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Jüdisches Familienblatt · 1893-01-01 · 42 (1893) · p. Seite 165

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1893
Issue
42 (1893)
Date
1893-01-01
Page
Seite 165 (sequence 3)
Language
German
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Jtraunaibtn. Und mu fie sich nicht fürchten stich' Grausam» ketten öffentlich »u begehen» so magst D» daran» entN»!»«ra, daß sie »ohl schon sehr ans da» Gelingen ihrer Pläne rechnen." „Do« Samuel, wir geh'» nach Tor«, muß ja doihdtr Wunderliche« Sauten schanen und »ehe Trastemare. . . Steh «ns, mein Mädchen, sagte er taust, gar große« Leid iß Dir Widerfahren. Gerechtigkeit sol Dir werde«. Kann it» den Vater Dir auch «immer lebend grbeu, so soll sein Toi» gar sch»«rt Pein seinen Mdrderu bereiten." ,^komm mit mir, mein Jtinfe" sagte der Minister }i: Esther, „ich führe Dich zu meiner Tochter, dort magst ln «stnem Hause D» eine neue Heimat finden, di« namtnlose Willkür Dir geraubt." Stoch einmal blieb Don Samuel am >n»gange stehe r und richtet« seinen Blick fragend ans de» König. ,^Ohn« Sur»«"» lachte Don Pedro mit der Hand znm Abschied« winkenl, .,in Toro unterschreib ich Dir." 5. Ein lleberfall. Unter den schattigen Lanbgängen de« prächtigen, zurr Paläste Don Samuel» gehörigen, Garten ergingen sich t reuige Tage nach dem vorher Erzählten, zwei liebliche Mädchengrfi alten. E» war Judith, die Tochter de» Minister», und iisther» die Waise au» Toro. Schnell hatten fich die Herzen der beiden, im g eichen Aller stehenden Mädchen zu einander gefunden und Esther war, wenn auch nicht über den Tod 'hre» Vater» getröstet» s» doch ruhiger geworden und fühlte fich glücklich in ihrem neuen, durch Don Samuel» Güte ihr gewordenen Heim. „Du bist glücklich zu nennen, Judith", sagte Esche-, „in der dich uiugebtndeu Pracht und Schönheit, und wie beueiden»» wert bist du, solch' einen edlen hochherzigen Mann, nie e» Don Samuel ist, Vater nennen zu dürfen. Sieh, ict lebte ln bescheidenen Verhältnissen, war auch glücklich und zusriedrn bi» zu jenem Schrecken»tag. der mir mein Theuerste» für immer raubte." Und bittere Thräoen flössen über da» bleicht Aotl tz de» schönen Mädchen». „Weine nicht, Esther! E» war ein schwerer Schl, lg, der Dich getroffen, doch mußt Du in Demuth Dich Gotte» Z ügung ergeben und unterwerfen. Neue» Lebe» soll Dir bet mir erblühe» und Dir auch hoffentlich, wenn diese schwere Wunde erst vernarbt ist, eine glückliche, friedliche Zudinst werde». Du hast recht: «ein Vater, den ich so unendlich liebe, er hat ein zroße» edle« Herr und frendig möcht' er gerne immer helfen, wo Hilfe »ot. Doch leider ist seine Macht gar sehr beschränkt. Me viele sorgenvolle Dächte hat er scho« dnrchwncht, steht «r da» Glend, steht er seiner Glaubenogenoffen Rot, die gar si hoff» nnugtvoll, verttaueud auf ihn «l» ihren Schützer blicken. Und doch, wie schwer wird ihm »st dieser Schutz gemacht v m seinen vielen mächtige» Feinden I" Heber den ferne» Gebirgen war der Mond langsam empor - «stiege», er überstuthete mit seine» magischen Lichte Berg und - Thal, übergoß mtt seinen Zauberstrahlrv die Säume und Sträuchcr de« Satten«, spiegelt« sich in dem großen Marmorbaffin mit seinen plätschernden Strahlen »ad hüllte anch die . Heiden Mädchengesülsten ein, di« jetzt schweigend aebeneiaauder gleich Elfeng« stallen dahinschwedteU. »Du bist noch «» sehe angegriffe», Esther', unterbrach Judith da» Schweige», „Du brauchst der Ruh«, geh';» da» Hau» hinein» Dich fröstelt, gar bald komm« ich Dir «a«h. Ich , > will mr kurze Zeit Noch hier verwesten, genieße» all' di« Pracht diese» wonnigen Ahmed.' Esther gitzg llmgsamm Schrttw» dem Saust zu, »ährend sich i» riaem «f rin» kkrtnr» «tchtzta vestn ckichrn, »Wem 9MM» itMAUtkten »iotzk «ff «i»er Sank «lökließ. lkd twtNktW» Slick» üherschaute st« dst fistle «UistWnft t fc-i» «X. am. &» -ü.-1iwp. «e bvMßK an qr«ü Mb» ik angehauchten Wölkchen am duukrlbläiuu» mit Milliarden Sternen übersäeteu Firmamentt, bst dahin zogen, so leicht in ferne Wrltenlrilr. Und so» entrückt ihrer Umgebung, begann sie mit offene» Augen zu träume». Zu ttäumen von den Tagen ihrer »ne» Kindheit, wo noch dir fifiutter sorgend ihr znr Sette stand. Dir Mutter mit de« schönen bleichen Gesicht«, die immer liebevoll »ud zärtlich gewesen. Damlll» war der Säte.- noch nicht de« König» mächtiger Minister. I» stillen ttauten Fa« milieukreise verbrachte et seine Tage, doch er war glücklich und lebte in dem Glück der Sttnea. Und jetzt die Mutter tobt, der Vater von Gefahren all« Art Umringt. Pracht und Herrlichkeit umgab fie, jeder ihrer Wünsche, von ihr au»gesprochen» war auch sofort erfüllt. Doch glükülch, nein, glücklich fühlte fie fich nicht und gern« hätte sie Alle« hingrgebeo gegen dir Ruh«, den Frieden ihrer Kindheit. Ein Frösteln ging durch ihren Körper. .ES ist jetzt Zeit, ich werdr zu Esther gehen'. Bon ihrem Sitz« aufstehrnd, war fie im Begriffe, den Kto«k zu verlassen, al« plötzlich eine Müanrrgestalt vor ihr austaucht«. Erschreckt ststß Ju ith einen Schrei au». »Wer seid Ihr I“ rief sie. »Wie könnt' Ihr e» wagen, hier einzudriugrn in diesen Raum?' Schweigend entdlöste die Gestalt ihr Haupt »ud verbeugte sich. .Don Heinrich de Trastamar«!' rief Judith erstaunt. „2)on Heinrich, der. Eurer Schönheit huldigend, zu Eure« Füßen kniet, um Lteb« stehend", sagte der Fremde. Und der Prinz kniete vor Judith nieder. „Steht aus und entfernt Ench sofort", sagte Judith zürneud. „Dicht würdig ist t» de» Edelmann«», de» König» Bruder», zur Nachtzeit etnzudriugen tu rt» fremde« Hau«." „O, höret «ich, Judith!" flehte »et Prtaz. „KI» ich da» «sie Mal Euch sah» nmgedeu «au oll de« schönen Frauen, da schienet Ihr vom Netz mir nmfloffeu, wie nie zuvor «ein Au>' geschaut. Sell stner Stund« tourt'. ich nimmer Nnht finden, ich mnßt' in Eure Räh«. Ich tnußt' Sevilla'» Ster« gestehen, wie deffen Anblick mich bezaubert." „Nicht weiter mehr in dieser Wahnfiun»rrd«. vrrlaffet mich, ich will allein hin sein." „Du herrlichste M» allen Frauen, sei nicht grausam, stoß' nicht zurück ei» Herz voll heiß« Liebe, da» fich Dtt anzubirtrn wagt." „Prinz, gar feig« ist «», eia wehrlo« Aeib zu beleidigen. So bleibt Ihr denn »ud ich will gehen." „Nicht doch!" rief Don Heinrich und hielt Judith am Arme zurück. „Wie? Ihr wagt e», mir de« An»g«ng ,n verwehre, in meine« S»ter» Eigentum?" »Ludith, bedenke, ich bitte DK ein treue» Herz und Liebe, wir D» st« nimmer finden wirst. O» scha» ««ich nicht s» zürnend m, ich will Dtt» Sklave sein, so lange ich atme. Sei nicht so -ist, kalt, stt mein." ^Zurück, Smeegentt l" „Nun Venn» «venu nicht» vermag Dein Herz zu rühr«, wen» Du umsonst mich läßt m Liobe steh », daun aurßt Du veeztthe» der Liebe Allgewatt. Du sollst, Du mußt bl« «eine werden, ich Hab'» «schworen btt mbut Fürsteurhre." „Dann habt Ihr stlsth ßeschworen. Eia ehrlicher Man, üb« niemal« Gewalt ni an wehrlose« Frauen und ehrko» seid Ihr, ivenngleich de» Köutg» Bruder." „Mir da,, DK Jüdin erfrechet Kch, BrlttditzNuz in'» Antlitz «k zu schleuder», der ich die Ehre haß' erzeigt, mm Lied' |» fleh'« p iha» Süßen» «vo ich tasthle» tonnt', statt Dank p sage« «K für Üe Shrch di» ihr ward'." P0VT fllft luM0lX9|( üW^WWww^f IMR |I§hm Oll fehle« (Ibm Ihr Gum» CtMMna, k>ch »hww mtt, tat Tochw» «l«e» fetten Manne«, g, wttst» dk Jüdin hatt gewitzt, «g lltach »» sntzn». ltad jetzt p lmche schon Hut o« Gw dauert, daß Ihr durch Eure Segtntvatt die» Han» besudttt. Entferntt Euch, eff ich um Hilst rufe."

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