Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1893
- Issue
- 47 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 185 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Boden liegender Schwert und stellte sich schützend »or den Hvnig. „<54 scheint jetzt» kommen wir an dt« Reihe," ries er, „d«!h bei Gott, erst über meine Leiche soll oer Weg zu meine« ' Röntg führen." „Dank Dir, Do» Samuel", sagte Don Pedro, doch ich will D<r helfen, sie solle» an un» Beiden keine leichte Arbeit haben und schnell ergriff auch er ein Schwert. <5« stirbt pch zu Zweien auch beffer und lebend sollen fie und nicht haben" Eine hohe Gestalt war <«, mit roten struppigen Kopf- ,nd varlhaar in der Kleidung der Krieg»knechte, M| stch jetzt den beiden langsam näherte. .Zurück," rief Don Samuel, doch sofort sah er, daß der Söldner unbewaffnet war und senkte das Schwert. Ein trauriges Lächeln zog über da» nicht »»schöne Gesicht de» Krieger», da« nur durch den roten Haarwuch» ein:» solch unheimlichen Eindruck machte. »Stille," sagte er leise, »ich komm« in keiner feindlich:n Absicht. Trastemare hat heute schon genug Blut vergoss en und wird sich hüten, da« Leben de» König» und da» Sure auzutasten, glaubt e» mir. Lin ich auch nur ein einfacher Krieg»« kuecht, so kenne ich doch seine Plünr und Absichten, und »er Xob de» König» würde jetzt für ihn kein Nutzen, sondem «ilt Schaden sein." »Schaut mich an, Don Samuel", sagte er, und mit eiwm Rucke hatte er da» Gesicht nnd den Kopf von de» roten Haaren befreit, und ein edle«, männliche» Antlitz wurde für einige Augenblick« sichtbar. »Kennt Ihr diese Rarb«, wißt Ihr, wer fie mir schlug i" fragte er mit leiser Stimme. »Joel", rief der Minister freudig erstaunt. ,M«in König, wir sind gerettet, denn wen» Rettung möglich ist, so kan» nebst Gott nur er fie un» bringen." »Joel, der Hochzett»narr", sagte der Söldner bitte, ea Done», ja ich bin e». »Ihr habt Recht, Don Samuel, ich »erd« »ein Lebe» daran setzen, um den König und Euch zu ^befreien. Ob e» mir gelinge» wird, wer weist es. Doch n» Drost soll für Such sein, zu wiffe», dast Ihr nicht gänzlich : Htlsto» in der Gewalt diese» Elenden seid. Ich habe dir ttefahr geahnt und bin mit den Söldnern schon tagelang hier 1» der Festung eingeschloffen. Ich wollte Euch warnen, doch niemand durste hinan» und so mußte ich gezwungen bleiben." ,O hätte ich für all' die Sdleu sterben können, wie gern, wie steudig hätte ich wein Leben hingrgebe». Glaubt u ir, e» war entsetzlich, so ganz teiluahm»lo» zusehe» zu müssen, 'wie man sie ermordete und nicht» für sie thuu zu könn». ,8a» hätte «» genützt, wenn ich mit meinem Schwerte einig« ^dieser Mörder niedergeschlagen hätte. Ihr Tod war beschlossen nnd nicht» vermochte sie zu retten. Ich aber bin hier, «n da« Leben de« König» und da» Sure, Don Samuel, zu retlen nnd de»hald mußt« ich ruhig warten." »Und warst Du denn nicht gezwungen, dich an dt«fer ^Schlächterei zu beteiligen", fragt« der König, auf Joel mit 'Staunen und Neugierde schauend. ,Loel?" sagte der Minister, »er?" »Eher liest« er stch in Stöcke hauen. Rein, mein König, er ist edel und gut r »d * gar schwere» Leid hat ihm Don Heinrich zugefügt." »Die Zeit ist kostbar", unterbrach ihn Joel. »Höret «>u» ich Euch mitzutetle» habe. Meine Zett - habe ich hier znt )«nögeuützt, Alle glauben sie, dast ich de« König und set-en ^Minister tödtlich hoffe. Dadurch wird e» mir auch hoffentlich -Helinge», dt« Aufsicht über Euch im Gefängniffe, deny dahin ^Werdet Ihr kommen, zu erhalten. Bin ich mit Ench roh und blich, so vergebt mir, denkt e» mnst so sei», soll der gelingen. Und er wird gelingen, ich schwüre es Euch, j dem ewige», einzige» Gotte, oder ich komme dabei »m» dann verzeiht mir", sagt« Joel estifach. »Edler Manu", entgegnrte der König gerührt nnd stricktt -sei« Hand entgegen, „wie soll ich dir danken? Nimm Ring zum Zeichen der Dankbarkeit Don Pedro'» und r\ sollte ich von hier bestest werde», dann komme zu mir mW jede Deiner Bitten soll Dir» so ich'» vermag, gewährl sein."s »Ich werde kommen", sagte Joel, „doch wahrlich zckcht? um zu bitten." '% „Nochmal«, Alle« ist Dir gewähtt, setzest Du ja doch Dei«n Kopf auf« Spiel." 'i „Sh bah, meinen Kopf, den Kopf de» Hochzeit«narrrn, wa« will da» sagen, — doch cahig, ich höre Schritte nahen.'^ Und Joel tut« rasch zur Thür hivan», um bald darauf durch eine andere, w eder den Saal tu dem Augenblick: zu de« ■ trete», al» Don Heinrich mit Offizieren und Krie-ak »echten eiattat. Joel begann dir Waffen vom Boden aufzulesen und nähert« stch hierbei den beide« Gefangenen. Do» Samuel hatte den Fnst auf ei« der am Boden liegende» Waffen gestellt» «h« e» zu merken. Unwillig stiest ihn Joel znrück. „Heda, Herr Minister" sagte er mit rauher Stimme, „erschwert eine« nicht noch mehr die Arbeit. — Oh schaut mich nicht gar so finster ' an, Herr König, ich fürchte «ich nicht vor Euch. Ihr seid fertig. Don Heinrich de Trastemare, den Gott erhalten möge, ' wie ich e» wünsch«, er allein ist mein Herr, er allein hat in Eastilien zu befehlen." Don Heinrich warf einen lächelnde« Blick auf den kecke» Krieg»maon. „Wie ist Dein Name Geselle?" fragte er, ^vielleicht Hab' ich für Dich noch Verwendung." 'v‘.2 „So lang ich deuk' hat mau mich immer den lange» Jona» genannt, Hab' einen andrrn Namen nie gehabt, war auch nicht nötig." „Gut also, später kommst Du zu mir." Dann »endete er sich an sei« Begleitung. „Führt die beiden Gefangene» nach dem roten Thurm, dott solle» sie einstweilen verbleiben. Niemand darf mit ihnen spreche». Die Thor« der Festung bleibe» geschloffen, dtrH Brücke aufgezogen. Niemand, wer «» e« auch sei, darf Stadt verlasse», wer dagegen handelt, hat sein Leben verwirkt. HÄ Jetzt kort mit dem Judätkönigl" Don Pedro richtete stch stolz ans und durchschritt mit Don Samuel den Saal. In der Nähe Don Heinrich« ange»- langt, blied er plötzlich stehen und schaute fest in dessen blaffn» ««ficht. „Trastemare?" sagte er höhnisch lächelnd, „Bruder meine» Herzen», ich dank« Dir für dir mir gewordene Ueberraschuag, e» war ei« großartige» Schauspiel, da» ich mein Lebe» nicht.? vergessen werde, und ich werd' sie Dir immer gedenken. Doch / , fass mir mal, wa» gedenkst Dn wohl mtt unseren Köpfen an»^L zufang«»?" „Bi» e» an der Zeit, dann wirst Da e» erfahren, sei gewiß, dein Kopf, er wird nicht fester halte», al» al? der'^? Urbrigen, die dort unten im Hof liegen." . „Glaubst Dn?" ,^komm Don Samuel, laß un» beraten/ welch ehrend« Auszeichnung wir dem Schlächter Heinrich wohl verleihen werden." Mit zorulger Geberd« griff Trastemare an lein Schwert. „Wer hindert mich. Dir den Iudenkopi sofort zu Füßen zu legen," rief er. /;? (Fortsetzm,, felgt.) FSmfzig Jahre in» Diewfte de- Jmdewt««». . Di« Gemeinde Bene Jeschurn» in Etncinatt feiert« Sabbat Lech lech« in festlich geschmückten Tempel datät?l«t»jllbilä»m ihre» Stabbiner» Isaak M. Wts«. Musik, Reden nnd Blume« verherrlichte den einfach« tag. Nachdem bi« Sttmmen verklungen und dt« »erhallt waren» betrat der Jubilar die Kanzel nnd mtüH »oller, jngenbkräftiger Stimme sprach er feine» Dank an», zuerst der Gemettede und ihre« Vorstand«, die herrliche Feier ihre Teilnahme an ihren «chml brüderlich iedmdet hat. Denn, «chchtzsÄO«^ fuhr er fort ungefähr in