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Jüdisches Familienblatt · 1893-01-01 · 46 (1893) · p. Seite 181

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1893
Issue
46 (1893)
Date
1893-01-01
Page
Seite 181 (sequence 3)
Language
German
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„Auf Wiedersehen 3«U" h „Auf Wiedersehen. Don Samuel, vielleicht früher al» Ihr - glaubt." — — — — — — — — — — * Gabriel war nach Joel» Weggehen beim Minister lingetreten. „verzeiht Don Samuel, wenn ich Euch störe, doch die ' beiden Dolch« lasten mich nicht ruhe» und eia gar^seltsaner Gedanke ist in mir aufgetaucht, wenn ich ihn auch kindisch ßk fr A nennen must." „Lastt hören, wa» Ihr darüber denkt " „Al» Donna Iudithd ie beiden Buchstaben sah, da halt, sie n ihrer fröhlichenLauae garbald die pasteaden Namen dazu: „Es her Abuli". E» war rin Scheiß doch hat derselbe mich »uch zum Denken veranlaßt und ich fand noch einen Namen der «benfall» pastend ist. Ich weist, Ihr werdet darüber lachen, doch ich kann den Gedaatrn nimmer Io» werden." »Und welcher Name ist dies?" »Erwin Adner«", der Name de» Manne», der mein« Schweiler raubte." Don Samuel blickt« überrascht auf. „Ihr habl recht, Gabriel, die Annahme, dast der Dolch Eigenthum eben diese» Manne» sein soll, ist vielleicht niehr al» gewagt. Saum glaublich ist e», dast gerade Ijitr in «einem Hause wir eine Spur jene« Elenden finden sollten. Doch Sorte» Rathschlüffr find unerforschlich, und da wir keine anderen Anhaltspunkte haben, so wollen wir diese Spur verfolgen» wer weiß, wo hin fie un» führt. Ich werde leuch einige Leute geben, welche Euch zur Seite stehen sollen, um dl« Nachforschungen zu beginnen. Doch hoffet nicht allzrsehr und sehr wahrscheinlich ist e«, dast die Müh« umsonst ist". „Ich werde suchen" sagte Gabriel,,bi» ich endlich ersa sren Hab«, wohin mein« arm« Schwester gekommen ist." „Wenn ich nur wbstto", sagte Don Samuel jetzt wieder allein, »wieso Esther» Schleier tu Gabriel» Borgemach!am. Da» Mädchen weist darum, doch scheint eia Sehrimnist darunter zu stecken, da» fie nicht verrathen will. Wenn ich euch Esther nicht mißtraue, so beunruhigt e» mich denn doch sehr. Ich möchte sie nicht nochmal« darüber befragen und fie aufres en." Dou Samuel vertiefte fich wieder in seine Arbeit uad hörte nicht wie die Thür geöffner wurde und Esther schückürrn etatrat und fich ihm nahte. Zufällig aufblickend gewahrte er fie endlich, nachder» fie länger« Zeit zitternd dort gestanden. „Du besuchst mich auch, mein arme« Sind", sagte er fr« and - lich, „willst zusehea» wa» e» heißt ein Reich regieren helfen". ,Lch bin gekommen, Dou Samuel, um Euch für Alle mir erwiese«« Liebe uad Güte zu danken, da ich gezwungen bin, »och heut« diese» -au» zu verlasten, worin ich eine z Veite Heimat gesunde» habe." Erstaunt blickte fie Don Samuel an: „Du bist un» bös«, Rind", sagte er ernst» „wegen der Fragen, die ich an Dich gerichtet habe." „Wie könnt Ihr diese« glauben, nein! Ich habe, seht, «» fällt mir schwer e» zu gestehen, ich habe Euch b: reff» de» Schleier» die Unwahrheit gesagt. Ich weist, wiese der Schleier in jene« Gemach gelangte." »Du weißt (»V ,Za wohl, ich Hab' ihn selbst verloren dort, so glaub« ich" und rin schmerzliche» Schluchten unterbrach Esther» llrd«. „Beruhige dich, mein Kmd, gestehst Du'» ein, wird'» wohl kein Unrecht sein." „Unrecht, »ein, doch wär'» unrecht, wen, ich noch länger hier »lieb«. Ich wollt« e» Euch ja sofort sagen, doch schämte ich mich". „Warum hättest Du dich ,« schämen, Kind? Hast Du etwa» verschuldet V" „Rein! — «l» kleine» Lind noch,, nur wenig« Jahre - Ißhlie ich, so hat mein seeltgrr «ater mir «itgeieilt, lag ich, kMMH einen sonderbare» Zustand, den er mir »tau!» t ufge- Nacht hindurch auf einer Wiese, und leu hteud «ft «ot» «ntlttz. — Frühmorgr, trug mich mein Vater, al» er «ich fand, in'» Hau» hinein und bald war die Sache vergesteo, da fie für mich gar keine böse» Folgen hatte. Ich wuch» heran. Ich mochte etwa zehn Jahre alt geworden sein, da zeigte e» ft^, dast jene Nacht, verbracht im Freien, gar schrecklich auf mich eingewirtt batte. S, oft die Mondesscheibe hell und klar ihr Licht in meine Kammer warf, da mußte ich, mir nicht bewußt, aufstehn von meinem Lager, und, obwohl noch schlafend, ging ich dennoch sicheren Schritte» hinau» in» Freie und schaute starr, — so hat mein Vater f» mir oft erzählt — nach dem Monde, bi« ich gerufen wurde, oder bi» eine Wolke den Mond umhüllte. Gar vorfichtig hütete mich mein Vater immer, dast mir keine Unglück widerfahre. Al« ich daun größer geworden und davon erfuhr, fühlte ich mich so unglücklich darüber, daß ich oft den Tod mir wünscht«, Seit zwei Jahren hat dieser Zuftc-nd mich verlasten und scho» glaubte ich für immer davon befreit zu sein, da — gestern Nacht mußt' ich wohl wieder davon befallen worden sein, denn al» ich zum Bewußtsein kam, befand ich mich in einem fremden Gemach«, mir unbewußt, wie ich dahin gelangte." „Du arme« Kind," sagte Don Samuel, „und deshalb wolltest Du uns verlaffen?" „Must ich nicht? Darf ich Euch denn noch aufbürden, eine Kranke zu überwachen?" .,Du bleibst, Esther, Du wirst genesen, und glaube mir, nur Ruhe bedarfst Du, und dieser Zustand weicht vo» Dir" (Fortsetzung folgt.) Pödagogische Briefe über Erziehung und Unterricht Bon L. Treu. III. Du wirst, lieber College, au« den pädagogischen Briefen zweierlei herau«gefunden haben, — dast nämlich der Schreiber derselben den Unterricht im Hebräischen nicht al» „Freu«, den", sondern al» Blutsverwandten betrachtet wiffen möchte, und zweiten» vorau»gtsetzr, dast demgemäß jeder Religion», lrhrer mit ihm — dem Unterr!cht»fache — vertraut sei. — „Sollten Zwei zusammengehen und sich nicht kennen?" Rach diesen Worten de» Propheten darf man mit Sicherheit er» watten, daß der Lehrer, welcher trauten Umgang mit der hebräischeil Sprache gepflogen, auch zur Srkenntnt« und za« Lerständai» gelaugt sei. Er wird noch mehr gefunden haben, nämlich, daß dieser Unterricht - selbstredend iuden durch dt« Umstände gebotenen Grenzen — belebend und fördernd auf den Gesamtunterricht wirst. — Sollte nun ja ausnahmsweise der „Fremdling" irgend einem Lehr» ein „Fremder" gebliebe» sein und ihm Erkenntnis und Berständni» mangeln, dann ist e» ja leicht rrstärlich, daß auch die Liebe fehlt uad von iftn der in Frage stehend« Unterricht, der lästig« Gast, der nicht zu seinem Herzen redet, und mit dem er so recht nicht» aaz», fangen weist, barsch abgewiesen wird, — gegen da« Gebot, welche« dem .»Fremde«" den gastlichen Schutz verliehen wiffe» will. — — So weit hatte ich meinen dritten Brief eingeleittt und glaubte, mich umfomehr der Mühe überhoben, für meine» Schützling noch weitere Empfehlungen beizubttngen, al» diese» schon in zwei Blättern geschehen Ist. — Di« „Israelitische Lehrerzeitung" -— 1882 Nr. 44 — führt au» „Presse und Judentum" unter: „lieber die »jedeutnng der hebräische» Sprach« für unser« Zeit" unter anderen an: „Die hebräisch« Sprache ist daenm, ich möchte sagen die geistige Mutter» sprach» de» jüdischen Volke».' Der Vers, erkennt in ihr da» geistige Band de« zerstreuteil Israel». Zu« Zweite» brachte da» „Jüdische Literatublart" i»Rr. 40, gerade al» ich i» Begriff» war» mein Dt»postti»u»aeripp« au«zugeüalte», et» wesentliche« Stück desselben in der Rrcenfion über: »Was de» denttt der hebräischt llnterttcht re.", so treffend «tta«« Ge» da»ke«ga»tz, dast ich mir sagte, es liegt da» Gute in de» Slfk Daraufhin hätte der Schreiber pädMvtzischer Briefe, wa ei» MtvKnha Arbeit er.eichtert, M «tngche»d« B».

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