Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1893
- Issue
- 34 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 133 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- ■* V Jbon «ntfente sich unb bd Weib blieb wteber «lein M, »achdeukeud in bir -lut schauend. „Da heißt e» ^vorsichtig sein-, brummt» bi« Alte, „ich glaub« zu ernten, £/ttt er Plaut. Jetzt soll e» wahrscheinlich au bte Lohter gehen, um sie lo» zuwerden, denn verlobt ist er ja!>och. '.Will lieber sein Heidenpriuzeßchrn heimführen. Er glaubt die ■ -dt« Lfia wiffe nichts davon. Weiß wohl mehr, als ihm lieb sein mag. Nur gemach, barau darfst Du nicht rühren. Rrchel ist der Liebling Reuden'» und dieser ist der einzige von clleu, -allen hier herum, den ich iu's Herz geschloffen. Er ist der Einzige, der mich, der den alten Krüppel dort liebevoll behandelt. Wir werben ja sehen, — werben ja sehen." — Aron hatte sich aus der Hütte der Alten entfernt. Lange ging er gedankenvoll und schweigend. „Nein I" rief er plötzlich, .es soll nicht sein. Unb ivenn ich dabei zu Sronbe gehen sollt«, ich will ihn treffen tief in» Herz hinein. Er ist ein übertriebener Phantast. Roch gautt er au Liebe und Treu«, an Schwüre und Freundschaft. Ich «erde es ihm beweisen, daß es solchen Uufinn nicht gtebt. In der Propheteuschule, da hat der »weise König" meine Verse für gut befunden, so nebenbei, wühlend die Neubens f inner bis in den Himmel gehoben wurden. Neuben war es immer» der mir durch feint heuchlerische Bescheidenheit, durch seine üachfjtebigkett da» Leben verbittert hat. Eh« ich für immer geh«, oll er'» büße«, erst will ich sein Herz tteffen. Das b, sorgt di« Alt«, und daun, wenn er seiner Sinne nicht mehr mächtig, daun soll sein Stolz, sein Dünkel gebrochen werden. Wi: ihm wohl dabei sein wird? Al» er eine» Tage» von künftigem Ruhm sprach, wie blickte er begeistert zum Himmel, al» i sollte er die Sterne zur Erd« niederziehen, damit fie strahl« , genährt von seinem Glanz«. Thor» der Du bist, Reuden, den Rtchm, den werd« ich ernten, ein andre» Loo« ist Dir b-ffchie» den. Ehe dreimal di« Sonne hinabgestiegen ist dort drüben hinter dem Gebirge, werde ich mich gericht haben, und dann fort — weit fort, um ein andere» Leben wieder anzufar gen." Al» Aron heiuckehrte, traf ihn eine unerwartete Bot,«hast. Der fremd« Fürst war mit seiner ganzen Familie vor w migeu Stunde» plötzlich abgereist. „Wir müffeu eilig sott, folgst Du uu» bald nach, so treffen wir in acht Tagen am Fuße de» Libanon zusammen", schrieb der Fürst. Aron war nachdenklich geworden. Wieso kam die» so plötzlich» Eigentlich ist e» vielleicht so bess«, ich muß jetzt frei sein — frei, ungehindert. Die Zett zum Handeln ist gekommen. »Am Fuße de» Libanon," sagte er plötzlich )üstrr, .welch eigentümlichen Klang die» für mich hat, — Lixmon, erm Fuß« diese» finsteren» düsteren Gebirge», wie unhstmlich kalt ist'» mir doch geworden. — Bah — Kindereien, — Libanon ist eben auch nur ein Gebirge, wie jede» andei e und um» mich schüttelt, ist eben nur ei» Fieber, da» mich seit einigen Tagen in seinen Krallen hült. Ich will mich au die Alle wenden, st« soll mir ein Mittelchea dagegen gebe«. Aber nein, st« wäre im Staude und gäbe mir so etwa» w« dem Jojakim. Dumme Gedanken. — Jojakim. — Was hlbr ich doch früher gedacht, — seltsam, ein Gedanke, wenn «r verlöre» geht, mau kann ihn nicht wieder erhaschen, — «ich ja, Jojakim, verflucht immer und immer dieser Gedanke, kimu ich denn nimmer Ruhe finde». Ich Hab« ihn ja nicht gttödtet, die Alt« war'», die Alt« allein, ich bi» daran unschultig. — Was ist da»! — Jojaktiul — Wa» willst Du von mir!? — Pfui, wende ab Dein au»sitzige» Gesicht, ich kann Dich so nicht schaue» —, wa« willst Du von mir? Barmherzigkeitl" Mit diesem -lusrufe war Aron bewußtlos zu Boren gestürzt, eben al» Reuden in da» Gemach derselben eiuti at. Wa» war hier geschehen? Schnell beugt« er sich über den bewußtlosen Freund und trug ihn auf deffe» Lager. Daun begann er ihn zu laben. Kurze Zeit darauf schlug Pro, die Augen aus. »Wa» ist uttt mir geschehen?" frug er. .Weiß ich e» doch selbst nicht l" sagte »«**«/ .3# % trat in Dein Gemach, eben al» Du zu Boden flüchtest." Aron richirte sich schnell in die Höhe. ,We» habe ich gesprochen?" »Nicht»!' „Nicht»? E» ist gnt. Stehst Du, Freund, meine Nerven find übermäßig angespannt, ich darf mich eine Zeit laug nicht so sehr mit Arbeit beschäftige«, ich bedarf der Erholung. Ich ««de für einige Zeit Jerusalem verlassen. — Willst Da mit mir kommen?" ,Lst Dein« Frage ernst gemeint, daun werdm wir noch darauf zürückkommeu, denn auch ich will fort — fort von hier." „Gut denn, dann gehen wir zusammen und wenigsten», wenn nicht ander», so doch ein« Strecke Weg» zusammen. — Doch dünkt mir, daß Du nicht ohne Grund mich ausgesucht." »Ja doch. — Wie Tu wohl weißt, war ich seit längerem nicht mehr iu der Prophetenschule und war e» mir demnach auch eine Neuigkeit, daß man in unbestimmten ArSdrücken sich über da» Werk eine« unbekannten Dichter» erging. Sin Werk, da» fich de» vollsten Beifall» unsere» König» erfreuen soll. — Wer mag wohl der Glückliche sein?" .Wohl morgen schon wird man ihn nennen 1" „O, wie schön, wie herrlich ist e», Ruhm zu ernten, — ich liebe ihn, wer doch fich solchen zu erringen vermag." „So sehr liebst Du den Ruhm?" fragte Aron, „daß Du wohl darüber alle» andere vergeffen würdest. Wie dann, wenn Du ein Werk wohl schriebest, ein Werk, dat> gegen Borurteil und Aberglaube kämpst und der König würde diese» Werk oder, befler gesagt, den Dichter Ivürdig finde«, geschmückt zu wrrden mit den gosdneu Palmenzweigen, diese» Werk, e» wärevon Dir geschrieben, nun sag', hättest Du die» Werk zu Ehren Gotte» oder nur de» Ruhme» halber geich neben?" „Du hast Recht, Aron, der Ruhm ist schön, doch «inen Gedanken hinau»zuschleud«ru iu die Wett» der gleich dem Blitze zündet, ist doch noch schöner. Hab ich doch auch einmal gehofft, so recht 'wa» Schöne», Gute» schaffen zu können, zur Ehr«, zum Preis« Gotte», — e» mißlang und niinner wieder soll diese Hand hier Psalmen schreiben." (Fortsetzung folgt.) Die auswärtige Politik der Ph«»i«o»e» vor 350V Jahre». i E» scheint etwa» kühn zu sein, wenn man e» wagt, «ine Plauderei in solcher Weise zu überschreiben. Aba die Fund« uralter Denkmäler, au denen unsere Zeit so reich ist, erstrecken fich in der That so weit zurück, daß wir heute im Stand« find, etwa» genauer iu die Geheimniffe de» auswär» tigen Amte» der Pharaonen im 16 Jahrh. vor Ehr. Geburt hineiuzusehen, al» un» dies bezüglich unsere» ffgenen auswärtigen Amte» möglich ist. Bor ein paar Jahren erschien jn Berlin «in Buch von Winkler und?lb«l, .Der Thontafel» fund von El-Amarna", da» bald von zwei aNiwn Werken au» der Feder von Bezold und Budg« gefolgt war und neuerding» dem vorzüglichen Egyptologen G. Ma»pero iu Part» Anlaß zu einen ausgezeichneten Aufsatz im Journal de» Debat» gegeben hat. Wir wollen hier iu Kürz« mlttheileu, um wa» e» fich handelt- Der Pharao übertrug die Besorgung der auswärtigen Angelegenheiten einem Dutzend von Räte«, die ihn auf allen seinen Reisen begleiteten: fi« erschein« auf den Denkmälern al» ernste, würdevoll« Herrn, mit der großen Perrück« der Staatsmänner unb dem langen Gewand au» faltenreichen Linien geschmückt. Jbre Aust ab« >oar, dt« syrischen oder kuschittschen Gesandten vor S. M>j. zu führen und sie demgemäß auzuwetsen, wie sie fich dal» Gesicht mit der Hand zu verhüllen, di« Nase an de» Baden zu leg« und «Ulf den Kuiren zu« Thron« de» Sohne» der Glitt« z» rutschen hatten. Die Staattzrätr hatten iu ihre» Dienst»» . eine Anzahl von Archivleut««, welche zur A«fbi»«chr»ntzslW '