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Jüdisches Familienblatt · 1893-01-01 · 40 (1893) · p. Seite 157

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1893
Issue
40 (1893)
Date
1893-01-01
Page
Seite 157 (sequence 3)
Language
German
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Sarah atmete schwer auf. „Du chatest »»recht, Ätott", sagte ste, „doch Gott wird de« Fremde« weiter geleitet habe«. verzeihe mtt de« ft »reckttche« Verdacht, der ja ohne meine« Wille« ix mir aufdämmette." ,^Zch bst» »och nicht zu Ende, Hb« weiter." Wenige Wochen später kam ich «ach Sevilla hinein, fllle» drängte sich ans dem Hauptplatze zusammen. Ich wurde ge« dringt, gestoben» gezogen und da sah ich kam zehn Söuittv vor mit de« fremden jungen Man«, umgeben von We chen» mtt Stricke« gebunden zum Galgen führe«.- Diele« junge hoffnungdreich« Lebe«, ich war Schuld an besten Vernichtung. Würe ich nicht feige neoefen, hält: ich ihn hier im Haufe behalten» er wäre gertttet worden. Roch sehe ich sei« bleiche« schöne» Gesicht vor mir, da» «ich so flehend anblickte und ich hatte kein Mtleid» ich Elender hatte kein Erbarmen. Er war auch, wie die Leute sich bor erzählte», der einzige Sohn, seiner Etter« ganze« Glück, ihr ganze» -osten, ihr einziger Stolz. Er war der letzte Slwosse einer alte« hervorragenden Judenfamilie."- „Aug' um klug', Zahn um Zahn," so spricht da» besetz der Wüste. Sie war auch unser einzige» Sind." Srvu war st» seinen Lehnstuhl »urückgesnnken und sthaute trüben Blicke« vor sich hi» „Und doch", begann Sarah schüchtern, „noch einmal nöcht' ich ste sehen» sie ist ja doch mein Kind, noch einmal, eh' man mich nach dem „guten Ott" zur ewigen Ruhe bttugt." „Der Mutter Wunsch", sagte Aron bitter» „warme ist die» nicht auch der Wunsch de« Kinde», warum —" „Weißt Dn'» so gewiß, daß sie nicht auch den Lunsch hegt, die atten Elter» wiederzusehen, ja weißt Du denn", fragte Sarah schluchzend, ,^>b sie noch am Leben ist? Und wenn ste wirNich noch so heiße Sehnsucht nach un» ncägt. Würde ste den Mut haben, hierherzukommen, hierher zu nn»? Nicht» Zu ihren Eltern» Doch er, er, beste« ganze» Lebe« zerstört, vernichtet ist, wa» würde er beginnen, tauchte ste plötzlich hier ans?" ,^2h l Er ist gut und edel. Mag mau die ganze Wett bereisen, kein zweiter finde fich, der ihm gleicht. Und wie hat er ste gelicht» wie hat er unser Kind vergittert. Er hätte »«dient, glücklich zu werden, wie Gott nur Glück zu sckenken permag." „3a", sagte >ron bitter, „und er ist unglücklich, mie e» nur irgend ein Mensch auf dieser Erde sein kann. Doch lasten «tt da», wohin soll e» führen." „Da« Ungewitter »IQ nicht enden", sagte er nach einer liugeren Pause. ,^tz scheint immer mehr an Hestigkeit zuzn« nehmen Geradeso wie —" Ei» starke» Pochen an der Han»thüre wurde veruehuüar. „Sarah l Hab' ich mich getäuscht, fordett nicht jimand Einlaß»" ,,E» wird der Sturm sein, der an der Thüre titelt", «ntgegnete Sarah, horchte jedoch gespannt «ach der THÜrt hin. Und abermal» ertönte jetzt ein noch stärkere« Klipsen. Sosott «hob fich Aron, doch krastlo» sank « loieba zurück. „Geh' Du, Sarah, sch«, w« e» ist^«, sagte er mtt zitternder Stimme. E» war seltsam. E» konnte doch nicht» Natürlichere» gebe», al» da» Klapse» draußen und dennoch macht« et auf Pro« einen übernatürlichen Eindruck. Er hatte plötzlick> da» Gefühl, daß sosott eiu ganz außerordentliche» Erelgui» statt» stuheu mußt^ ja « erwartete e» bestimmt. Sarah htttte die Stube »erlaffe». Jetzt öffnete sich die Dhürr Wied« uud eine hohe M,n«e»» gestalt erschien in derselben. „Sovr« tzvpü»»", sichte der «tturrteudr mtt fiuwrrr Stimme und ging -auf Uviu zu. - ^addaedeimtaen... — schrhLgn »tzlich auf, de« Fremden erblickeno und stürzte wie »am Mütze Mb ahumächttg au» fttttrm Lrhustuhte zur Erde ittedrr. (SoestetzUM, felgt.) | PSVwwoßtfche Briefe Mer tkeziehmwg . Utedrvricht _> : G ^. Von ». r r e n. ",setz ang.) > ersteigbaren jlstuderuiffeu, di« sich > «Fort Bor den vielen nn&fx dem i»raelittschen Lehrer hinsichtlich de» Religion«nnterrichte« entgegenftämmen, Hinderuiste an» dem eigenen Lag« wie au» der Entwickelung der Schulverhältniffe im allgemettteu, findest Du einige in meinem „pädagogischen Btt rse — (Familienblatt Rr. 36) blo» kur, angebeutet. E» find einige blo», wie Dn meinst, nnd Stoßseufzer, die unt« dem jetzigen Schulverhüttnisten, tu die leere Lust gehaucht» ««beachte bleiben müsten. Die Klage verhallt und da» Leid bleibt, und dich läßt» wie Du schrttbst, btt Sttnnernnq dreifach empfinde», wo dich d« Schuh drückt uud wa» Dich in Dain« Stellnuxi fast unmöglich macht. Verstehe ich Dich recht, so will ein Teil d« Mitglied« Dein« Gemeinde den Unterricht im Hebräischen in seine» ganzen srüh«en Umfange beibehalten wissen: Andere dränge» zu ein« Beschränkung auf da» Lesen und Uebersetzen ein« :{ knappen Au »wähl vom Gebet stücken nnd > ««gleiche» de» Pentateuch«; die Dritten endlich wollen besagte« Lehrgegenstand al« einen Fremdling betrachtet misten, d« nicht mit drei« zu reden habe» gänzlich an» d« Schule veibgnuen, „den Fremdling", dessen unr un» in dem «leuchtete * neunzehnten Jahrhundert schämen sollten. Dies« Frwndlin; soll, wenn « nicht gutwillig geht, mittel» ein« höheren Gewalt über die Grenze 'q ttan»porttett »«den, weil « stch al» »ttetgewicht au uns«« -u Fußsohlen hesttt uud un» hiudett, Mt unseren deutschen Mitbürgern gleichmäßigen Fett schritt tu Kult»: uud gesellschaftlich« Bildnug zu hatte». — Solle« wir i» dies«« Kleeblatt bt« dreifache« Schritt d« Zeit bildlich erkennen? Die Bejahung dieser Frage würbe die wettere Frage nahe legen. ,1 Hat Me dritte Klasse de» Kleeblatt«» behnf» „r e i n licher Scheidung" stch dte MSnu«zu» Vorbilde genommen, »elche die Morgenröte ein« glücklich«, Zukunft Deutschland» heraus beschwören «ollen, nnd gotte»fürchtig uud dreist di« Fahne varaulragen im Kampf» ftte da» Urdeutschtu«, für deutsch» Wahrheit, Sieb«, Drene, kurz für alle», wa» ihr reine» weite», deutsche» tet| begehtt? So belehrt und bekehtt von de» Baunerntttgern de» Deutschtum», de» Herren Böckel und Stöcker, Förste, und Ahlwarbt soll denn auch uuser« Schul« zu« Dienste für di« lichtere Zukunft hernngezagea werde». - Wer angestcht» solcher Shrew-Zukunft»» Rünuer und der« Rach- «der Schattenbilder e»wagen M», ein gute» Wett für den Fremdling etnzutegen, — würde man de» nicht grati» de« Dttel ,^r»> i verbesterlicher Kreb»" oder „Ritter von der traurige» Gestalt" '-st überreichen mit der ltebrttchr» Bedeutung: „Du bist Mt der , Bildung, »tt der heutigea Welt fettig und magst zur Ruhe gehen, oder auch dick hiulegen?? — Da» wlte, dte »ritte Frage. y. Ru» laffcn stch solch» Fragen nicht leicht schlankweg he- -J antworten, und so wirst Du wft gestatten, die Bedenkzeit mtt Geschichtliches au»zuftUteu. — / Ute» demmch — war darmal» der Unrerttcht tm Hrbrü- Ä ischen der Hauptteil de» itemlittschen Rettgionzunterttchte» — tr war vielmehr Ein» tu Att« uud AKe» tu Eine«. — DM ’ Klpb tetnte frühzeitig lesen, um beten, mit bei en Unnen, — ei» lernte dte Khara, «» „lernen" zu könnte dir SnaÜ» wuttev SurMtemnü. er la» an ftiuem EhreusabbaH ddtt WdchMMschuttt ttl' dte StzuaMzr. Diese» zu köuuW ' -i ferderte »au manchem »naben Au« mühevolle uud la Borberettuug. Er lernte auch Gebräuche uud Mt» wir ste d§» reliuteft Heben im Häuft ,ntz der l RrVtzüsgsgt «Vttchteü. Au ein klnrweudkglrrurn von . ^^114 - -« --- 4.— ttee—a M«»«. * iw pmnif* 199 ^ii^nii* die o« tage der Konfirmation bei feicrkAP»

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