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Israelitische Wochenschrift · 1893-11-17 · 46 (17.11.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
46 (17.11.1893)
Date
1893-11-17
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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mm Zeitungeu bringen die Zuden . Wie man M sichtigen, hiergegen geri« Znstanzr-“—" Blatte# schäften IDefterrri4*U«g«nt. N. Aas Uiqpn«, 10. November (Org.-Sorr.) Als ich in ihrem aesch. Blatte zuerst die Notwendigkeit der obligatorischen Civilehe für unseren Staat hervorgehoben und Leopold Löw s. A. als den Vertreter einer freiheitlichen Ehegesetzgebung au» seinen Werken (III. Band, Eherechtliche Studien) dargestellt hatte, »var ich einem schweren Kampfe gegen die in kirchlichen Kreisen, auch im Judentum, vorwalteude öffentl'che Meinung ausxesetzt. Mittlerweile hat die Orthodoxie hier zu Lande, angesichts der von Eomitaten und Munizipien einmütig erfolgten BertrauenSkundgebung für die liberale Sirchenpolitik der Regierung, gleichfalls der Eibi lehe gegen» über taktvolle Stellung genommen, und hat nuu, was in hohem Maaße anz »erkennen ist und das ganze Land mit Freude erfüllt, des Königs Majestät den bezüglichen Gesetzentwurf der Staatsregierung genehmigt. Die Vorlage betrdaS obligatorische Cwilehe-Gesetz wird demnach dem Parlamente in den nächst,m Tagen schon zugehen. Im Abgeord» netenhause ist die Negierung der überwiegenden Mehrheit sicher, vielleicht gelingt auch die Annahme des Gesetzes unter der moralischen Einwirkung die Zustimmung der Krone im Magnatenhause. De Gleichstellung der Angehörigen und der Religion des Judentum«, sowie die Gleichberechtigung der Familie, aus den! Wege der Begründung derselben vor dem Gesetze, sind die Pfeiler staatlicher Freiheit und eines Rechts- und Culturstaates. Dem gegenüber erweist es sich recht tragikomisch, wenn protestantische Geistliche vom Schlage Stöckers in der Metropole der Intelligenz gegen die Civilehe aus Judenfeindlichkeil Anstrengungen thun, welche die Religio» der Liebe und den Staat tat Civilisation beschämen. Die Opposition der hiesigen katholischen Kirchenpartei hat keineswegs Gegnerschaft gegen das Judentum zuui Motive; da gegen die Receptum sich ke ne Stimmen in diesem Lager erhoben hatten. Doch t ldet die Civilehe einen so mächtigen Ring in der katholisäjen kirchenpolitischen Gesetzgebung, daß jener nicht losgelöst aniden kann, ohne das Ganz« zu gefährden. Neben der Freiheit ist auch der Fortschritt ethischer Humanität von Notwendigkeit Als eine Errungenschaft der Letzterenist die von der Pest er Gemeinde begründete Alterversorgungs-Anstalt zu betrachten. Großgemeinden wie Berlin und Wien besitzen »rese segensreiche Institution schon. Wien hat erst seit neuester Zeit diese Anstalt geschaffen. Kra»Ir»ich. P«riS. Das israelitische Wohlthätigkeitsbure m feierte sein bOjähriges Bestehen. Der Ministerpräsident Dupuy, den eine Abordnung j,ur Feier eingeladen, erklärte, sich durch einen Deleginen bei derselben vertreten zu laffen, er etckannte die Verdienste der Israeliten auf philanthropischen Gebiete an und versicherte dieselben inner Sympathie. Die ״Archives israelites“ beklagen in einem warm geschriebenen Artikel, )aß der israelitischen Jugend die nötigen Schulbücher für den Religionsunterricht fehlen. ״Wir besitzen weder eine Bibelüberfetzung für die Jugend, noch eine Geographie Palästinas, noch eine Geschichte der Juden im Mittelalter; auch fehlen eine Auswahl Unterhaltungsbücher, welche die Jugend für ihren Glauben bAeistern kann. I« Deutschland >st e* in dieser Beziehung besser bestellt, und ich glaube es kommt daher, daß die deutschen Rabbiner auch zugleich praftische SHilmäimer find. B. Bukarest 7 Ncvembrr. Der Ministerrath hat daS vom Domänen .P. Corp befürwortete Gesuch mehrerer der. hervorragenden Vertreter der hiesigen israelitischen Religion-» gemeinde um Gestattung emer Wohlthätigkeitslotterie zum Besten einer in Bukarest zu errichtenden, auch kür' hörige anderer Konfessionen zugänglichen isrqelitischen schule definitiv abgelehnt. Als Motiv für diese lehnung wurde angegeben, daß im BolkSschulgesetze auch Schulgeld-Befreiung der Binder solcher Eltern, die nicht Besitze derumänischen Bürgerrechtesind, vorgesehen und daß daher die Bewilligung einer Lotterie zum Zv der Errichtung einer nichtstaatlicheu Freischule durch Berhältnifle nicht gerechtfertigt erscheine. Doch läßt sich a diese Entscheidung mit gutem Rechte einwenden, daß Art und und Weise wie die von Fremden, beziehuttgsv von nichtnaturalisirte» rumänischen J-raliten, eingebrachtz SchulgeldSbefreiungsgesuche bisher behandelt worden wenig Hoffnung gibt, daß die vom Ministerrath« Unterricht-minister enheilte Ermächtigung.', vom Ret der Schulgeldbefreiung den größtmöglichen Gebrauch, machen, sehr wenig Hoffnung auf eine Berbefferung gegenwärtigen Lage bietet. Amerika. «Ge«««*). 13- Oftober. (Ein offenes Wort zur öOjährig Jubelfeier dev O cd en S B’nai Seite von einem ״Bruder") Gefl waren 50 Jahre oerstoffen, nachdem in New Uork der OrH U. O. B. B in- Leben gerufen wurde, welcher sich als einer mächtigsten Faktoren des amerikanischen Judenthum« er und die kühnsten Erwartungen Lbertraf. welch« man an sein« ) ganisation geknüpft hatte. Für seine Nothwendigkeit in Aa gibt die öOjädrige segensreiche Existenz den schönsten Bewe> Freilich in unserer und vielen aarecen G:m:in): , ist der Eä thustaSmuS für den Orden seit drw letzten Jahrzehnt kein hoh Der Glaube, die Logen seien im besten Falle nur Wohlthätigk vereine, lieh die Begeisterung für den Orden nicht aufkomme und daum so weniger, als man denselben nicht' selten in d erst reit mit den Gemeinden erblickte- Die Gemeind«-In tutionen wurden durch Freunde oder Gegner des Orden« ernstlich bedroht. Kurz, der Orden erfteut sich bei un« nicht erwünschten Unterstützung einstubreicher Persönlichkeiten. Der Orden verfolgte ursprünglich die heilsamsten löblichsten Ziele. Männer aus allen Welgcgenden schaarte um sein Banner und lehrte ste, sich als Glieder׳ einer Gesamn beit fühlen: er lehrte sie Selbstachtung und Selbstbeherrschung. Die vielen Lingeivanderten lernten in den Logenräumra mentarischen Anstand, Ordnung, Nachgiebigkeit und gute Sit Der Orden war auf lange Zeit in Amerika, wo es keine geordnet, Gemeinden gab, das einzige Agens, welche» unsere Woblth keitSanstalten in» Leben rief und bat nicht leiten dazu beigetra dab sinkend« Mitglieder, welche den öffentlichen städtischen Anstalt, zur Last gefallen wären, auf dem Niveau erhalten wurden. So« »ürfen die Anhänger des Ordens stol; auf diese Erfolge se Thätigkeit sein in dem ersten Bierteljabrhundert: gilt daSseli auch vom zweiten? Seien wir offen und wahr; die Geh niskrämerei darf un« den Blick für die Wahrheit nicht trü Jeder Einsichtige wird erkennen, dab die Kurve, welche letzte Bierteljahrhundert des Ordensleben« durchlaufen hat, eine ganz besttmmte Richtung nach ad wärt« beschreibt. Die nähme der Mitglieder hat mit dem WachSthum der jüdischen völkerung nicht gleichen Schritt gehalten. Die Erklärung diese« und ähnliche Symptome de» Rückgang« wurde in Lebens - Versicherung» - lEndowement-) System gesucht. Dies«! Zankapfel in jedweder Bersammlung hielt man für den Sünd bock. Wir halten diese» nicht für richtig Die BerficherungSftag mag wohl eine der mitwirkenden Ursachen sein: ste ist aber atz keine Wette die Wurzel de« Uebel«. Der Orden hat iu! lichkeit seine urswcknglichen Aufgaben erfüllt. Er hat sis i de riebt. Wenn nicht eine andere Sphäre für sein« Th entdeckt wird — so können sttne Tage gezählt werden- Institutionen können rbm lo wenig wie Menschen von Lergangrnheit leben. Ein gut autgeführte« Werk muß^ *1 Au» Mm ״.UMrieu Iir*eiit•־‘ des Br. Se». I. Sis«, setzt v»n L14 ׳ H eu-See». .

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