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Jüdisches Familienblatt · 1893-01-01 · 50 (1893) · p. Seite 193

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1893
Issue
50 (1893)
Date
1893-01-01
Page
Seite 193 (sequence 3)
Language
German
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fle, ganz taub gegen jeden Lärm, dir in den lichten Tat! hinneiu schlafen «erden. Ihr seht wir find allein. War hin dert mich, Euch jetzt zu tödteu. Doch keine Furcht, mit solch' entehrtem Blute besudle ich mich nimmer." Don Heinrich« Seficht war aschfahl geworden. «ut> seinen Augen konnte man die namenlose Furcht herautzles« „War willst Du also vou mir? Was Hab ich Dir gethau?" fragte er abermal»' ,Lch will mich räch«, doch ist die» erst der Begim «einer Rache. Ich will Euch treffen bi« in'» Herz hinein wie Ihr mich habt getroffen." „Wer bist Du Elender? so rede doch" schrie Trastamar und sprang abermal» auf Joel zu, doch dieser ergriff den Arm mit kräftiger Faust uud drückte chn mit solcher Gewalt, daß der Prinz laut auffchrie. ,Lch biu Joel Tibbur au» Toledo. Rennst Du midi jetzt?" Erschrocken war Don Heinrich bet diesen Worten zurück - gewichen. „Tibbur"' stammelte er. „Tibbur, dem du öeah, sein Weib gestohlen, Tibbur, den Du mit der Waffe zu Boden schlugst, al» er, der Wehrlose. Dir gegenüberstand, um von Dir Rechenschaft zu fordern, Tibbur, der geschworen hat, sich fürchterlich an Dir zu rächen. Sieh' diese Rarbe, Du hast sie mir geschlagen. Du Räuber «einer Ehre, Du Mörder meine» Glück», der sich Edel' mann uennt.'l „Willst Du mich morden?" „Rein, habe ich gesagt." ,La» willst Du also?" ,Ln» Herz Dich treffen, durch Deine» Ehrgeize« Wahnsinn!" Mt einem Sprunge war jetzt Don Heinrich am Fenster, «he e» Joel hindern konnte. »Werbet, man will mich morden," schrie er „herbei." Uud thatsächlich schritten jetzt einige Offiziere schnell Übei den Hof zu dem von Don Heinrich bewohnten Trakte. »Letzt bist Du in meiner Gewalt" jubelte Don Heinrich. „Roch nicht" eutgegoete Joel und eia gewaltiger Faust - schlag traf de« Prinzen Antlitz und streckte in zu Boden. „Mt diesem Schlag in Dein Seficht Hab' ich den, der mir M>: Rarbe schlug, ausgeglichen" sagte er ruhig. „Wir werden uni, ' Wiedersehen. Denk an mich. Glaubst Du in Deinem höchsten Htck zu sein, daun denke an mich, dann wirst Du stürzen tief, lief." LI» die Offiziere eintraten, fanden sie Niemanden auße: .dem am Boden liegenden Prinzen. Fortsetzung folgt. LaS mosaische GaattLtsgesetz.*) Die Aufforderung, in Ihrem hochlüblichen Verein einen Vortrag zu halten, gereicht mir zur großen Ehre. Da« von mir gewählte Thema „da» mosaische SanitätSgesetz" ist ein so umfang» uud iuhaltreiche», daß e» in dem kurzen Zeitraum vou einer Stunde nicht erschöpfend behandelt werden kann. Ich bi« in der That versucht, auf diesen hochwichftgen Ge gmstand in seinen mannigfaltigen Beziehungm die Worte ^Shakespeare'» anzuwenden: .Kit’ da» ganze Fachwerk hi». Es würde dann so west der Rau« Daß Euer Dach ihn nicht bedecken köuMe." E» ist mir jedoch wohlbekannt, daß einige Theile ta) mir zu besprechenden Segenstande» schon in früheren voral» in dem Ihre» hochgeehrten Herrn Honorar-Secrede» Sir Benjamin Richards»», und de» Herr» Eruest 1 berührt worden find. Diese werde ich daher ganz kurz ln, dagegen länger bei denjenigen Punkten verweilen, tu der Tradtttou nach den in der heiligen Schrift ge» Wiuken und Andeutungen ihre Erklärung uud Begehalten vor der Mitgliedern de» Banstists»vereint leche a» 1. November 1S»3 vo» vbarrabbtner Di. London. ^^^gchalt« gründuug finden. Daher werde ich mich über unser Tiä» tättgesetz nur ganz kurz verbreiten, eingehend aber unsere Schlachtmethode besprechen, welcher in jüngster Zeit eine besondere Aufmerksamkeit zugewendet wurde. Gestatten Sie mir nun gleich Eingang» die Bemerkung» daß Sie durch Gründung diese» Sanitättz-Berein» der englisch« Kirche ganz in Uebereinstimmung sowohl mit dem Geiste al» mit dem Buchstaben der Bibel gehandelt haben. E» ist ein großer Jrthum, zu glauben, daß die Religion fich ausschließlich mit der geistigen und sittlichen Natur der Menschen beschäftige uud ihr einziger Zweck nur sei, der Seele im künftigen Leben zum Heil zu verhelfen. Da» ist keine«weg» die Lehre der von Ehristen und Juden al» heilig anerkannten un» überlieferten Schrift. Wollen Sie fich auf» Alte Testament berufen, so werden Sie finden, daß diese» nicht nur Vorschriften zur Förderung der Wohlfahrt de» unsichtbaren, jedoch wichtigsten Theile» unsere» selbst, enthält, sondern auch Regeln für die Erhaltung der sterblichen Hülle, in welche unsere Seele für eine gewisse Zeit einzuschlteßen Gott für geeignet gehalten hat. Die Schriften der Hebräer enthalten genaue und ausführliche Vorschriften zum Wähle unsere» sterblichen Körper», dieser so wundervoll eingerichteten „Harfe mit tausend Saiten", Anweisungen zur Förderung und Erhaltung der Gesundheit, Stärkung der Körper» kraft und Verlängerung de» Erdendasein», Anleitung zur Linderung und Beseitigung der Körperschmerzen und Todesängste» so daß wtr von diesen Vorschriften mit dem königlichen Dichter sagen können: „Leben find sie denen, die fie richtig auffaffen und dem ganzen Leibe heilsam." (Syr. IV. 22). E» wurde die Frage aufgeworfen: „Wird irgendwo im Pentateuch berichtet, daß seine Vorschriften einen gesundheitsfördernden Einfluß zu üben beabsichtigen?" Hierauf antworte ich mit Anführung de» Texte» au» 2. 8. M. XV, 26: „Und Er sprach: Wenn du gehorchen wirst der Stimme de» Ewigen deine» Gotte», thun wirst wa» wohlgefällig ist in seinen Augen, hören wirst auf sei» Gebote und beobachten seine Gesetze: so will ich keine der Krankheiten, die ich über Mizrajim gebracht, über dich bringen, denn ich bin Gott, der dich heilet." Hier find nun nicht blo» die Plagen gemeint, wodurch die Egypter heimgesucht wurden, sondern auch gewisse in Aegypten vorherrschende Krankheiten, und jene besonder» schrecklichen Epidemien, welche vou Zeit zu Zeit in diesem Lande wütheu. Der Sabbath. In einem vor einigen Jaheeu von Arbeitern gehalten« geistreichen Bortrage de« Sir Benjamin Richard so n über da» Sanitätkgesetz und besten Wirkung« auf d« jüdischen Stamm betrachtete derselbe die zehn Gebote al» hygienische Maßregeln, welche den Zweck haben, die Leidenschaft« zu beherrschen und zu leiten, da in Ermangelung einer solchen Leitung da» Leben verbittert, herabgewürdtgt uud verkürzt wird. Während ich zugebe, daß manch gesunoe« Argument zu Gunst« diese» Satze» beigebracht werden kann, möchte ich noch behaupt«, daß durchau» kein Scharfsinn dazu gehört, d« heilsamen Wert de» 4. Gebote», welche« die Beobachtung der Sabbathruhe fordert, zu beweisen. Die Wiff«schast hat dargethan, daß e» dem Menschen nicht gestattet werden darf, mehr al« 6 Tage in der Woche zu arbeiten, wenn Körper und Geist bi» in» hohe Alter hinauf gesund und kräftig erhall« bleiben soll«.?luch ein berühmter «rzt hat erklärt, daß er nie einen Menschen gekannt habe, der 7 Tage in der Woche gearbeftet hätte, ohne fich körperlich oder geistig zn ruinieren. Reinlichkeit. Mit welchem Nachdruck die Reinlichkeit eingeschärft wurde, brauche ich wohl nicht näher« erörtern, vor der Gesetzgebung auf Sinai erhielt Mose» d« Befehl: „Sehe zum volle uud heilige sie heute und morgen und fie soll« wasch« ihre Kleider l" (2. 0. M. XU, 10.) Wir sehen hieran», daß der göttliche Gesetzgeber eine innige Verbindung körperlicher Reinlichkeit «ft griffiger Vorbereitung vom volle veruwgte»

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