Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 40 (5.10.1893)
- Date
- 1893-10-05
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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I 8eß ei gewähren. Run gut, unser beschränkt.1 Unterthanen- ^verstand vermag e« nicht »u fassen, daß in einem RechtSstaate --,eine halbe Million Menschen beweislo« in ihren religiösen " Anschauungen beschimpft wird, und helfen un» mit der Er» kläruug, daß man für gewisse schweifwedelnde Reptilien einen Fußstotz, aber keinen ÄaatSanwalt in Bereitschaft Hai!. Unfaßbar ist ejedoch, warum die Herren Minister de« Innern und de« Lultu», anstatt der mit ihren Charakterschwächen genügend bekannten »Lreuzzeitung" die schönen Worte zuzurufen: ,Dir eine Stallmagd » keine Ämalta", auf den S«im ging und dem überflüssig!« Berlanaen Staum gab, über die in jüdischen Schulen gekrmtchlichen Bücher, welche vor ihrer Einführung ohnedies der Kgl. Regierung zur Geneh- «igung vorbelegt werden m&ffnt, eine Enquete anzuordnen, Uw durch die unverdiente Ehre einer Erwiderung in dem ,ReichSanzeiger"*) dem verblatzien Blatte eine neue Vergoldung angedeihen zu lassen. D!e erste Wirkung auf da- Junkerblatt de« Herrn v. Hammerstein-Woßu ist za ein« lähmende und m diesen! Augenblicke, da diese Zeile» geschrieben werden, h-tt e« sich von dem Schrecken, der ihm in die morschen Lnvchen gefahren, »och nicht erholt, wa« wir chu» au» vollem Herzen - gönnen, aber ,der Pudel wird nicht Zurückbleiben, bc:f&r laß ich den Pudel sorgen!" E« erübrigt je: noch der Echulchan Aruch (,Tischlein betf Dich!") und Ine Sreuzdame wird mm wohl tapfer behaupten, daß genau fo wie rhre Renommirbauern jeden SonMag ihr Huhn im Topfe, jeder Jure diese« sonder- ,bare ״Büchelchen" in seinen »netten TascheiMbe. E« bleibt 'ja noch — ohne daß der Benei« dafür erbrecht wird — die Anschuldigung, daß eS mündliche Gesetze und Geheim» bScher bei den Juden gebe, welche Belehrmgen enthalten, auf welche Papiere man spekulieren solle, und die mit einem Anhang versehen sind al« ,Wegweiser, wie mau in 24 Stunden Millionär werden kann." Einige Talmud-Traktate sollen ja sogar eingehend die Frage bchmndeln, ob wan in kritischen Zeiten befugt sei, katholische und evangelisch« Geheimjuden bei der Presse zu beschäftigen, und wa« dergleichen Schändlichkeiten noch mehr sind, die da« geschriebene und ungeschriebe!» jüdische,Schrifttum" aufweist. Und wie viel Lmntal läßt sich erst au« den dem Juden» turne aufgepfropften Blutmänlsen schlagen!? Zwar haben die schlauen Juden mit Hilfe der Mischen und ״verjudeten" Schwurgerichte, OberstaatSamoLlte und G-wichtSpräfidenten e« verstanden, bisher alle boSlhaften von noch so langer Hand vorbereiteten Angriffe nach dieser Richtung hin, sowohl in Ungar» wie in Deutschland, Oesterreich, Bulgarien, Griechenland ad absurdum zu führen — bail lag aber auch an der Ungeschicklichkeit der Helfershelfer, der antisemitischen Metzger, welche trotz tn1f<nbmaligrn Zuschauen« den Schächtschmtt noch mcht heraushaben. Mit der Zeit werden sie e« schon herausbekommen und im Stanl« sein, dem gelehrtest«» Medizinalkollegium eine Rase zu drehen; e« wird sich unter den Lnbrabbinern der Lrenzzestun,^ sogar mich einer finden, der die nötige Belehrung und — tzpprobation giebt. Aber bi« zu den jüdischen Ostern ist e« noch weit; wir wollen deshalb so menschenfreundlich sein und der alten Dame in chrer Stoff-Berleaenyeit mit einer sensationellen Geschichte unter die Arme greifen. Lei ihrem unbestrittenen Talente, alle — sagen wir nicht-gemlemlmucke—Angelegenheiten zu zer» arbeiten und zu zerkauen, wird ihr für einige Wochen gehalfen sei«, bl« da« FiaSco mit den jüdischen Schulaüchern vergessen sein wird und ihre Hintermänner für neuen Hautgoüt sorgen. Also: I» Eure» bei Trier lel>t ein Rabbirur Stück, wckhrr t nt rituellen jtweckeu ein evangelische« Kmd schätzte. Allein va nicht« so sei» gesponnen u. und vir — ie. die Lreu^eitnug—!«n Kden auf die so haben am: z eheune Na chs irfchunge» mmo» staltet und e« ist un« mit Hilfe Gotte« und eine« christliche» Privat-Detektiv-Bureau't daselbst gelungen, zu eruiren, daß da» Lind nach Jerusalem gebracht worden sei, um von de« Oberweitradbiner in der jüdischen Religon erzogen zu itxtta!! In unser triefenden Loyalität brachten wir btefe Ungeheuer, lichtest zur Anzeige, jedoch wa» wir befürchteten traf ein, die jüdische Strafkammer in Trier sprach den Rabbi Stück am 12. Januar d. I. — 24. Tewe« 5663 — frei. Der einzig zufällig anwesende Ehrist, nämlich der Staats«:^ ־’t, legte Revision bei« Reichsgericht ein, welche« die Angelegenheit zur nochmaligen Verhandlung an die Strafkammer zu Toblenz verwies. Trotzdem dir Sache klar lag, konnte der Gerichtshof zu keinem Ergebnis gelangen und hat da» Urteil bi« zum 4. Oftober — 24. Tischri — hinauSaeschoben. Wie diese« aber auch auSfallen mag*), da« christliche Sind schmachtet inzwischen in jüdischer Gewalt, welche in einer Hand da« Beschneidung»- und in der andern da» Schächtmeffer bereit hält. Wir sind schön weit am Ende de« XIX. Jahrhundert« gekommen; beten wir für das Seelenheil de« vielleicht schon zu Mazze« verarbeiteten Linde«, de» unschuldigen Opfer» Soweit die Lreuzzeitung Daß Stöck nach Angabe der Juden ein katholischer Pfarrer ist — welche» Märchen sie nur verbreiten um ein Analogon zu dem von der Lreuzztg. wohlgefällig aufgenommenen Mortarafalle, herauSzudüfteln und die in Vorbereitung begriffenen konservativ-ultramotane Koalition zu hintertreiben — da« wird die Leser der Lreuzztg. nicht beirren, welche ihnen schon ganz andere Bären aufge- Kunden und Glauben gefunden hat, einem on dit zufolge soll e« sogar — Gemütsmenschen geben, welche noch in dem Wahne befangen find, daß die Lreuzzeitung e» ehrlrch meine. Wir gehören zu diesen Leichtgläubigen nicht, sondern sind überzeugt, daß da« Blptt unverfälschten Rttterthums nicht aufhören wird, im Schmutz zu waten, der so tief und massig ist, daß er in die ganze Auflage der großformatigen ,Kreuzzeitung" nicht verpackt werden könnte - der Wolf kann eben nicht im Waffer lebe« und gedeihen! Berichte «uv Eorresporroenzerr Dentschlavd. Magdevttrg, 28. September. Die heuttgr Nr. 238 de» deutschen Reichs-Anzeiger» veröffentlicht folgende officielle Lundgebung: ,Hm Laufe de» vorigen Jahre« ist in verschiedenen Tage»- blättern sowie in Stteitschriften gegen die im Unterricht»- gebrauch der Mischen Schulen befindlichen Lehrbücher die Anklage erhoben worden, daß sic Lehren enthielten, welch« unser sittliche», wirtschaftliches und staatliche» Leben gefährdeten. Man Hot daran die Frage geftlüpft, ob denn dte preußische Unter» richttvenr almng dem jüdischen Religionsunterricht ausreichende Aufmerksamkeit zuwendr und ob fie mit dem Inhalt der be» treffenden Bücher bekannt sei. Der UntrrrichtS-Mnister hat daraus Beranlaffung genommen, die sämmüichen zur Zeit im Unterrichtsgebraucht befindlichen oder sonst etwa noch in Betracht kommenden jüdischen Religion»- bücher, einzufordern. Me bezügliche Sammlung umfaßt 5S1 Bücher, und »war find fie dem Inhalt: 1) Unterrichtsbücher a. für Erlernung der hebräischen Sprach« 40 Epemplare b. für biblisch- und jüdisch-geschichtlichen Unterricht. 168 , c. für ReligionSkrtre (Katechismen, Spruch- HUfer, Stbeldnldev). 284 , L. M den deutscheu Unwrricht (Lesebuch m JteÖSfcMBa). 2 «esaugui« v«ntttcitt,'(Ztlcg;.)