Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 48 (1.12.1893)
- Date
- 1893-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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die Qtmtinbc mit der Absicht >m, bei der znstindige» Behörde um Einziehung ber 3. Lehrer stelle vorstellig »o werden. 10 daß au» dem 4klassigeu Schnlsystcm in kurzem ein 2klas- ^-si-e» zu erwarten steht. Fragen wir nach der Ursache dieser Erscheinung, dann hören wir mecstemttl» die Erklärung, daß sie theil» in dem rlligiösen Indifferentibmu« der Schulunterha ltung-pstichtigen vurzelt, 'die bei Snnultanifleruug der Schulen die Anstellung e ner «nt» sprechenden Zahl jüdischer Lehrer vermutlich gar nicht wünscht. Ludererseitk dürste da» allzufrühzeitige Drängen »ich den Vorschulen und Unterklaffen der gehobenen Bürgntschulen «- oder Gymnasien selbst solcher Schulleiter, denen die Mittel Hierzu nicht zu Gebote stehen SäMld Hiera» sein, sowie der Materiali»mu», der unsere Zeit beherrscht urd viele Damilien au« den kleineren Stitdten den Großstädten!»führt, ohne daß ei» entsprechender Nachzug stittfindet. Sollten nicht aber augeficht» dieser Etscheinnng die maßgebenden Personen in den Gemeinden, sowie Vorstände, die Herz und Sinn für rin ersprießliche rrligiö« - sittlich« Erziehung und somit für die gedeihliche Entwickelung unserer Lo!!»schulen Haben, dieser ernsten Sach« größere Aufmerksamkeit zuwenden, «l» r» viSher geschehen? T. Mstwchr«, im November. (Or.-Eorr.) Am 3. November eröffnet« Geheimrat von Ziemssen di« medizi- Nische Klinik mit einem allgemeinen Bortrag, in dessen Ber» lauf er über die Stellung der Aerzte bei den Jude! sprach. Sr führte inhaltlich Etellm au« Ixm Talmud an, dir be» «eisen, daß die Juden den Aerztm stet« mit der größten "Achtung gegenübettralen. Eine solche, führte er nun weiter /m», genießen die Aerzte auch jetzt noch bei den Juten, denn ste schenken dem Arzt da» größte Bettrauen, die Hinorierung ist durchaus angemessen. Diese» Hjerhalten dem Ar,ste gegen» über har seine Ursache in dem übrau« innigen Z tsammenleben der Familie. Wenn ein Familienmitglied erkranst, sind "die andern in der höchsten Besorgui». Man wenkct sich sosott au den Arzr, hält sich uiit ängstlicher Genauigkeit an alle seme Anordnungen, um ja nicht den erkrankter Liebling irgend welcher Gefahr durch Bcrnachläsfigung crttzusetzen. Ist der Kranke genesen, dann den »eist die Familie dem Arzt "die größte Dankbarkeit. Da» Familienleben der Judeu ist geradezu klassisch, eine solche Anhänglichkeit der (Uteri, an die Lindrr und umgekehrt findtt man gar nicht bei den Christ m. Diese guten Seiten der Juden werden jetzt bei den «mtisemittscheu Tiraden ganz übersehen. Der Antisemititmutt ist eine geistige Epidemie und wird mit der Zeit wieder verschwinden, wemgsten« wird der Kampf der Antisemiter, der eigentlich gegen da» jüdische Kapital gettchttt ist, in der Form, wie er jetzt gefüllt wird, anfhörc« und e» werden Juden und Junker zugleich bekämpft werdcn, wie e» j^t schon in Ostpreußen der Fall ist. Skt»»t«. Ueber den Vev-lkecung»«echsel im Jahre 181S hat da» statistische Amt der Stadt Leipzig kürzlich cm äußerst umfangreiche» Tabrlleowerk veröffentlicht, au« dem wir etliche besonder» intereffaute Ergebniffe hier mitteUeu. Wa» zunächst die Geburten anbetttfft, so fandm i«Jahre 1891 12868 eheliche und 2810 uueleliche statt. Von Jnteress« ist die Verteilung der unrheiiche» sitebutten auf die rerschtedenen RrligionSbekenntviffe. Dieselbe war folgend«: Eheliche: Il Sti (88.13'/.) 661 (76,58 . ) 111 (8830 . ) 105 (»5,45 . ) 54 (9830 . ) unehelichen Gebntte» Evangelisch« Katholiken Nesormittr I»raeliten Andere SSie Ziffer der r.neheliche: 20k7 (1437 •/•) 20) (23,42 . ) 14 (020 . ) ( . 5*4) צ 4(7/».) ist also bei den Katholiken procentual di« höchste, wobei die Einwauirrung »ieler lebiDtr Elemente in« Guvicht fallen mag. Btt den Jtzraelitrn ist diese Ziffer die niedrigste, denn auf 31 ehelich: ko»Nt nur 1 «»chttiche Geburt. sVer «äunvche Theil der JSiaevtrn. der sttpä» Verhältnissen^ mtt der «ttlcho» ga G licht so fnttrafa»»*, darf ס»» diesem IwstmiSr tt»!!ob für sich niä herlritrn. wohl aber der weibliche Thttl. — vie -Lnstgkttt der Gebntten. d- -. die Zahl derselbe» pro hundert der Bevölkerung war folgend«: Evangelische 426, Katholiken stSl, Reformitte 3.15. J»ra eliten 2M, Anden 2,16; tnögttamm : 428. Eheschließungen faubenDM statt. Auf gleichem ReligionSbekenntniß beruhten 3042 lnthettsch«, 64 katholische. 3 tt* sonnirte, und 14i«raelitische Ehen. Jnttne gemischt? Ehe traten ein: Evangeliiche 165 Männer 239 Frauen. «athliken 189 , 124 . Reformitte 37 . 39 . J»raeliteu 1 . 5 « In Mischeben tttte«. wie ersichtlich, die i»raelitischen Mällnn höchst sttten ein. A»ö *tm WrotzherzpOtw« Vndeo, 22. Nvv. Der Großherzogtiche Oberra» der JSraelittn io Karlsruhe übersenhtt an tämtliche BezirkSsynagogen und Eiynngogenräte des Lande« einen Entwuri, die Bettretung der lSrari. Religion«- geuittnschaft de« Großherzogtum« durch ttn.: Synode, ähnlich wie bei Protestanten de» Lande«, betreffend. Zur Begutachtung de« Entwurf«, die spätesten« bis zum 80. d> M. der obersten Kirchenbehörde vorgeleat sei« muß. sollen BezickSversammlungen abgehalten werden. Die Synode soll nicht lediglich Steuer» bewilligungSorgan vorstelleu, sondern e« soll ein« Bettretung der Gesainoltheit geschaffen werden, die in allen wichtigen Fragen de« kirchlichen Äben« die Bedürfnisse, Wünsche und Forderungen der Gesammthttt in autor'tatiter Weise zu vertreten habe, sowie bei Erlaß neuer Satzungen und Berordnungen ihrer WillenSmttnmtg entscheidend in die Wagschale zu werfen hätte. Die Synode soll au« 8 geistlichen und 20 weltlichen Mitgliedern bestehen, jene von den LandeSrabbinern, diese unmitteloar von dm Stimmberechtigten eine» jeden Wahlbezirks in gehttoier Abstimmung gewählt werden. Die Einberufung der Synode erfolgt alle drei Jahre durch die oberste Kirchenbehöd« im Einverständnis mit der Großh. Regierung. Die Beratung und Beschlußfassung soll össen»- lich sein. A«ö Västrltemberg, 24. Noveml>er. (Orig.-Korr.) Der ״Berttn zur Unterstützung von Witwen und Waise» armer i»rael. Lehrer und Borsänger Würieinberg»" hat in diesen Tagen sttnen 81. Rechenschaftsbericht für da« Rechnung-jahr 1. Apttl 1892/99 verSffrntlicit. Auch im verstoffenen Jahre erfreute er sich de« gnädigen Jntereffe« Sr. Majestät unser« König« und ttner huldvollen Gabe Ihre? Majestät der Königin und der Unlerstützurg der igrael. Gemeinden de« Lande» und ihrer Angehörrgen, allen voran der i-rael. Gemeinden Stuttgatt und Heilbronn. Der Bern« vereinnahmte an Bttträgen ordentlicher Mitglieder 126 Ml-, außerordentlicher Mitglieder 833,50 M., außerdem an Gaben von Grmttndrn 1443,15 M, von Privaten ISO M., an Zinsen 1639,30 M., an Grundstück«beitr>igen 100 M. und gewähtte 2025 M. Unterstützungen an 9 Lehrerwitwen mit ihren Waisen und an einzelne bedürftige Verein«»»!- glieder; auch dem bedrängten allgemeinen württ. LehreruttterstützungSverein kam der itraeliüiche Bruherverttn mit ttner Gabe zu Hilfe. Da» BerttnSverinögn, bat um 1273 M. zugenommen und beträgt jetzt 43 883 M. Der Verein zählte 62 Mitglieder. — Sestern fand in Gtwttgart die Beerdigung de« SanitätSrat« Dr. L. Steiner, 2. Stadtarzte» von Stuttgatt, der im 55. Lebeu-jahre einem Gchlagachalle erlag, auf dem Pragsriedhof statt. Oberbürgermttster RLmelin widmete de« beliebten Arzte in der Sitzung der bürgerlichen Kollegien ttnrn warmen Rachruf. Dem rcichbekränzten Sarge folgten 2 Blumenwagen, gcchMt mit den herrlichsten Blumeaspeuden. Unter der Trauerbegleitung befand sich Oberbürgermttster Rümttin mit mehrere« Sind träten, viel« Aerzte Stuttgart-, die Pprftändr der ärztlichen Lern«, sttdtische Beamte u. Den Zug «öffneten Bmltand und Hie «schuß de« SriqMA