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Israelitische Wochenschrift · 1893-12-08 · 49 (8.12.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
49 (8.12.1893)
Date
1893-12-08
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Uusführuaq vab Sicherst, Laa, M Pallzages ikfri O^rtzrii nfar• derttchea 9etaetaanaea Metten»■ g 7. Die.es Gesetz Mit aut W« Zage seiner Vetftaklgaag ta Utas». Mitantraaftell« sind die Abgeordneten; v. Dallwitz, v. Dewitz, Dr. v. Frege, Fwik^rr v. Hammer stein, Hauffe-Dahlea, v. Herder, Hüpeden, Graf zu Inn» u. «typhausen, Dr. König, Liebermana v.Sonnenberg, Freiherr v. Manteuffel, v. Ploetz, v. PoleNz, Sachße. v. Salisch, Will. dfo die Würbe des AaltsemittsmuS. — Was seitens der Rcdbtner und Gemeindevor- Mnde zu geschehen hat, ist denselben «ms privatem Wege mit- «teilt worden: Rasches Handeln ist geboten. Auch an den Reichstag sind Petitionen zu senden, in denen ohne lange Auseinandersetzungen kurz ersucht wird, dkm antisemitischen Gesetzentwurf nicht zuzusttmmen, der einem Gchächtvervot aleichkommt und' ein Eingriff in die gewährleistete Religion»- swiheit sei. Al« sehr nützlich Hst sich in ähnlicher Fällen dir direkte Berbindung am den Abgeordneten b«£ eigenen Wahlkreise« erwiesen. M»gd«O«kH. Die vornrhaie, aber entschiedene und energische Art, mit welcher der Reichskanzler Graf v. Eavrivi in der ReichStagSfitzung vom 26. Avvember den aatisnnitischen SchreierZimmerman» von oben herab abfertigte, die scharfe Berurteiluna, die er dem Antisemitismus in seinen S Abarten, Religion»-, Raffen- und Kapitai-AluisemittSmu», zuteil werden ließ, hat i« ganze« Lande (mit Ausnahme natürlich der an tisemitisch verseuchte» Kreise) einen wohlthuendeu Eindruck hervorgebrach». Die ruhige, mit eine« Anflug von Spott gewürzte Rede wirkte wie «n renng.ndeS Gewitter in verpesteter Atmosphäre. Daß die Antisemuenblätter darob ganz au» de« Häuschen sind, und den ReiihSkatuler bald mit feige», versteckten Drohungen, bald, mit roeinenich-winselnden Bitten auf da« BernichtimaSwerk Hinweisen, daer damit in ihren Reihen angxrichtet, ,ft bei dieser Sorte selbstverständlich. Die mit gehobener Stimme gesprocheicen Schlußworte de« Reichskanzler« ließen den Herren Antiseiaiteu keiuen Zweis l darüber, daß ihren hochgespannten Hoffnungen bezüglich ein,-S scharfen gesetzlichen Borgehen» gegen dir Juden seiten« der Reich«, rrgierung ein ״Lastet jede Hoffnung draußen I" zwzerufen sei. Wir würden uns frören, wen», die Herren Ziiamermann Förster, Leuß u. s. w. sich auch in diestr Beziehurg (wie bei den Steuern) als die Getäuschten betrachten mäß en. Selch' gründliche« Fiasko die beide» Er-stgenanuten mit il,ren Reden un Reichstage gemacht, gestehe« selbst antisemitische Blätter ein. (Siehe unter ״Dresden".) Dreühem. 3. Dezember. Die Herren.Zimmermann und Förster werden von den anttsemitischen ,Dresdener Rachruhten" in folgende» naturgetreuen Porträtt. verewigt: »Die sachkichea Dackgaagea aerschmaadea. Jede Svar e,a aetaehaier «ampsetzwetse kam dea Rednern adhaadea, sabat» eiaet der Führer de» radnalea Aatisemittsmas die Tndiae des deiäschea Parte- »cats berreiea hatte aad seine sargsa» aasvwadia geletittea Zirabea aett geaealttae» »attgeprassel za» Ikafter des »eichst« ,es hinaasdaaaerte. De» vertretet dea Dikstea - Altstadt i« Verein mü setar» Gestaaaagsgraofiea Kdifter, de» Pchildtaappe, «hlwardt», der nach seteer Jaagferaaede der S»dor de» Mreawa *uttirmitiimti za »erden aerspricht, aeteag es tresfli», dea Reichstag ra seiaer »orgestrigea Sttzaag am da» Niveau der Virrdaak» »litiker aad der Rafcaaaetfaeaaüaagfn heiadzadrEcken. Sav-ett aber ist der dänisch» Reichsteg «ahl dach a״d nicht gesaakea, dich dart das leere Phrafeapachos aad die derb« «ffelthaschrret eine» Demagagea aaa der Art eine» »hlwardl fagetk welche «trkaage» za erzielen aeeategea." F. B. Verlt», 4. Decewber. (Or^Lor.) Zn der gestrigen Rrpräsentautenversamml img teilte der Bo, fitzende Herr Landsberger der Bersammlima mit, das de« israelitische» Krankenhaus von Herrn Goldberger 8000 Mark unter de» Rawen .Ranny Goldberger-Legat" für Kurde- ' worben sei. <tt wurde alibatti bt&lefkn, wette die ^terhßvers»«lung DoqMFMHGßtürftige vermacht W Pstttian. web Gemeinden Deutschland« solle« zu« Anschluß an dieselbe auf gefordert werden. AlSdanu folgte Bewilligung von slltk. 87,94 . für Speisung israelischer Strafgefangenen in Plözensee an den hohen Feiertagen. Der Referent Herr Mannheimer schlug vor, in Zukunft nicht «ehr so zu verfahren, daß mau das Fleisch von hiesige» Fleischern beziehe und es in Plötzensee kochen kaffe, da hierbei Perletzungen der religibsen Pflichten vorkämen, die bci Bczug der nöthtgen Portioneu au« in ,Israelitischen BolkS-Speise-Anstalt" vermieden würden, e» sei dcmtt auch eine Ersparniß an Geld. Zeit und Arbeit .---bunden. Die Herren Heil mann und Breslauer (vomBorstandStische) wiedersprachen. Rachlängerer Debatte beschloß man die Angelegrnhnt der betr. Tom- Mission zu überlasten. Sodann wurden 401» Matt für 18SS und 1500 für 1894 zur Besserung israelitischer Hasteotlaffenen bewilligt. Der Referent Hr. Heilmann bittet:un Bersiärkung dieser Eommission, damit dieselbe dea an si: heraniretenden Pflichten auch völlig gerecht werden köine. Bom BorstandStische untemiützt Herr Breslauer, uulcher z. Z. der Lommistiou angehörte, den Antrag. Er befrachtete die Berbindung mit großen Firmen, die viele Arbetter bwuchten, (Holzplätze, Sieinfuhrev) sowie mit jüdischen StittergutSbesitzern al» eine Rochwendigkeit, damit die Eommission eine wirklich segensreiche Thängkeit entfalten könne. Der Borschende de- Vorstände« Hm Jacoby wendet sich gegen diese Ausführungen. Die genannten Arbeiten eigneten sich nicht für unsere Juden. S« Vorsitzende der Repräsentanten weist noch darauf hi«, daß bei jüdischen Ziegelei besitzetn ge» eignete Arbeit zu finden wäre. — Schließlich wttrxn 2 Rech» nungen der Gasglühlichtgesellschaft für Beleuchtung des Borraum« ein« Synagoge im Betrag von 813 Merk bewilligt. Auch ein Antrag behus» Pflanzung von Schatte tbäumen u» Garten de« AlterSversorguagS-Jnstttut gelangte zur Amrahme. Brrsl««, 2. Dezember. Auch die schlesische Provinzialsyaode hat ,u ihr« au» Orthodoxen bestrherdeu Wehrheit geglaubt, in da« Gerede rou d« sogenannten lEideSnot" m ein« den Antisemiten sympathischen Weise eiistimmen z» wüsten. Die erste Kommission hatte folgenden Ar trag gestellt: Die Praainzi-lshaade walle beschließen, die Anträge der Ereissynoden Gräadera re, l) daß der «oreid darh b-a Racheid ersetzt, 9) daß aach dieser Ihaalichst deschräalt, S) daß für die Etdes'ristuag aar Gericht eine der Heiligkett eatspiecheade Kor» gefunden, «) daß die Zahl der Richter, var alle« ta deuursßerea Städten, vermehr» »erde, sa»ie d) daß eia Christ aar vaa «inr» christlichen Richter vereidigt Werda — de» kbnigl. Raaststarta» der Pravtaz Vchtrsle, »st de» Ersuchen zu überweisea, daß au araßgedeader Stelle aas eine >eadaran, der gesetzlichen vesti«»ungra Bedacht geaaumrea »erde. D« Synodale Oberbürgermeist« Ben der bestritt, daß die Zahl d« Meineide gewachsen. Rach eignen Ei fahruuge» sei die Wahrhaftigkeit nicht so sehr gefunken. De: Red«« destritt auch, daß die Heiligkeit de« Eide« und tie Würde ixr ־ orm, in welch« derselbe abgeleistet wird, fordere» daß d« ichwörende einem Nicht« gegenübersteht, d« seinem eigene» Setenntniste angehbrt. In Bezug auf dea Eid!restebe zwischen Christen und Aü»«n Religionsgemeinschaft, und i>« christliche Eid habe seinen Ursprung im Alte» Testament,-. D« Rrdn« führte weiter au«, es werde auch nicht e, a Zalscheid mehr vermiedeu werden, wenn auch Punkt 8 , ng« ommen werde. Maa soll« die Frage, ob ein jüdisch« Richter einem Lhriftrs einen Eid abnehmeu dürfe, nicht mit d« Armje d« »Eide«» not" verknüpfen.—D« Evnodate AmtSgerichtSvit Guttwann- Schweidnitz hob mir Recht hervor, daß die Annahme de» Punkte» 8 einen Makel auf de» jüdischen Nicht« lege, d« dadurch zu einem Nicht« zweit« Klaffe gem״cht werde, d« nicht alle ihm obliegenden Amtshandlungen vwaehme» könne. Natürlich nahm die antrsewitische Mehrheit de» ««tag mit de« $*Kt 6 an. Unter Andere» hatte der ' Synodale HMx ~ J behauptet, .«S bedürfe ein« desood«etts^ kunftutterra, daß in Hyr'khctt die - - f f»n,rf'f»; ׳*־ ‘ ־-

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