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Jüdisches Familienblatt · 1893-01-01 · 8 (1893) · p. Seite 31

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1893
Issue
8 (1893)
Date
1893-01-01
Page
Seite 31 (sequence 3)
Language
German
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I Et r; »eidlicher Sorgfalt die beide« Frauen io Obhot nahm. In «genseitiger Abwechslnog »achte« die Edlen am Krankenlager, um da» sehnsüchtig rr»ache«de Bewnßchia wahrzunehmen. Ei« todtähnlicher Schlaf hielt die ijiatirnten in seinen Klammern. au» welchem sie erst am zwei en Tage zm Freude ihrer Pfleger erwachten. Da» war ein Wiedersehen und heiße Dankgebete stiegen zu Gott empor für die so wunderbar« Fügiw^ daß sie in die Hände ihrer Freunde gerathen waren, die zu besuchen sie die verhäng« ißvolle Reise angetreten hatten. Die Genesung machte rasche Fortschritte und am folgenden Tage verließ die Gesellschaft den für die Belohnung mit sttahlendem Antlitz dankenden Girth und fuhren der trauten Billa .Melanie" zu, wo sie sich von den überstandenen Todetzqualen erholen sollten. Welch' hervorragenden Antheil von Wahle an der Rettung so vieler Menschensrelen, und besonder» der theuren Angehörigen Earl Gelbe'« genommen, batten wir Gelegenheiten beobachten und lernten eine seiner schönsten Eigenschaften kennen, den kühnen, nicht» scheuenden Muth. E» war ein Mann von eisernem Willen und durch sein Bestreben, dir .'Zeideu seiner unglücklichen Mitmenschen zu lindern, suchte r: da» »vieder {«t zu machen, wa» er durch seine gewinusüchiige Verblendung »rchseineSuchtnachRuhm verbrochen. Jetzt,wo erleide« erreicht, den ersehnten Reichthum und Ruhm besaß, fühlte ec die schwere Bürde auf seiormGewisienso furchtbar lasten. DieBerachtung seine» ehemaligen Freunde» ttof ihn doppelt, sie dünkte ihm die größte Strafe. Da« Bewußtsein, niemal« von ihn, Verzeihung erlangen zu können, machte ihn noch verschlossem r als er ge» »wesen. Wie hatte e» ihn freudig erregt, al» ihn Earl Gelbe den Dank für die Rettung seii.cr Schwester bei der Wasserfahrt abgestatttt, wie schmerzlich mußte ihn ater die Kühle seiuinr Ansprache berühren, «eil er nur dem momentanen Drange seine» Herzen» gefo'gt war und zur Wahrung de» gesell» schädlichen guten Tone» ihn beachtete hatte. Die» alle» ließ von Wahle im Geiste an sich vorüberziehm, al« er von den Strapazen erschöpft nach Hause zuröckzekrhrt war. Er prie» de« glücklichen Znsall, der ihm Gelegenheit «boten, nun vor sich selbst wegen seiner Handlungsweise beruhigter zu kein, in derHoffming, daß vielleicht eine Versöhnung mit Gelbe jetzt ermöglicht sei. Nachdem «c»a n«d ihre Mutter sich erholt hatten, wurde «»in dem «nsamea, schönen Landsitze wieder etna» lebhafter, natürlich verkehrte der Nachbar noch inttmer mit seinen Freunden, die ihn al» Lebensretter schätzten und liebten. Erna wurde nicht müde, ihm für die unendlichen Opfer, die sie chm schon verursacht, den innigsten Dank c uSzusprechrn (Fortsetzung folgt.) Pit de» jüdische» Leyrer» im Semi»ar. L«hrrrc«»serr,j-»»rtrag vo« H. Neuß i« Neust»dtgödeu«. (Fortsetzung) Da» Seminar endlich und seine Uebungtschule haben F.'in den langen Jahren ihre« Bestehen« nicht« Rennen«- »t. werthe» oder Bekannte« zur Schaffung einer Methode de« hebräischen und de» Religionsunterricht« gethin. Da« ist die Klage der Kolle«n an» den verschiedensten Seminaren, | ^anz gleich welcher Religionsrichtung. Daraus ist zu er» kennen, wie wenig sie ihrer Aufgabe al» jüdische Lehrerbildungsanstalten entsprechen, wie wenig sie den unseren B^rchältniffen angepa^en Forderungen Nachkommen, die die Allgemeinen Bestimmungen an die christliche,! Seminaricn istelstu. Ich möchte hierbei den Seminar-Direktoren und “ »Lehrern der jüdischen Anstalten die goldenen Worte eine» - christlichen Schulmann«« in'» Gedächtnrß rufe»: „Die prak» «s«he Bildung der Seminaristen hängt nickt allein von den natürliche» Anlagen und dem Geschicke der Hüglinge ab. Die Sennua,lehrer müffrn mst dm thatsächlitzm verhält» s^^deP praktische» Bedüesi^en jnad be»( Mitteln zur Hebung de» Volksschulwesen» auf da« genauste b-'kannt sein und de» Seminaruaterricht so viel al« möglich im Hinblick auf den künftigen Lehrerberuf ihrer Schüler in methodisch.musterhafter Weise er» theilen. Darum muß auch von jedem Seminaclehrer gefordert werden, daß er nicht allein wisse, wieviel in der Volksschule zu leisten ist und auf welchem Wege da« zu Leistende erreicht werden kann, sondern daß er selbst ei» Meister aus dem Gebiete de« Volk-schulunterricks« «st und in musterhafter Weise znr Ausführung zu bringen weiß^ wa« er von den Bolkrschullöhrern verlangt. Da« Lorniachen giebt ja immer den meisten Respekt und da« Vorbild ist immer da« beste Mittel zur Nachfolge. Es ist darum auch die in Preußen eingeführte Einrichtung von so emiuenter Wichtigkeit, daß die Seminardirektoren und Serrinarlehree jedes Jahr ein« Anzahl Volksschulen besuchen müffrn. . . . Da sieht man dir Frucht seines ThunS, da sieht man auch die Folgen seiner Fehler. Da wird jeder, der sehen will, mit Macht und Genmlt auf die Thatsache hingeführt, daß man im Seminarunterricht« niemals praktisch genug sei« kann; Xi wird auch jedem die Berechtigung der Forderung klar, daß unsere Bolksschullehrer i-n Seminar die rechte Mechode — die Methode der Anschauung nnd der genetischen Entwickelung — niemals dadurch lernen, daß man vor und mit ihnen über die Methode redet, sondern dadurch, daß man ihnen am eigenen Unterrichte die rechte Methode zeigt, d. h. dadurch, baß man in allem so logisch-klar, so geuetisch-entwickelnd, so spracblich-präzis und so prakttsch-an» wendbar unterrichtet, daß sie diese Methode ohne weitere» in die Volksschule überpflanzen können. Man legt ja sonst» immer so großen Werth aus vir Anschauung, — gut denn, dann muß auch da» Seminar recht fleißig dafür Sorge tragen, daß die Att und Weise, wie wir den Seminar» unterricht ertheilen, für die künsttgrn Bolksschullel-rer muster» giltig ist, daß sie de» Unterricht in ihren Volksschulen in dersäben Weise geben, wie sie es im Seminare gelernt und erfahren haben. Seminar und Volksschule sollen bezug« der Methode auf gleichem Boden stehen .... Die Seminaristen müssen vor ihrem Eintritte in die Srminurschule erfahren, wa« sie zu lehren haben, wie sie es zu lehren haben, in welcher Weise sie sich für ihren Unterricht vor» bereiten müffrn (nach velchrn Büchern) und in vxlcheu Zeit» räumen sie an ihrem Ziele angekommen sein müssen. Werden diese Borkehrung«maßregeln versäumt, so stehen die jungen Lehrer einst in ihrer Dorffchule rathlo« und verlaffen da und wiffen nicht, wa» sie z» thun und zu lassen haben; sie machen e« schließlich nach ihrem Gutdünken und kommen dabei leicht in di« Gefahr, den Wagen ihres Schul» loeseu« umzuwerstn. ES thut darum auch n»th, daß ffe vor ihrem Eintritt in die Schule nicht allein eine Anzahl Musterlektionen des Direktors und der Seminarlehrer höre», sondern auch mit einzelnen Kindern der Semiaarschule iu bestimmten Probelektionen sich im Unterrichten v:rsuchen und üben und dann aus der ihrem Unterrichte nichsolgeadeu Kritik erfahren, wo sie gefthlt haben und wo sie sich noch beffern müssen." — Wenn Kehr nur auch im allgemeinen vom Boltsschul» lehrer spricht, so treffen seine Ansichten doch ebenso gut für den Religionsunterricht zu, denn dieser ist auch »ach Kehr das A und O aller Volksbildung und bedarf a:n aller«,othwendigsten der mtthodischen Behandlung. Rach ivelcher Methode wird nun der Religionsunterricht und da» Hebräische in den einzelnen Adtheilungen der Uebungr schule unserer Anstalten ertheilt, nach welchen Büche,n wird unterrichtet? Ist eines unserer Seminare etwa dir Geburtssrätte eines mächtigen Fortschritts in der Schulpraxis XS jüdischen Unterricht«? Trägt vielleicht ein viel eilig, führte», bewährte« Schulbuch den Namen eines jüdische » Lemma« lehrer» al« Verfasser? Shcht diesen nicht dre tägliche'S»«. , ütz^Erfolg MMtzM -Y verschicdei,

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