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Israelitische Wochenschrift · 1893-10-27 · 43 (27.10.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
43 (27.10.1893)
Date
1893-10-27
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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sflvnär« <v», die zum größt« Theil getaufte Juden sind. Wir nehmen von dieser — auch sonst nicht «elten vorimenden --- Rickkehr zum Judtttlhum deshalb hier besonder« 'Mötiz, weil dadurch dje jüngst in einer Provinzial synode bei ״Gelegenheit der jüdisch-christlühe» Mischehen gefallenen über- Müthlg« Ueußerunzea über die ZnscrioriiLt de« Indent humitm besten illuftrirt wird. Wir werden über diese Verstandüwgeu in der nächsten Rr. einen besonderen Artikel bringen. Berit», 18. Octobar. Vor dem hiesig« Gewerbegeruht wurde heule ein Prozeß von prinzipieller Bedeutung «endigt, vm ein Arbeiter Sch. geg« semm jüt isch« Arbeitgeber 1t. angestrengt hatte. Letzterer gestatte:« vm bei -ihm beschäftigten Arbeite« an t«n hohen jüdisch« Feiertag« »cht, zu arbeiten. Er gab d«1 Werkmeister den Auftrag, Len Arbeite« zu sag«, daß sie währmd de« Reujahr-feste« und auch während de« gleich darauffolgenden B.-rsöhnungSfeste«, die Arbeit «Heu laffm silltm. Auf die Frage der tzkbeiier, ob sie während der nu«gesetzt« Zeit auch Lohn -«rhieltm, erwiderte der Werkmerfter, daß er hie.-über keine Auskunft erteilen könne. Der >Sericht«hof, unter Borsitz de« Magistrats-Assessor» Dr. Leo, r«rurtheilte dm Acklagt«, der . -»ährend der jüdisch« Feiertage kein« Lohn zahlen wollte, »ach dem Klageantrag.zur Zichlung de« Lohne« für di« ausgesetzte Arbeitszeit. Rach Ansicht de« Gericht« warm die Arbeiter mtt der Aussetzung der Arbeiter währmd der jüdisch« Feiertage nicht einverstant»«. Rur währmd derjmigm Feiertage, welche durch Kabinetttordere oder Synodalordnung ol« solch« bezeichnet sind, habe der. Arbeiter kein« Anspruch nmf Arbeit; ,oähreud der jüdisckf« Feiertage brauche aber der Arbeiter seine Arbeit nicht auchgisetzm. Berti«, 23. Oclober. Itn der brandmbu, gisch« Pro» vinzial-Synode, der« Berhaadlungm ein« drastischen Gradmesier blldm für daS, was sich du evangelisch: Orthodoxie zur Zeit leist« zu dürsm glaubt, und die wir, da sie unsere Religion wid der« Bekmuer allzusehr tangir«, nicht ganz mit Stillschweigen übergeh« könum, beschäftig!e man sich — nachdem nun vorige Woche gelegmtlich der Nischehmftage «it möglichster Geriagschätzimg vom Judentum gesprochen — Leute mtt d« Anträge« der IkriSsynode» Braut «uburg-Reu- Mdt. Sorau, Spandau und Straßburg U.-Ri., b«r. die Eidesleistung vor Gericht. Die erstgenannten KreiSsynodm «suchte« die Provinzialsynode, Angesichts der iSewifsm»not, in. welche durch Ablegung d«S BoreideS die SideSleiftendm «ersetzt werd«, und in Erwägung, daß durch die weite Au«, dehnung der linde selbst auf gertngfügige Gemnstände eine gleiche Rot «steht, dahin zu wirk«: 1) daß der Boreid durch den Racbeid ersetzt, 2) daß dieser letztere tunlichst beschrämt, 3) daß für die Eidesleistung vor Gericht eine der Heiligkeit «!sprechende Form gesund« werde. Die Kreissynode Straßburg beanttagu noch: 4). Jeder 1! h r i st solle daS Recht haben, zu verlang«, nur von einem christlichen . Richter vereidigt zu werd«. — Referent war der Oberver- WaltungSgerichl-rat Habn. Sein Antrag ging dahin: »Die Provinzialmuod« «olle beschließe», bti: vorliegend« Anträge dem kimiäl. Koujitzortum der Provinz Braudeudura mit dem «such« ru überweis«, daß bei der dmor-ehmd« Abaudeit " ' - - - - ruug der Sttaivrozestordnung aus eine Aeuderiiug der gesetz. lichcu Bestimmmlgm über die Eidesform im Slum der gestellten Lltträgr -edackä gmommm werde.' Hiernach cheiut der Herr OberverwaltungSge richtSrat Hahn «licht» dagegen zu Hab«, daß die preußisch« Richter jütnscher Konfession al» Richter zweit« Ranges augefehm werden vor den« ei« Eid nicht so aut abgelegt »erd» kann, wie' vor d« übrig« Richtern. ES hatte sich der Synodale KammeraerichtSrat Schröder Vorbehalten, nachzuweisen. daß die Erfüllung de» Anträge» der Svuod« Straßb rrg gepenßßer unserer GerichitorgamsäliouemeabsolMelUemiiglichkeitset. Tyu. Hofpreriger Roage boautragt« Mit »iicksicht auf die . bereit» von d>.1 Geaeralsyuode gethan« Echrise, auf welche <in« Entscheid mg noch ausstche und «Mar ausdrücklicher Z». strmmung zu dm gestellt« Antrüß«, sowie «it l«m Berttaue», daß die Fragen im Sinne der Anträge bei dm Behör)« ihre Erledigung find« werden den Ueoergang zur mottvnt« TageSordmmg über di« Anträge. — Nachdem der Refermt siium Antrag aufrecht erhalten hatte, wmde derselbe (nach Ablehnung deS Antrag Rox ge) mit großer Majorität angenommen, womit allerdings nicht gesagt sein soll, daß er dadurch Aussicht habe Gesetz zu werden. D>e Heiligkeit deS Eide« gewinn!!oahrlich dadurch nicht, wenn man dem Volke glaub« zu ,nachm, sicht, daß Eide, vor einem Richter derselben Lonfesiion geleistet, höher« Werth oder gar nur dann Gültigkeit haben. ObetHamse», 19. Oclober. In der Lantener ttnabmmord-Affaire ist die Untersuchung wirklich von neuem mit aller Energie ausgenommen worden. Nachdem in d« vergangen« Woch« in Lantm selbst durch d« Berliner Kriminalcommiffar Rautenberg eingehende Erhebungen angestellt wurden, weilte ain Dim»tag auch in hiesiger Stadt ein Berliner Kommissar, um die jetzt bedimstetet Dora Moll, bekanntlich eine der Hauptzeug«, in dein Lantmer Piozeß nochmals zu vemehnim. Wie wir hör«, blieb die!Roll vollständig bei chre» früher« AuSsag« fest, worüber genaue Aufzeichnungen geinacht ward«. Hoffentlich hat die wieder», holte Untersuchung ein« endlichen Erfolg und führt zur Entdeckung und Bestrafung de» erbärmlichen Mörder. LsiP^e», 18. Oclober. Die für gestern Abend im (saale der ״Tonhalle" vom ״Reu« deutsch« Berein" einberafene Versammlung. in welcher Herr Wirch über da» Thema ״Die Schächtfragr — ein neuer Versuch, die Mess,: von Leipzig nach Ber in zu zieh«" sprach, war nur mäßig, etwa von 150 Person«, besucht. Herr Sleeberg, al» Leiter der Versammlung, eröffnet« dieselbe und beklagte, daß bei dem wichtig« und interefsantm Thema der Besuch ein so schwacher sei. Herr wirth schilderte in sein« Ausführung« zunächst die Art und Weise des Schlachtender Juden, daS rituelle Schächten, und behauptete, daß die jüdische Art keine mmschlich«, vielmehr eine grausame, für da« Schlachtopfer qualvolle und deshalb unter all« Umstand« zu verwerfende sei. Rt'.u-r ersuchte schließlich um Ausnahme folgender Resolution, vez. Eingabe an da« kgl. Gesammtininisterium zu Dretdm: »Die am 17- October in der Tonhalle zu Leipzig tcgende, vom »Deutsch« Verein zu Leipzig' einberufme Versammlung von Personen atchtjüdischer Abstammung richtet gegenüber dem Anfinn« jüdischer Borfienbändler. da» in Sachs« b«steb«de Schächtverbot anfzuheben. an da» königliche Gesammtmimsterium die ehrerbietigste Bitte, dasselbe wolle 1) da» bisherige Verbot de» Schlachtenvon Thier« ohne vorherige Betäubung derselben in seinem vollen Umfang« ausrecht erhalt«. Di« Befolgung dieser Vorschrift kann mit Fug und Recht auch von den Juden verlangt werd«, weil dadurch «u der eigentlich« rituell« Schächthaudlung nicht» geändert wird, well die da mtt verbundene mildere Behandlung der Thiere durchau» dem Geiste der mosaisch« Gesetzgebung entspriäjt und well endlich die von dm Jud« au» religiös« Sründ« erstrebt« volle AuSblutung der Thiere und die Herstellung eine» gesund« — koscheren*) - - Fleische» durch die vorhergehmde Betäubung viel bester erreicht wird, al» durch da» bisherige Schächtversahren. Die Lersammlung richtet an da» köaigliche Gesammtmiristerim die »etter ehrerbietigste Bitte, dasselbe wolle 2) schleunigst Schritte thun, um die Ausdehnung de» Ber» bote», Thiere ohne vorherige Betäubung zu schlachten, auch auf da» Reich herbeizusühren. Die Reich»regieruug erscheint durchau» verpflichtet, auf da» hin zielend« Anträge eiuzngeheu, well jene» verbot vor Allem rtuer Forderung allgemeiner Menschlichkeit Genüge leistet. So» daun aber grwährt dadurch da» Reich eine« Einzelftaate sein« mächtige Hilfe. der durch da» Anfinn« und die damtt r«rbu» dem Drohung der jüdisch« Borftruhändler.di« Borftmmeffe von •) An» »«kl« dies« Herr« «n» gar nach dntttber belehr«», »a» ch. . lAed.)

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