauber ihrer Sbeqeugung«vollm Rede. — Sie war. einer Einladung de» hiesigen jüd. Literatur» und Geschicht»«' verein» gefolgt und von ihrer Reise aus dem Haag über, Frankfurt, Mainz, Hannover, wo sie überall Vorträge gehaltm.s hierhergekommm und sprach im großm Saale de« Kaiserhof»j vor Herren und Damen, Inden und Christen, und zwar, weaa s wir nicht irren, zum ersten Male übtt dm Talmud. Wir werdm in nächster Nr. «ne kurze Skizze de» Vorttaa«»' bringen, so wie die Danttswottc, die der Rabbiner ®r. ■i Rahmer der Rednerin zollte. «•*(tat, 20. Januar. ^Bom antisemitischen Schau» platze XI.) Da« Herrenhaus hatte sich mit hörbarer Anstrengung^ zu dem Beschluffe aufgerafft, der Kal. Staatsregieruvg «ne Ve»' titton zur Prüfung der ,jüdischen Geheimg«etze" zur Berück» fichttgung zu überw«sm. Mit «ner Schnelligkeit, welche mft dem berühmtm Putkamer'schen »sofort" im grellem Widerspruch« stebt, ist diese Berückstchttgung erfolgt und da» negattoe Resultat ist bereits in «ner der erste« Sitzungm de» nach G«etzgebu»g in großem Style offenbar nicht lüsternen Herrenhauses verkündet! worden: es laut«: Hon pomubumI — die Ausführung scheint nach; Austastung der Staatsregierung undurchführbar. Dttfe 1 Antwott kann weder Freund noch F«nd befriedigen v«dea wäre es interestant gewesen, aus jenem Fabelreiche genauere: Äufschlüffe zu «halten. Warum undurchführbar? Warn«' verlangte die Staatsregierung. nach gewohnter bureauttattscher Manier, von den Petenttn nicht die Vorlegung de» zu prüfende» Matettal»? Warum wurden zu «ner solchm Prüfung nicht dtt; Spitzen der »Anttsemttifchm Berttnigung für Norddeuttchland" gegen Diäten herangezogm, dmm «ne solche klttne Neben«»»: nähme wohl zu gönnen war, um ihre Ehrenschulden zu bezahle«, 2 denn wie fie der. Wett «nredm wollen, hätten fich noch Dumme ■ gefunden, welche ihnen auf ihr »Ehrenwon" «wa» gepumpt HL1-' ten?l Die Staatsregiemng mußte misten, daß fie durch dieses ihre Antwott nur den Wagen di«er »Borftucht der Socialdemo-; kratte" schmiere, denn die Antisemiten werdm aus ihr da« ntitj auch verschämt« Zugeständniß de« Börhandensein« solcher) Bücher herauslesm, während es doch bekannt und durch da» Gut») achten der deutschen Rabbiner conkatttt ist, daß es gar keines jüdischen Seh«mg«etze giebl! Seit der Zerstörung de» zwttteo Tempel» zttttgt nur »ochs der Anttsemittsmu» »Prophttm" — läßt fich ja sogar der famose I Bvckel öffentlich bttcheinigen, daß er ,«n Proph« und Erlöser"! sei, was will man mehr? — Die Jaden legen ketnm Wett mehr) darauf» solche zu produzirm, und doch will man uns solche auf» zwingen. Ohne Prophettt ist es undenkbar, daß die Bücher^ stet« solchm Juden gegenüber gehttmgehattm wurden, welches ihr« Religion spät« den Rückm kehtten und, um sich al« toafd echte Ehristen auszuwttseu, über das Judenthum alle» Mö und noch mehr au»pland«n- Mögen doch die antisemitischeu Rabbiner Brimaan, Paulus Meyer und tnttn qaanti die Tchümbücher oorlegen. dmo wmn nicht einmal .Rad-Z bin«" Hüt« »ettelbm find, wer dma um» Himmelswillmtzl Dtt Rachkomwm Ahrons find e» nicht, sonst: Elias Ko hu.) Stöckettch« Reaomirjude, hilf! Da» Archiv d« Börse ist zu vttlm Nichtiudm zugänglich und dtt Rothschildschm Ka find gegen gcruianische ,Läger" ״durchgehend»" nicht sich« stellt. Dtt RechlSanwätte find noch nicht all« Juden und überdies ander« Norm» für ihre Bettttdiguogsredeu nehmen, und dtt Nicht«, welch« fich der ״Geheimgttetze" b«' *) Sk AsterphiwsoPhte kt ״taMala" wirb )Mt m gtnaaat, enthält aber Mae tr^nbwte •<<1 «es»«»" (»«».)

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