Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1893
- Issue
- 52 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 205 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/6492351-8722848-5962308--2314-5376125- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
r r -1 Schnell hatte der Pöbel, der noch «mßerde» von ve schied»» fremde« Ldut« aufgehetzt, die Gelegeuhett benmst »ud war i» viele Jude»Häuser eingedrnug», um »u raube». Doch auch Meuschealebe» ftel» dabei »um Opfer», da dies, fich nicht gutwillig ihre -ab« nehme« ließe« «ab sich topfit »Ährte«. Nur kurze Zeit dauerte diese roh« Gesetzerlofigkeit,!a Do« Samuel trotz des König» Verbot, sofort «ach de» einzeln» Theil» der Stadt größere uud kleinere Soldateua!» teiluage» entsandte, um die Ruhe herzustrllen. Tief niedei» geschlagen kehrt« er in seinen Palast zurück. ,Mte soll die» Me« werdend sagte er zu fich, „tautäglich zieht fich da» Retz enger und fester zusammen. Kein Entrinnen ist mehr möglich. O, dieser Do» Heinrich, er «eiste ht e» vortrefflich, jede Gelegenheit für seinen Zweck auitzubeutrn. Und dieser König, der immer mehr »naufhaltsau de« Wahnsinne entgcgeueilt! Er »Ul de» Mörder heut' uoh vor fich sehen, wenn nicht, ja wenn nicht? Soll deuu an diese» kleine» Pfeile» Spitze eine» ganz«« Volk«» Ruhe gehangen haben?!" Schreckensbleich stürzt« jetzt Rabbi Sautod Löw in dc » Gemach de» Minister». ,Lhr wißt e« nicht, scheint e»," rief er, „da» Ungeheuerliche?" „Da» ist'»? War bringt Such so sehr inMfteguug?" ,De» König» Loten durchziehen die ganze Stadt, ve:- kündeu unter Trommelschlag de» König» Willen und Befehl." „De» König» Wille und Befehl?" fragte der Minist? «bleicheud. - ,La wohl! Daß wenn der Mörder nicht noch heute ei» geliefert wird, so haben —" „So haben? —" „Eastilien» Juden morgen schon beim DageSgraueu di« Stadt, da» Land für immer zu verlast». Und wer dagegen handelt sei de» Tode«." ,,E» scheiut in de« König» krankem Gehirn ist »och «in kleiner Winkel, wo fich Don Abbuquerque'» Rachschlag eirigeutstet," sagte Don Samuel hitter. „Die« ist de» König» Dank." „Und .^öunt Ihr nicht«, gar nicht» helfend fragt« der Rabbi dringend. „Nicht», gar nicht«. Machtlos bin ich dem Wahnsinn Ltgchüber." „Und Maria de Padilla, die Such so sehr zum Daik verpflichtet M" ,Lst ebenso wie ich, durch diese unselige Krankheit ohr e Einfluß." „Dann lebt wohl, Don Samuel!" sagte der Rabbi, „ich Hab' von Glück geträumt, e» war eben nur ein Trauui. Der Engel de» Traume» entschwebt und der de» Tode» übeideckt mein Haupt mit seinen Fittigen. Lebt wohl, Don Sc- «nell Auf Medersehen dort oben." — Und schnell verließ der Rabbi da« Gemach. ,Ma» war da»? Wa» soll der finstern Rede Sion? Befolgt er meinen Rath? Verläßt er Sevilla «tü den Seinen? Er thäte gut daran. Ich kann'» nicht glauben, daß der König «» ernst meint, e» wäre Wahnsinn, and doch darf ich nicht zweifeln, denn Wahnsinn ist», wa» den Befehl ihn etngegeben." (Fortsetzung folgt.) «sferische E»««ttttsgefetz. Bo» DbttwMiiut Dr. Adler t» London. Ansteckende Krankheiten. .Geh» vir nun zu der Besprechung der Krankheiten übel, wir die wichtige Bemerkung vorauSsehickeu, daß M Pentateuch nicht da» alt« System der Theri- J peutik oder -eflkuud« befolge», souderu daß st,' statt Heß» dt« heut« al» verufinstigste uud bewährtest« anerkannte Methode der Vorbeugung substituiren. Der GesundheitScodex de» Pentateuch enthält Vorschriften, welche di« Verhütung, Hemmung und gänzliche vesettiguug derjenige« Seide» zum Zwecke habe«, die zu alle« Zeite« di« Mensch» ckw meist» geplagt habe», nfimlid) die ansteckende» Krankheiten. Die einrige dieser Krankheit», welche au» ist Zeit de» Pentateuch kannte, scheiut der >«»satz gewes» zu sei», obschon ich ge» zngrbe, daß über dies« Gegenstand noch tiefe» Dunkel herrscht. Die geg» diese furchtbare Krankheit vorgeschriebe«» Vorsichtsmaßregeln bestanden i« gänzlicher Jsolirung de» Kranken von den Familienglieder«, Freund» und der ganz» Umgebung» bi» hie Krankheit gehob» war, gründlich« Reinigung de» Krank» nach seiner Genesung, ehe er wieder in da» Lager zurückkehr» durfte, einer nochmaligen Ouarantaiae und Semsthtuog seiner Kleider uud sonstiger GebrauchSgegenstände. Einige der höchst» medizinisch» Autorität» unsere» Land«» geben noch heutzu, daß bei Auwendung diese» Verfahren» die verheerenden Krankheit.» unserer Zeit, all» Pokken, Scharlach, Ttzphu» (die traurige Folge de» Schmutze» und der Ueberfüllung menschlicher Wohnung») bald . schwind», oder sich doch auf ein so geringe» Maaß reduzirr« würd», daß sie in die glückliche Vorhölle (Umdo) der sel» tenen Krankheit» verwiese« werden könnt». Gesunde Wohnungen. Tiefe» Dunkel herrscht heut« noch über di« eigentliche Rade» A u»satze» au den Häusern, über welch» da» 14. Kap. de» 8. B. M. handelt. Eine lehrreiche Bemerkung über dies» Gegeustaud «lachte der sel. Dr. John Sutherland, Mitglied de» Genera l-Mediz in al-Eollegium», zu einer von Siev. Charle» Rtchso« in der Lathedrale zu Manchester gehaüenen Predigt. Redner wie» darauf hi«, daß die Beobachtung der SanitätSgesetz«, wie sie in dm heilige» Schrift» de» Alt» Testmueut» vorgeschrieben find, gmig« würde, zu verhütende Krankheiten sowohl von Ehriste« al» Juden fe» zu halt». Dr. Sutherland bemerkte hierzu, daß die Vorschrift über die Behandlung de» Au»- satze« au d» Häusern ei« bemrrkeutzwerthe» Beispiel für dir Verträglichkeit religiöser Vorschrift» mit einer gesund» medizinisch« l Praxi» sei. .Wenn ei» Hau» sich an einem Ort, befindet» wo die Luft beständig feucht und mit faulig» Stoff» angeftillt ift, oder wenn ein Hau» überfüllt und uuverhältuißmäßig lauge bewohnt ist, ohne daß die Wände getüncht worden sind, so wird der Mörtel mit einer Feuchtigkeit uud organisch» Stoff» gesättigt, die au» der Feuchtigkeit de» Athem«, der solche Stoffe au»scheidet, entsteh» u. s. ». Sobald diese» stattfiudet, wird da» Hau» ungesund uud die Farbe der Wände veräudrrt fich. St« grünlicher oder röth» licher Ueberzug, wahrscheinlich die Ansammlung kleiner R»Ee oder Schwäme, wird an verschied»» Stell» sichtbar. Hibäser nun, der» Wände fich tu solchem Zustande befind», sind e» gerade, tu welch» sich die Eholera oder audere fldfidemim gewöhnlich ihre erst» Opfer such». Wo fich daher eine solche Erscheinung ge^igt, da würde e» geuüa», wen« alle Stell» der Mauer, au welchen fich Flecke zeig», entfernt, der ganze Bewurf äbgekratzt »ud der Staub uud Schutt au» der Stadt eutfemt würden; hiernach müßt» dann neue Steine eingesetzt »ud da» Hau» fr«sch getüncht werden." W»n die Plage fich tu dem Hause aurgebreiter hatt^ so mußte der Priester, der damalige Fianität»b«a»t4^ da» Hau» abbrecheu, dt« Steine uud da» Holz uud de» Hause». Ein« wichtige Ermahnung für un», «ric. mit de» faulen und uugesundeu Quartier», heut. oirse Stadt «ud Umgegend »lehr», zu halbe«; Zwar eine Rtesmardeit» jedoch ein« solch«, «elche, Gemeinfinm und der Sroßherr<gkett einiger,' scheufteuude, schon begonn» hat; ein« Arbett, welche |