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Israelitische Wochenschrift · 1893-11-24 · 47 (24.11.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
47 (24.11.1893)
Date
1893-11-24
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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eisen menschenfreundlichen Antrag«, mit dem ste (I offensehr eilig hatte«: ,Der Reich» :aa wolle beschließ««, die beten Rrgieruugeu z» ersuche», Reichstage eilten Beg vorzulegeu, »ach welchem ZHraelitea, die «icht Reith»« rig« stad, die Einwanderung über die Grenzen de» >che« untersagt wird." Ru« wir hoffe», daß die autisemitisthe» Gesetzgelier nicht s» de« Himmel wachsen werden u. z. nicht so sehr »n« unsert Villen, denn die Riederlaffung auSläadischer Jude» ist in dem größten Bundesstaate seit Jahren ohnedie» erschwer ׳, wenn «icht geradezu unmöglich — al» auch um der Grands eignenr« Villen» die de« Antrag eingebracht, ri. z. au» solgenden Gründen: 1. Ginge ihr Wunsch in Erfüllung, würden sie fich in ihr eigene« Fleisch schneiden, da auswärtige Regierungen mög» ljcherweise za Repressalien schreiten künuteu und die nie!» Weende« Herren würden ihre Juden behalten, die ׳ie (nach ihrem Geschrei zu urtheilen)" gern lo» sein wollen, »der thnu st« blo» so» 2. Wo wollen die Edelsten der Ration fich amüf reu und ihre täglichen 24 Stunden todts>hlagen, wenn consequenter sWeise auch die auöländisihen Sängerinnen, Eirkusdanen und Priesterinnen der leichtbeschwingten Muse nicht mehr zr wandern Urscn? Ein immerwährende« Jeu'chen würde doch auf die -Daner etwa» langstielig werden! Oder sollte hier frei diesem ,fpnttatnbeu" Punkte die Gesetzge bung Halt machen» Der Reieh«tag wird hoffentlich den Herren wen ger Borfpanndienste leisten, wie da» Herrenha«», in welehem daSUnmöglichste znm Sreigaiß wird, und trotz aller Borkommniffe — |« deren interessantesten auch dr» gehört, daß ei« öandrath mir ministeriellem Ramen zu Gunsten einer Lbgeordmeten-Kaudidatur Stöcker« zurücktrat und für diesen agitirte, ma» ein freifinniger Beamter zu thun unterlassen muß — .{tauben wir zuversichtlich, daß die Städte in unferan Later» lande nicht vereinzelt dastehen, in Ixnen, wie jüngst i > Nord- Hausen» der erste Bürgermeister unter lebhaftem Beifall der Giawohner autrufe, durste, das» dies« Stadt eine Tafel «richte«, welche al» ״Wählzeichenderfreimüthigen deutschen Deisterart, eine Mahnung dem lelenden Geschlecht und allen kommenden sein soll«, daß die Minner dieser Stadt handelten und handeln furchtlos und treu, ilart und muthig, ohne Mensthenfurcht,' frei vo» bitterem ungerechtem Haffe. {egen alle Mitbürger, welcher Religion und welcher Konfession ste auch augehören mögen . . . . " Beult», 10. November. Bor dem Schöffengericht wurde Heute die Hivatklage de» Renüeri! Paul Kiedemami Hieselbst en de« Redakteur der jüdischen Erste". Dr. Hirsch Hilde»- « verhandelt. Kläger-batte stüner Zeit al» die Juden au» and »««gewiesen wurden, den Plan gefaßt, einer Teil der ewieseaea nach Arabien z» füiiren und m Midian (bei der insei Sinai) eine jüdisch-rulmihe Solo nie zu bearinoen. Er ans eigene Rosten eia Schiff ausgerüstet, in Kr »kau etwa vierzig Juden anaeworben und ist mit ihn« aen Arabien ae- Da» etwa» abenteuerliche llnternrhmen ist schllißlich nicht , und die Kolonisten find ia jämmerlichem Zustande über und Wie» in ihre Heimat zirnckgekebrt. Die R. Fr. Pr.' e» hatte von Teilnehmern bei: ihpeditio« herrühr ende Herz» f. ergreifende SchUderunaeo über die Behandln»- gebracht, welche Ästen südstchen Kolonisten angeblich zu Teil gemordet sei: e» 1 Wurde bann behaustet, daß F sie ei» gewaltiger 'Sascha die Koloaisten barbarisch bebaudeL Hab« ste Hunger erdulden und der Wüste »wische» Himmel und Erd« nackt und bloß ver» uffen habe: jcü e» wurde sogar jo hingestellt, al» ob er eine« lkolonisten. der sich gegen die Disziplin vergangen, direkt in den "od «sagt habe. Du tfeftat ^w>. Presse" chatte len Artikel 1 « .א• fr. Pr." abgedruckt und eine «ge« Koresnoadeuz ver» ffeMcht, in welcher da» Berhalben de« Herr« Fnelimann de« Ik»l»Ms«»aege»über scharfgegeistlt wurde. Diese Artikel bilde» 1c Gegenstand der Privaülage. Rrcht«anwalt Bruck 1» al» derrrrter de« Kläger», bebcnqmd:. da» alle chatsäötliche» Be» s>e»-»o-» in de» Artikeln erfi nden »eien. Herr isriedmann. Ltst'lL.»'WeAVeTtÄ'H.eN! Wen, um den russischen Jmdeu u helfen, diese datier oder nicht Moll«, und an»chlrb«tsck«n und Hanc den RüHe» gekehrt, nn dann dcerch verklagt worden »»»en. Lerhältniffeu. um die e». fich bandle, sehr nabe stände», d ich keine Svur eine» Beweise» erbnngea könne«. Die »Jüd. Pc/ hätte doch daükbar sei« müffen, wenn gerade ein AadtrSglLubi,!« etwa« fm die Inden thne, e» scheine aber, al« ob der Beklazte da« ganze Unternehmen von vornherein nicht mit günstigen Aucien angesehen, weil e« von einem Christen geleitet war. — Gegen lewere Andeutung protestierte Dr. Hildesheimer auf da« Ncichdrücklichste und Heftigste. Da« Unternehmen de« Lrivat-Kläspr». rusfische Jade« nach einem Wüstenftrich za führen, wo selbst die Eingeborenen nur n» kümmerliche« Dasem führe», sei durch«cu« lieb de« Zentralkomite'S fstc die AuSarwieseueu dringendste Pflicht gewesen, die Thatsachen zur iffentlichen. — Rechr»aawaÜ Bruck verwie« auf jen über die Zustände in der Kolonie erhalle« da er selbst Miiglied .'־■־־“' ' war, sei e« sein« drin, . . Warnung pr veröffentlichen. — RechrSaawab _ _ die Akten de- Konsulat« in Kairo, aus denen bervorgehe. bafj da« gegen Fr. eiugeleitet gewesene Strafverfahren eingestellt worden sei- — Recht«aawalt Dr. Strantz suchte nachzoweisen, daß nach den in der »N. fr. Pr/ »erdffeaÜichten eigenen Briefen Fnedmaun'« da» Verhalte« desselben gegenüber den Kolomsten entschieden zu verurteilen sei. Denn er seinen Staat Midian nicht errichten konnte, sei er doch gewiß verpflichtet gewesen, di« Leute, die er hinauSg«lockt, auch wieder in guter Bersaffung nach Hause zu bringen. Ja den Briefen gebe er selbst zu. daß er in phantastischer Uniform mit goldenem Gürtel umhrraelaufea sei, 1a, daß er den Kolonisten sujfto&Ufdj wegen eine« Beraehens gegen die Disziplin aus dem Laaer gesagt, ihm die Rückkehr In» Lager verwehrt und ihn damit inden Tod gesagt habe. Derselbe sei in der Wüste verhungert aufgefuaden worden. Zuu> Beweise für die Wahrheit der behaupteten Thatsachen, berief fich der Lertheidiger auf den Sekrerair der israelitischen Allianz in Wien, ferner auf Hra. Rud. Landau, welcher die Leute ia ihrem jämmerlichen Zustande in Wien und Krakau gesehen, auf nneu anderen Zeugen, der fie in Triest gesehen, sowie auf zwei Z.'heil» nehmer an der Erpeditioa, den Maschinisten Fritz Zora in Triest, den Serganleu Maler, jetzt in Indien. R»ch mehistüadiger Berhaadluag beschloß der Gericht»bof de« Wahrheitsbe. w«se stattzugebru und vertagte zu diesem Behufr die Berhaadluag. Berit«. Die im S. BiertelsahrShesee der Zeitschrift de- König!, preußischen statist. Büreaa'S (IMS) veröffentlichte Unter» suchua, de« Geh. RcgieruagSrateS Freiherr« v. FirckS üb«!r die Muttersprache uno Abstammung der preußischen Bevölkernag enthält u. A. auch Nachrichten über die Verteilung der Au» gehörigen der einzelnen Svrachstämme nach dem ReligionSbe kenntniffe- Soweit ste die S Hauptresigioaen, inSdesoildere die I u d e n betreffen, hier zusammen und zwar auf» Lausend berechnet. 1 ReligioaSbekenniniS der germanischen Svrachgenoffea: däulsch deutsch friesisch hollLunorschwedisch >ncglisch Eoanaelische . . . 696,6 96a4 Ä!9 864.6 641H Römisch-Katholische 264.1 4.1 74&0 1,0 8,0 82,4 Juden.183 1,7 18/10 03 43 643 Juden staden fich hiernach in bedeutender Zahl unter den Personen englischer, demnächst unter denen hollandtscher Zunge, sehr selten dagegen unter denen der skandinavische» Sprache» und den Friesen. 2. ReligionSbekrnntm» romanischer Sprachaenoffen: .. "SS״ W“ “Sa“ W '"A“ Römifchckratholisch« 9793 6103 965,6 637/7 {70,9 Juden . . , . Oß ä/2 33 183 Ähl Juden finden sich also in größerer Menge unter den Port«- giesen, demnSck!st unter Franzosen und Svanieru. 3 Religionsbekenntnis der Lttaoer und der slavischen Sprach genoffrn: lüaupob «ssu> koffuwentscheucthrassisch isch -isch'Ich bisch dtich chtsch risch 968,4 903 9823 253 967/7 448,9 143 2183 28,3 907,7 26,0 978,9 413 54239843 1143 03 1.1 13 03 0,1 63 ft» 3393 Mehr al» ein drittel der in Preußen lebenden Personen rusfischer Mnttersvrache find ihrem ReligtonSbetennmiffr nach Juden Bevtt«, 20. November. Die Schulkommisfion der Religion«» ule der hiestaen Gemeinde B'ne v'rith (Borsttzendec Herr oritz Löwinsoha) versendet folgende» Lircular: Auf An» vieler Freund« unserer ReltgtonSschule, welch: diese al» eine, den religiös» sittlichen Jnterrffeu de» Juden» in besonder« Weis« dienend« kennen, eriaubeu wir an», und Ziel der Schule weitern Kreisen zu beleucht:« «ad fit den Unterricht ibrc Kind« zu «nwfthleu. Schul«, die au» drei Klaffe, beMt. mp von, lnsere» 6ttra Sr. PH. Krona, d» auch ans dem Geltet« der ftttpOTttoK, modernen Pädagogik al» tüchtig beöcmnr iL V* Evangelische. . Römisch-Katbot Juden

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