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Israelitische Wochenschrift · 1893-12-01 · 48 (1.12.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
48 (1.12.1893)
Date
1893-12-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Vereins mit umflorter Fahre. In der Kapelle de» isr. Friedhofs hielt kabörrer Dr. Stößel eine en«eife»de Leichenrede. Namens der St/idt, welcher Steiner 28 Jahre als zweiter Stadtarzt mit groß« Aufopferung gedient hat, legte Oberbürgermeister Rümelin eine» Kranz nieder; weitere Ansprache« hielten Dr. Schleich, Borstaad de» ärztlichen Vereins, Dr. Deahna, Borstand des ärztlichen Bezirk^erein», welcher den Verstorbenen als ein Borbild für jeden Arzt bezeichnet«, ferner der Borstand Ire» Kriegervereius. Gesänge des Syna-?ogenvercin» eröffneten und beschlossen die ergreifende Leithen» eier. vraparandemchwe m uoiaur ן tu torcr »ruuoua» iwu/81 0» Juli 1893.) Diesem, »ff9 seiten der. reich»ländischen israelitische» CultnSgemeind«, die zur Srhrltung nnd Forderung der seit ca. 13 Jahren in Colmar oestehmdm Raobinervraparanoeuschule die feuerst» Opfer jährlit darbrtngm, lS . und endlich erschtrornea Bericht« entnehme» wir fol Da» siaboinerpersoaal in «ilsah-Lffthringen besteht au» 3 Ober- und 4V Localrabliinern. In Lothriimm fungire» 1 Ober- und 2 Localrabbiuer. In Unter-/Llsaß 1 Ober- und IS Localrabbnrer In Ober-Elsiß 1 Obermw 20 Localrabbiner. Bi» »um Jahr« INO stand dem Reichslande da» Rabbiner- Seminar — welche» «i'telst einer Staatmubvention und eine» Beitrage» au» der EeutralconsiftonumSkasie unterhalteu wird — zur Au»bildung seiner Rabbiner, zur Verfügung. Bon 187V, von dem Zeitpunkte an, wo die ׳in Pari» auSgrbildeten Rabbiner in Elsaß-Lothringen keine Anstellr-ng erlangen können. bi» 1880, entstanden durch Sterbelällr und Amtsniederlegung« so viele Lücken, dost die Hälft« ter Rabbinate in Eliab-Lothrtngen unbeseht blieben. Angesichts diese» traurigen Zustande» unternähme» e» die drei israelitischen Coufistorien de» Reichrlande», durch ununterdrcchene wirtsaui« Schritte eine Rabbinerpräparandenschule in Colmar in» Leber zu rufen und diedortau»gebildet«Tb«ologie-Aspiranten zur Beendigung ihrer Studien und zur Srlangung der Doctor- und!kabomerwnrdenach Straßbura,Berlin oder Bretlau zu schicken. Dank der sympathischen Aufnahme, die diese» Unternehme» bei den Behörden, bei dem hohe« Ministerium, sowie bei de» Lande»a1!»schuß fand. Dank de» jährlichen Z schofle» von 8000 später 10,000 s" " - - - - Theologie-Aspiranten in das schrieben Burbe, dank dec thi , ......... »raelitischea CultuSgemiinden kir Elsast-Lothrinaeu, konnte i. 3. 1880,81 drc Rabbinerprälmrandenschute mit 18 Schülern in E»Imar eröffnet worden. Tie Schüler treten -im Alter von 12—13 Jahren m Colmar ein, wo sie die Gymnasialklaff« de» Lyceum», und dir hebräischen Curse de» Tirector» Herr» Rabbiner Dr- Wolf, unter denen gewisienhafter und intelligenter Leitung die Kabblnerpräparantenonstalt steht besuchen, bi» zum Ablegen de» Lbiturienten-Lxamen», u.n dann bl da» Berliner oder Breslauer- Rabbiner-Seminar «inzutreten. Nach bestandenem Rabbmer- und Doctorexomen und nach lfrfüllnrg der ihnen obliegenden Mlitärpflichttir werden sie zur Verwaltung eine» Rabbinat» berufen. Sät Eröffnung der «schule find & Schüler in dieselbe einrtreten und zwar, 1880/81 18. 1881/82 4. 1882/84 2. 1883/84 1885/86 2. 1886/87 S- 1887/88 2. 1888/8» 2. 1889/90 2. 1890/91 7. 1891/92 1. Bon diesen 46 Zöglingen fiud leider 2 gestorben und 31 traten nach und nach an», von 1>euen 6 Rabbiuerstelleu in Elsaß dekleiden, 2 ihre Studien ta Berlin und 2 in Bre»lau fortseheu, 2 nächsten» chre Diplome erlangen und nach erfüllter Militär- »flicht zur Verwaltung ebie» Rabbinat» berufeu «erden, 5, die sich andere« höheren Studien widmeten, 2 wurden Vorsänger 10, die wegen Mangels ar Anlagen ihre Studien nicht fortsetzeu konnten urw 2-die auSwandenen. Demuach blieben noch 13 Schüler, von welchen 3 18S6, 2 1891. 3 189k., 2 1886, 3 1897 nach bestaudenem Examen auStteten iverdeu. Die Einnahme» währ md de» ca. ISjährigeu Bestehen» der Schule beliefen sich erclufir der für Berlin und vre»tau erhaltene» Stipendien aus 176000 Mk und zwar 88M) von der Regierung. 8000 Mk. ftein-illige Gaben und Zins«. 6400 Mk. für Beköstigung von wohlhrbenden Schülern und 73,600 Mk. von den i-raelinschen CultuSgerieinden Slfaß-Lothriugen«, die Ausgaben auf ca. 166,400 Md, die jährlichen DurchsKlittr-Aurgabeu str einen Schüler betrag« ungefähr 720—800 Mk. Aicamkretch. Pari». Ein gewisser R. Bert bespricht unter der Auf. schrift: .Rufs« und ftauzöfische Jbraelitm" die Beteili der Juden bei dem frauzksfisch-rufisch« Verb," Anaestchls der Verfolgung der rnMch« Inden,' noch immer, daß die Lage sich iMffmi tvfid* (da svommer Wunsch!-, aber als F«MP>s« naßtorOe die Beteiligung brüderuuaSfeste. den.' hoffe» sie «0(1-1 Will« anschließ«. Durch diese, dm Rnssm darg/ Huldigung« hält« sie bt* Antisemit» d« Beweis gell daß thuen Frankr/üch, das Laad der Freiheit, über all/ ginge und fie vor allem Franzos« wären. — Da» ist selbstverständlich, die deutsch« Juden find zuerst Deutsch«, die russisch« Elfsen, die englisch« Engländer. Unsere Religion gebietet uns, das Land in welch« wir geborm ftnl►׳ und das unser Vaterland ist, vor all« zu lieben, unabhängig von der uns zu gebührend« oder versagtm Gegenliebe. Zu - all« Zeit« Hab« Judm ihr Gut und Blut für ihr Vaterland hergegeben und wmn fie von dem Schlachtfeld« in die «dgtea. 95. Rovember. U»i»«rfltät«»Pr»fefi»r Leo Sr rer er, Mitglied hier Ltodrmt», oeröffemllcht eine Arbeit über di« russisch« In»«», tu «elcher er etue uupaNettsch« lleberflcht über die historische Seite der Ftog«. fern/r über hie Lersoizuoge» »nd Anschuldigung«. seiten» der Antisnatteo nnd «b»r die der rivnifirte» Seil obliegen«« 1 Pflicht« giebt Da» Werk enthält «ine Vorrede de» Prof- M o m « s« », »eich« derselbe in eine« vriefe an» Rom sendete, «elcher u/ir folgt lantet: ״Mein Herr! Sie Hab« mir ihr Werk über dir gegea» wärttae Lage der Juden in Rußland vorgelegt. Da» Herz» zerreißende Bild, welches Sie davon eittweZen, wird nicht verfehlen, nnlerstützt durch die unglücklicherweise richtigen Be-, weise in hohem Maße die Herzen zu beweg« nnd den Abgroud zu zeigen, wo gesunder Menschenverstand und die Humanität zu gleicher Zeit verschwinden. Werden aber nnter den Herzen, die Sie gerührt haben, auch solche sein, welche fähig, find,' ein Mittel gegen diese schändliche Geißel zu finden und d« jchwLrzesteu Schandfleck des Jahrhundert» nicht allein zu brklagen, sondern auch zu tilg«? Kann mau da» Dahinwelkm unserer so gepriesenen Ctvilisation, kann «a« d« Selbstmord Rußland» aufhalt«?* Laßen fie es uns hoff«. S» ist eine , Pflicht, nicht an unserer arm« Humanität zu verzweifeln. Aber diese Pflicht wird immer schwieriger. Der Fanattsmu» ist unverbesserlich. Es bleibt on« nur übrig, z» wünsch«, daß die Politiker eine» großen Reiche» und ei» unumschränkter europäischer Souverän sich nicht immer der Lerbleuduag einewieder entstanden« Lorquemada unterwerf« werden." P«terO-«r>. Ufber die Zahl der in Rußland lebenden Judm findet man in statistisch« Zusammenstellung« meist ganz unrichtige Angaben. Ihre Zahl wird auf 3—v Million« geschätzt, währmd sie sich doch in Wahrheit viel höher beläuft. Die Resultate der Rekrutiruag vom Jahre 1892 «fon ein« ziemlich sicheren Anhalt zur Feststelluag dieser Zahl. Wie der Statistik zu entnehmen, kam« auf die 260000 Rekrut« diese» Jahre» 16168 Jud«, da» heißt 6,2 vom Hundert. Da nun die Rekrutierung auf eine Bevölkerung von etiv 11V Millionen sich erstreckt, ergiebt sich nach demselben Prozentsatz, daß die jüdische Bevölkerung Rußland» mehr als 7 Million« betragen muß. Es ist dies jdroch unter all« Umständen nur eine Minimalzahl, thatsächlich ist diese Zahl bei dem Umstande, daß sich manche dem Militärdimst entzieh«, beträchtlich höher und dürftewohl nicht viel unter acht Million« zurückvleiben. Dabei wächst der Prozentsatz der Juden beständig, da ׳hre natürliehe Vermehrung stärker ist, als die der christlichen Bevölkeruag Rußlands. Die Zahl der jährlich auSwandemdm Judm verschwindet vollständig diesem jährlich« natürlich« Zuwuchs gegenüber. Aus B-Arschan meldet da» ,D.-B. H.": ״Rach einem kaiserlich« Ukgs Ht »en Judm wieder der Aufenthalt in dmjemge» Dörfern gestattet ward«, welche russisch« Edellmtm gehör«. Jad/ch müffm die Besitzer der Dörfer für das gesetzmLßige Berlzaltm der Judm eine Bürgschaft über- 9." (Rächt glaublich klingt die Nachricht nicht.) ':i .1 -/

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