Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 41 (13.10.1893)
- Date
- 1893-10-13
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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lichen Wert, da die Lust zur praktische» Arbeit dadurch schou im KmdeSalter geweckt wird. Mit den Reuanmeldungeu werden voraussichtlich beim Wiederbeginn der Schule 24 Zöglinge in der Anstalt sein. Da dieselbe für 60 Zöglinge eingerichtet ist, so wäre e« wünschenswert, wenn recht bald weitere Anmeldungen erfolgten. Um sich von der Zweckmäßigkeit der Anstalt zu überzeugen, können wir nur Jedem einen persönlichen Besuch derselben empfehlen. Wir find überzeugt, daß ein Jeder bei Wahr, nehmung der praktischen Einrichtung und der so großen Segen versprechenden Anstalt sein Scherflern zur Förderung derselben beitragen wird. vefterreich»«»-«». A«O Un^tnu Die Erlauer israelitische Status qa•־ Semeinde hat ihren Kantor Gabriel Holitscher nach Wjäbrigem Dienste entlasten. L, der ein blutarmer Mensch ist und eine zahlreiche Familie besitzt, hat gegen diese ihm ungerecht dünkend« Berfüguna bei dem Kultus- und Unterrichtsminister Grafen ESaky Schutz gesucht. Der Minister hat — wie .Mayar Uisag" mittheilt — die Angelegenheit untersucht uudaefunden, da« der Kantor in keinem Rechte sei; dann hat der Minister mittelst Eriasies die Gemeinde angewiesen, Holitscher in sein Amt wieder riuzusetzen und das rückständige Gehalt von der Entlassung bi» zur Wiedereinsetzung (2'/, Jahre) auSzuza-lm. Die tSraelmsche Gemeinde hat aber diesem Minsterial-Erlasse einfach den Geborsam verweigert, auch.dann noch, als der Bürgermeister von Alan auf den 13. d. M den Lollzug deS Mnifterial-ErlaffeS auberaumte. In Folge Intervention de» Advokaten Bisontai, an welchen Holitscher sich wandte, hat der Minister einen zweiten Erlast an die iSr. Gemeinde gerichtet, aber auch dieser ist bis zum heutigen Tage noch nicht vollzog«. Au» Gr«« wird berichtet: J»B.eraunfanden Donnerstag BormittagS Ansammlungen vor der Wohnung des GlaShändlerS Lewy statt, welcher zugleich Schächter der dortigen israelitischen Semeinde ist. Es hatte sich das Gericht verbreitet, daß im Magaziu Lewy'S dessen Dienstmädchen Marie Schmidt ermordet aufgesunden worden sei. Dem Gerüchte laafolgeude Thatsache zu Grund«: Als Lewy des Morgens sei« Magazin bettat, fand er dort das Mädch« leblos aus dem Boden. Er schlug sofort Lärm und sandte nach dem Arzt. D« Arzt selbst glaubte im erst« Momente, daß das Mädch« todt sei. Da die Ansammlungm zunahme«, verständigte der KultuSvorsteber Roditschck das Bezirksgericht und erbat Hilfe. Es erschien alsbald nur Somisfiov, zugleich auch der BezirkSarzt au» Horzowitz. Bei sorgfälliger UnteyuchÜW fand man, daß die Maria Schmidt von einem epilevtischen Anfälle heimgesucht worden sei- Wieder zum Bewusttsein gebracht, gab sie an. sie Hab« sich im Magmin versteck« wollen. Sie leide häufig an epU«nschm Krämpfen, und als sie das Herannah« eines solch« Anfalle» fühlte, habe sie sich in das Magazin geflüchet. Die Menge ging nach dwser Auftlärung auseinander, suchte aber AbennS neuerlich« Ansammlunzen hervorzurusm. Vel-ie». VttttnetgKM, Am 7. de» v. M1S. wurde die durch di« Beihülfe de» Staate», der Stadt, der Provinz und der jübischen Gemeinde erbaute Synagoge durch dm Oberrabbiner Bloch aus Brüssel in Ammssenheit deS General- Willaert, Soyez, Stadtcommaudanttn, verschiedener Stadttäche, Mit- Slich der Kamme«, des protestantisch« Consistorralrathe» lönigS und vieler Rotabelu aus Stadt und Land eingeweiht. Dieselbe liegt in der Architektenstraße, ist in orimtalischem Style gebaut, hat einen Flächenraum von 1500 Hs' und bietet 1000 Andächtigen Platz. Die jüd. Bevölkerung zählt 4000 Seelen. Seit der Beitreibung der Judm aus Spant« — und die Niederlande warm spanisch — har hier kein officielle» GotteSbaus rxistirt; da» bisherige war eingemietheter Raum. Der Ooerrabbioer betonte in seiner Red«, daß hier die Toleranz ein« schön« Sieg feiere, da der Antisemitismus in Belgien kein« Boden habe und da» Gotteshaus mit der Bechülfe der christlichen Bmölkerung aufgerichtet wurde. Die Kost« deS Baues belief« sich auf 260,000 frcs., zu dm« der Magisttat 50,000, der Staat 40,000, und die Provinz ebenfalls 40,000 fr. beisteuerten. WariS. Am 2. d. 3)1 veröffentlicht der Graf von Salvert, Ritter der Mrenlegiru, früher Offizier und vorher päpstlicher Zuave, im ,Marin" folgend« Brief: .Erlaube» Sie «tt, wenn ich «eine Zuflucht zu Ihne unabhängig« Zeitung nehmet ein für allemal unberufene Menschen zu entlarven, weick al» die Berttcler der E-risien, der Patriot« und edler zosm auSgeben, um Handlung« zu begeh««, die jede» gefth voll« und wabrheUSlirbmdm Mensch« widerstreb«. Dir würdm un« selbst «lehr«, wmn wir nicht die uawürd Solidarität,urückwiesen, di« Drnmoot un« aufzwing« will womit die Gegner der un» tbeuren Dinge unk überhLlst» wollten^ Als Edelmann flößt die Beleidigung der Frau« mir Absck ein. al» Soldat und ehemaliger Adjutant deS SeneralS bin ich empört. so viele tapfere israelitische maligen verehrt« Kameraden, beleidigt zu besonder» und al» päpstlicher Zuave vertrag ligion der BarmherzWett und der Brüderlia entstellt zu sehen, «in Mmsch, der sich fpld schuldig macht, hat keinen Sinn weder " PattionSvm» und ich wage noch hinzu zufi Nichtimmser« Reih« findet Drumont seine __ Mitschuldige. Wenn einer von Unk sich erhebt, so wttd e» sein \ um die Berthstdiaung der tugendhaft« und barmherzig« Frauen.« Offiziere, meine ehe» j sehen. .Kl» Ehrtstf Ihre.« BeifallSklatscher und! in unsere ebfe Natur Käst« von Parias aästichteu wolle. Dr» mont hat fich außerhalb aller Partei«» aller Religion« und ' aller ordmlltchm Leute «setzt. Ich hatte darauf, ihm die» Sff« . lich zu sag« und e» möge dm« nicht gefallen, welche gegen uaS 4 die Schändlichkeit« Drumont« auSbmtm, die Mehrzahl der Uns« rigm denken wie ich. Genehmigen Sie. HerrRedakttnr,di««rrsiä._ , . achtuug." (Drumont batte bekanntlich sie Ehrbarkeit der jüdischen Frau« augetaket, weshalb auch Eamille Dreifuß fich mit ihm.1 duellirte). Mustlmtd. VeterSbAng» sitz. Leviewder. Al» tm vorig«» Iah« d«r Do».׳' »äuemninift« d« Lüben Rnßttmb» bereist«, besuchte er unter and«» auch die jüdischen Ackerbau-Kolonien und erklärte später, sie in ganz vvrlreffitche« Zustand« desuuden zu habe«. Damit, wurde von gemiß u»a»s«chtda«r Leit« der allgemein verbreiteten Ansicht entgegen» de» dort benachbarte» Kolonien gletchsalli ei» B«rs»ch «tt Anden al» . Aeldarbettera grmachl wurde der entschieden zur Zufriedeuhett der Ardeilgeber auSstel. E« wurden MX) Jude» a»aew»rde» und sie leistete» I kemesweg» Schlechtere» al» die christliche» Arbeit«. Auch aus de« Gat« der Baronin Wränget war man- «u ihnen zufrieden. Daselbst wurb« für dt« jüdisch« Arbeit« ein« besouber» Küche etagerichtet. — Der {0 oft erbrtrrtr and in d« letzt« Zett vielfach adaetnbrrt« Gesetz«mtwurs, betreffend die rechtliche Stellung der Jude« in R»bland, ist für Anfang Dezember auf die Lageüvrduuua des ReiaisrutI gesetzt worden. In anterrichtete» Kreis« herrscht dt« Ansicht oor, dag di« Majorität de» Neichsrats eine Erweiterung der Recht« der Inden lwschließ«» i^erde. M««, 28. September. Der hiesig« ^Ztg f. St. u. L." wttd aus dem Gouvernement Kowno geschrieben: Wer arge»- wärttg in den Grenzort« überhauvt im Rayon der Grenz« zu chun hat, der kW dort ein traurige» Bild. Alle Dörfer und alle Gasthäuser an der Landstraße steck« voll von jüdisch« 1 Auswanderern, dis aus dem Innern oe» Reiche« ihr« Weg zur Grenze genommen haben, in der Hoffnung, sie überschreit« « können. Die ohnehin aenngen Mittel dieser Leute find jetzt vollständig erschöpft, so daß sie auch die Hoffnung aufgebm müssen, Libau oder ein« andern tzafmort zu erreich« und von dort au» zu Schiff weiterzukomm«. Arbeit für sie Alle findet sich hier natürlich nicht, und die einheimisch« Jude« find selbst viel arm. um eine so große Zahl ungebetener Gäste zu beherberg« Dabei rückt der Herbst und Winter immer näher. E» wäre schon viel gewounm, wmn nicht immer wieder neue Schaar« von Aukwand«ern an die Grenze strömten. Die Absperrung der Grenze geg« Auswanderer scheint nicht gmng überall im Reiche bekannt zu sein; mögen daher die Zritung« auf da» eindrtnOlichste Alle davor warn« hren Weg »ur Landesgrenze zu, nehmen. XBtItM, ä. Oktober. Judm dürfen tu unserer Stadt nicht wohn«, während sie außerhalb de» Stadttayou« sich sustrdeu» dürft». Um mm diese« Gesetz zu umgehen, hatte der hiesige Financier Marttiun tChrist) d« Plan gefaßt, unmittelbar au der Stadtgrenze eine Reihe von mehrstöckigen Häufen« mir keinen - Faumimwohuunä« zu erricht«, so Hgß die Juden, die fics Dicfcn Häusnn rruquarttert babru, ä« moto in hMieu. Die Odriatctt har «jedoch dm Bau dieser Häuser ein 8StU. MTjutn die ms altz» pttGPk dftrG«i»tz»e»«o»