Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 48 (1.12.1893)
- Date
- 1893-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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Dft Kirche kgt« danim auf dies«. Lage die Advent» »eit, um auf dir ״AnkNoft^ de» zu ervarteuden ueueu getftigeu Licht» -in»«- «eise»; die Lorzeit begann deshalb van Advent de« Begtnn de» neuen kirchlichen JahkS- Andere zählten im -egen atz zum rbmischen Reujahr den Beginn de» Ikirchenjahre» vom Epiphantaktage an» mit weichem da» Lhristentbum angetlich in die ״Erscheinung" getreten ist. Die Trennung de» christlichen WeihnachtSfesteS vom jüdischen Lhannka hängt mit der Trennung der Juden» und Heideuchristen zusammen. Diese geschah durch die Kirchenversammluag Nicla (324 p.), durch welche auch die Verlegung des Sabbat» unl der übrigen Festtage bewirkt wurde. In jenem Jahre, welcher l«m jüdischen 4065 entspricht, fiel Lhannka auf den 8. Dezember, welchen die (katholische) Kirche al« BeicheernngStag beibehielt nid dem da» maligen Bischof Nicolan« von Mqra weihte, welcher al» besonderer Riudrrfreund bekannt war: dieser Tag wird al» solcher noch gefeiert, und daß jüdische Lhanukaftst Mt alle IS Jahre in Gemäßheit de» ISjährigen Mord-mklu» mit demfrlbm zusammen- Auch hierin liegt ei» Beweis sowohl für den jüdisä«» Ursprung de» christlichen Weiaachtrfester, wie für die Ursprünglichkeit der jüdischen Bescheenmgrsltte am Lhanuka. Hiermit soll aber nicht geleugnet werden, daß der Lharaktrr de» Weihnacht »feste» durch heidntsch^hristliche Anschauungen Modificirt worden ist. Die» drückt fich auch dmch die Umdeutung de» Licht» und Lichter» bäume» au». Da» Licht gilt al» Syrndol der Religion, denn wie da» natürliche Licht den Raum erhellt und erwärmt, so soll da» Licht der Religion den -etst rrhefien unv da» Herz erwärmen. Den Seist erhellen und da» Herz erwärm,m, denn die SujklLrung de» Geiste«. da» Wisse», genügt nicht für die gut, Thal, die Moral, sonder« di« Erwärmung de» Herzen», die Begeisterung und Stärkung de» Wissen» must hinzukommen. Dar ruf sollte di« M enora (Leuchter^ de» Tempel Hinweisen, welch«cnach Szod- 25,31 ff die Sestalt eine» Baume» haben sollte un> al» Frucht da» Licht trug, da« Bild der geistigen Nahrung, wie der gegenübasteheode Tisch mty den -uadenbrodrn (Schau >roden> da» Sinnbild da leibliche» Nahrung trug. Da Leuchter, al» Träga de» natürlichen Licht», ist Stunttld J»rael«, de» Träga» de» geistigen (ReltgionS-)LtchtS. Diese symbolische vereutuug de« Licht« ging auch in die christlich« Kirche üba,!»ährend da» Heidenthum die materielle Kraft Ire» Licht verehrte. Da» Heidnische Fest da Sonnenwende stierte ebenfalls tie wiedaaweckte neue Kraft de» «otsirltchen Sonnenlicht», un> indem da» christliche Weinochtrfest fich htaan lehnt«, ist e« von heidnischen Beziehungen nicht frei, obgleich e» durch die Umoeutung auf Jesu», al« den Brioga de» ueuea Reltgionrlicht», fich wieder vergeistigte*) Die Fei« de» christlichen Weihnaä>t»fefte» und da» Anzünden eine» WethnachtSbaume« in jüdisä uo Häusern bleibt demnach eine feige Nachahmung und »ai«: ebenso von Mangel an richtig« Erkenntnis und Beurtheilun,^ wie von Mangel an da Lharattafeftigkeit de» jüdischen lSrwußtseia». Auch die Behauptung ist irrig, daß Fest da Besheeruog nur Bedeutung für «iuda Hab«, denen man eia« Freude b,reiten wolle; vielmehr hat beide», christlichasett» da» Weihnacht»?, st. jüdisch«» Licht«»«»», wie ihn da» Lhrtftentn« hat, will i« gang nicht n«hr paffen n»L »eertr de» jüdisch Ursprung de» Feste». Dag hierfür «tu« Tann« «da Nistel gewäUt wird, bat wieder hetduisch« Veziebange», indew diese vänm» d» giott »er Wtutersanae geweib« find, di« sie al» karzna »ar de« a»!«ren Bäumen grün nn» frächterrtfend «hält.. Dt! christliche Stgail« »ill dies« heidnisch« BezkSana de» Tanoevdamn» verdecke», i»da, fie erzählt, dast Vlarit auf ihr« Wanderung mit dem Jrsukind! unter einem solchen Bau« gelegen und ihre Botteäkast ans de» Bau« üdatrage» ha de, melch« dadurch von eine» lichten Heilig enschtms er umgeben «ad »mlenchttt morden sei. »Via» erkon«, daß da» christlich» Weihnacht«, sest teo» sein»» jüdische» Ursprung« ,hrisnich und heidnisch «mgedeu- «r» »nd modtficiert morde» ist »nd werde» sollt,. Der Larnend«»» >i«dt ihm trotz sein« Begehungen um heidnische» JÜlfche dc- Gme- NWtzend« mrd« ein» »«ionnir »och lvtair Bedüttnim, len» dt, G»g. deffm di» «Wtt am Christmostikog*- »»Me nr nordische» MPHol«^»..HG fitz» statt sch» da» Lhannkaftst. auch Bedeutung für Erwachsene. Man ist nur fälschlich« Weis« bemüht, die Religion üderhanpt zu einer Angelegen heit da Kind« und de» nieder» Volk» hrrabzudrücken. dar« da Erwachsene und «ebildeie nicht mehr bedürft- Auch diesen vestrebungen must entgegengttvirft »aden. Berichte u»d LorrefPs»ve»ze«. Dautschlaud. Ma^eburA, 22. Rovemba. In einem Leitartikel, den sie ״Da» Judentum in da Juristerei" betitelt, bespricht die gestrige ״Slaat»b.-Ztg." die Zahl da Justizbeamten unb• Rechtsanwälte in Preußen, nach den Verzeichnissen de» soeben erschienenen TaminSkalenders pro 1894, in ihr« bekannten hämischen Weise da» «ligibse Bekenntnis hervorhebend und daraus allerlei antisemitische Trugschlüsse ziehend. Doch da« alle» würden wir nicht für erwähnenswert halten, nur eine Stelle au» dem Artikel sei hie sein« allziilächerlichen WahrheitSeutstellung wegen wiedergegeben. Er lautet: »Da Grund, da von da jüdischen Preffe stet» angegeben wird, daß den armen verfolgten und geknechteten Kindern Israel da Zugang zu den hvhereren StaatSSmtan durch die böse antisemitische Regierung vaschloflen sei. erweist fich al» Märchen. Der Grund ist auch nicht der» daß die Juden zu den Staat»- ämtern nickt gelange» können, sondern da,daß fie e» nicht wall en und weshalb? — wrU bei den Staat»Lmtrrn doch gar zu wenig Geschäfte zu mache« find, sogar für Juden, die doch 'überall Geschäfte zu machen vastehen. Da» Geschrei der jüdischen Preffe hat ftdiglich den Zweck, diese wahren Gründe zu verschleiern und dir StammeSgenoffen al» arme untadrückie und leidende Mürtyra hinzustellen." WaS doch im Gehirnkasten eine» Autiseuiilenblatt-Leit» artikelschreiberS für feltsance logische Begriffe sich befinden l — Bekannt ist die Taktik da antisemitischen Blältcr, jede Ungezogenheit oder Taktlosigkeit irgend eines liberalen Blatte» den Juden anzurechnen, indem das betr. Blatt als ״Indenblatt" bezeichnet wird. So schreibt die ״SG. Wests. Volisztg.:" -Mehrfach haben wir schon darauf hingewiesen, mit welch« empörenden Unverschämtbeit die Jndenblätta uns Lhristen eorwürdige und heilige Dinge in den Staub ziehen. Bekanntlich ««den in der katholischen Kirche mehrere G-nvändn de» Heiland» -tenge- ...... . , _ ... teilen, hat sich dies« am Tage sein« Hinrtäftung besonders warm angezogen." Mag auch da» Bestreben verschiedener Kirchen, den Nachweis zu liesan, ivr Gewand sei das echt:, die Kritik Berufen« und Unbauftner (dazu gehören die Juden s, herausfordern — da obige Satz enthält einen schrecklichen Spott, da» kann nur ein JudenblatWsschretbca und drucken. Die Katholiken werden fich die Judenblätt« letzt schon au» den Familien ran zu halten wissen, die bewußten Protestanten thun es schon lange. Schleichende» Gift bringen solch« SchaadblättLr in christlich« Häuf«. Sticht« ist da Preßvaade heilig. Und da wundert sich noch die ftemde Gesellschaft, — wenn da deutsch-christlich« Volksgeist fie auf allen Gebiete« kalt stellt." Die ״StaalSbürger.-Ztg." seknndirt natürlich ivocka, als ob die ganze Judenhat vaantwortlich für die Dmnmheit oda Bosheit oda Ep-lltsucht irgendwelihen Blattes sei. fktffat. Die Antisemiten sagen sich wieder einmal von den Konservativen los und ein« ihr« Führer, der Abg. Dr. Fürst«, erkkärt in einem hiesigen antise »itischen Blatte, daß. sie den feudalen Junker» nicht länger Vorspanndiensft leisten wollen. Bor den Landtag-Wahlen schloß derselbe Fürst« in Berlin da» Kartell mit den Sonservasil'en. Nicht uninteresiant ist, daß der konservative ״Reichsbote" dm Antisemiten au«- einandersrtzt, daß fie losgelöst von dm Konservativen nichts bedeuten. Er schwingt sich dabei zu folg-nder, ihm sehr nahestehenden Herren noch nicht aufaeganarnen Erkenntnis auf: ,m NntilemitirmnS allein.kann kme Partei lebe«. iotu! »aanlogta Mensch ans, aLe Dinar inan “ Guckloch da Jndenkag« zu betrachten. ' des Judenimü» kan»! " " «oerd«: ss«d