Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 44 (3.11.1893)
- Date
- 1893-11-03
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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Mull nnb ©ojtalbemotrarte,• wobei er in »weif jAorf gegen den Antisemitismus vorgina. An der imtlschn Programme beleuchtete Bet«! die oielri Haubenen Widersprüche und sagte ׳mter Andere« .__ , de» neuen libttaienWÄsoerein« der jüstschenGrn»berat bereits gestern zn einer ersten SitzmmLulammn. Ndaeu »neuen Männer' sich rächt aus der Äruublaae de« Kampfe« m bestehende Autoritäten und in! bloßm Reforirgmlänkel In einig finden lassen, sondern wirklich einen Sammelvnnkt Sfen. worin die vorhandenen reichen Kräfte nutzbcr gemacht en tu einer Weise, die un« gewcvvnet findet in schweren ten. JNH«, 27. Oktober. In der heutigen Rachmit! ag»sttzuug sozialistischen Parteitag« referierte Bebel übermsemtti«- Sozialdemokratie,' wobei er in zweistuulig« Rede "1 der Hand antisevielen darin vor» __ ..... . _ Anderem, der Antise- _ 6mu« werde noch stärker werden, aber später ganz dem S o» talttmu« zutreiben, schon beute volemistere er ber!tt« gegen " 1«n und Junkertum. Die Antisemiten würden ntesal« einen wasiaebmdm Einsluh auf di« Gesetzgebung erlanaen; der Anti- נ,«»««» sei die staatlich erlaubte Oppositil n, darum men die unzufriedenen Elemente besonder» Bram e ihm zu. nachfolgende »Resolution' wurde einstimmig angenommen und beschlossen, die vrbel'sche Red« i« Druck erscheinen zu laffeu. . ״Der Antisemttt»«,» «»isvrtngt-d« Mthstimmung g«mtss«r bürgersicher Gchichteu, dt« sich durch die capiialtsttlche Euttmcklnrg bedruckt ־inbtn und zu« Teil durch dtei« EupoiGung de« »irtschulilicheu U,< 6NH»>>g gewechr find, «de« tu Beckenuung der «tgeutttcheu Ursache .chrer Lag« den Kampf nicht gegen Ml kapilaltütsch« Sirrsck aftssyste«, N'XTa gegen «tu« in demseideu dervoriretendr Lrscheinu», richte», e Ihnen t» Kankurrenzkaiupl« desauder« uubequem »trd, gegen da» ltdtsch« Kusbeutertu». Dieser sei» Ursp1!»ng zwingt den Unttstmüi«- .«»üz»' wtcklrml eis,!»» »arzugtwets« bet Junkern und Piaffen ft« Aaievi de« >ntisemiti»wu« gegen da» jüdisch« '«felgios sei», »eil d!» »»rbeutuug de»!ltenschen ,keine speziell jüdische, sondern «tue der dilrgerlichen Oesellsciast eigen- > tüntich« Anverbsfor« ist, die erst mit de« Untergänge >>«r bürger- «chm Gesellschaft rndigt. Dt« Soziaidenokratie bekämpft l« 1 »utisendel. De! «inseüig« üöisch« >u«beut,rt»m muH scheu durch de» llllenschen dt» »attrltch« Entwicklung der Ersellschast jedoch trotz ihre« reaktionüren l ha rattere . iehltch ,evaiittiotür wirkt, »eil dt« »an UN» gea.n die jiidtsch«» Ikapitaliftea ausgeh tzte« kleinkleinb«>erliche» Schicht«,» zu der Erkennt» i» kommen auf tl»«n» «I» »in« gegen ncheet« Dewegnna. »ei' d wider chee» Millen Ide« »ntisemtti»«»» g«gurllchen pnd kleinb«>erliche» Schicht«» zu len, »aß nicht dle» der jüdische Kapituifft, sondern d e Kapirnltften- _1״ überhaupt ihr Feind ist. and daf nnr dt« Berwirkl ichnng de« .^Soziiüt»«»» sie an» ihre» Elend« deseetea kann." Leipßie» Die Antwort der sächsischen Regierung ׳ie von der Handelskammer einger-ncht« Forderung der zur sse herkommende» Borstenhändlrr um Aufhet ung de» hwerbot« ist nunmehr vom Ministerium bei! Iunern,;gezeichnet von Metzsch, erfolgt und lautet also: »Da« Ministerium de« Inneren Hai von der durch len Bericht!der Handelskammer zu Leipzig vom 6. diese« Monat» ad-!scdstftlich anher gelangten Eingabe einer Mehrzahl von zur Hesse weilenden jüdischen Borsten- und Product! nhändlern ni«» genommen. Zur Berücksichtigung ist zunächst zu de- ^«rrken, daß ein Verbot de« sogen. Schächten» ln Sachsen überhaupt licht besteht: e» istvirlmrhr mir dievorhrrtgeBetäi! bungder »lachttiere vor dem Schlachte» durch Verordnung von 2l. März?1882 vorgeschrieben worden, allerdtngu ohne daß dab« bezüglich Her jüdischen Schlachtung eine Au« nah me gemacht worden wäre. Sollte e» daher gelingen, für dc>»Schächten rin Lersahren ausfindig zu machen, welche« geetgnet wäre, dtedcm Schächten ohne vorherige Betäubung entgozenftehmden Budenken zn erledigen, so würde dann auch nicht weiter auf der vorherigen Betäubung bestanden »n werden brauchen. fDie gedachte Verordnung ist nach reiflicher Erwägung und nach rhoiter Einforderung sachoerkäniriger Gutachten, sowie mit!fast einstimmiger Billigung der zunächst ge-Srten zahlreichen Behörden (Kreirhauvtmannschaften. Amt»hauvtschasten mit ihren!»«schaffen und Stadträten) eiiaffen worden, riobei in«« sondere demerkt werden mag. das auch die mit de«!«»üglichen lte de« Stadtrat«» zu Leipzig Lderreicht« Auric ffung da iigen Schlachthof«verwaltnng stch in sehr «nagisclEr Weis« «ildieNichtaurdthnungderBaordnungsaufjüdische Schlachtungen k,-esvr«che» hat. »in Irifttga Grmcd, von da in s frage stemV da Religion au sich gar nicht zusautmml ängendm, »ielmehr lediglich aus Erwägung da auch dm Tierschuh nmfaffmdm.Moral beruhenden Vorschrift ein« oon jüdischer Seite verlangte Ausnahme zu machen, ist nicht vorsande». Denn e» liegt ans da Hand, das, auch ein. wenngleich seit langem beste» hend«, doch aba au» wandelbaren Menschensatzvngen hervorgegangen« ritueller Gebrauch insoweit keinen Anspruch auf Beachtung machen kann, al« er dazu angethan ist. in stttltcher Beziehung Anstoß zu erregen, oder mit allgemein staatlichen Einrtchtungrn im Widerspruch steht. Da» Ministerium de« Innern kann stch dab« um so weniger «ntschUetzen, di« »»«langte au»- nahm»wetse Behandlung der jüdischen Schlachtung«» zuzugestehen al« sicherlich von der überwiegenden Mehrhstt ter BevSlkerung jener verlangen al« eine unberechtigte Forderung einer stch absond«nden Minderheit betrachtet wird '*) Die ableknende, übrigen« recht pilpulistisihe Antwort, war vorauszusehen und darum die Forderung der Borstenhätld?« überflüssig. | Leipzig, Sff.Oktbr. (Or.»Torr.) Da« heutige ״Tageblatt" ' enthält folgende« ״Eingesandt" zur Gchächkfrage: »Wie sehr e» mir auch widerstrebt, stch mit den AuSlaffimgen eine« Manne« uäher zu befassen, der in sein«! .<i!ingesandt' in Nr. SIS de« »Leipzig« Tageblatte«' vom 2t. 12ttoüer die Fähigfeit, unbefangen zu urtellen, schmerzlich vermilscn läßt, so muß ich doch der Sache weaen mich d« Mühe unterziehn, dem »einen fteidentmdm Jaden für viele' zu erwidern. Bo!׳ allem muß, wer freisinnig sich nennt, auch den Ortbodozea die Freiheit gSnnm, üb« Religiondvorschrittm und Bräuche zu dritten, wie «» ihnen beliebt, uod ihre reugiösm Anschauungen und Gewohnheiten mit t hrer gesunden Vernunft zu vereinbaren. Aber die Schacht» srage, d. b. vir Frage, ob da« Schächten, einsihltestlich der dazu «sorb«lichm besonderen Vorbereitungen, tier<!uil!ri!ch ist oder nicht, hat mit Orthodorie oder Freidenkrei, ja mit dem religibsen Sttlndpunftc de« Einzelm nicht da» Mndestr zu schaffen. Auch nut e» bi« nicht die Judm, die, wie d« Einsmtur stch au»zudrücken beliebt, »war Aparte« für stch »«langen', sondern den Julien wird die Beobachtung ein« seit ~ ' tum immer und üb«all ungehindert mtt einem Male v«botrn. Ob mit ist die Frage. Darüber abersteht nicht unkundigen Laien, sondem fach- -und fachkundiaen Männern allein ein U rteil zu. Mit welchem «echte darf der Eiuseud« da« Niednlegm der Schlachttt«e — «, d« keidmkmde Jude und die Judenfeind« neunen e» ULerfm' — al» Ttcrqnälern bezeichnm, wähl end hervorragende Gelehrte und Praktiker von Fach da» Gegenteil bizeuaen? Ich vorgekommen ftnd, und die von iüm aafgeftelli!« These, »daß die Tier« dabet jedenfall« immer Abschürfun«,, erlitten', kägt den Stempel offenbar« Unwahrheit an stch. Nachweirltch falsch ist auch die Kehauvtuna, daß da« Verbotde« Sejächitti« nur mit der angeblich »tcrqualerischeu Art d« Vorbnetuniien begründet wird. Wmn schließlich o« »ketdenkende Julie' die Sache so dar zu steilen stch «Kbnr, al» ob e« den t«raelittsch,!n Gemelndea Deutschlands an deutschen Rabbinern fehle, da Polen dm größeren Teil der Rabbiner liekre, so gtebt e» für ein t«art leichtkrtige« Umsvringm mit derWahrheit keine Lutschuldigung. Me n«»Wiffea»t st zur Zeit auch nicht «in einzig« Rabbiner au« P c> l e 1 in eiaertSraenltjchm Gemeinde Deutschland« al« Raddiner od« Prediger angestmtDIeLetchiserttskettdeSUrtetl«, dt« der Einsmder verrät, überheb!! mich d« Rübe, seinen unaualtstzterbaren Antiriff gegen die setzt»m Rabbiner m Deutschland zurückzuweifeu. Rabbin« Dr. P or ge«.' Hierauf «Ichimm tu d« Nr. vom 29. d. M. deb Tagebl. zwei E«»id«llagen, di« leid« zeigen, daß da» alte jesasanische Wort »Deine Zerstörer und Verwüst« kommm auk Drin« eigenen Mitte' noch nicht veraltet ist. Wir drucken Ist« nur da» eine autzügllch ab» e» dürfte gmügen: ״«echde» Herr RaSbtaer Dr Porge» die «ilgeleprnheit tu dt; ' uug gedracht hat un» dabet von der Boraut ^ung autzuzrhea «tue ««' - - -, - Kheim. feine Metnung sei dir alleinsekigmache«»« > n» tatibt oon *Uta 3*t1Kl1Un aeteic«, so «ag auch eine« hiefigea Jul-en, ittt zwar Lai«, ab*1 etzemaüger Kleffchermetster ist, gestattet sein, «uf ikrand eigener Erftchnenge» etwa« hierz« zn bemerk«», »llrwing« sind dt« B«rbe1eitu«g,n zn» Schicht«, tt«equtl«r1sch zu,,eanen, »a nicht nur Hautads<Mirf»na«n, s»!ld«r, noch M6ut >ch«rer»5e Vrrtrtznn-m bei« ״Sers«»" pasftrrm, «n» ,» schein» fatt. *> Mit k«Mf«tttn Xechr k»nM« «an all« Ham»ut1tl»-«LHigketr«. «uch Iterschupverrto« ״sich ovsander»»« Sktnorv^irer^ ,«amu. -; 5 .