Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 40 (5.10.1893)
- Date
- 1893-10-05
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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2) Erbauungsbücher. a. Dir heilige Schrift ganz oder Theise derselben (de atsch-hebräisch oder hebräisch-deutsch).21 Exemplare, b. Gebetbücher (hebräisch-deutsch und deutsch-hebräisch).43 » c- Gesangbuch (b utsch).1 * 3) Sonstige Schiften (keine Schulbücher) 43 , . Sämmtliche Büche? find einem theologisch und pädagogisch hervorragend gebildeten Schulaufsichtsbeamten zur Begutachtung zugegangen. Derselbe -aßt das Ergebniß seiner sehr eiugeheuden Prüfung dahin zusammen, daß keine der in der Presst gegen die jüdischen Religionsbücher erhobenen Au klagen durch den Inhalt der vorgelegten Bücher begründet ist. Dieses Gutachten ist sodann einem evangelischen Geistlichen, welcher längere Zeit iw Dienste der Juden-Misfion gestanden hat und mit der talmudischm Literatur innig vrrtraut ist, zur Aeußerung zugestcllr worden. Derselbe kutz seine voll« Zustimmung zu dem Gutachten auSg.sprachen. Die vielbesprochen׳: Schrift »Schulchan Sruch- (gedeckter Tisch) ist in keiner öfenllichen oder privaten BolkSschnle im preußischen Staat im Unterrichtsgebrauch." Die antisemitischen Hetzereien, an denen in diesem Falle nicht blos die Radanantisemrten, — die.Srenzzettungmarschierte voran, die anderen Blätter folgten und die Stöcker, Wackerbarth und Konsorten brachten den Klatsch anfangs diese- Jahres sogar im Abgeordnete! chouse zur Sprach« — haben sich also auch hier wieder als v illig unbegründet erwiesen; darüber herrschte in Kreisen vcn Kennern keinen Augenblick ein Zweifel. Eine Talmud-Enquste würde dasselbe Resultat an? Tageslicht fördern. Da» Misch: Schrifttum hat eine Wissenschaftl ich e Prüfung nicht zu fürchten; nur den Ignoranten, Fälschern und Berläumdern gegmülxr steht e» jetzt leider schutzlos da; aber die Wahrheit w rd und muß siegen. Magdeburg, 4. Oktober. Wir haben es stet» als eine der Aufgaben eiueS jüb. Blattebettachtet, unlautere, häßlich« Vorkommnisse innerhalb!8א Judentum» zu rügen und etwaige Schandthaten scharf zr geißeln; nicht durch Vertuschen, sondern durch offene Rüge all:» Unschicklichen und un» zur Schande Gereichenden können wir zu unserer Läuterung beittage» und wir werden dadurch deu Aot iseniittSmuS eher entwaffnen als durch Berheimlichen oder gar IseschSnigen. ES giebt leider Gotte» noch sehr Biele unter un», denen der augenblicklich« eigene Nutzen höher steht, als di« Ehre Israel», die e» noch immer nicht beherzigen, daß unser: Gegner für die Fehler eine» Einzelnen die Gesamtheit der Bekenner unserer Religion verantwortlich machen. Gegenwärtig ist eS da» GeschästSgebahre» eine» jübischen Blatter, da» nicht nur in den antisemitischen Blättern, sondern auch in der inständigen deutschen Presse die schärfste Verurteilung erfährt, wie wir sagen müssen» mit vollstem Rechte. Man sendet uns aus Nürnberg die dortige ,Stadtzeitung-, in der zu 'esen ist: ,Eine sonderbare Zuschrift ist »nS von de» in Mainz erscheinenden Blatte ,Israelitzugegangen; sie lautet: .,Berehrlich« Redakiioni Mit Beatm» ktl neuen Quartals »erde» mit auf vielfachen Svasck unsere» Blatte eine ständig« Tafel philo» semitischer (judeufreunblich«) Zeiiuugen beiqedrn, au» denen »nserr Leser diejenigen Zeitt ngen ersehen tdnaen. weläie» sie von der Kerne au« ihr« Inserate x. und Slbonnmtm« mit Ruhe anvertraue» kSnur», ohne vefärchten za missen, de» »atisewitismu» hierdurch zu unterputzen. Sollt« Ihr Blau obigen Anforderungen entsprechen, f» bitten wir m» Ihre genau« Adresse, am Sie in diese« Kall« in di« Tafel, die iu regei«Ssug«n Zwischenräumen von längsten» vierzehn Tage» erscheinen wird, aufzu iehrren*!. Mt!-»chachtung Verlag de« ,Ltralit." ״Wir haben diese Zuschrift einfach in de« Papierkorb geworfen und schließen un» i« übrigen de« an, wo« die ^Münchener Reuestrn Nachrichten-, denen sie ebenfalls zugegaugen ist, f«ge«: *) Da« Rstrnb. Blatt ist so anständig, de» unrerdvtck-n, de» jedoch anller« («ntisemitifch«) »Da» ist eine Boykottömng sehr vieler deutscher Blätter, nicht nur der antisemittschen, sondern auch sehr zahlreicher, welche, ohne gerade auf den Begriff ,philosemitisch- oder ,aiüisemitischgeaicht zu sein, sich doch k» der ,Judenfragefern halten vo« jeder leidenschaftlichen Parteinahme «ad sich offenen Blick bewahren für dir von allen Seiten gemachten Fehler. Eine solche Boykottirung» die grundsätzlich al» rin demagogische» Mttttl bedenklichster Art zn verwerfen ist, erscheint in diesem Falle erst recht dazu geeignet, den häßlichen Kampf nur noch häßlicher zu machen und zu verschärfen. E» scheint' eben leider di« steigend« Heftigkeit d«S von deu Anttsemüeu geführten Kampfe» die Nervosität auf Seiten der Angegriffenen hier und da stark zu steigern und sie zu, gelinde gesagt, nnvorfichttgen rnd überritten Schritte« zu veranlassen.- In viel schärferer Weis« lassen sich andere und l sonder» die antisemitischen Blätter, ,Kreozzeitung" und »Staats! ürgerzeitung" au». Wir wollen'» nicht wiederhole«. Wen.! aber unser Nürnberger Einsender — ein sehr geschätzter und langjähriger Abonnent unsere« Blatte» — un» schreibt: ״Und da» nennt sich orthodox, schimpft über fteistunige Juden und treibt den ärgsten GeschäftSantisemitiSmn« «.״, so wollen wir ihm darauf 'erwidern, daß dergleichen mit der Orthodoxie nicht» zu schaffen hat, solche« Sebahren kommt auch bet nichtorthodoxe» Blättern vor. So erhielten' wtt vor 14 Tagen folgende» ״Eingesandt" mit der Ueberschrist: ״Die bestrafte Reklame": . Warnung: wieder einmal der Mo» tuug-.Natür» len Artikel, in _ u. ft w. wird. Wenn andern auch, Die heutig« Kreuzzeitnna ver ,Der bckannte Mosse^sche .. per Kreuzband an alle Königliche« _ _ geud und gewiß wohl auch an sämamiche im narchie, ein:Vrobeexemplar der »Berlin« Morgen-!ich enthält die bett. Nummer stet» einen wm" dem den Forstaufsehern bezüglich ihrer Beso! Verhältnisse artig Honig um den Mund gestrit auch u. ft w. so verzichte ich und gewiß die mei olch eine» Judenblatte». Kollegen, vor der ,arfinen Farbejener alle» enzeitung! Weist da»Judeublatt zurück, wo j verschließt ihm die Zofe und Euer Herzt orf b. Bromberg, deu IS. September 1898. Wilhelm Neumaum Kvnigft Forstaufteher n. Forstsekrtär.- Warum wir Sie ersuchen diesen Au»schaitt inserften zu lassen? Welle» der Mosse'schfVerlag gaich ebenso alle Quartal»- End« mtt der Versendung von Nummern der »grünsarbigenallgem. »Zeituna der^udenthu«»- «acht, um einige Abonnenten zu Haschen-DicAnwendung liegt auf der Hand! Einige Leser der »J»r. Wochenschrift-, die Feinde jeder Aufdringlichkeit sind. So wird leider im eigenen Lager der AntisemitiSmu» gezüchtet. 9U|MNt|. In der neuesten Nr. der »Arch JSr." vo« 28. Sept. macht ein Correspau» A l g i e r bezüglich de» Schweizer Schächtverbot» auf folgenden wichtigen Umstand aufmerksam: ,Die Bekenner de» Islam tödten ihr Schlachtvieh ganz nach der jüdischen Schlachnnethode. Run giebt e» mehr al» 230 Millionen Mohamedauer auf dem Erdenrund. Noch niemal» ist e» Jemand eingefallen, ihnen au» irgendwelchem Grunde die» zu verbieten- Die leiseste Andeutung eine» derartigen Verbote» würde unter den Arabern die schrecklichste Revolutton Hervorrufen. Selbst in de» intolerantesten Länder» und in den Verfolgung»- süchtigsten Zeiten de» Mittelaver»' hat man den Juden da» Schächten nicht verehrt, und im aufgeklärten 19. Jahrh. geht man in der fteieu Schweiz damtt voran!- Wen» Herr Dr. Dembo, der all! Mttglied der Peter»- burger wissenschaftlichen Kommission znr Sufsindnng der best« Schlachtmethode bei seine« jüngst dem Leipziger Schlacht Hause abgestatteten Besuch« die Erfahrung grmacht hat, daß bet« Tödten mtt der verbesserten Schlachtmaske 3—7 mal znge» schlagen »erde« mußte, che der spitze Sttst tu» Gehirn de» Rinde» dran», so können wir da» nach de« Beobachtungen de« hiesige» Schlachtviehhofe nur bestätige». Bi» jetzt dir jüdische Schlgchtmethod« noch »MGRB>».da. -