Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1893
- Issue
- 22 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 85 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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wiener gen} Mbert» Richtung u*k sie ftarte sich der iingetretenen Ruh«, um ihnen ungestört nachhänge» zu llnnen. E» war nicht zum erste« Mal, daß sie heute den Namen diese« Manne» nennen hörte; oft wurde seiner von den Sätzen ihre» Later» Erwähnung gethan. in respektvollste: Betonung auch von Demo, die seine SeisteStraft und seiue Leistungen auf «iffeuschastlichem Felde nicht im Entferntesten zu würdigen vermochten. Der Lebenslauf, wie der Eharakter diese« Manne« waren aber ganz danach angethan, auch dem Kühlsten Anerkennung abzuringen. (Fortsetzung kotzt.) Leitbilder. Bon M. Stlbersieiu-Breslau. (Fortsetzung.) Da« märe ungefähr alle«, wa« Tacitu» über den Ursprung der Juden und ihrer einstigen Hauptstadt zu sagen weiß; alle« Andere besteht ebenfall« au« ihnen augedichtetrn 8 dfurditäten, oder au« Borwürfen» .weil ihre Sitten und Gebräuche ander« waren, al» die der Römer. Er meint, e« sei ihmn alle» unheilig, wa» Andern heilig ist; wa» bei Andern uurrlanbt ist, sei bei ihnen erlaubt; er sagt ihnen nach, daß fir das Bild de« Esel« in ihrem Hetligthum verehrten, hält e« für Aberglaube, daß sie im Geiste nur eine Gottheit erkennen, und wirft ihnen vor» daß. ihnen alle» gottlos sei, wa» au« irdiscken Stoffen Gott in menschlicher Gestalt darstelle, und weil ie glauben, daß jene« höchste Wesen weder darstellbar noch vergänglich sei. Ferner macht er ihnen zum Borwurf, daß fie überhaupt keine Götterbilder dulden, daß fie die Sabbathruhe halten, weil e» ihnen stet« gefallen Hab«, fich am siebenten Tage tem Müsfiggang hiuzugeben, und dasselbe sagt er auch von dem siebenten Jahre. Entweder hat er da» Erhabene und Segensreiche dieser Institutionen nicht begriffen oder nicht begreifen wollen, denn fremd konnten fie ihm nicht sein, da die Sabbmhruh«, auf welch« die neue Gesetzgebung mit so großer Strenge achtet, schon lange nicht mehr auf die Juden allein beschränkt war'). Es gab damals keine griechische oder barbarische Stadl, zu welcher nicht die Sitte der Sabbathruhe gedrungen wäre. Selbst Juvenal') spricht davon und befürchtet ihr Uehei handnehmen bei den Römern. Auch Horaz, Ovid und Perfic» bezeugen,' Laß in Rom 'Biele fich am Sabbath aller Geschäfte enthielten, nicht reisten, Lampen anzündeteu und beteten; Andere studirten äuch da« hebräisch« Gesetz, besuchten die Synagoge und sandten die Tempelstruer nach Jerusalem'). Ich halte e» durchau« nicht für nüthig, die Ungereimtheiten de« Tacitu« zu widerlegen, aber wunderbar ist e» immerhin, daß ein Äesch chtSschreiber von seiner Bedeutung e« nicht der Müh« werth gelalten haben soll, fich näher zu erkundigen über die Schickse le und da« innere Leben eine» Volke«, deffen Untergang zu schildern er fich vorgenommen. Dies« Lrrnachläsfigung wäre uu so wunderbarer, da seine .Annalen" und .Geschichten" zur Zei de» Trojan erschienen find, al« da« Luch der .jüdischen Geschichte" bereit« aufgeschlagen dalag und der Wißbegierd« eine« Jedc u zugänglich war. Der Verfasser derselben, Flavin« Josephu», der schon früher einmal in Ron. war. um einige ihm nahesteh, ude Priester au» der Gefangenschaft zu befreie», wa« ihm auch durch die Vermittlung de« jüdische« Schauspieler« Alityri« bei der Kaseri» Poppäa durchzuführen gelang, lebt« in Rom uuter Leöpafia i, Tttu« und Dornitian, und unter dem letzten dieser Kctfer vollendete er se'u berühmte» SeschichtMoerk über die Inden, welche» er auf Veranlassung römisclur Anhänger de» Jadeuthum», an deren Spitz« sein Freund lepaphrodiot« >) Joseph»« c. «p. ll. S. T>i« «euer» «esch^bun; bezieht fich «llechstch» loKer uur »uf dt, «»»»»ogSnche, i» bo» «hrrsteuthA» sp»t« «e» «obdoch aus de» Souutag »eriogt hat. - i) ytt» QMHWHM «A» «»m» w. >8«. staub, »erfaßt hatte, und da» in die öffentliche Bibliothek'. Rom ausgenommen wurde'). Anstatt sich dies« Gelegenheit' Nutz« zu macheu, hat er e« vorgezogen, seine Hypothese» die judenfeindlichen Berichte eine« Manetho, Apion und licher aufzubauen, um, wie ich glaube, gegen sein deffere« SH^t, ein fratzenhafte« Bild, von der Geschichte der Jude« zu lieferH denn e« ist kaum denkbar, daß er nicht öfter mit JosephtzW zusammengekommen sein soll, wenn er e« nicht absichtlich vermieden hat, da fie Beide aller Wahrscheinlichkeit nach in denselben Kreisen verkehrten. Er selbst bekleidete bohr Aemter, und Joseph»«, dem Bespaflan i ' .»cm eigeren Hause, in welchem er wohnte, ehe er Kaiser ward«, eine Wohnung angewiesen hatte, wurde von diesem wie von Titu« stet» mit der größten Zuvorkommenheit behandelt, mit dem römischen Bürgerrecht auilgezeichnet und mit der Errichtung seim:r Bildsäule in Rom geehn. Außerdem war Josephu« keineswegs der erste unb auh nicht der einzige Jude in Rom» und die Juden scheinen dorr gar nicht einmal in einem so schlechten Ansehen gestanden zu haben, wie uu» Tacitu« glauben machen möchte, denn wir haben Beispiele, daß da« Judenthum gerade damal« in den höheren Kreisen großen Anhang fand. Dio Easfiu« erzählt un», daß Domitian seinen Verwandten, Flavin» Clemen», habe hinrichten lasten, und dabei noch viele Ander« kheil« an Gut und Shells am Leben bestraft Hab«, weil sie aus den Abweg der jüdischen Sitten gerathrn waren'). Die jüdische Gemeind« in Rom war schon hundert Jahre vor Tacitu»bedeutend ».einflußreichtrotz der verschiedenen Verfolgungen, denrn ihre Mitglieder auch dort von Zeit zu Zeit wegen der geringsten Beranlassungen auSgesetzt waren. Ich will davon nur eine onführen, welche unter Tiberiu« stattfaud, aus die ich noch später zurückkommen werde, weil dieselbe bezeichnend ist für alle anderen. Um diese Zeit lebte in Rom ein Jude, welätr wogen Gesetzesübertretung au» seiner Heimath vettriebeu worden war, und Unterricht!u der Lehre Most« enhetlte. Er ve» band sich mit drei anderen Männern seine» Schlage«, um mit ihnen da« Geschäft gemeinschaftlich zu betreiben. — Diese Mänurr überredeten Fulvia, eine vornehme Römerin, die die jüdische Religion angenommen hatte, Purpur und Geld für den Tempil nach Jerusalem zu schicken, uud al« sie die Geschenke ii Tmpfang genommen hatten, verwendeten fie dieselben zu ihrem eigenen Nutzen. — Al» Tiberiu« davon unterrichtet wurde, befahl er, daß alle Juden au« Rom verbannt und viert,»send von ihnen nach der Insel Sardinien geschickt werden s»llte». Eine größere Anzabl junger Männer, die fich weigerten. So bat«» zu werden, um nicht da« Gesetz ihrer Bäter zn verletzen, wurden besonder« bestraft'). Daß fie aber ihr Hab und Gnt mitnehmen durften, davon verlautet nicht«. Ob Tacitu« den ersten Theil diese« Berichte», in« U gänzlich übergeht, kannte oder nicht, läßt fich nicht festfellen, aber die Art und Wttse, wie er den andern bespricht, it bezeichnend genug. Er meinte: auch über di« Berbannnn> der jüdischen und egypttschen RrligionSgebräuch« wurde verhmdelr und von den Bätern de« Senat« der Beschluß gefaßt, daß viertausend von jenem Aberglauben Angesteckte, au« der Klajsr der Freigelassenen, die da« taugliche Mter hatten, nach der Insel Sardinien deportin werde» sollten, um dott den Räulrr^» Einhalt »n thuo, und würden fie von dem nugesundeu : Wi aufgerteden, dann wäre der Lerlust ohne Belau;. Uebrigen sollten Italien räumen, wofern fie nicht vor bestt Frist die unheiligen Gebräuche abgelegt. j-. i) Josephu«, Ciatdtung S. »)•»«*. 9— ~ ■ — Jüdisch« (raft^ten ii ltche» Quelle» |n « i* " ^. «tatmi«*. — «ach so» er allerdtua» nicht zu» Joden-, (ouderi iiderqenetea sota, und »och Bchürrr volle«. V. 510) « ***** «uficht, Mt« er fegt: «Ogtatia Di» «asfiuA 67, 1« n. 6a (ton. Damit. 15,! ist auch nicht ganz ah», ich ßloud« «ii deurj ' non in dtm«n,«ch Trotz di, Bach» n«grtiud1iMfi»n u ») Soschiboch «aäm* jt* »Äii