Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Familienblatt · 1893-01-01 · 37 (1893) · p. Seite 144

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1893
Issue
37 (1893)
Date
1893-01-01
Page
Seite 144 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
83% known words query
IRI
…/6492351-8722848-5962291--2236-5376062
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

1;-. *?'- r A- \. Dich mit eiua Roll« unter Deinem -leide vorsichtig da» Zu»«« de» Tempel» betreten »ud bald darauf auch wieder, doch ohue Pergament, verlaffeu. „WaS er »»hl dort so früh gethau?" fragte ich mich neugierig, al» i>h edeu eiue andere Gestalt de» Tempel betrete» sah. Die Neugierde Var geweckt und so schnell sl» mbglich ging ich spähend i> da» Innere de» Tempel». Ach kam edeu recht, um ,» sehe«, wie der Fremd«, e» war Lron, Deine Pergameutroll« hastig in seine« -leider» bar» und daun plbtzlich, wie eine« Gedanken, t>er ihm gekommen, uachgeheud, au» seiner Tasche ein Pergament zog, hastig etwa» schrieb »ud sich danu rasch entfernte. Ich mußte alle» wiffeu uud darum eilte ich auf da» Pergament zu, um e» «Ir auzueigue« und Dir zu geben, dem ich vermutete einen Schurkenstreich, der gegen Dich gerichtet war, al» ich Schritte -nahen hörte. E» »arrn Audächtige, dir »um Frühgebete kamen uud mr mit größter Vorsicht kouute ich mgeseheu da» Freie erreichen. „Jetzt ist'» mir kl«*, rief Süuig Salomo, „woher mir diese Drofmng (am.* Uud Neubell erzählte dem -öuig weiter, wie Lron ihm falsch berichtete über de« Zorn de» König» über da« Pergament, welcher er i» Tempel hinterlegt and über de» geleistete» Schwur, den ihm Srou in solch heimtückischer listiger Weis« abgeuötizt. „Jetzt ist alle» gut!* rief der -öuig. „Doch noch ein». Die holde Jungfrau, Li« hier steht, ist einsam in der Welt. Die Msttter bieter ihr wohl uur geringe Stütz«. Wa» meinst Du, -euben, wem Pu sie mitnehmeu würdest i» Dein Hm» au Dein getreue» Wtib?" — „Ich hatte selbst de« Wunsch gehegt', sagte Neuden, „doch weigert« sich Stachel einzuwilligeu." „Jawohl', sagte Rachel, .damal« war ich doch ei» armer -rüppel, oe» Augenlichte», we ich glaubt«, für immer wohl verlustig. Doch heute sehe ich uud ist'» Dein Wunsch «och stmner, daun, Neuben, sollst Du m «tt ein treue« liebend Leib finde«.' „Zur Hochzeittfeier lad' ich mich selber ei«', sagte der -öuig lamig, „ich darf Tick, nicht mehr au» deu Auge» lasst», damit Du nmouer «eiue» Dichterruh» zu schmälern bersuchst.' Wenige Tage verginge» «ud ein schöne» herrliche» Fest wurde i» Jerusalem gefeiert, m welchem sich -öuig Salomo lattsrlig beteiligte, lind dnm führt« er dit Neuvermählten por ei» schöne» Gebäude mit großem schattigen Garte». .Nrubeu", sagt« er» ms da» Besitztum xutenb, „die» ist Dein. Dein -öuig bleibt Dir stet« ein Fieund. Bleib immer, wie Dü tzst uud schreib« Schönt», Herrliche», doch hüte Dich, Hiob» Prüfungen Nochmal» selbst bestehe» zu wollen.' — Hier lebte» mn di« Glückliche», di« »ach schwere» Führ» *ifftn endlich den Frieden und rrchige» Glück gefunden hatte». $■ 19. Sapitel. (Bat düster drohend schnitt da» Gebirge nieder zum Thal. Hohe gewaltige Bauwe»riese> streckten ihr« Kronen zu« Ftr» Mwentt hinaus, al» wollte» sie e» erreichen. Pimitn, Leder» Md Palmen, sie hatte» sich hier rüg befreundet, sie btldtten «tue endlose-eite und nur mühsam drangen die Sonneüstrahttu »rch ihr Blätterdach. Ünd dam kam plötzlich wieder kahle» Gestein, au» dem mr dürftig Strauchwerk hervörstrrirßte. Felsenköloffe türmte» sich ü'xrttuander in großartiger Luv» Ahnung md gleich darmf ivitder steil abfallende Schluchten, die Niewal» noch do» «tut» Menschen Fuß betreten wurbt». E» find die gewaltigen gigantischen Höhen de» Ltbauoa. A» Fuß» derselbe», »ehe dem nach der wunderbar prächtigen Eben« hiuabführeude» Abhang« steht eiue kleine ist hstr umspringende» Felsen Hinei agezwidigte Hütte uud io dieser wobMe ei» Mam so ga», lilleiu md abgeschieden va» aller Nett. Rur hie uud da steigt er ganz hinab in di« Sbtn«, «, sich Nahrung »enittel zu d^chaffr«. TagGther klettert er im Gebirge «Nhtr uud »ai c» Nacht wird, kehrt er immer wieder zu feiner Hütte zurück. Erst kurz« Zeit ist er hier md um de» Erbarm«»» Wille« gebe» ihm die Letzte »a» notwendig ist für ihü zu» Lebe». verwildert ist sei» -opfuud varthaar, stusttr md »«- hetldrohend "sein von Mud uud Wetter md von deu Souueustrahlen gedrSmR» Antlitz. E» ist Aro« Ehaljo. Seine beadfichttgt« Adretfr von Jrrtzsälem hatte ihm de.- mal« die Flucht ermöglichen gemacht. Draußen »or deck Thür« wartete seiner ei» Diener mit Kameele« md de« Gtpäcke üud rasch ging e» fort. „Sie können laug« suchen', lachte damal» Aron vor sich hin, „mich finde« sie uimmer. Wa» thut'»? Ist mir die Rach« auch nicht gelungen, ich dt« doch frei, und bald »erd' ich vereiut sei» mit Amuera, meinem Weibe.' Uud oorwätt» ging e» i» der Nicht«»» hi», die Aron» Begleiter, ein Dieuer de» Fürsten, eiugeschlagtu. Nur weuige Taxe «och «ud da» Ziel mußte erreicht feig, Unter de« Blätterdach« einer gewaltigen Pimie wurde da» Nachtlager für Mensch und Tier aufgeschlagen. Di« Müdigkeit der mstrengeude« Reise hatte Aro» tu «inen feste» betäubende» Schlaf verfalle« laffrn md hoch oben am Himmel stand die Souue «ud smdte ihre versengenden Sttahle« ms de» Schläfer nieder, al« dieser erwacht«. Verwundert schaute er um sich, — wa» war da», wo war. sein Gefährte, wo die Titre mit deG Gtpäcke » Einen nicht «tuschlichen Schrei au»stoßrnd sprang er vom Bode» Ms. Sofort hätte die tu ihm wohnende Schüchttgkett ihm Autwott gegeben auf feint Frag«. Er war vrrläfftp, htlsio» Allem prrt»ge-ebe«. Hier tu der Wisdni», so wiit eutftrut ckost jede« menschliche» Wohüott, httk mußte er verkümmtt», verhungern, »rrburste«. Gtebt e» tineN Gott» War es der Beginn ber Strafe für all« seine Rissethäten» „Ich «üß den Eltudt» ttuholen', begann tt zu schreien» „ich muß ihu' wieder sind«».' Uud sein» Füße tu vewegum setzend, lief tt gleich ttntzu wilde« Tttrt hvUeud »ud schreleA fott, immer sott. Die Gouue bräunte Wieder auf sei« «ube» deckte» Haupt, sei« Sörper triefte vom Schweiße, sei« KletdNua war tu Fetzt» tzertffru, doch vorwätt», vorwärt». „Ich mutz ihu finden', heulte tt immer wieder, bi» er endlich zusammeubrach. Doch »och gömtte er sich Nicht Rast. Er versuchte, aufzNstrhe» vow Boden, — seine Füße versagten ihm d«N Dienst und er fiel wieder zurück. „Er darf »icht eutrtmeul' schrie tr wahuwthtg md »ersuchte, sich durch Rosien de» Lörpft» fortzudewtgeu, dt» er endlich mit dem -opft mf ti» Feldstück schlug stud blutüher», sttzbwt lieg«« blieb. i . j -i «m Fuße de» Libau-u Wartete di« Familie de» Fürstestj »ugeduststg mf die Ankunft Aron». Mehrere Tatze schon waren sie hier, hatte» mehrere awfcf] Zelte aufgeschlo-eu für sich md ihre schwarze» Dieuer und > schpu hätte «au deu Entschluß gefaßt, allein in rttseu >«»• eistitze Diener iurückzu lasse», «w Aron zu benachrichtigen, wo»! hin tr fvltzeu stille, al» ttne» Abend», fast mkemtlich vom l «bedeckt, der Begleiter Aron» im kleinen Lager de»? erschien. „Wo ist Dei» Herr?' finge« alle tzleichzeitig. „Er ist tot', antwortete der Dieuzr, — „er wurde Jerusalem atstetuigt Nud Mit Not kouui ich «ich tatest. Perfylger sind hinter «tt md uur schlemig« Flucht üü» Alle rettru." Schnell wurde da» Lag« a^ebxocheu, dt« Thier« fände« un| die Familie de» Fürsten seßtt jetzt stuck ihre «ist sttt. — Et« klri« -axawa« hätte Aron in seine« lose« ZNstänbe äufgifmden, und dg »och seine «mdt verhNuhrn und ihn geltz-t. ästf eifi -aiNtk mb ist dtt uuchste» zurück. «best in ihm

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.