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Jüdisches Familienblatt · 1893-01-01 · 37 (1893) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1893
Issue
37 (1893)
Date
1893-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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£ctau6<|tgebcn von Or. «. Nutz»«- in Magveburg. Zur U«terhalt»«g und Bilehrung für die israelitische Familie. Da« ..«dts, Red« »nbefugtr »« i« JFetttUi*n«»l*ä“ erscheint wö< deutlich öl« VimU»>9tiIagt zur ,.S»vaelttischrn «ochrufchvifk- — kostet 10 Wftbei der irrvedition. •» ... 1 wv* |t wmif«HHiUf U49 VVHU* B V(4RU( idräuN «n* diese» Vbtffc ist unfevftgf. •— Die Einzelnummer Rov fwettausrnv Layvrn. Historisch« str,Lhl»»g von »dolf v. Zemliulky. 61 (Schl-st.) „Wa« willst Du hier?" ftagte der König. „Gar Ernste« haben wir zu spreche», koMm' doch ein andermal." — „Nicht doch, mein König", sagt« sie, ,^va« ich hier will, gehört hierher, bringt «och gar manche« Neue. Der, der dort halbtodt am Boden kniet, fich krümmend wie ein Wurw, er ist ein Mörder, er hat den Iojakim getödtet, ich war ihm dgbet behilflich; — '« ist wahr, ich liefert« ihm den Trank, daß Iojakim vom Anrsatz befallen ward, doch warnte ich ihn, daß »»viel tödtlich sei, er wollte aber da« Letzte und darum wlhlte er ,411 viel." Nicht genug mit dieser That, h>lt er vor wenige» Tagen mm mir neuerlich ein Tränkchen begehrt, da» sollte schon derart beschaffen sei», daß e« rasch »nd sicher aui der Welt führe. Ich hatte Bedenken, da ich ahnte, daß e« wohl Iojakim« Dochier feidie er nun zu beseitigen wünsche, seitdem er Heid« geworden war und fich de» Fürsten Tochter zum!S«ib nah«. Sr war e« auch, der Iojakim» Hau« in Brand steckte, ich stand in seiner Näh«, al» er die Fackel warf/' —. Wohl ntemal» durchtobte den Palast de« König» solch' «tu Lärmen und so drohende, unheilverheißende Wort«, al« ku i der Erzählung der Alien. »Ich hegte Bedenken", fuhr die alte Sfia fort, ,und darum gab ich ihm rin unschädliche« Mittelchen, welche« nur ein langanhalteuder Schlaftrunk war. Und damit kein Ur glück Geschehe, blieb ich in der Näh« und al« da» Hau« verbrimnte «nd man Iojakim» Tochter al» tobt auf di« Sra»fläche nieder« legte, da habe ich sie behutsam aufgehoben «nd in mein Hau« gäracht, wo sie gar bald zum Leben wieder erwachte." „Nachel lebt!" rief Neuben, „zu diel de» Glücke» auf einmal, — wo ist sie?" — „Seit einer Stunde schon steht fie i« Saale hier, wa I hat fle gelitten während dieser Zeit st' sagte Sfia, „die höchste stein um Deinetwegen, Neuben, doch auch Momente de« höchsten Slixke», al» dir Dichtung, di« nnsrr weiser König la», Dir zugeschr eben; nmrde, und diese blinde» tzlux m, di« fett Iojakim« Tod nicht «ehr weinten, die trocken waren und erstorben, e» entströ nteo ' ihnen reichlich Thränen." — „Nacheh!" rief Neuben und «Ute auf die andere Freue», »gestalt zu. Rachel enthüllte ihr. Antlitz «nd plötzlich stieß sie lineu rei au« «nd stürzte stch zu den Füßen de« König« nieder. „Mein König, ein Wunder ist geschehen", rief sie, „ich sehe Dich, — Dein strahlend' Aug', die königlich« Getalt. 1t hat weinen Wunsch erfüllt." — „Ein Wunder, ein Wunder i" schrie dt« Menge. „Die Iojakim« de» Frommen ist nicht mehr blind." Gerührt stand der König von seine« Thron« auf und fepite sfth Renken. „«eich' mir die Hand, Du hehrer Sänger, wa» Du ge« schrieben, wird ewig leben, o, sei mein Freund, wie ich der Deine." „Hab' Dank für Deine Gnade, großer König", sagte Neuben und neigte sein Haupt, „Du ehrest mich durch Deine Worte, wie nie zuvor solche Ehre einem Sterblichen ward zu Theil. Laß' mir ein kleine» Fleckchen nur io Deinem große» edlen Herzen und glücklich werde ich sein bi« zu meine« Leben« Ende." „Du bist ein Held, Neuben", entgegnet« t er König. „Nur Wenige hätten solch' schwere Prüfung bestanden, doch Du hast mannhaft au»gehartt, ließest fnrchtlo« Schmach und Pein über Dich ergehen, ja wolltest gar den Tod erleiden." „$it8 Hai mein König mich gelehrt." „Doch eh' wir weiter sprechen, führt den Verbrecher vor die Thore, er soll den Tod erleide», den er f» sehr verdient", sagt« der König. Doch vergebensuchte riau Aron. Sr hüte in der herrschenden «uftegung geschickt den Augenblick zu benutzen gewußt, hatte fich langsam immer mehr von der Estrade entfernt nnd während da« Volk fich mit der Alten und ihrer Begleiterin beschäftigte, war er hinter den Sammetvorhaag einer Thüre getreten und durch dieselbe entwichen. „Ihm nach!" schrie di« Menge erbittert und schnell war der Saal gelehtt. .Jetzt erzähle", sprach der König, „wie alle» die» gekom« men, diese Verwickelung, wie kam die Diihtmrg in die Hände diese« Elenden?" „Mein König, Dein „Hohe« Lied" hat mich begeistert und hat in mir den Gedanken wachgeruieu, auch solch' ein kehre« Meisterwerk za schreiben. Und nimmer ließ e« mich ruhen. Und al» ich am Bette Iojakim« weilte, ihm Trost zufprecheud in seinem Leiden, da stürmte e« mit Allgewalt auf Mich ein und ich schrieb da« „Buch Hiob", lnd nahezu hatte ich e« vollendet, al» mich ein Au«spruch au« Deinem Munde ttaf, der eine ganz eigene Wirkung hervorbrachte. „Die Dichter schreiben oft gar schöne Worte, sprachst Du, doch wohl nicht immer haften fie, wa« fie geschrieben und glcnben oft selbst nicht daran, der Ruhm allein ist'» manchmal nur, den fie »u haschen meinen, der ihnen Anlaß giebt zum Eichreiben." Die Worte hatten fich gar tief in mir eingeprägt und ich wollte zeigen, daß ich niemal» von Ehrgeiz mich leherrschen lasse. Und dann fiel e» e« mir gar schwer auf di« Seeft; warm» Hab« ich die Dichtung denn geschrieben? Wolll' ich nicht Ruh» und Ehre ernten, wollt' meine« großen König« Ruhm verkleinern. Da faßte ich den Entschluß, den ich sofort auch au», geführt. Niemand sollte je erfahren, wer da- Buch geschrieben nnd heimlich ftgte ich die pergamentene Rolle bl de« Heiligt»»» Schrein. Wie e» dann von dort in Aron'«;&Anbt kam, vermag ich nicht zu deuten." „Ich aber kann'» Dir sagen!" fiel jetzt die alte Afia «in. „An jenem Marge« hat!' ich zeitlich ftüh schm meine Hütte verlasse»; ich hatt' zu ihn» hier in der Statt. Da stch ich

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