Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 51 (22.12.1893)
- Date
- 1893-12-22
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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s«, »am auch dir (Mrttnmg!rttfet Frage «icht 1ak» gt in bai Nahm« de» Thema'» gehört, welch»» ich »tr zu» arf gewählt. Sie werk» jedoch, wir ich sicher anaelnu« wünsch«, vou alles auf diese Emttroverse bezüglich« llm» hinlänglich unterrichtet zu »eika. Hauptsächlich ei» ist e», welche» Sir Ihr» villiamug gewiß »icht versa,« rkn. Daß unsere heilige Schrift,« keine -andluuggioeis» ligen wollt«, durch welche dem stumueu Thftre au» lfiut-!:»wen ei» uuuüthiger Schmerz berititet »erd«, dafür ist ja aug«schei»ltchc Bewei» erbracht. Ohne Wtderfprnch zu befürcht«, darf ich auch behaurt«, -daß keine Gesetzgebung so »oll zärtliözer Nückstcht»uahm« auf 'Me Thier« ist, als di« Mosaische. Zu« Beweise hierfür brauch« ich uur einige der dftrbezüglicheu Vorschriften «uzu» führen. ״Du sollst »icht sehen den Esel oder den Ochs« deine« Brüder« hiofall« auf dem Stege und dich ihn« ent» zieh«; aufrichtm sollst Du (sie) mit ihm." ״Du sollst dem Ochs« kein« Maulkorb umhäugru, w«» er drischt." ״Du sollst nicht pflüg« mit eine« Ochs« und einem Esel zusamn*»." Der Talmud stellt die Satzung auf, daß der, welcher irgend einem lebenden Wes« Schmerlen verursacht, sich geg« .da» göttliche Gebot schwer versündigt. Die alt« RabMntu fc|«a»fcn auch die geringste veraulassung, um uu» die!lehrt vou der Schonung der Thier« wiederholt riuzupräg«. Sie «rto»er» uu», daß wir an keiner Mahlzeit thetsae-m« dkrseu, «he wir unsere Hau»thiere mit Futter versorgt Hab«, den» so ktßt «»: ^)ch werde geb« Ära« auf dein« Feld« für dein Vieh mid Du wirst essen und satt werkn. («so zuerst da» Vieh, daun der Mmsch.) Da» wäre beinah« ein« Suticipitio» :de» Lftblingtzspruche» Rowland Hill'»: ,Lch halte «icht Viel von der Religion eine» Mmsch«, w«n nicht auch >«ff« Hund und Tatze durch dieselbe glücklich werden." Mr dürf« also » priori annehm«, daß die Bibel kei» Gesetz enthält, durch dessen Vollziehung dem Thiere eir uu- »öthiger SHaerz vernrsacht wird. Unsere Schlachtmethok ist a» 42 Stell« der Bibel erwähnt, an welch« von den ^Schlachten der Thier« zum Opfer oder zum verspeis« die Rede ist. Für da» Tüdt« der Thiere wird «weder da» Zeit- 'wort ach»chat ,die Kehle durchschwtiden,"*) gebraucht, oder da» synonyme sabach**)׳ Da» Motiv dieser Schlachtmethok kennen zu lern«, macht durchs»» keine Schwierigkeit. Durch kein andere» Lvdtung»- verfahr« wird da» Blut, dessen Genuß, wir Sie wiff«. uu» 1» der Bibel str«g verbot« wird, (»Nur da» Blut sollt ihr »icht eff«, auf die Erd« sollt ihr e» schütte«, wie Wassers, dem Tiere so rasch und reichlich entzog«. Ich wage «icht zu behaupt«, daß wir mit absoluter Bestimmtheit den kkruud diese» Verbote» angeb« können; doch bietet nn» die {*tilge Schrift eiu« die«b«züglichev Auhhal:«puukt. Sie lehrt nämltch: ״Die Seele (bä» Leben) de« Fleische« ist im Blute." Ct ist nun ein« au»gemachte Wahrheit, die al» solch« auch durch all« »euer« Forschung« auf dem Gebiete der Phyfiologte immer mehr und »ehr bestätigt wird, daß da» Blut ki» Lekutzvehikel de« tierischen Körpw» ist, da» Lirkulanou»- Mittel, welche» die Lebenlkraft in all« Organen de» Kincper» aufrecht erhält und dem Gehirn» km Quell de» Denk«» und Handeln», die nöthige Nahrung zuftihri. L» ist eine merkwürdige Ersöieimuig, der« Eutd!cku»g »wft kn hervorragmdst« Fachgelehri« neuerer Zeit bei ihrer Mikroskopischen Untersuchung der-Statur kr Krankheit »keime verdanken, daß tu viel« Füll« da» Blut de» Tier!» der *) trw b»chft Amdrschetnltch »m kr RaM! ■n, wwmH •Unp «a> yp, Welch» wir in lateinisch» ,«wäo" und in dem «egllcheä ״•«t* »fttzerfinden. **) Bermabt mit raa, als» dieselbe Radft, welch« mr in k» getechtsch« 070?« finden. Ohne «nl> hier ens phllolsgische Dentr» UU* tkiaUffca, demerk« »tr, kf «11• *•»■«»»ז krtii ikrrtnfit«»aH» da« in der bibltch« Ze tr ildltche S«»chft kr Thiere « nlen gaie» in dem Dorchsetzeik» du Kehl. kfiS»7 Sitz einer verhängnisvollen Krankheit sein kann, während die festen Gewebe ihre Fähigkeit behalt« Hab«, al» gesunde Nahrung dien« zu können. Daher verhindert die Entziehung de» Blute» uud die Entleerung der Blutgefäße da» Eindringen der Krankheit»krimr in kn menschlich« Körper, welch« eine schädliche Einwirkung ans dess« Eonftttution ük» kSuuten. Selbst auch dann, w«» da» Blut de» Thiere» nicht instzirt ist, können wir au» kn «ft dem Gegenstank gemachte« Erfahmngm schließen, daß gegen kn Gebrauch k»selkn al» Nahrungsmittel triftige Bedenk« zu erheb« find. Wir wiff« nämlich au« dem be» stimmt« Eiufinße narkotischer Stoff«, daß dasjenige wa» von denselben tu» Blut dringt, nach kn Gesetz« der Stoffauflösuug mächtig auf da»Geht«wirft und oft auf die Intellectnelle, oft auch ans die moralische Beschaffenheit de» Mmsch« eine diese Kräfte bald hemmende, bald fördernde Wirkung übt. Man hat nun zwar nicht genau feststell« können, in welcher Weise dftse Wirkung ans da» Gehirn vor fich geht; aber da» hat un» di; Erfahrung gmugsam bezeigt, daß durch Alle», wa» wir eff« und trinken, unsere geistige Natur affiziert wird. Wa» ist also wohl wahrscheinlicher, al« daß durch di« Aufnahme de« Tierblute» in unfern Körper einige kr Eigenschaft« k» Tiere», di» uu« mit seinem Mutt gleichzeitig übertragen werk«, zu einem Teil unserer eigenen Natur werkn, und diese trüben und erniedrigen können» Halten Sie diese» ja nicht für ein Phantafiegebilk i S» liegt vftl Wahrheit in Moleschott’s Au»sprnch: ״Der Mmsch i st, wa» er ißt," und da» steht fest, daß btc Unterschied« in de» geistig« Anlagen kr verschieden« Nationen zum große» Teil der besonderen Natur der Speise« und Set:änke, welch« sie gmteßm, zuzuschreibm find. L»rsicht«maßregeln beim Schächte». —Lei kr jüdischen Schlachtmethode ist jek mögliche Vorsicht getroffen, dies« Act wie eine Operation der modern« Chirurg« ,.cito, tuto et jucuuäe" (schnell, sicher und schmerzlos) zu vollziehen. Ich werde zuerst dir BorstchtSmaßregeln, welche der Talmud für d« Schlachtatt vorschreibt, wie sie Dr. Maurice Davi» in einem Arfttel de» ^Saoitar^ Beconi“ von 15. Februar 1881 aufstellt, hier anführ«: 1) Der Aft muß ohne Unterbrechung vollzog« werkn; jek noch so geringe Unterbrechung, wodurch der Schmerz de« Tiere» verlängert werkn könnte, macht da« Fleisch zum Senuffe ungeeignet (trefe). 2) Der Schnitt muß in einem Hin- und Hequge gemacht wrrkn, ohne mehr Druck anzuwenkn, al» nötig it, da» Meffer tief geuug eindring« zu lass«. S) Der Einschnitt darf nicht so hoch gemach: »erd«, daß eine Berührung de» Meffer» mft dem Knochmiystem oberhalb der Knorpelriug« kr Luftröhre ftattfinkn kann. 4) Kein Gewebe darf geriffen oder gekerbt werk». Wie der Wundarzt gehaltm ist, die Schneide eine» Meffer» glatt und scharf zu Haft«, so ist der Schächte verpflichtet, sei« Meffer mit der äußerst« Sorgfaft so zu stell«, daß e» an Schärf» die eine» Rassirweffer» noch übertriift. Und mft solch' heiligem Ernste muß er an die Erfüllung diese» Gesetze» geh«, daß er ihr seine »»geteilteste Aufmerksamkeit besonder» zuvmdet und zwar in der Weise, daß er mit dem Fingernagel oft allerkleiaste Schärft in der Schaetk seine» Meffer» «tdeck« kau». Al» Prok seiner Geschicklichkeit und Sorgfaft, «ft welcher er dft Operation vollzog« hat» muß er nach derselku da» Meffer »och einmal auf'» Sorgfältigste untersuch«: und finkt fich jetzt auch um dft allerkleiuste ksthart« in kr Schaetk desselben, so ist da» Fletsch diese» Titre» gleichfall» zum Genuffe verbot«. (Schluß f•!!!) Bericht» m»d LorresposMeuze«. Lastschlesch. Magtefogg. Zur Hier de» LL jährigen Bestebem» uud Gittm» de» hiesig« «ynagogeu-Gesang-Verein» fnb