Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 46 (17.11.1893)
- Date
- 1893-11-17
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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aut^ 1; Scafe bei treffticheu 3)Ja»11rt zusammen, dir aHtfMng« f Juden obn auf hohen Adel hinwieL. ' Wieder lebte mancher dem da» Schicksal blonde» Haar, blaue» Aus« Und mäßig eutwickelte Lase- «itgegeben hatte, froh und ver- »t unter den antisemitischen Wölfen nnd sie thaten ihm zu Leide. Zwei Rechtsanwälte hatten sich Quartier be- Üt in Borkum und erhalten; sie kamen mit Weib wid Sind ihr Exteieur wie» allzu deutlich darauf hin. daß ihre Mer am Sinai gestanden hatten; sie machten auch darau» Hehl. Ander» Morgen» erhielten sie einen denütigeu ' von den Wirten, worin sie baten, wieder da» Hau» ׳verlassen, da alle übrigen Quartiere im Hause leer bleiben wenn e» bekannt würde, daß die Wirte Judm aufommen hätten. Die Herren mochten natürlich den! Blöcke fer beiden ungastfreundlichen Insulaner nicht im Wege ehen und fanden anderwärt» Gelegenheit genug, ih! Geld zugeben. Drastiich erzählt Dr. Paul Holzhausen in inleresiauten Broschüre ,Judenhaß in deutschen Nordädern" ein Reiseabenteuer auf Spiekeroog. <SI zeigt hier, wie ein räudige» Schaf die ganz« Hecrde an- Zn eine friedliche Gesellschaft von Juden und Christen imen einige Lämmerchen und ehe man sich'» versieht, ist friedliche Stimmung geschwunden. Die kleine Schrift ife den traurigen Stoff in anregender Weise darzustellen lieüeicht gelingt e» dem Autor, ewigen die Angen zr öffnen die Schmach, die alle diese Hetzer sich und dem deutsche» lien anthun. (Die Schrift ist für 25 Pf. bei Max Röder Mülheim a d. R. zu haben.) Gäue,«, 12. November Zur Abwehr de» ton den kntiseniiten den jüdischen Soldaten gemachten Vorwurf» de« ^a:tgrl» an der im Krieg« erforderlichen tode»mutixenTaprkeit uud Treue dürste folgende Miltheilung de« Bruder» eiur» bei Königgrätz gefallenen jüd. Soldaten von h er ganz!sondere Beachtung verdienen. Derselbe schreibt: »Al» im Juni 1968 der erste Nachschub nach dem Krieg«- ßchauplah«' erforderlich wurde, richtete der betreffend« Offizier an Wie Mannschaft die Frage, wer sich da»u ftetwilltg melde. Mein Bruder, der erst am 1. April 1968 al» Einjährig - Frdwilligrr L Barde-Regiment eingetreten war. war einer der ersten, die sich dazu meldeten. Er machte die Be fechte von Bucker» darf und Königlhof tapftr mit und fand am s. Juli 1868 bei König» grätz, beim Sturm auf da» Dorf Rosberitz, den Tod. Nach langem Warten auf eine Nachricht von Ihrem in den Kampf »etzogenen Sohne erhielten die bekümmerten Eltern am 8 Juli vom Krteg»schauvlahr von dem Komvagnieführer der 10. Komvagnie. Grafen Rantzau, folgenden Brief: -Herrn Heomann Hlrschbero, Börsen Leider habe ich Ui« schmerzliche Wicht. Ihnen anzuzeigen. daß Ihr So in Leo- »old Hirschbera der 10. Kompanie 2. Barde-Regürent« in jtr groben Schlacht am 3. Jull beim Sturm auf da» Dorf R04- *iert» al« Held gefallen ist. »vir er seinen verwundtken :Najor — Üt, Erckert — au» dem heftigsten Kugelregen forttrage, wollte. Mine Fltntenkugel in den Kopf tödtete in sofort. E« fiel al» raver Soldat: treu seine« ' amerl Ihr Graf Rau timen,. Führer der 10. Bott stütze Sie » Ihrem!remter-LIetenant »m l Bardee. RoSberltz den 5. Juli In veranlaffung diese» Borsall» lieh die jüdisch« Gemeind« Bneseu in der dortigen Synagoge eine Sedenktafel mit fol« «uder Inschrift aubriugen: »Sn» Lieb' -um Baterlc ud gabst Du dein Leben hiu. Ehr' und Ruhm solch' biederem <5tunt" — iin älterer Bruder de» Befallenen machte die Kriege 1868 und al» Stab»art»t mtt und wurde beide Mal für Tapferkeit «korirt. da» eine Mal sogar mit dem eisernen Kreuz. Möchten . andere der jüdischen Blnubeutgenoffen, die Lern andre i» selb« »erlorrn Hoden, «u gleicher Beröffentlichuua greifen, um beweisen, daß die Deutschen jüdischen «Maubail nkht minder ik bk christlichen Bla üben» Ifrr Blut für da» Lataland orrgHeuMchkul" Wigfg» 14. »suember. (Or^Corr.) In der veH0ug«en lWtttde «ch hier du .Verein fSr jüdisch« Bes hichte nud gegründet. Le» Rabbiner. Dr. Feilcheuselb uud Dr. Bloch an, ferner Stadirath Kantorowicz, Israel Friedländer, Recht», anwalr Salz. Srnitäi-rath Pauli an. Auch in Thorn, Jnowrazlaw und Liffa find Comitee» zusornmengetreten. welche die Begründung von Literaturveleiuen in die richtigen Wege leiten sollen. In Lissa wohnten der vorbereitenden Versammlung, in der Herr Albert Katz au» Berlin einen Vortrag h elt» an 150 Personen bei. Nächsten Sonntag findet die koustttuicenvr Versammlung in LH oru-statt. — E» ist da» die einzig richtige Antwort auf den frechen Versuch der Antisemiten, ihre frledenstörende Agitation in di« an ein ftiedliche» Zusammenleben der Lonfesfionen gewöhnte Provinz Posen zu tragen. Äeiz»-ig 9 November In der vorgestrigen Mo iat»- Versammlung de» Reuen Leipziger Thierschutzverein» im Hotel zum Deutschen Hause war der erste iSxgenstand der Tage-orvming wieder: die S ch ä ch t f r a g e. Da» Referat hierzu erstatteie der Borfitzende Dünckel. der zunächst auf die Anstrengungen hinwle», die in neuester Zeit von iüraeiitischer Seite zur Aufhebung de» Schächtverbote» h Sachsen ge,nicht wurden und der dann eingehend über die vor Kurze!» abgehaltene öffeiiiliche Bersammluag berichtete, in d!r die Schachtfrage behandelt wurde. Im Anschluß an die v>>m Ministerium erteilte, die Aushebung de» Schächuxrbotbetreffende verneinde »Antwort beantragte der Borsitzeule, dem künigl:chen Ministe in!» de» Innern de» Dank bei Vereinnnd in Verbindung damit d!e Bitte au-zusp echrn. daß Ministerium möge seinen Einfluß dahin geltend ma!hen. daß auch in den anderen d.urschen Staaten da» «?Schächten ohne vorhergehende Betäubung der Thiere verboten werde Dieter Antrag wurde von der Bersammlung mit Beifall begrüßt und einstimmig zun, Beschluß erhoben. DresAeu. Die sächsischen Antisemiten, welche in Großenhain unter den Auspiziei- Zimmermann'« einen ״Parteitag" abgehalten haben, haben ein Begrüßung-telegramm an den König von Sachsen geschickt, worauf derselbe au» DreSden zurückdepeschirt Hai: »Den versammelten Vertrauensmännern der deutschen Resormpartei danke ich herzlich für d!e mir befuntxtc Besinnung unwandelbarer Treue für Thron und Altar. Albert." Unsere« Wissen» ist die» der erste Au-tansch von Telegrammen, der zwischen einem der deuffchen Filrsten und den Antisemiten vorgetoinmer. ist. Dr*»ve«. Di« detbe» biefigen «ntlfcatUifocn Rede'ieure Doetort• Stmann unb Lotzan defchi«vsen sich gigeuskütg In -ofieuen Brief«"" bnrch atl«rha«b tfat»uBunatn bererltn duh, bat L«ipb«,^e»«rn nicht selten rechi schofle Gesellen sich befinden." aMtUbctt, 2. Rov vor dem Landgerithte kam heute ein Stück antisemitischer Hetze zur Verhandlung. Da» hiesige antisemitische Blatt hatte der mit vielen hiesigen und au»- wärttgen Filialen arbeitende Waarenstrma Tie» vorgeworfen, daß sie ihre Ladnerinnen sehr schlecht bezahle le» wurde von 15 Mart monatlich gesprochen! und sie direkt auffordere, sich »Nachtvrrdteast" zu verschaffen, daß Männer die Mädchen untersuchen mußten, ob fi« sich kein« Waaren rechtswidrig augeignet rc. Die umfangreichen Zeugenerhebungen ergaben da« Unberechtigte dieser Angaben. Die vernommenen Ladnerinnen erklärten, daß di« Firma am htefigen Platze am Besten bezahlt, daß einzelne Mädcheu. die gerne gewechselt hätten, er unterließe»!, weil sie anderswo n'chr so viel Behalt wie bet Tietz erzielt bätten. Unterucyt seien sie ans eigenen Wunsch worden, ali> unaufgeklärte " »stähle vorkamen. Die .‘י Fra! ge seien auch Ä’ ^.aarendiebstähle vorkamen. Die Untersuchung sei stet« durch ein« besonder» hierzu bestellte Krau voraenommea worden. Nedrn»arten, wie die vom »Nachtverdienst" seien nie gemacht worden, en. Eine Ladnerin htett erwährtcn Zumuthnng übrigen Zeug« aufrecht. sie ver- _ _ihr« Aussagen, daß sich Breisbare» lücht herauSdekommen ließ. Da» Bericht sprah den verleg« de» antisemitischen Blatte* Weng unb den damalig« Redakteur " '1«r schuldig und vrrurtheittr ste zu 200 bttBi iJOO M. Gelb-