Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift · 1893-09-15 · 38 (15.9.1893) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
38 (15.9.1893)
Date
1893-09-15
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
84% known words query
IRI
…/6492344-5935087-5962232--1727-5375802
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

And u. daß uns nicht Dogmen trennen sollen, wie es der sel- Koufistorialrat der evang. Theologie und D«an der theologischen Fakultät in BreSlau» David Schulz» in seinem Gedichte »Mein Glaube" auSspricht: ,Und tret' ich einst »ul BrabeStiefen, Hin vor de« Weltenrichtrr» Angrfichr, So wird er strenge meine Lhaten prüfe«. Doch meinen Blanden? — Rein, da» glaub' ich nicht." — Die Rede endete mit einem Hoch auf die Gemeinde. Herr Predigtamtscandidat Moses brachte ein Hoch den Herren Rabbinern, und Herr Tini ner denCantoren. In der Zwischenvause trug Herr Eontor R o se nth a l-Ratibor zwei Lieder vor, die dankbar ausgenommen wuriren. Den letzten Triukspruch brachte Herr Lintner den Froren und Jungfrauen! — DaS Fest, welches mit der Tafel seinen Abschluß fand, wird Allen in angenehmer Erinnerung bleiben. ES legte ein schönes Zeugnis ab von der Eintracht, mit welcher die Angehörigen der verschiedenen ReligionSgesellschaftcr in unserer Stadt verkehren: die jüdische Gemeind« aber kann mit Stolz auf diesen Festtag zurückblicken. Frettzeert B.» 8. Sept. Das Amtsblatt für das Amt Freiburg nimmt aus der vor etwa 14 Tagen erfolgten Ermordüng eines Juden bei Mühlheim Beranlaffuvg zu einer bedenklichen Hetz«. Die Angehörigen des Ermordeten werde«, da da- Blatt völlig unwahre Behauptungen aufgestellt hat, um seinen Zweck zu erreichen, die Saä-e bei Gericht anhüngig machen. Da eS auSgeschloffen ist. daß die verhetzenden Arttkel des Amtsblattes an zuständiger Stelle übasihen werden, so läßt das Schweigen der Regienmg verschiedene Deutungen zu. Das General-Amt-- blatt, die »Badische Korrespondenz", würde sich um wette und zwar nicht allein jüdische Kr eise sehr verdient machen» wenn eS die nachfolgende Frage osne Umschweife beantworten würde: »Fehlt eS der badischen Regierung au Macht oder an Willen׳ darauf hinznwirken, daß die AmtSverkündiger, die in gewissen Kreisen gehalten werden müssen, sich jeder das Bolk verhetzenden Thätigkett enthalten?" H«««o»er. Herr Lchrer Reuß in Neustadt-GödenS — Schüler der Würzburger jüdischen Seminars — hat in mehreren Arttkeln dieses Bl. die mett »dische Ausbildung der Schüler der iSr. Lehrerseminarien in den ReligionSfächern bemängelt und in einer Nachbemerkung in Nc>. 30 namentlich die genügende Ausbilduna in der iSr. Lehrer bi ldungSanstatt zu Hannover angezweifett. Zur Verhinderung falscher Unelle über die jüd. Lehrerseminare, insbesondere über unsere hies. Lehrerbildungsanstalt erachte ich eS als Pflicht» hier sachlich dargeftellen, Me au der letzten für.die vrakttsche und theoretische Vorbildung zum Untenichten in den jüd. ReligionSfächern Sorge getragen wird. Diese Pflicht einer saällichen Darstelluiw liegt gnade mir am meisten ob, da ich rinn d« ällesten Schüla des hiesigen Seminars — ein« der 7 ersten, mit denen eS am 7. November 1848 begründN worden — und ättester Lehr« desselben — srtt 1. ApNl 1877 — bin. Demgemäß erkläre ich folgendes: 1. Bis 1889 konnte den schillern mir eine theoretische m'Nhodische Anleitung für de« Urterricht dn iüdischenLehrgegenstände gegeben werden. Doch hatten sie auch Geleaenhett durch Ertei- Inng von Unterrichtsstunden in da hiesigen RelrgionSschule, die retischeu Anweisungen praktisch zu üben uud zu dethätigen. L Mit Errichtung da Seminarfchule 1869 fand hingegen außa dem theorettschrn Unterrichte die Einfügung von wöchentlichen Lehrübungen für deu 2. Kursus und selbständig« Umaricht seitens d«S Oberkursu; unta Aufsicht da Fachlehra mich in den jüdischen Disziplinen statt. 1860 wurde Dr. Th. Ikon« Direktor und sofort begannen «anigfache Veränderungen, welche eine gründlichere Ausbildung in methodischer Unterrichts« Teilung im allgemrmcn uud insbesondae in den ReligionSfäckan bezweckten. ». ES wurde ein Lehrolen uud die Lehrmethode für alle Gegenstände deS ReliaiousmitarrchtS an da IlebungSschule durch Konferenzen mit den Misch«n Fachlehrer» festgestellt. Seit 7—8 Jahre« ist daha für uns«« Schüla eine bestimmte Methodik in dem grsammten ReligiouSun tarichte geschaffen. l d. Da Mittelkursus ahätt das ganze zwette Jahr hindurch tu wöchentlich via Stunden Lehrübungen. Bon diesen entfallen etwa ein Drittel auf den iLriicheu ReugtonSuuterricht. Bei diefen Lehrübungen wird da Unterricht besprochen uud auf die Vastütze tilgen methodische odw didakttsche Grundsätze aufmersam g-machr. Da Oberkursu» uutaricht« in da UebwmSsckvle, Ibstän-ig unta Beaufsichtigung des tzaupllehrec» da lkbuugS- Abiturient er schule, some hett in allen chlehra. Erteilung ftanve und red« Stund«, sowie üba die aztellen Erfolge Hasen die Abiturienten «ine eingehende Rechenschaft und iu Formen abzulegen, wie sie solch« in ihrem Amte in Zukunft zu beachten haben. _ d» In dem 'י " "' ' re empfängt da oberste Kurs»« vom dar dn Seo luuuiuui ui .. ...... Stoffverteilung und Lehrvafahren eine» jeden des ReligionSuMerichtS, besondaS wie a in Volksschule zu erteilen!st, endlich auch die Geschichte da Methodik in jedem einzelne» Fache, gelehrt Waden. s. In bei» Halbjahre von Oktoba bis April staden außer» dem allwöchentlich öffentliche Lehrprobea statt. Der Fachlehr« gi der Seminarschule nne Lehrstunde — im Beisein des ge» Lehrkollegiums und alla Schüla — in einem seiner . und ein Abiturient untarichtet einige Tage darauf in ben Fache. Die Lehrprobea da SchÜla waden besvrochen» und die von den Schülern in ihrem Unterrichte begaugertea Fehl« Waden gerügt. f- So zieht sich die methodische Anweisung iu Theorie nnb Praxis für die Mischen Lehrfächer durch alle drei Seminarkurse bin. Da UntarichtSkursllS hört den Lehrproben zu» d« MittelkurfuS hat theoretisch« uud praktische Lehrübungen sowohl für sich allein, als auch mtt den andern Kursen zusammen, da Ober» kursuS unterichtet selbständig, empfängt Lehrmusta und legt Lebrproben ab und ahätt noch besonderen Unterricht io da Methodik der jüdischen Fächer. g. ES ist dem jetzigen Dkeftor bald nach seinem Antritte gelungen» die Baoilligung de» Provinzial-Schulkollc Neugestaltung des Seminars. inSbesoaoc zu «langen, sodaß zwei-, und drnkl mdischen Fächer Volksschule und Art, und ebenso sinden die'Lehrübungen und "Lehrproben .. b und «) bald vor da gemeinsamen.bald vor da eia- und zwei klasfigea Schule Katt. , Bei den Lehrern, welche unsere Anstatt entläßt, bewahrheitet sich ni cht die Schlutzbemerkuug des H. Reust in No. 30; ,jeda verfähn, wie eS ihm gut düntt", denn jedem unserer Schüla wird eine bestimmte Methode des Unterrichts für seine Thätig» keil mttgegeben. Hannover, d-n 2S. August I8V3. L. H So mm er, Sennaarlehra- Jerusale«, im August. (Orig^Eorr.) Baron Edmund v- Rochschild iu Paris setzt seine Pläue bezüglich der Kolonisation ungestön weit« fort und bestättgt eS sich, daß derselbe durch sein persönliches Erscheinen iu Konstauttuopel manches in dies« Beziehung «reicht hat. Erstlich ist eS ihm daselbst gelungen, die Eiittraguugen seiner bestehenden Kolonien in Palästina auf seinen Namen als ftanzös. Unterthan zu erwirken, war von sehr hohem Werte ist; behufs dessen ist da hiefige Pascha auch baeitS zur Juzadeke (Einttagung) angewiesen worden. — Nächstdem. hat der Barou eine» bedeutenden Komplex Ackaland, jenseits de» Jordan», Privateigentum d«S Suva«», angekauft, um daselbst neue große Kolonieu zu gründen. Die Sichahett jenseits des Jordans hat sich in den tttzten 15 Jahren bedeutend ge» hoben, indem die türkische Regierung daselbst eine große Mli- .'־i tärstation errichtete. Haupts, mtt Tscherkeflen, welch« durch Streffzüge ttef das Innere da Gegend den Beduiueu di« Lehre erteilt, mit *] cioUifiertea Menschen beffaen Umgang zu pflegen. Außerdem ist absolut jede Gefahr auSgeschloffeu, wenn Kolonieu von 100—200 Familien in Entfernungen von 5—10 Kilometer von einaad« gegründet uud mit furchtlos«, thatkrästigen Jude« besetzt wadru. Das Naturell d:r Jordanbeduinen ist nicht so sehr streit- und raubsüchtig, in Tüte kann rin gutes Einvanehmen «ziett ««den und andernfalls wttd ihnen eine Macht vou 600—1000 Kolonisten»^ so uahe beisammen den größten Resvett etuflößen. — Da Boden jrusetts de» Jordau» ist für Weizenem sehr ertrag»- fähig uud wttd auch nubedingt für Weinbau geeignet seiu. Mtt t Letztaem reüssiert die Rothschlldsche Kolonie -Wschon allerdings sehe. ׳ י " '

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.