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Jüdisches Familienblatt · 1893-01-01 · 43 (1893) · p. Seite 169

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1893
Issue
43 (1893)
Date
1893-01-01
Page
Seite 169 (sequence 3)
Language
German
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— 169 — lbmatt tr nicht so leicht in sei» Retz. Der Plan ist so i bel Dicht. Natürlich steckt dahinter auch von Kraukreich die Prstchesfin upd weine andern Brüder selbstverständlich ailch. ,^Hüte Dich, Don Heinrichrief er» die Fäuste drohend balltnd, ^vischen nutz kommt e» »och »ur fürchterlichen Abrechnung itttd darin Gnade Dir Sott, dann »erd« ich all Dein« Sünde« Mt Esttemmale bestraf« und Du sollst an dir Gerechtigkeit DttUe» König» nimmer zweifeln.-- -* (S»rtfe|u«| folgt.) Hrürrtch Heitre alS dewtschttdttdttrtler Dichter Det Rumpf gegen da« Heiite-Denkmal wird von antlse» ntitischer Seite hauptsächlich mit dtr BehaNptnng begrün tet, bst dentschnationalr Gesinnung hatte Heine gefehlt. #hm Mole, tvir ««» gar nicht bei der Frage aufhalten, ob den» di« Diäter und Denker, denen in deutsche» Landest Dtntmäler erriditet worden find, alle auf deutschnationalem Boden oder nicht vielmehr, wie z. B. die großen Klassiker selbst, auf dem Boren tvtltbürgerlicher Gefirümng gtstaaderi hüben. Viel schlagender dürft« die Widerlegung der Depkmattz-Gegner durch den Rech, tvti« erfolgen, daß Heinrich Heine seiner deutschnattonalen löestmlung nicht nur indirekt in den zahllose» ironischen, |ur Aufstachelung de» Nationalbewußtsein« bestimmten, von ren Antisemiten au» Dummheit oder Schlechtigkeit al» baare Müaze genommenen Stellen, sondern auch vielfach ganz dirrtt AuSdiuck eben hat. Behuf» Führung diese» Beweise» mäge fier au» Heine'» Werken (Su«g. in 12 Bdn., Hamburg folgen: Probe» dentschnationaler Gesinnung au» allen LebenSabschmtten de» Dichter». Ast» dm „Reuen Gedichten" fest« weuigstrn» zwei angeführt: H.turl« (X. S. 9l). Lus dem 6dafofcMf zu Eauoffa > 6tfbt »er tzeulschr Kaiser Hetun», i Barmß und i« Büßerhemd«, Uud di« Nacht ist kalt und reguigr. Drude» au« de« Aeustrr lugeu Zwo Gestalten, uud der Lioudschei» Uederpmunert Gregor'« Kahlkopf Uud die Brüste »er Mathwi». Heinrich mit de» blaffen Lippen viurmett fr»»»» Pateruuster; Dock t» tiefen Kaiser herze» Heimlich knirscht er, heimlich spricht er: „Fern tu «nueu deutsch«» Lande» dtr starte» Birg«, yCMVUUM gegeben .«Niger 1876) fi SS'' Mw sich dtr starte» Birg«, Uud i» stille» BrraegschuGe ««chst da» «seu für dst Streitaxt. Landen höchsten Eich« für die Streitaxt. sichdt- Ind im Lea»» der «üchst det Holzstiel Da, atriii liebe«, «rtue« Deutschland, Da wirst auch dt» Dlau» getllrt«. Der die Schlange «eturr Qaalea Riederfchruettert mit der Streitaxt." Deutschland (X. ®. 100). Deutschland ist noch klein»« Kind, Doch die Sa»»' ist seine »mm«, Sst singt e« nicht Mt stiller «ilch. Sie s»»gt e» »t» childer Fla»»,!. f4"“’ UÄD il(|f Ml J9Un Ul M| VOUB« gdr Nachbarrsiud«, hütet Euch, Mit de« jauge» Barsche» z» had Uud schlägt Euch damit de» Uud dt« Kopse windelweich«. De» Sie^ried gleicht er, de» edit» Fuut sei» Schwert, Du wltst einst wie Siegfried sesu de» hätzli chen Beuche», Du wirst ihn tddte«, und seine» Hur». Dir Reichiklrinodien besitzen. Heisa I wie wird aus deine» Haupt Die gold«»« Krone blitzen l Diese beiden Gedichte stammen au» dem Anfang der vierziger Jahre und find von einer drutschnationalen Gefinnung und Zuversicht erfüllt, welche heult zu bekeuneu allerdings ein billige« Betgnügen ist, damals aber da« Eigentum nur einiger weniger kühner Geister war. Die „frommen" und „vornehmen" Kreise, die heute da« „Rationale" gepachtet habeu und sich erdreisten, von ihrem „nationalen" Standpunkte an«, ans eine« großen deutsche» Dichter Steine zu werfen, bekreuzten sich damal» vor den „frechen aufrührerischen" Ideen, wie fie in Gedichten von der Art der obigen enthalten find, und ließen die Werke de« Dichter« durch Zensoren und Strafrichter verfolgen. In der vom 16. September 1844 datirteu Vorrede zu leiuem Werke „Deutschland. Ein Wintermärchrn" scheint Heine (X, E. 180) diejenigen, d»>. heute al» unberufene Zioniwächter de« Deutschtum« ihn begeifern, bereit» gern gehabt zu haben. Tr schreibt da, nachdem er über die alberne Prüderie gewisser Lestrkreise geklagt: ,Wa» ich aber mit noch größerem Leidwesen vorau»sehe, da« iß da» Zetern jener Pharisäer der Rationalität, die jetzt mit den Antipathien der Regierungen Hand in Hand gehen, auch die volle Liebe und Hochachtung der Zeus« (wir würden heute sagen: der Staatsanwälte) genießen ustd in der TageSpreffe den Ton aagebe r können, wo e« gilt, jene Gegner zu befehde«, die auch zugleich die ihrer allerhöchsten Herrschäften find ... Ich höre schon ihre viersttmmen: „Du lästerst sogar unsere Farbe», Verächter de» Äatertande», Freund der Franzosen, denen du den freien Rhein abtrrten willst!" Beruhigt euch! Ich werde eure Fahaeri achten und ehren, wenn fie e« verdienen, wenn fie nicht michr eine müßig« oder knechtische Spielerei find. Pftanzt die schwarz-rot-goldene Fahne auf di« Höhe de« deatschen Gedanken«, macht fie zur Standarte de« freien Menschentum«, unt ich will mein beste« Herjblut für sie hiogeben. Beruhigt euch, ich liebe da« Vaterland ebenso sehr wie ihr. Degen dieser Lieb« habe ich dreizehn Jahre im Exil« verlebt, und wegen eben dieser Liebe kehre ich wieder zurück in« Exil, vielleicht für immer, jedenfalls ohne zu fiennen oder eine fchiefsuiulige Duldergrimasse zu schneiden." Und dann fordert er, die Deutschen sollten sich freiheitliche und gleichheitlichr Einrichtungen schaffen, um zu verwirklichen, wa« „unsere große» Meister gesagt und gesungen", daun werde nicht blot „Elsaß und Lothri ugen de» Deutschen zugefüllen", sondern „die ganze Welt wird deutsch werden!" Bon Vieser Sendung und Uaiversalherrschast Deutschland« träume ich oft, wrun ich unter Eichen wandte. Da» ist mein Patrioti-mu«?' , Heine'« Rationalgefüb! ist also mit ein«« hohen gdeali»« um» verbunden, für den di kenozeichneted „Schusterle" natürlich ktt« verständnt» . ___ da« dadurch äußerlich groß ist, daß «» inueriich stark ist, wie dit» durch gesund«, oottttümliche Institutionen herbeigeführt wird. Htiue» titfe Liebe zum »eütschen Baterkaude tritt uu» überall st» ganzen „Wintetmärchen" bald offen, bald uuter sehr trUsthaft gemeinten Spott über dt« Mängel uud Schattenseitt«, vor Allem die geistige uud potittsche Knechtung Deutsch, laudtz st» Jahr« 1843, »erst«« entgegen. Wie war« erklingt dt«.. Sehnsucht nach dem Batrtlande, di« ihu iu Pari» befall«, gleich ia den Strophen der Einleitung j Heißer uud tiefer ist dem Sehnen und Lerlauge« der Deutschgefiunt« jener Zeit oit AuSdtttck gegeben worden, al» im Kapitel XIV, wo ha» eitistigt Erwach«« Darbarofla« du Ktzffhäuser und sein Feldzug geatti die Feind« deutscher Statiön geschildert wird, wa rt heißt (X, 6. 218):

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