Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 44 (3.11.1893)
- Date
- 1893-11-03
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/6492344-5935087-5962239--1779-5375848- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Ihrer Literatur" Bon vrnu »fär dem Handgedranch de» Lehrer» Bom Vorsitzendem »ar» enrpfahkn, «eil dies«» Buch am» der Schal» praxi» hervor-egana«» sei. Lus Lntrag wird de» n«u,ze1vähft«n Londraddtner Herrn Dr. L o « b-Rawftsch «tu Begrüßung«- mrd Glückwuuschiel«granun g.-saudt. Kollege N « u ß-Nenfiudt-Gardens Hai feinem Anatrftt an» de« Verein ernän. Di« hnma« versruumlaiui ni-ant darnmf veramlaffnmam der wiedertsltemm ErMlrung. dah ste str deffrm vorjähriges Neserat Aber di« ״vardilduna de« jüd. Lehver« i» Seminar" im keiner Weis« verannoortkich -««acht «erden kann und die darüber gepflogene Po» l««i1 lebhaft dämmert. Etz folgt nun alt Paukt 2 der Tagesordnung: ,Der naturneschichtllche Unterricht nach Lebentgemeinschafien.' Referent > ch w e t tz >: r-Norden, ist abwesend: aus Antrag F ra n ken stet«- »nabrück soll die Verlesung des eimresondten Referats statt» ' en, von jeder Diskusstoo jedoch Abstand genommen werden. Korreferent Selig schreitet non zur Verlesung: Verfasser hält dafiir, bah durch die »Allgemeinen vefttmummmaeu', di« zwar die formal« und Malerini« Seite de» naturkundlichem lüttereicht» seftfttzem. der Methode und Ztelbeütmmumg aber «eiteu Spiel» raum lasieu. eine mächtig« Siefo-iabestrebmua im» Leben grrufem «or» dem lei, die seit dem Erscheinen von .Jung?» Dorfteich" «tniger«ahem tzmn Stillstand gekommen. Zu dem Lnsfuhrnng» diese» q»ochemach«nd«m Serke» sich baennend, stellt, der Verfasser znnächst all Z׳»t diese» Unierrichtsz!orige« auf. dem Schüler zu brstht-rn, Einsicht im den ursächlichem und -esedmühi-eu Znsainmeuhamder Naturding« zu -«» Minnen. Solch« ursächliche vezichunarn findet er im Eiuzelmesem, im Zusammenleber und iu den Beziehungen zwischen der organisch«» uud unorganischen Natur. Au« solchem Keihembildungeu «ttfi« der Unterricht seinen Htoff nehmen. Bei der Tteffautwuhl Hab« d« Grundsatz zu geften. daß mau zur eingehenden Besprechung iuterefiaute, deutlich« und praktisch« Noturdrrig« wähl« und di« heimatlichen verbältuiffe vor allem berücksichtige Dt« Anordnung de» Stoffe» aber geschehe nach Leben^-emrinschasten, d. h in seinen Einwirkungen aus die Umgebung de» Behandelt« und tu der dadurch bedingten Abhängigkeit. und zwar so dah dies« nicht nacheinander, seudernneben» uud dar chetnander zur Behandlung kommen Bei Verteilung de» Stoffe« auf die einzelnen Schuljahr« geh« »an von der nächsten Umgebung au» und schreit« i« verlaufe der UnterrichtHett zu den Ferniregenden wefter. Al» Mittel »um ver» ständigen Erfassen der behandelten Gegenständ« seien Veabacheeu uud defauder» »naturkundlich« An<aäag»" unerläßlich. Der verfaffer ««» pfiehlt ferner die Anlage von BciinchstLfirn und di« Einrichtung eine» Terrarium». Für die fleißige Arbeit wird dem Berfafser der Dank der Versammlung ausgesprochen. Bei der mm folgenden Borstaudswabl werden die Kollegen Lrvy-Norden, Selia-Emden und Wolsf-Aurich wiedergewäylt. Es wird beschlossen, baß die nächstjährige Konferenz zu Emden in der Zett stattstnden soll, welch«: zwischen dem Schlnß der Sommerferien und dem Beginne der Hrrbstreiertage liegt- Selig-Emden wird dann auf Vorschlag des verfitzenden über »das Bibellesen in der j üd. Lolksf4u11" referieren. Die Vorstände der besiehendeu Lehrervereine solle« ersucht werden, dasselbe Thema auf ihrer demnächftiaen Konferenz M Behandlung zu bringen. Im Anschluß an da» von Herrn Selig übernommene Referat erbietet sich Herr Strauß-Popen» bürg eine »Beurteilung der Auerdach'schen Sch ul- und Haus» bibel für den Schulgebrauch" zu liefern. Ferner werden der Vorsitzende und die beiden Lehrer zu Minden mit der AuSarbei» tung eines״S toffvlanSfürdenBibelleseunterricht" beauftragt. Damit schließt der Vorsitzende die Verhandlungen des ersten Tages. Den Rest des Abends verbringen die Kollegen in gemütlichem Beisammensein. (Lchlnst folgt.) Berichte und Lorrespo»ve«ze«. Levllchlemd. üngMnrg. Der große Spieler- und Wucherprozeß, der gegenwärtig in Hannover verhandelt wird, ist recht geeignet, den bekannten (?) talmudischen Satz (Synhedrin 24b) zu er׳ lLuiern: »Spieler, Wucherer, Theilnehmer 0» Wettrennen u. s. w. sind nicht qualificirrt, als Zeugen zu fungieren." Noble, kostspielige Passionen, die Eier nach mühelosem Gewinn, um sie zu bestreite», uud wenn eS mißlingt, leichtsinniges Schuldenmachen um jeden Preis, hängen eben eng zusammen und fülsrten hochadlige Offiziere, gewerbSmäßige Spieler und eine Sorte von Glaubensgenossen zusammen, über die wir unl auftiefste schämen müssen und welche wir entrüstet von uns abzuschüttrlu haben. L» Ist betrübend, daß dies grade in einer früher so angesehenen Gemeinde Vorkommen muß. < Siehe Jes. 1. 21.) Vtagfecht*g. Ueber die bekannten Maßlofigbnten welche auf der Brandenburger Provinzialsynode gegen Mischehen ou-gesproäfen wurden, brachte das »Peru Tageblatt." einen geharnischten Leitartikel von einem protestantischen Geistlichen, welcher jenen Zeloten da-Unchristliche ihre-Stand- Punkt» Nachweisen sollte. Geien doch Jesu» und alle Apostel, Kinder jüdisch er Mütter und Mischehen in der nrchriftlichen Zeit an der Tagesordnung gewesen. TS ist nun höchst* spaßhaft zu beobachten, wie unbehaglich dieser Arttkel der ,Kreuzzeitung ",׳.war. Mit allerlei Sophismen wind st« sich um die Sache, lichnt eS ab sich in eine theologische DiScusfion elnzulassin und macht eine echt kreuzzeitungSgemäß« Front- Veränderung, indem sie sich baß ereifert über den protestaatischen Geistlichen, der sich so prostituieren könne, für da» Judenblatt zu schreiben. Man steht ihr an, wie sie die Be- ' ' *־־־־■"־'־־ - ״״״-. ” ־ kann nidit an ׳hn heran. Die fromme Sreuzztg. kann eben nicht begreifen, daß em christlicher Geistlicher da» Gebot: ״Liebe deinen Nächsten" sogar auf Juden auSdehut. Be*N«- 29. Oktober. (Or^Eorr.) Wir können eS leider niemandem recht machen. Kaum hatte ein vorbereitende» Komitee, das im Schooße der Berliner Gemeinde einen religiös-liberalen Wahlverrtn begründen will, seine Zirkulare versandt, in denen ein Vortrag von Justizrat Mako wer über die »Gemeinde" angekündigt war, als eia Berliner Blatt darin eine« politischen Vorstoß des der ,liberalen Vereinig«»«" anarhöreuden Herrn Iustiuat Makower sah und seine Bossen darüber machte, daß ' man sich schon jett mit den doch erst 189t ftattstndenden Repräsentantemoahlen leschästtge. Der jetzt im Druck vorliegende Bortrag*) des Herrn Makower wird die Herren wohl darüber belehrt haben, daß beispielsweise die von vm Borttagenden berührtt Frage der Krcirung eines Oberrabbinat« in Berlin sehr wenig mit der Sezession der liberalen Veretntgnng zu thnn hat. Oder sollte etwa Herr Skabbiner Dr. Maybaum oder Herr Oberrabbtner Dr. Hltzeshetmer oder gar der Landrabbiner 0. D. Dessauer in vo» lttisch« Bezsehäng «tt Herr« JnsttzratM-aneinemSttangeztehentz Jedenfalls ist ouäi dieser ,Oberradbiner von Deutschland", den Herr Makower mit de« »EbietzRabot oo« Großbritannien und de« »oloni«' in Parallel« stellt, «och dt« reine Zukunft»- mufik. Freilich die bekanMe ,Schwelgen Sie^Praris" de« Verliner Vorstandes gegenüber den Rabbinern, di« diese zu Mprio» netten des Vorstarde« herabdrückt, anstatt daß ste Führer der Gemeinde sein sollen, ist wenig geeignet, die Autorität der Radbiuer zu heben, lktz ist aber gut, daß Berlin doch nicht t« demselben Sinne wie Paris als Sitz des Großrabbkners oder wie London Metro» )le und Zenttalr Deutschlands ist, amallerwentgsten bot die Besttner Gemetnde bisher b« anflsemit. Bewegung gegenüber besonde r« Beritt »um Führen gezeigt. Ein bekannter Professor der Geschichtswiffenschost, dessen vom liberale« Stand- Punkt abgefaßtrn nattonale Geschichtswerkt ihn davor bewahren» mit Herrn v. Treltschke in eine Reihe gestellt z» werde«, sagte mir einmal, es sei ein Glück für das wiffmschastltch«, literarische und religiöse Lewen DenttchlandS, daß nicht die Berliner Fabrikwaare allein im Strich« herrscht und alles zenttoltfiere, sonder« daß die Provin-Hldtt uud dt« Hauptstädte der Kleinstaaten ihre r der llfierung!nach ucu neuen Rezept) von Berlin aus verttagen zu können, biete« die Einrichtungen unserer jüdisch«, Gemeinde«. Dir jüdischen Synoden haben zn keiner Zett zu unserem Glück den Berliner St« )den ähnlich gesehen, aus denen jetzt Herr Stöcker dir-erste Geige spielt. ,Da» Ganze sammeln" muß eS auch für uns heißem Etwas versprechen wir «nS schon von vrnjüdischen Ltteraturvereinen, die jetzt durch die Einrichtung von Vortragskursen am Sountog vormittag« für simae Kaufleute und Hand» werter namenttich fich auschicken. rin richtiges Feld in Angriff zn nehmen. Ohne Sibbatruhe und am Sonntaa blos Zerstreuungen lebend, da nicht jeder zu ernster Lektüre das Zeug flat, oft eme Beutt oberflächlichen Veretusledens. wachsen viele aus fromme« Häusern stammende Lehrlinge und junge Leiutte in der Großstadt auf, ohne Gegengewicht gegen dt« anarchistische« Phrasen und die Verlockungen der Weltftadt. — Mit dem Anwachsen weltstädtischer Verhältnisse muß gerechnet werde«, allein dir Autorität, nach der jetzt der neue ״liberale Wahlverrtn für die Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde" ruft. kann nicht als Megenoeschenl dem jungen «prößltug. dem wir bestes Gedeihen »Lnschen, mitgegrben, sie muß erworben wachen. *) «Hk *er»«■ dttsem bedeetsawen Vorträge In der nächsten Xr einen ves«, deren Ariitrl (Ktb.) . ־