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Israelitische Wochenschrift · 1893-09-24 · 39 (24.9.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
39 (24.9.1893)
Date
1893-09-24
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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de» Lichte der Religk», da-» soll sie Merbing» auch füc StSbea stärken mb ba* Gemüt erfrisch«». ״*» träufe »te 9teg<1 «eine Lehre, «t riesele wie Tl«u mein WM, wie Gewittergüsse «rnf da» Ära», wir FrühliitgSregen auf die Flur, dem» Gotte« Namen rufe ich, seine kkShe will ich künden." S. L. Jitdische Leid««*) von Prof. Dr. Walter Pohl»«»»- Mehr al» unsere erbitterst« Feind« habe« »n« unsere »guten Freund«' weh gethan, von christlicher wir von jüdischer Sette. Sie Waden m« auch keine Messerspitze voll ftonig, ohne un» Gleichzeitig mit dem Stachel zu verwunden — sie Einen, indem sie »nicht umhin konnten", im Auttsemiti«mu» ei reu .berechtigten" Kern zu finde» und e» mi» überiiesten, wie wir diesen Sern knacken, d. h. aufhören solltest, Menschenzuftin. Menschen mit awafchlichen Fehler» und Schwäche», ». die Andere» mtt ihren Penchlerischeu Ratbschlägen und Quacksalbereien, welche un» «inen tiefen Wahl tu» Reisch ttieden und unsere energische Segen- «ehr »achricfen gegen diese ärztltthe Behandlung, welche dt« Krankheit in rosigsten Lichte un» erscheinet, lieh. Alle diese DDr. Purgon» und Dtofoirusse haben unwtllküi lich deistende Sattren auf de« Racen-Anttftrrtti»mn» geschrieben, während sie mit dem Rrligion«-Autffemtti«ma» heuchlerisch coqnettirtru. Zu den wenige» Männern, welch« unsere vertheidigung in chelster uneigennützigster Weife übernommen haben, ohne un» »letchzettig zu quälen, zählt Herr Prof. Pohl mann, dem schon früher sei» SrrechttgkeU»sta1t die Feder in die Hand gedrückt und innerste Ueberzeugung sie geführt hat, dast er dem Judenthum offen und ehrlich sein Reiht zugrftandrn hat. Sr schrieb, wie sein Herz und sein verstand ihm dirttrte. er eiferte, »te ein Prophet der Wahrheit, und er hat Erfolge erzielt--keine pekuniären, aber er darf zufrieden sein in dem vewnsttsrt», Saaten au»- gestreut zu haben, die herrliche Blütheu tteiben werden. Wenn auch da« schlechtberatene deutsche Volk ihn noej nicht versteht, er hilft aber mtt seiner eminenten pädagogischer Kraft, e» eine» veffern zu belehren und dtt Zeit näher zu führen, da da» bester beratene deutsch« Volk in ihm einen seiner guten Hirten erkennen und ihm dankbar dafür sein wird, daß er fch mühte, ihm sie Schamrbthr zu ersparen. Herr Prof. Bohlmann jprach in seinem Herzen: Wenn der Hast keine Ferien kennt, darm darf auch die Lebe sie sich nicht gSnnen — und so benutzte in di« freie Zeit, welche die Schule ihm lieh, um verschiedene Gegenden aufzusuchest au» denen ihm Magen »ugingea, ein barmherziger Engel hol» die Hüllen von den jüdischen Herzen, so daj, er sehen konnte, dast sie bluteten, auch erkePlen konnte, nva» sie verwundet hat. er sah die »Jübischen Leiden", fühtt sie mit un», schämt sich, bist seine Religion»- Genoffen sie un» verursachten und mit der reinen. allen Religionen ge«eiasamen Menschenliebe gönnt er sich keine Ruhe, bi» er für alle da« Sündendekenntni» ibgelegt. bi» seine gewaltige Sttmme die Herzcn»wüstrn mtt dem Ruft durchdruügei haben wird: die Sünder sollte» Büste thun, wett sonst da» Himmelreich auf Erden in immer weiter« Ferne» rückt. Ohne übereifrig zu sein und den Gegnern schlimme Absichten zuzuttauen. glaubt er sogar, dast sie überzeugt seien, von den Juden komme alle» Elend auf Erden, die einzige Stelle, mit der wir — nicht ohne «:oste Einschränkuug veutgsten» — über» eiustimmen können, weil bei: Neid, die gröscke Triebftlder bei den «eisten Snfttndungeu und Augschrettungen ist, und diese Leidenschaft auster sich selblt keinen Srund hat und keine Entschuldigung und Erklärung sucht, llud auch für ihn steht der »ntffemtti»mu» auf keiner höhereu Stuft der Srkrnntni», al» der mittelalterliche Hegeuaberglaab«. ober di,modern« geistige Krankheit de« Sptritt»«,,». wa» ftr in ,gemeinverständlicher Weise — ein besonderer Vorzug aller Pohlmai mschen Schriften — *) H,»s«ki»L«,lagia S!t«»i«k « Nh. Preb, SV Psg. (i» Panie« in parallelen Linien nachweist, ehe er zum »wette» T heile seine» Werke«, der Schilderung der jüdischen Leiden »von dir Wiege bi» zum Grabe" übergebt. Wa» er da schreibt, charocteiifirl de« Autor al» einen au«gezeichneten volk»psychologen; da» vmst man — ttotzdem Jude und Christ mir ihre eigenen Spiegel )ilder in thätiger, wie in leidender Gestalt darin erblicken — l«> eu und abermal» lesen und jede»mal wird man in der Beschreibung neue Reize, tteftre Wahrheiten, herrliche Edelmetalle :ntdecken, wie in einem unerschöpflichen Goldschachte. Die Lorftllnde der einzelnen Gemeinden? sowie der Deutsch-Jrraelitische Elemeindr- Hund, sollten stch hier die Gelegenheit nicht entgehen laffe», für die wettestr Verbreitung dieser Schrift unter unseren ciuistlichen Mitbürgern in au»gedrhnttftrr Weise Sorge zu tragen — sie könne» dem Antisemiti-nnr» nicht bester entgegenwirken. Da« ganze deutsche Volk mühte e« hören wie der erleuchtete Verfasser e» au»ru!t: .Ich stehe nicht an, zu erklären, dast ichmichmitStolz einen Jude» nennen würde, wennda» Schicksal mich zum Sliede diese» uralten und doch immer noch jugendfrischen Zweige« der menschlichen Familie gemacht hätte"! Da» find keine Worte mehr, da» ist eine Thar zu unserer Rechtfertigung. Der göttliche «steift, der den Autor beim Riederschreiben diele« Satze« begeisterte, ist «in unschätzbarer Schild zu unserer Verteidigung, die Feder, die diese goldenen Wolle nieberschrieb, ist ein SiegfriedSschwert, und der sie führte, ist ein mutvoller, ftastüberschäumeuder Recke. Loblenz. Dr. Singer. Berichte aul Evrrespsudenze« Deutschland. 9t«ftb<b«rf, 17. September. Ein Streit -wischen zwei hiesigen Recht»anwülftn im Gericht«saale war der Gegenstand einer Verhandlung, die am 12. d Mt», vor dem Landgericht hierselbft stattfand und in welcher sich der Rechtsanwalt Dr. Fletschauer wegen gefährlicher Körperverletzung zu verantworten hatte. In einem Termine vor dem Amtsgericht war derselbe al« Bevollmächtigter eine» Maurermeister« ausgetteten, während der RechtSonwaltWeruerftl«Vertreter de» Recht«- anwalt« Kaufmann» die Gegen Partei vertrat. Rechtsanwalt Werner erklärte in jenem Termin. Dr. Fleischawr sei schriftlick, nm verlegung de» Termins ersucht worden. Al« birfer hierauf entgegnetr: .Da» ist nicht wahr," fasste Werner die» ul« Beleidigung auf und verbat sich eine^erartige Redensart. Rach Beendigung der Prozetzverhandlung ttaftn sich die beiden Gegner wftder in einen Vorzimmer. Hier ging Werner auf Dr. Fleijchauer zu, angrbüch, um ihn zur Rede zu stellen, und äusterte: ,׳Ae habe» ja gar kein Ehrgefühl." Darauf erhob der Angeklagte die Hand und schlug nach seinem Gegner, der aber den Schlag mtt der Faust parirte. Mit seu Worten: ,Ich soll keine Ehre im Leide haben, verfluchter Jude, ich nehme einen Stuhl und schlageDichtodt." ergriff Dr. Fleijchauer einen Stuhl und schlug Werner damtt auf den vorgehaltemen Arm, der eine Hautabschürfung erlitt. (Nachträglich stellte sich Herrn», dah der Brief, in den um Termin»vr!:legu«g ersucht war. von dem Recht»anwalt Kaufmann gar nicht abgesandt worden war.) Der Verteidiger ersuchte um Einstellung dr» Verfahren», da ein Strafantrag nicht vorliegr und der Stuhl »ach der Art und Weift» wie ir gebraucht sei, nicht al» gefährliche» Werkzeug bettachtet weroen könne. Andernfall» sei der Beschuldigte ftei^spreche«. weil, er sich in Notwehr befunden Hab«. Der Gericht«hof erachtete jedrch in diesem Falle die Notwehr nicht für vorliegend und sah auch de« Stuhl al« gefährliche» Werkzeug im Sinne dr» fi«setze» aal Unter Berücksichtigung de» Umstande» aber, dast der Angeklagte sehr gereizt worden war, erkannte da« Gericht nur auf eine Grldstraft'vo» 90 M. evrut. drei Tage Gefängnis. Ve»r1«» 18. September. Eia klägliche» Fta»ko erlebt« der durch ׳velche» der Rur au» Sst sog Zweite Norddeatichr Aatiftmiteniag' gestrige Sonntag in ״Serlm profaniert wurde.

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