Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 45 (10.11.1893)
- Date
- 1893-11-10
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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.. ... _ _ fo würde die vieltausendköpfige Hydra de« Rassenhasses au« der Welt geschafft. — Dem Redner gingen für seinen ausgezeichneten Lonrog zahlreiche AnnerkennuugS« schreiben zu — bemerkt da» Bi«markor«an, die Hamburger» Nachrichten.^ vesterreich»U»««r». Erlem» 30 Oktober. Line bedeutsame Aeußerung machte der jubilirende Erzbischof Gamaffa von beer beim Empfang der israelitischen Gemeind«. Er sagte: Ueber eia Ding möchte er Licht verbreiten: diese« Ding tst: Ein gerechtes Urtheil für seine Diöcese, daß dort unter den Bürgern Liebe, Friede und Eintracht herrscht und daß diese Gefühle nicht gestört wurden, obgleich der Anlaß dazu vorhanden war. Bergest«! Sie nicht, daß TiSza-E-zlar sich auf dem Gebiete meiner Diöcese befindet. Man hätte das Bolk aufwiegeln können, c» ist wohl auch versucht wurden, allein eS gelang nicht; denn, sehen Sie, eS giedt gewisse Bücher, die Ihnen gleichwie mir heilig find, aus welchem ich Weisheit mid Mitgefühl schöpfe. Mein Meister gebiet« mir unter Hinweis auf das Beispiel des Samaritaner-: ״Gehe hin u.thue desgleichen". Und da kan» ich nicht and«», als die Gefühle der Menschenliebe in mein« Diö«se zu verbreiten und nimm« zuzugeben, daß sie gestö« werden." Auch d« Deputation d« orchodoxen Juden erwied«te der Erzbischof. « habe sich stet« durch Liebe und Gerechtigkeit leiten lasten und nicht« könne chn von dies« Richtung abbringen. Kra»kretch. Paris. Bor einigen Wochen kamen hi« dr« Gesandte aus Jaffa an, welche sich an den Grand Rabbin Zadoc Kahn mit d« Bitte wandten, den Baron Hirsch sowohl als auch die Alliance Isra61ile zu veranlassen. den in Rumänien unterdrückten Juden im allgemeinen, speziell ab« den jüngst aus den Dörfern auSgewieseuen 130 jüdische« Familien, welche sich in unbeschreiblichem Elend und Mangel befinden, baldige tilfe angedeihen zu lasten. Auf die Fürbitte d«S Grandabbin ließen d« Baron und die Alliance Israäflte alsdann den Notleidenden beträchtliche Summen zur Unterstützung zutommen. Jedoch die Bitte de- Grand-Rabbin au den Baron Hirsch, in Palästina «ne nene Kolonie für die 130 Familie zu gründen, wurde von diesem ab ge lehnt. Daß die Alliance, resp. ihr Borsitzend«, sich in den Dienst d« nationaljüdischen Bestrebungen d« Lkoveve Zijon stellt, hat viel dazu beigetragen, daß ihre Sympathien in Deutschland in d« Abnahme sind. In nn« Kommission d« ״Gesellschaft zur Gründung jüdischer Kolonin." wurde vergangene Woche beschlosten, d« Verwaltung d« Geschäfte d« jüdischen Kolonien in BuenoS-Ayres «ne besondere Abteilung von Geo- Metern und Katast«beamten beizufügen, welche die Teüung des Grund und Bodens d« Kolonisten mit« sich, sowie die Abgrenzung d« jüdischen Kolonien iu BuenoS-AyreS gegen ihre nichtjüdischen Nachbarn vorzuuehmen haben werden. Es wurde zn diesem Zwecke «ne Anzahl russischer Jude«, welche hi« in Paris ihre diesbezügliche Ausbildung genoffen haben, bestimmt. «berdeeu. D« s«tendes hiesigen Tierschutzv««negegen den Borstand d« Kuttusgemeinde und den Schächter James Litt mann wegen Ti«quäler« angestrengte Prozeß nahm «nen für b«de Ang«lagte günstigen B«lauf. Rach «neu, sehr umständlichen Zeugenvechör und Bnuehmung de- Ti«arzteS Mr. Duff «kannte d« Nicht«, daß b«de Angeklagte von d« erhobenen Beschuldigung d« Ti«quäler« fr«zusprechen s«en. In d« Motivinung de» ErkemunisteS bemnkte der Nicht«, daß et sich nicht um die Entsch«dung d« Frage handle, ob die jüdische Schlachtmechode «ne beff«e oder humanere s« als die anderen gem«niglich angewendeten «£rten der Schlachtung. Die Freisprechung erfolge. w«l leda« Werfen des Tiere» mit Qualen gewesen wäre, $cmk 3 Schächters (soll wohl h«ßen ,.des Fl«sch«-"), die noch nicht genügend «ngeübt waren, Schuld tragen. Da« «geatliche Schlachten s« nach Aussage d« Zeuge» ' ganz kcmcekt durchgefüh« worden. Wenn thatsächlich eine - Ti«quäler« brim Werfen unt«laufens«, so s« dieselbe zwnselloS nicht beabsichtigt worden. In seinem Gutachten hob d« Tinmat besonder« hervor, daß unk« den zw« in Red« stehenden Schlachtmechode» nach s«n« Ansicht die jüdische d,e humaner« s«, da unmitt«bar, nachdemd«^ Schnitt mit dem Mest« gemacht s«, nur «n momentan« Schmerz entstehe und dann alle« vorüb« sei. Rur in einem unendlich geringfügigen Maße vnnte «n Ti« aadj dem Gchnitte für Schmerzeindrücke noch empfindlich sein. Die Zuckungen s«en auf nicht zum Bewußtj«n kommende Nervenreflexe zurückzuführen. Auch b« Anwendung d« Guillotine kämen beim menschlichen Körp« nach d« Enthauptung noch Zuckung«! vor. Im Kreuzverhöre«gänzte Mr. Duff s«ne Bemerkungen dahin, daß «n Tin notwendig in wenigen Sekunden, nachdem die Ikehle durchschnitten sei, bewnßttowerde, da da« Gehirn soso« blutleer »«de. Wenn ab« vor der Schlack- י־ tung «neS Tieres 2 oder 3 Schläge notwendig seien, . so würde eS von allen diesen Schlägen gewiß große Schmnzempfiudung«! haben. «»««»le». Onftuf«ft. Umittelbar nach dem Bekannt werden der Höhe d«S Schulgelder hat hi« die Bewegung zu Gunsten d« Errichttmg iSraelitisch-rumäntscher Schulen im Lande sehr an Intensität zugenommeu, und man darf wohl «tngermaßen darauf gespcmnt s«n. zu erfahren, wie sich die Regierung gegenüb« diesen Bestrebung«״ die nur durch die lächerlich« Fremdenfurcht und den EhauviniSmu» -«rumänischen Volksvertretung verschuld« find, verhalten wird. In einem hi« «scheinenden Blatte schild«t ein d« griech.-orthvdoxen Kirche angehörig« Rumäne den Schaden, d« dem Lande durch di« in Folge d« harten Behandlung zur . Auswanderung gezwungenen Juden «wichst» sehr wahr und. richtig wie folgt: - »Eine grob« Anzahl dieser Lmigranten find Handwerker, wie - Schuhmacher. Tischler vchnetder, Pelzarbeiter. Wir wolle» nickt von de» Spttiatiste» sprechen »der von gti.1ig hervorragenden MLunei», welch« alltsanunt de« Laad« von große« Katzen waren, aber von dem jüdischen «ckerbaner, «elch« sich unserer LandbevSlkernaz besonder«׳ nützlich erwies. Die Abwesenheit dieser agrienltnrelle» Arbeiter sitntzt^ au, sich fiait fühlbar zu machen, nur wenige Rumänen widmen sich demjelbea »ad kdnnr» sich entschließen, auf de« Lande zu wohne». Der arm« Bauer, welcher in früheren Jahren mit Leichtigkeit sein« Petz« und sonstigen Kletbungsstücke im UMansch für Hühner, Eier und Bodenprodnkie rrparirrn lassen koaMe, muß jetzt nach der Stabt gehen «ad dort di« «asbefieruag vornehmen taffen, wofür er «ehr zu bezahlen ha«, alt der wirklich« Werth ist. Die Inden bilden ei» vl(«ent, da« viel GM es and Nützlich«» leistet, und ihre Luswanderung, kann de« Lnnd« nur zu« Schade» gereiche,.- Nnftland. PelerSbrnH, 3. Rov. Im Projekt de» neuen Paßreglement»,welches vom Kinanzminiäerium awtgearb«tet ist u. nächsten» dem R«chSrath vorgelegt wird, sind folgende besondere Bestimmunaen fürdieJudenenthatten: Jnmrhalb deSSnsäsfigkeit-gebiet» der Judm w«den geschriebene Aufenthaltsscheine ausgestellt mit der Bemerkung, daß sie nur für dieses ®ebiet Giltigkeit 3 haben. In diesen Sch«nen muß da» Signalement de» Paß- ׳' inhaberS angegeben sein. Juden, welch« da» Recht besitzen, sich auch außerhalb des AnsässigkeitSgebi« aufzuha lteu, müssen b« ihr« Ankunst inetnem solchen Gouvernement die betreffenden Dokumente vorw«sen. worauf ihnen ein besond««» Bille! »«abfolgt und diese» dem AufeathaltSscheine angeheftet wird. Diese Bestimmungen beziehen sich nicht auf diejenigen Jude», - welche auf gesetzltch« Grundlage den Kleinbürger- und Haudwerdrrgememden der üm«en Gouv«nem«M Im Bestände d« ־