Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1893
- Issue
- 52 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 206 (sequence 4)
- Language
- German
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üiü de» Manfisn House-Rath» bei seiner Sorg« «« dt«. Ein» r chttmg der Bollrwoi,imugeu doc»me»tirt; «in Problem,' des- 1.^1 Lstung die Slachrversammlungen London» «nd der Prolv'Lmit aller Energie aastrrbea müßten — «in Werk, welche»;r. der allernächste» Zukunft gründlich und vollständig seiner Vollendung entgegengeführt werde» müßte, wenn England de» einzigen echten Nationalreichthnme», der Gesundheit sei» licr ganze» Nation, fich erfreue« will. Land und Leute. Rebe» diesen Berordnungeu enthält da» mosaisch« Gesetz noch andere Vorschriften, deren unmittelbaren hygienischen Zweck die medizinischen Autoritäten aller Zeiten und aller Länder rollständig anerkannt haben. Mägen diese sanitären Rück» sichten anderer Gesetze nun auch nicht so einleuchtend sein, io «erden fie doch de» denkenden Gelehrte» nicht» destoweniger bedeutungsvoll erscheinen. So legt Salvador in seiner „Geschichte der mosaischen Institution" großen Nachdruck auf reu Umstand, daß die Ackerbaugesetze der Bibel, die eigentlich nur für die Israeliten al» Ackerbauer berechnet waren, zugleich auch den Zweck gehabt hatten, eine starke und kräftig« Rasse zu erziehen. Jede Familie hatte ein bestimmte» durch da» Loo» ihr zugewiesene» Grundstück, welche» fie nicht veräußern konnte und welche» fie mit unermüdetem Fleiß« p-vauen mußte. Wir wissen aber, daß, obschon der Loden Palästina'» nicht sehr fruchtbar war und obschon einige hü- ,'-Iige Gegenden von Natur trocken und fest waren» diese denrioch durch den terraffenfämigen Umbau und indem man die Hügel mit reichem Humu» bedeckte, so ergiebig waren,' daß ein fruchtbare» Land gewonnen wurde, welche» von Milch und Honig stoß, eia« Perle io der Wüste, ein Palmeubaiu inmitten der Einäde, ein herrliche« Erbtheil unter den Nationen. Salvador betrachtet auch die Wallfahrten nach Jerusalem r.n de» drei jährlichen Festen, welche eine Veränderung der Lust, de» Orte» und der Beschästung zur 'nothwendigeu Be» dingnng machten, hauptsächlich darauf berechnet, einen wohl» l naenden Effect sowohl aufGeist und Körper der Einwohner de» Helligen Lander zu üben. DiätätS-Gesetze. Eingehender will ich mich jetzt mit den verschiedenen Gesetzen über di« Nahrungsmittel beschäftigen, welch« für die Israeliten, obschon fie nichi mehr im Laude der Verheißung roohoeu, fortwährend eine bindende Kraft haben. Daß diesen verschiedenen Gesetzen aurschließlich nur hygienische Rücksichten zu Grund« liegen, wage ich nicht zu behaupten. Al» einer von den Zwecken dieser Gesetze aber wird die Aufrechthaltuug der Rassenabsondernng angegeben. Auch iürm nicht bestritten werden, daß dies« Gesetz« einem hohen moralischen Zwecke dienen sollten. Die verschiedenen Verbote sollten den Israeliten durch di« unausgesetzt wiederholte Erinnerung, fich derjenigen Nahrungsmittel, welche al« Leckerbissen galten, zu enthalten, lehre», daß er fich zum Herr» über seinen Willen machen, jeder sündhaften Neigung widerstchen und jeden gesetzwidrigen Wunsch unterdrücken müsse: „Durch Selbstbeherrschung, gehorsam den Gesetze«, Die frische Kraft der Jugend »immer zu verletzen." Aufrichtige Selbstcouttole, da» hohe Ideal vollkommenen Männer- und Frauencharacler», dürste-al» Leid und Seele dieser Ersetze angesehen werden. Diese» geht deutlich au» einer rabbintscheu Lchre hervor, welche sagt: „Der hat nur ein geringe» Verdienst, welche: spricht: Ich mag diese» oder jene» nicht essen, denn e« ekelt mir davor. Rur der hat ein Verdienst, welcher nach eine« Genüsse fich sehnt und fich dann dessen enthält, indem er spracht: Wie darf ich diese» genießen, da mein Later im Himmel e» mir verboten hat?" Ich glaube nun, ancehnnn z» dürfen, daß di« Beobachtung dieser ver» scüiedenev Gesetz« durch Jahrtausend« dazu beigetragen hat, die Hebräer mäßig und nüchtern zu machen» so daß sie »ach allgemeine» Urthell von eine» GewohnhettSlaster Morschheit, der Trunksucht, sich in bemerkenlwerther' frei zehalten habe«. Gleichzeitig muß jedoch zugegeben werde», daß bei viel»1 dieser Gesetz« auch eine bestimmt«, auf die Erhaltung der Go-H suudhett hinzieleude Absicht erkannt werden kann. Da» die-, als unrein erklärten Thierr betrifft, so wisse» wir ja, daß unter de» Vierfüßern alle Fleischfresser Verbote» wa-- re», da diese besonder» für Parafiten empfänglich find, von den Vögeln wären di« Raubvögel verboten, well die meisten derselben, besonder» in heißen Ländern, al» natürliche Gassenkehrer sich vom Aa» und Unrath nähren. Die Gefahre», welch« der Genuß de» Fleische» von mit Parasiten behaftete» Thieren erzeugt, traten augenscheinlich beim Schweine hervor. E» ist kaum 30 Jahre her, al» man eine neu« krankheft, die furchtbare Trichiuost», entdeckte, welche durch den Genuß von Schweinefleisch, in wllchen die Trichinen ihre« Aufenthalt haben, i« menschlichen Körper entsteht. In Villen Fällen verursacht diese Krankhllt Abmagernng und Schwindsucht. Wo fie epidemisch austrat, nahmen oft' ja sogar der ErkraukungSfälle eine tätlichen Ausgang.*) Ans einer alten Urkunde. Wohl Anspruchrlosere» aiebt e» nicht In unserem ganzen Städtchen, — Also erzählet der Bericht — Al» unsere jungen Mädchen. Wenn früher wollt' ein Mägdllln stein Sucht" e» nach einem Ritter, Der ihm macht' ein Beschützer sein In Sturm und Ungewitter. Doch jetzt — so schließet der Bericht — Ist alle« die» von Röthen nicht. Ist nur der Geldpunkt richtig. Da» Andre ist nicht wichtig. Aar Weinberg. GrdnnKrnspttttrrs. Bon N. Zur Höhe. v An manchem Abgrund nah vorbll '-v. Geht e» zu Würden stell bergan, X Und wer nicht ganz vom Schwindel frll, N Der schleicht fich kriechend gern hinan. Mu» dem Spruchschade» »almud. Poetisch übertrage» von Max Weinberg. Starb Dir ber Bruder, fti t» Mahnung Dlrl Blick hin ans sei», blick ans Dein eigen neben, Db er'», ob v»'», »oz» ** «nch gegeben, _ Genügt z» Gotte» Lhr«, «nch zur Eier. Schieb dor Genoß so schaut «Nch um im Nrets«, Db er, ob ihr genützt da» »eben «eis« — Und war'» verfehlt, erhebet ench zn beten Für ihn, der vor den Richter stahl getreten. (Saddatb 106.) * * * Bist zwar «in £ömt, doch Fuchse» Sohn, Lr aber ist LSw« von Vater her schon. (Lada moai» »4.) De» Reichthum» wStjt spürst vn erst, wenn v» ihn, wie Da sollst, verzehrst. IDi« Schlachtgesetze habe» gebracht. «»»sührnngea über die , in Nr. bl und »» her .Ist. Wo^«s» Malt: De, fckr« nn» fei, Mischer «ftttster. Ertzübmng an«.“ » Ze«lt»,s Uncc Dt, lb(< Weinberg. — Gedantenwlitter. Von R. — An» de» Spr. bei ralmnb. Von Star Weinberg. LrrmMvorl. Redakteur: vr. Rahmer Magdeburg. Druck:Friedrich Rasche * Eo. Magdeburg. Berlag: Rober Friese-