Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 43 (27.10.1893)
- Date
- 1893-10-27
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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fitiwifl wegzuverlegen, in frevelndfter Weise (cranifleforbm ift Denn thattächich stfht in Leipzig für die Bedürfnisse der Inden genug in der bisherhien Weise geschachtete», von aussen eingeführre» Reisch zur Verfügung. Die ganz grundlose Verquickung eine», «ir man bisher wenigsten» glaubte, den Inden sehr heiligen Gebrauch» mit Drohungen ganz anderer Art erscheint somit al« eine Anmaßung jüdischerseit». der in entsvrechender Weise zu begegnen die Ehre Sachsen», wie de» Deutschen Reich» gebietet.- Herr Professor ReichStaHSabg. Hass« soll, nach den «eiteren Ausführungen de» Herrn Mrth, zu dieser Eingabe die Bermittelung bieten, da er ganz auf der Seite de- Vortragenden zu dieser Resolution stehe. Socialdemokraten und Rationalliberale würden hoffentlich auch dafür stimmen, ebenso der Bauern» bund. Rach Schluß de» Vortrag» ward dem Redner Beifall von den Zuhörern und der Dank de» Borfitzenden zu theil. In der hierauf stattfindenden Debatte nahm Herr Eonrad Dünckel, Vorsitzender de» Reuen Leipziger Thierschutzverein», da» Wort, begrüßte die Eingabe <u» eine willkommene und bar, derselben beizustimmen.*) Bei der Abstimmung wurde der erste Theil der Eingabe gegen eine Stimme, der zweite einstimmig angenommen. (Leipz- Tagebl.) Stolz» i. Pommern. Am 8. und 9. Oktober wurde hier die diesjährige Generalversammlung de» »Verein» i»r. Lehrer und SultuLbeamten de« Rgbz. LöSlinabgehalten. Fast sämmtliche Vereinsmitglieder waren erschienenvon den zum Vereine beigetretenen Gemeinden sandten E olberg, EöSlin und Rügen- Walde Delegierte zur Versammlung, der auch dir Vertreter der Stolper Gemeinde beiwohnten. Der Borfitzende de« Vereins, Herr Rabbiner Dr.Hahn-Stolp. eröffnet die Sitzung am 8. nachmittags 2»/, Uhr mit herzlichen, sowohl au die BereinSmitglieder al» auch au die anwesenden vertteter gerichteten Begrüßungsworten. Redner schildert, was der Verein erstreben und wa» er für Beamte und Gemeinden sein will. Al» Delegierter de» D^J- G^L. erhätt Herr Rabbiner Dr. Sold sch midt-Coiberg da» Wort. Er übermittett dem Verein die Berficherung des lebhaften Interesses und der wärmsten Sympathie seitens des GemeindedundeS. — Sodann bewillkommt Namen» der Synagogen-GemeindeStolv, deren erster Vorsteher Herr I. Wolfsberg, den Verein mit herzlichen Worten. — Hierauf wird in di« reichhaltige TageSordnung eingetteten- Zunächst berichtet der vorfitzende über ein Snerbieten fetten« der Hilfskaffe für Beamte t»r. Synagogen-Gemeinden 2c. in Danzig, wonach Mitglieder unseres Verein» der Hilfskaffe, ohne ein Eintrittsgeld zu zahlen, beitteten können. Nach gemeinsam verrichteten Mincha-Sebet htett Herr Prediger Bauer-EöSlin die Lehrprobe über: »Liebe Deinyl Nächsten wie Dich selbst,- Nach der daran stch knüpfenden lebhaften Diskusfion erhielt Herr Dr- Goldschmidt da« Wort zu dem hochintereffanten und mtt grosser Wärme behandetten Borttag: »Der Unterricht im Hebräischen in der jüdischen Religionsschul«.- Redner stellt folgende Leitsätze auf, die von der Versammlung angenom- W Heu! schö, setzu d) weil men werden: 1. Die hebräisch« Sprach« ist und bleibt ein chorakertsttscher und unerlässlicher Lehrgegenstand de« jüdischen ReliglonSunter« richte» und zwar: ») weil ste die heilige Sprach« der Urquellen unserer religiösen Erkenntnis, — der heiligen Schrift und unserer Glauben»- zeuguiffe, — also gleichsam die von dem Sern unserer religiösen Lehre unzertrennlich« Schale ist, au» deren Geist allem me Mswahrhetten de» Judentums unverfälscht fließen und gechöpft werden können, wa» durch Ueberttagung und lieberjetzuua ebenso frisch und ursprünglich nicht zu erreichen ist, weil sie das TefLss zahlloser, geschichtlicher Erinnerungen und darum von ganz besonderer Kraft und Bedeutung mr da» Gemüt de» jüdischen Gottesmann«, dasselbe ganz besonder» zu erregen, zu erheben und zu begeistern geeignet «st, weil ste al» Gebersprache da» einzige Baud ist, welche» da» Judentum auf der ganzen Erde auch äußerlich umschlingt und al» Einhett darstellt. hier *) Der antisemitisch« Pferdefuß der ״rierfchützlee"kommt «uch wieder zu« Vorschein. (Red.) 2. Da jedoch bei den um. Jugenderziehung und Vildun! ker Sinder kellh für den Um so wenig übrig bleibt, dass um__ ... . . schenSwerre» Maß hebräischer SennMisse erreicht zu werden ver», mag, — so ist für den männlichen Teil der Jugend in niedere» Schulen zum mindesten derjenige Teil de» Pentateuch» im Urtext al» Lehrziel in» Auge zu fassen, der geeignett bibl. Erzählungen. Glaubens- und Pfiichtrnlebre umfasst — im Uebrigen ober find . Leider reich« dir Zett nicht au», diese» bedeutsame Thema erschöpfend »um Borttage zu bringen. — Ettk gemeinsame», durch ernste und heitere Reden gewürzte»- Mahl, an welchem sich auch viele Nichtmitglteder der Stolper Gemeind« beteiligten, schloss den arbettSreichen Tag. Der zweite Sonfereuztag wurde durch die erst« Beratung der »Sommisfion -ur Regelung der Verhältnisse zwischen Gemein» den und Beamtenbegonnen. Nachdem Herr Dr. Goldschmidt in dem vom D^J. G^B. gemachten Vorschlag, da» Schächtfach vom Lehramt zu trennen, Bericht erstattete, kommt die So«» misfion zu dem Beschlüsse, dass e» nöttg ist. für die kleinen Ge» meinden einen Wanderlehrer anzustellen, wodurch e» dann zu ermöglichen wäre, beide Funkttonen von einander zu trennen. ES soll ferner angestrebt werden, einen verband der Gemeinden de» Rgbz. EüSlin zu bilden- Dieses Gemeinde-Verband soll in Verbindung mit dem Vereine, eine au« Laten und Sachverstän» digen (au» der Mtte de» Vereine») bestehend« Sommisfion wählen, zweck» Ueberwachung de» Religionsunterricht« und zugleich behnf» Regelung de» Verhältnisse» zwischen Gemeinden uad Beamten. Die Sommisfion fass» folgende, von den Anwesenden ange» nommene Resoluttonen: »Bon dem neu zu gründenden BezirkSverband Eö»lin ist anzustreben. dass jeder Beamte •) nach einer Probedienstzeit auf längere Zeit, mindesten» je & Jahre, angestellt werde; b) dass eine PensionSberechttguug für jeden Sultu»beamten fest» gesetzt werbe; e) dass die Beamter be»!«,rer Anstellung verpflichtet werden, eine« LebenSverficherung resv. einer Hilfskasse beizutteten, zu deren BerfichrrungSprämie eine jede Gemeinde etatmäßig einen Teil beizmragen hat.- Die freie Besprechung über allgemeine BereinSangelegenheiten brachte einen lebhaften Gedanken enttäusch bei den Mitgliedern hervor. Nachdem di« Sasse revidiert und ordnungsmäßig befuu» den worden, wurde dem Rendanten Meyer-Bütow Decharge erteilt. Bei drr Borstandtwahl wurde drr bisherige Vorstand durch Zuruf wiedergewähtt- Al» Ort der nächsten Versammlung, die im Herbst 1894 statt» finden soll, wurde Neustettin bestimmt, woselbst eine Lehrprobe: ,Gebetübersetzen-, Herr Rabbiner Dr. Joseph so Hn-Lauenburg. abzuhalreu übernahm. , . Besonderen Dank sprechen wir auch von dieser Stelle de«. L>J. G^B. au», der in zuvorkommender Weise auch die-mal den Verein subventionierte. '?. In dauken»werter Weise stelltt die Berlagtbuchhandlung Wilh. Jakovsohn u. Lo. den Leretn«mttglied«ru eine Anzahl guter Schulbücher zur Verfügung. Der Schriftführer: L. Meher-Vütow. vefterretch»U«U»r«. Lu» Utzrol, 20 Oftober. (Or.-Eorr.) Einem eifrigen Leser der Wiener politischen Blätter dürste die Verhandlung beim obersten Gerichtshöfe in Wien betreff» der Amtsenthebung de» Herrn Dr. A. G o r d o o, Rabbiner» für Tyrol und »rlbera, nicht entgangen sein. Wer aber die einschlägige» se genauer kennt und den Bericht in der ,N. Fr. Pr.- gelesen hat, wird vom Verhalten de» bett. LultuSvorstande» der Hohenemser Gemeinde nicht sehr erbaut sein. Bericht lautet: Wien, S. Oktober. Ein Stück mittelalterltcher Lerwattungsjustiz kam heute vor dem Verwaltung»- Gerichtshöfe zur EntscheÄmg. Im Jahre 1888 hatte die ifraelttische Gemeind« in Hohenem» den Rabbiner Dr. Aron Gorvon am Rabbiner bestellt. Zwischen ihm und der Hohenemser Lul». die endlich so »»vorstehung kam e» zu